Die Karawane aus Mittelamerika zieht (mehrheitlich) weiter Richtung US-Grenze: So wurde es beschlossen

„Migrationskarawane“ von Honduras durch Guatemala nach Mexico und in die USANach einer mehrtägigen Pause in Mexiko-Stadt sind die Migranten aus Mittelamerika in Richtung US-Grenze weitergezogen. Am Samstag fuhren die rund 5.000 Migranten mit der Metro zum Stadtrand, um dann weiter in Richtung Querétaro zu laufen, wie die Tageszeitung La Jornada berichtete. Zuvor hatten sie mehrfach von den Vereinten Nationen Unterstützung für ihre Weiterreise gefordert. Vertreter der UN in Mexiko-Stadt empfingen zwar eine Delegation der Migranten, sahen sich aber nicht in der Lage, Busse bereitzustellen. „Mit oder ohne Busse – wir ziehen weiter“, sagte danach ein Sprecher der Migranten. (…) Die mexikanische Menschenrechtskommission CNDH und die Staatsanwaltschaft untersuchen das Verschwinden von rund 85 bis 100 Migranten, die in einem Lkw von Veracruz nach Puebla unterwegs waren. Dabei sollen sie von Bewaffneten überfallen worden sein. Seitdem fehle jede Spur von ihnen, hieß es. Veracruz gilt als einer der gefährlichsten Bundesstaaten Mexikos, in dem verschiedene Drogenkartelle aktiv sind…“ – aus der epd-Meldung „Pause beendet, weiter geht’s“ vom 11. November 2018 externer Link (hier in der taz). Siehe zur Entwicklung und zur Struktur der Karawane drei weitere Beiträge und den Hinweis auf unseren bisher letzten Bericht zum Thema:

  • „Karawane von Geflüchteten passiert Mexiko-Stadt, Berichte von Entführungen“ von Philipp Gerber am 10. November 2018 bei amerika21.de externer Link berichtet unter anderem: „Aus den mexikanischen Bundesstaaten Veracruz und Puebla gibt es Berichte, wonach möglichweise bis zu 100 Flüchtende, die Teil der seit einigen Wochen von Honduras in Richtung USA ziehenden Karawane waren, entführt worden sein sollen. Der größte Teil der Karawane, die sich am 12. Oktober aufgemacht hat, kam bereits vergangenes Wochenende in der Hauptstadt Mexiko-Stadt an. Nach einem Treffen mit dem gewählten mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador und dem negativen Bescheid des Hohen Kommissariats für Menschenrechte der Vereinten Nationen, ihnen Busse zur Weiterreise in Richtung Norden bereitzustellen, wollte die Karawane am gestrigen Freitag wieder zu Fuß aus der Hauptstadt aufbrechen…
  • „Flucht über den Suchiate„ von Carmen Navaraa am 08. November 2018 in der jungen welt externer Link berichtet über eine Karawane aus El Salvador unter anderem: „Es erinnerte an eine große Wallfahrt, als sich am Abend des 1. November mehr als 1.500 Menschen aus El Salvador auf dem Zentralplatz in Tecún Umán, einer kleinen Stadt in Guatemala nahe der Grenze zu Mexiko, zusammenfanden. Den weiten und kräftezehrenden Weg hatten sie nicht freiwillig auf sich genommen. Sie hatten ihre Heimat El Salvador, ihre Familien und Freunde verlassen, um in eine ungewisse Zukunft aufzubrechen. Sie verbindet die Verzweiflung über ihre Lebenssituation, die Gewalt der Pandillas, der kriminellen Banden, die Arbeits- und Perspektivlosigkeit, die Armut. Für die meisten von ihnen ist das Ziel die USA. Dort hoffen sie auf eine Arbeit, die ihnen und ihren Familien Sicherheit, Stabilität und eine bessere Zukunft bringen soll. Auch Rebecca hat sich der Karawane angeschlossen. Einen Schleuser, der sie auf geheimen Wegen nach Norden bringen würde, konnte sie sich nicht leisten. Die Reise alleine anzutreten hätte die Gefahr bedeutet, ausgeraubt, vergewaltigt oder sogar ermordet zu werden. Die alleinerziehende Mutter besaß zu Hause einen kleinen Verkaufsstand, mit dem sie jedoch kaum Geld verdiente. Die Menschen sind zu arm, um viel Geld auszugeben, und die Banden lassen sich von den Verkäufern Schutzgelder zahlen. Als Rebecca erfuhr, dass in San Salvador mehrere Gruppen von Menschen gemeinsam die Reise in die USA antreten wollten, entschied sie sich kurzerhand, sich der Karawane anzuschließen. Sie brachte ihre vier Kinder zu ihren Eltern und verabschiedete sich auf unbestimmte Zeit von ihnen…