Krankenschwestern streiken weiter: Bis die Regierung Kenias zum von ihr unterschriebenen Abkommen steht

Die Krankenschwesterngewerkschaft Kenias wollte den gemeinsamen Streik mit der Ärztegewerkschaft beenden. Die Krankenschwestern hat man nicht gefragt…Die Regierung Kenias wiederholt, was sie bereits mit dem Tarifabkommen mit der Ärztegewerkschaft 2013 gemacht hatte: Das ebenfalls von ihr, im Dezember 2016, unterschriebene Abkommen mit der Krankenschwester-Gewerkschaft nicht umsetzen. Hatte der erneute Streik der Krankenschwestern ein halbes Jahr nach Unterzeichnung begonnen, um die weitere Verzögerung zu beenden, so hat die Regierung darauf nun reagiert, in dem sie öffentlich ihre Unterschrift als wertlos bezeichnet: Das Abkommen käme viel zu teuer. In dem Artikel „Nurses differ with governors over Sh40 billion pay deal“ am 10. Juli 2017 bei KDRTV externer Link wird zwar bereits in der Überschrift mit den Zahlen gearbeitet, die diese ausgesprochen vertrauenswürdige Regierung aussendet – die von der Gewerkschaft vehement abgestritten werden und als Ablenkung kritisiert – es wird darin aber dennoch deutlich, dass die Gewerkschaft schlicht und einfach darauf beharrt, dass der Vertrag unterschrieben worden sei. Die Fraktion der KNUN, die sich auf einen neuen Deal mit der Regierung einlassen wollte (siehe unten den Verweis auf unsere bisherige Berichterstattung), hat nun nicht nur in einem organisationsinternen Machtkampf verloren – vor allem geschah dies deshalb, weil die 26.000 streikenden Krankenschwestern schlicht weiter gestreikt haben. Siehe einen Hintergrundbeitrag zum Streik und zu den Arbeitsbedingungen der Krankenschwestern – und den Verweis auf unsere bisherigen Berichte:

  • „Nurses, the ignored cog in Kenya’s health wheel“ von VERAH OKEYO am 11. Juli 2017 in Daily Nation externer Link ist – neben der Information über den laufenden Streik – vor allem ein Artikel über die Arbeits- und Lebensbedingungen von Krankenschwestern in Kenia, die etwa durch die Einführung der kostenlosen Mutterschaftsbehandlungen 2013 noch intensiver belastet werden, als vorher: Denn die positive Ausweitung der Versorgung geschah – ohne Neueinstellungen…überarbeitet und unterbezahlt ist die Diagnose des Artikels, die in Kenia in ganz besonderem Ausmaß zutreffe, wie in einem Vergleich mit den Arbeitsbelastungen in anderen Ländern deutlich wird.