Landesweiter Streik: Für höhere Mindestlöhne, gegen Zeitarbeit

Indonesien_streik

Dossier

Hatte der Streik für höhere Mindestlöhne im Jahr 2012 sozusagen die Wiederkehr der Gewerkschaftsbewegung in die gesellschaftliche Debatte bedeutet, so ist es in diesem Jahr erst recht eine Demonstration gewachsener Stärke gewesen. Die Beteiligung am Streik am Donnerstag und Freitag vergangener Woche war größer, die bestreikten Gebiete waren wesentlich mehr (20 von 34 Provinzen des Landes) – und die Entschlossenheit war deutlich: Mehrere Regionen erlebten die Fortsetzung der Streiks, weil die Erhöhung der jeweiligen (regionalen, von den Gouverneuren in unterschiedlich organisierter Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und Unternehmensverbänden festgelegten) Mindestlöhne zu gering ausgefallen war. Die Inflation rast durchs Land und wurde im Sommer diesen Jahres durch die Regierung angeheizt, die die Subvention der Energiepreise abgeschafft hat, was zur weiteren Verteuerung vor allem der Transportkosten gesorgt hat. Die Ausgangslage zum Streik wird in dem afp – Artikel Indonesian Workers Stage Nationwide Strike Over Pay externer Link am 31. Oktober 2013 im Jakarta Globe zusammengefasst. Siehe dazu auch:

  • Arroganter Gouverneur, bezahlte Schlägerbanden: Aspekte des landesweiten Streiks für höheren Mindestlohn und gegen Outsourcing
    landesweite Streiks für höheren Mindestlohn und gegen Outsourcing in IndonesienEine erste knappe Bewertung des landesweiten Streiks am 31. Oktober und 1. November von Seiten der IndustriALL, die neben den Erfolgen in verschiedenen Provinzen, wo es Erhöhungen der Mindestlöhne um 30-40% gegeben hat, vor allem den Gouverneur von Jakarta kritisiert, der mit lediglich 9% Mindestlohnerhöhung Hungerlöhne festschreiben will. Berichtet wird darin auch, dass insgesamt 28 streikende Arbeiter von bezahlten Schlägerbanden verletzt wurden. Der Kurzbericht Increased living wage in Indonesia at a violent cost externer Link am 08. November 2013 bei IndustriALL
  • Jambi workers reject new minimum wage externer Link von Jon Afrizal am 01. November 2013 in der Jakarta Post, worin berichtet wird, wie in der Provinz Jambi die Erhöhung des regionalen Mindestlohns auf 1,5 Millionen Rupien mit der Fortsetzung des Streiks und Beibehaltung der Forderung nach einer Erhöhung auf 1,6 Millionen beantwortet wird (um die Unterschiede zu verdeutlichen: In Jakarta steht die Forderung nach einer Erhöhung auf 3,7 Millionen Rupien gegenüber bisher 2,2 Millionen und einem “Angebot” von 2,4 Millionen – 1 Euro entspricht rund 15.000 Rupien)
  • Tausende Arbeiter_innen im Generalstreik  – ein Bericht in den bewegungsnahen Perspektif-News vom 01. November 2013 (in der Übersetzung von SD), worin sowohl über bewaffnete Aggressionen gegen Streikende berichtet wird, als auch über den erfolgreichen Kampf etwa in Sumedang, West-Java, wo eine Lohnsteigerung von vormals 1,4 Millionen indonesischen Rupiah (etwa 91 Euro) auf 3 Millionen indonesische Rupiah (etwa 196 Euro) monatlich durchgesetzt wurde
  • Mohamad Zaki Hussein von der Working People Party über den politischen Hintergrund einer der Hauptforderungen des Generalstreiks, der Anhebung des Mindestlohns, Artikel vom 22. Oktober 2013 (in der Übersetzung von SD)