Google Walkout: Global, selbstorganisiert, erfolgreich

„Google Walkout For Real Change“Beinahe 17.000 Mitarbeitende von über 40 Standorten waren beim organisierten Google Walkout dabei. Die Leute verließen gestern gesammelt ihre Arbeitsplätze, um ihre Rechte einzufordern und die Unternehmenskultur bei Google zur Debatte zu stellen.(…) Dabei steht an erster Stelle, dass in Fällen von Diskriminierung und sexueller Belästigung keine „Zwangsschlichtung“ stattfinden darf, also eine obligatorische Schlichtung, die wenig individuell ist. Im Zuge dessen wird ebenso gefordert, dass die Untersuchung von sexueller Belästigung im Unternehmen transparent und öffentlich dargestellt wird. Des Weiteren sollen bessere Möglichkeiten geschaffen werden, um derlei Fälle sicher und anonym melden zu können; die umfassend Geltung haben. (…) Eine klare Politik zur Unterbindung und Bestrafung solcher Praktiken ist vonnöten. Wie sehr, das wird mit dem großen Protest mehr als deutlich. Dabei sprechen sich die Mitarbeitenden ebenfalls für eine Gleichbehandlung in Sachen Bezahlung und Fortbildung sowie Chancengleichheit überhaupt aus. Obwohl wir das Jahr 2018 schreiben, müssen Frauen auch oder gerade in der Tech-Szene für diese eigentlich nur logischen Gegebenheiten kämpfen. Eine klare Politik zur Unterbindung und Bestrafung solcher Praktiken ist vonnöten. Wie sehr, das wird mit dem großen Protest mehr als deutlich. Dabei sprechen sich die Mitarbeitenden ebenfalls für eine Gleichbehandlung in Sachen Bezahlung und Fortbildung sowie Chancengleichheit überhaupt aus. Obwohl wir das Jahr 2018 schreiben, müssen Frauen auch oder gerade in der Tech-Szene für diese eigentlich nur logischen Gegebenheiten kämpfen….“ – aus dem Bericht „Google Walkout: Knapp 17.000 protestieren weltweit für einen Wandel in der Branche“ von Niklas Lewanczik am 02. November 2018 bei Online Marketing externer Link, worin schon deutlich wird, wie massiv der Protest war – und welche Probleme noch eine Rolle spielen. Hinzuzufügen wäre noch, dass der sozusagen offizielle Titel der Aktion war „Google Walkout for a real change“ – für wirkliche Veränderung also, was sich auch und vor allem gegen die Beteuerungen der Unternehmensleitung richtete… Zum Google-Walkout, seinen Ergebnissen und seiner Organisation drei weitere Beiträge und eine Fotodokumentation:

  • googlewalkout_dublin„We’re the Organizers of the Google Walkout. Here Are Our Demands“ am 01. November 2018 bei The CUT externer Link ist eine Erläuterung der Aktion und ihrer Forderungen durch sieben Autorinnen – eben jene sieben Beschäftigten von Google, die die Aktion ins Leben riefen. Claire Stapleton, Tanuja Gupta, Meredith Whittaker, Celie O’Neil-Hart, Stephanie Parker, Erica Anderson und Amr Gaber erläutern darin, wie sie die Aktion organisierten – und erklären sehr deutlich, dass sie sich in der Kontinuität anderer Aktivitäten sehen, wie etwa dem Protest gegen milliardenschwere Kriegsprojekte. In dem Beitrag sind auch zahlreiche Fotos von Tweets von Beschäftigten aus aller Welt dokumentiert, die zeigen, dass – beispielsweise – auch in Tokio (wo es bereits Proteste gegeben hatte), Zürich oder Singapur massive Beteiligung hatte. Im Europazentrum Dublin und in San Francisco ohnehin.
  • „Google staff in walkout over treatment of women“ von Will Goodbody am 01. November 2018 bei RTE externer Link ist ein Bericht über die „Mutter aller Walkouts“ – der größten Aktion in Europa an diesem Tag, in Dublin. Worin auch bilanziert wird, dass, wenn weltweit sich 17.000 Menschen an so einem Protest beteiligen – von den 94.000 Google Beschäftigten – dies ein eindeutiges Signal sei, dass Veränderungen dringend vorgenommen werden müssten. So wurde an verschiedenen Orten die Forderung erhoben, dass keine Entscheidungen über Beschäftigte gefasst werden solle ohne ihre Anwesenheit.
  • „Google Walkout For Real Change“ externer Link ist eine globale Fotodokumentation des Aktionstages im Twitter-Kanal, der auch zur Mobilisierung benutzt worden war. Hier sind nahezu alle globalen Aktionen ausführlich dokumentiert.