[Aktionswoche vom 23. bis 29. November 2018] Was unternehmerische Selbstverpflichtungen wert sind: Das Beispiel H&M – und die Hungerlöhne in vier Ländern

H&M: Vom Versprechen existenzsichernder Löhne und der Realität der Armutslöhne“2013 hat H&M angekündigt, bis zum Jahr 2018 existenzsichernde Löhne zu zahlen. Davon ist das schwedische Modeunternehmen meilenweit entfernt: Aber noch immer erhalten die ArbeiterInnen Löhne, die kaum zum Überleben reichen. Wir sagen: Krieg die Kurve, H&M! Es ist höchste Zeit, dass die ArbeiterInnen einen Lohn verdienen von dem sie und ihre Familien leben können.  (…) ArbeiterInnen verdienen mehr als einen Hungerlohn, deshalb erhöhen wir mit der internationalen Aktionswoche vom 23. – 29. November 2018 den Druck auf H&M und fordern von dem Moderiesen das Versprechen, existenzsichernde Löhne zu zahlen, endlich einzuhalten. In vielen Ländern gehen Menschen auf die Straße, sie sprechen unterschiedliche Sprachen, haben aber alle dieselbe Botschaft: Krieg die Kurve, H&M! #TurnAroundHM! So auch in Berlin: Am 27. November fordern die Aktionsgruppe der Kampagne für Saubere Kleidung und das INKOTA-netzwerk mit einer Straßenaktion am Kurfürstendamm H&M auf, endlich die versprochenen Existenzlöhne zu zahlen…“ – aus dem Aufruf „Halte Dein Versprechen, H&M!“ am 23. November 2019 beim Inkota Netzwerk externer Link, worin neben der Berliner Aktion am Dienstag auch noch auf weitere Aktionen im Rahmen dieser Woche in Stuttgart, Neumünster, Münster, Mannheim, Hannover, Greifswald, Dresden und Bonn hingewiesen wird. Siehe dazu die Studie der Kampagne für saubere Kleidung  zu den Löhnen in Indien, Kambodscha, Bulgarien und der Türkei sowie die genauen Angaben zu den Aktionen in der Woche und die Petition zur Kampagne:

  • „H&M: Vom Versprechen existenzsichernder Löhne und der Realität der Armutslöhne“ im November 2018 beim Inkota Netzwerk externer Link dokumentiert, ist die Studie aus vier Ländern, die im Auftrag der Kampagne für saubere Kleidung durchgeführt wurde. In der Vorbemerkung heißt es darin: „Die H&M Gruppe ist mit 4.801 Läden einer der größten Einzelhändler weltweit. Im November 2013 versprach H&M öffentlich, bis 2018 in allen ‘Gold’- und ‘Platin’-Fabriken Vergütungsstrukturen zu schaffen, die die Bezahlung von „fairen Existenzlöhnen“ für 850.000 Angestellten ermöglichen. 2013 betraf das 60% der Arbeiter*innen, die H&M’s Produkte fertigten. Sie waren bei den sogenannten ‘strategischen und bevorzugten Lieferanten’ beschäftigt, die nach einem internen Bewertungssystem ‚Gold’-oder ‚Platin’-Status besaßen. Die Fünf-Jahres-Frist, in der H&M seine Zusage umsetzen wollte, läuft nun ab. Deshalb führte die Clean Clothes Campaign Recherchen durch um zu überprüfen, wie viel die  Arbeiter*innen in einigen dieser Zulieferbetriebe verdienen und wie nah dieser Verdienst einem existenzsichernden Lohn kommt.  Unserem Verständnis nach sollte ein existenzsichernder Lohn während einer normalen  Arbeitswoche ohne Überstunden verdient werden können und die Grundbedürfnisse  der arbeitenden Person und ihrer Familie befriedigen: von Ernährung über Wohnen,  Gesundheitsversorgung, Bekleidung, Mobilität, Bildung bis hin zu Rücklagen von 10%.  In unseren Recherchen sprachen die Forscher*innen mit 62 Arbeiter*innen in Bulgarien, der Türkei, Indien und Kambodscha. Ihre Ergebnisse sind hier zusammengefasst. Damit gibt dieser Report Einsicht in H&M’s Lieferkette und zugleich einen aufschlussreichen Befund, wie es wirklich um die Umsetzung der Versprechen steht“.
  • Aktionswoche Turn around, H&Mexterner Link ist der Überblick über Zeiten, Orte und Inhalte der Aktionen in den verschiedenen Städten bei der Kampagne für saubere Kleidung.
  • „Halte deine Versprechen, H&M!“ externer Link ist die Petition – bisher von knapp 140.000 Menschen unterschrieben – mit der H&M eben dazu aufgefordert wird, für ausreichende Löhne zu sorgen. Darin heißt es einleitend: „Wir, Ihre Kund/innen und potenziellen Kund/innen, fordern Sie auf, den Arbeiter/innen in der gesamten H&M-Lieferkette faire und existenzsichernde Löhne zu zahlen und ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Auf diese Weise würden Sie die Lebensbedingungen von Hunderttausenden Menschen verbessern, die tagtäglich Kleidung für uns herstellen…“