6. Jahrestag der Fukushima-Katastrophe: Proteste in ganz Japan – und überall auf der Welt, auch in der BRD

Am 11.3.2017 in Berlin Solidarität mit Fukushima gegen alle AKWEnde März soll nun das schwer betroffene Dorf Itate ebenfalls zur bewohnbaren Zone erklärt werden. Erneut macht Greenpeace darauf aufmerksam, dass die Strahlenwerte dort noch immer gefährlich hoch sind – und einmal mehr droht der Staat jenen, die aus Rücksicht auf ihre Gesundheit nicht zu einer Rückkehr bereit sind, mit der Kappung finanzieller Hilfen. So setzt sich jener Umgang mit den Opfern der Katastrophe fort, den Japans rechtskonservative Regierung unter der »Liberaldemokratischen Partei« (LDP) seit jeher pflegt: Die Betroffenen werden weitgehend allein gelassen, währenddessen kamen die Verantwortlichen des Atomkonzerns Tepco, deren Ignoranz gegenüber Risiken und Sicherheitsmängeln einen nicht unerheblichen Teil zu der Katastrophe beigetragen hatte, mit einer tiefen Verbeugung auf einer Pressekonferenz davon. Bereits 2002 war bekanntgeworden, dass Firmenvertreter mehr als 16 Jahre lang Reparaturberichte über Tepcos Kernkraftwerke gefälscht und den Aufsichtsbehörden in Hunderten Fällen sicherheitsrelevante Vorfälle verschwiegen hatten“ – so werden die „Ausgangsbedingungen“ in dem Beitrag „Wut und Widerstand“ von Michael Streitberg am 10. März 2017 in der jungen Welt externer Link skizziert und zu der Widerstandsbewegung unter anderem berichtet: „NAZEN gründete sich ebenfalls bereits 2011. Im Gegensatz zur »Coali­tion« ist die Gruppe klassenkämpferisch orientiert. Sie betrachtet die Atommisere als Teil der Misere des Kapitalismus und sucht dementsprechend die Zusammenarbeit mit der Arbeiterbewegung. Ihre Aktionen werden unter anderem vom marxistischen Studierendenverband Zengakuren und der kämpferischen Eisenbahnergewerkschaft in Chiba, Doro-Chiba, unterstützt“. Siehe dazu drei  weitere aktuelle Beiträge, auch zu Solidaritätsaktionen in der BRD (Ein Bericht von Doro-Chiba aus Japan folgt…):

  • „Japan gedenkt der Opfer der Fukushima-Katastrophe“ am 11. März 2017 in neues Deutschland externer Link ist eine dpa-Meldung, in der es, wenn auch in fragwürdigem Deutsch, am Ende heißt: „Mehr als 120.000 Menschen, die wegen der Dreifach-Katastrophe damals fliehen mussten, leben noch immer entwurzelt. Viele hausen in containerähnlichen Behelfsgebäuden. Mehr als 3500 Betroffene sind in Folge seelischer und körperlicher Erkrankungen gestorben oder haben sich das Leben genommen. Zudem werden immer wieder Kinder aus Fukushima, die von dort geflohen sind, Opfer von Schikanierungen
  • „Doppelter Alarm“ von Reimar Paul am 11. März 2017 in der jungen Welt externer Link ist vor allem ein Bericht über eine der zahlreichen Solidaritäts- und Protestaktionen rund um die Welt – hier in Brokdorf, wozu es heißt: „Die Blockierer vor den Toren nannten es einen »Skandal«, dass Brokdorf erst 2021 endgültig abgeschaltet werden soll. Von Atomausstieg könne nicht die Rede sein, »wenn das AKW durch den sogenannten Normalbetrieb Tag für Tag die Umwelt radioaktiv verseucht und die dauernde Gefahr eines Unfalls mit unbeherrschbarer Freisetzung radioaktiver Stoffe besteht«, hieß es mit Blick auf die Atomkatastrophe in Japan vor sechs Jahren. Am 11. März 2011 lösten ein Erdbeben und ein Tsunami den Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi aus. In drei von sechs Reaktoren schmolzen die Kerne, große Mengen radioaktiver Stoffe wurden ins Meer gespült und vom Wind in die Atmosphäre verteilt, weite Gebiete mussten evakuiert werden. Die dreifache Katastrophe forderte mindestens 18.000 Menschenleben. Radioaktive Verseuchung zwang 160.000 Japaner, ihre Häuser zu verlassen. Viele leiden unter Traumata, bei Kindern treten vermehrt Schilddrüsenerkrankungen auf
  • „Fukushima Jahrestag: Hunderte demonstrieren in Berlin für AKW-freie Welt“ hier am 11. März 2017 bei scharf-links externer Link dokumentiert, ist eine gemeinsame Presseerklärung von Sayonara Nukes Berlin, Anti-Atom-Berlin und den NaturFreunden Berlin über die Berlin Fukushima-Demonstration, in der es einleitend heißt: „Unter dem Motto „Für eine Zukunft ohne Atomanlagen!“ hat heute ein breites Bündnis aus Umweltorganisationen, Initiativen und Parteien anlässlich des 6. Jahrestages der Atomkatastrophe von Fukushima in Berlin demonstriert. Die Demonstration mit über 350 Teilnehmer*innen verlief vom Gendarmenmarkt zum Brandenburger Tor