Erdbeer-Erntehelfer aus Bangladesch beschossen

Dossier

bloodstrawberry2_grSie wollten endlich den Lohn für ihre harte Arbeit. Dafür protestierten 200 Erdbeerpflücker aus Bangladesch in der westgriechischen Kleinstadt Manolada auf der Plantage lautstark. Bewaffnete Vorarbeiter schossen daraufhin in die Menge. 25, 28 oder 35 Arbeiter, die Zahlen schwanken, werden zum Teil schwer verletzt. Siehe dazu unser Dossier:

  • Freispruch: Auf Erntehelfer darf im demokratischen Griechenland geschossen werden!
    Im April 2013 machte der Fall europaweit Schlagzeilen: Die Männer aus Bangladesch, Helfer bei der Erdbeeren – Ernte in Manolada, wollten nichts anderes, als nur ihren Lohn endlich ausbezahlt bekommen, was mit Schüssen beantwortet wurde – vier Verletzte waren die Bilanz des Eigentümer – Terrors, und jetzt: Freigesprochen. Der Artikel Greek court acquits farmers who shot 28 Bangladeshi strawberry pickers externer Link von Helena Smith erschien ursprünglich im britischen Guardian und ist am 03. August 2014 bei Greek Left Review gespiegelt worden
  • In den Klauen der Erdbeer-Mafia
    Ein Plantagenbesitzer in Westgriechenland lässt auf seine illegalen Landarbeiter schießen – dabei wollten sie nur ihren Lohn. Kein Einzelfall. Artikel von Ferry Batzoglu in der Frankfurter Rundschau vom 20.04.2013 externer Link Aus dem Text: „(…) Was es heißt, die Mafia herauszufordern, hat auch Edi Han Liton erfahren müssen. 15 Minuten nach seinem Fernsehauftritt bekam er einen Anruf von einem Mann. „Er hat gesagt, er habe mich im Fernsehen gesehen. Er hat mir dann gesagt, er werde mich töten, weil ich Dinge sage, die ich nicht sagen dürfe.“ Wer war der Anrufer? Kennt er ihn? Edi Han Liton senkte den Blick. „Ja. Einer der Vorarbeiter, die auf uns geschossen haben.“
  • Barbarei wie im Mittelalter
    Am 17. April wurden illegale Saisonarbeiter angegriffen, die ihre Löhne einforderten – das erinnert an die Bauernkämpfe des letzten Jahrhunderts. Griechenlands Image war bereits angekratzt, weil fremdenfeindliche Gewalttaten in dem Land oft ungeahndet blieben. Artikel von Nikos Konstandaras, zuerst veröffentlicht auf I Kathimerini, Athen, übersetzt bei Presseeurop vom 19.04.2013 externer Link Aus dem Text: „(…) Ausländische Arbeiter haben die griechische Produktion in den letzten Jahren aufrechterhalten, oft unter großen Entbehrungen. Sie haben ein Recht auf humane Arbeitsbedingungen und eine anständige Bezahlung. Statt dessen sind sie brutalen Arbeitgebern und einem gleichgültigen Staat ausgeliefert, der sie weder schützt noch diejenigen bestraft, die Verbrechen gegen sie ausüben. Um dem Stolz unserer Vergangenheit Ehre zu erweisen, müssen wir alle – die Bauern, die Polizei, die Justiz und insbesondere wir Bürger – unser Land von den Barbaren zurückholen, die ungestraft unter uns walten.
  • Blutige Erdbeeren: Rassistische Gewalt in Griechenland – Schüsse auf Arbeiter aus Bangladesch
    „Ein Verbrechen wirft ein Schlaglicht auf Arbeitsbedingungen: Der Besitzer einer griechischen Erdbeerplantage ließ auf Saisonarbeiter aus Bangladesch schießen. (…) Der mörderische Angriff am Mittwoch bildet den Gipfel der menschenunwürdigen Behandlung vorwiegend migrantischer Arbeiter durch die Agrarunternehmen in der für ihre Erdbeeren berühmten Region auf der Halbinsel Peloponnes. Bereits in den vergangenen Jahren waren Journalisten, die sich von den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Agrararbeiter in der Region ein Bild machen wollten, ebenfalls von den Schlägern der Plantagenbesitzer angegriffen worden. Trotzdem drangen immer wieder Berichte durch, denen zufolge die bei der Ernte eingesetzten Wanderarbeiter skrupellos ausgebeutet werden. So müssen sie teilweise in glühender Sonne bis zu zwölf Stunden schuften. Jedes Nachlassen in der Geschwindigkeit wird von den Aufsehern mit Flüchen oder auch Prügel bestraft. Und das alles für einen Tageslohn von höchstens 25 Euro – unversichert…Artikel von Anke Stefan, Athen, im Neues Deutschland vom 19.04.2013 externer Link
  • bloodstrawberry1_grManolada: shocking video from strawberry fields shooting – injured workers to be deported
    Several people lay down, unable to move. Others suffer in pain. More people are standing exciting and speak in a language we don’t understand. The exclusive video uploaded by daily Kathimerini on its website, displays footage filmed short time after the shooting at immigrant workers near the Manolada strawberry fields in Ilia, Peloponnese, on Wednesday afternoon…” Die Videos und weitere Informationen auf Keep Talking Greece vom 18.04.2013 externer Link
  • Manolada Farm Slavery
    Weitere Meldungen hat die „The Times of India“ in einem Special zusammengestellt externer Link
  • Twitter und Facebook
    #bloodstrawberries
    #Manadola
    PHOTOALBUM Boycott #greek #manolada #bloodystrawberries
  • Trafficking for Labour in Greece
    Die Studie „Menschenhandel für Arbeit in Griechenlandexterner Link der EU-Kommission vom September 2011 (pdf) beschäftigt sich ausdrücklich mit der Situation der ArbeiterInnen in Nea Manolada
  • Eindrücke aus Nea Manolada
    Die Journalistin Jana Brenner hat auf ihrem Blog: „observing greece – Blog aus und über Griechenland“ am 27.12.2012 einen informativen Artikel mit weiteren Links eingestellt externer Link .