Die „Mutter aller Proteste“ – Aktionswoche in Honduras

Honduras-Proteste gegen Wahlbetrug, Tag 16 am 12.12.2017Ein Großaufgebot an Militär und Polizei versucht in Honduras, die Protestwoche gegen den neuerlichen Amtsantritt von Präsident Juan Orlando Hernández am 27. Januar vollständig zu unterbinden. Dennoch kommt es seit Samstagmorgen landesweit zu Straßensperren und Demonstrationen. Dagegen gehen die Sicherheitskräfte massiv vor. Beobachter vor Ort berichten über Festnahmen und Schwerverletzte. Im Ort Sabá im Norden von Honduras, wurde der 76-jährige Anselmo Villareal, der auf seinem Fahrrad unterwegs war, von einer Armeekugel getroffen und starb wenig später. Auf den Reporter Dassaev Aguilar Moncada des Senders HispanTV feuerte Militärpolizei laut Medienberichten eine Tränengranate ab, die ihm ein Bein brach. Das Hochkommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen (UN) und die nationale Menschenrechtsombudsstelle Conadeh gaben indes Kommuniqués heraus, die erneut das Ende der Militärgewalt gegen Demonstranten, den Schutz von Menschenrechtsverteidigern und Medienschaffenden forderten. In den Sozialen Netzwerken wurde über Razzien durch staatliche Sicherheitskräfte und verschleppte Personen berichtet. Die Menschenrechtsorganisation Cofadeh äußerte sich besorgt über mehrere Festnahmen, wie die des Studenten Nery Cruz am Samstagnachmittag. Er war einer der führenden Köpfe des studentischen Hungerstreiks an der Nationalen Universität im vergangenen Juni“ – aus dem Beitrag „Honduras: Polizei und Militär auf allen Straßen“ der Honduras Delegation am 23. Januar 2018 bei amerika21.de externer Link, worin auch noch Proteste an anderen Orten des Landes skizziert werden. Siehe dazu auch einen weiteren Beitrag über die alltägliche Repression in Honduras nach der „Wahl“ nämlich einen Solidaritätsaufruf mit einem Entführten, sowie einen Bericht vom Beginn der Protestwoche:

  • „ALERT! Edwin Espinal arrested for participation in protests against the dictatorship“ am 19. Januar 2018 bei COPINH externer Link ist der Aufruf zur Solidarität mit dem bekannten Demokratie-Aktivisten Edwin Espinal, der an diesem Tag von der Polizei festgenommen wurde und an einen unbekannten Ort verbracht. In dem Aufruf wird auch darauf verwiesen, dass dies der letzte einer ganzen Reihe solcher Fälle ist, in denen aktive Demokraten ohne Haftbefehl und jegliche auch nur formale Begründung verschleppt wurden und werden. In der Regel, so wird darin unterstrichen, sei dies verbunden mit einer persönlichen Hetzkampagne gegen die Betroffenen in den regierungsnahen Medien.