Weltweite Solidarität mit der französischen Bewegung gegen das neue Arbeitsgesetz: Auch in der BRD. In Italien Solidaritätsstreik in Bologna

Solidaritätsstreik mit Frankreich im Logistikzentrum Bologna am 14.6.2016Die massiven Mobilisierungen zu Demonstrationen, Streiks und Blockaden, die nunmehr seit Monaten in Frankreich gegen das neue Arbeitsgesetz stattfinden, bewegen zunehmend weltweit: Entgegen den, gerade auch in der BRD üblichen Propagandaformeln, verbreitet von „Medienschaffenden“,  die gedankenlos im bürgerlichen Mainstream taumeln und den Widerstand wechselweise als „überholt“, oder aussichtslos bezeichnen, haben sich nun viele Menschen rund um die Welt aufgemacht, gerade am 14. Juni, dem Tag der landesweiten Demonstrationen in Frankreich, ihrerseits ihre Unterstützung öffentlich zu machen. Anderswo fühlten sich selbst Gewerkschaften, die in ihren Ländern durchaus ähnliche Gesetze hingenommen hatten (wie etwa die CGIL in Italien den Jobs Act) gedrängt, ihre Solidarität zumindest schriftlich zu bekunden – wohl eher Ergebnis einer Stimmung in der jeweiligen Mitgliedschaft, als eigener Überzeugung. Was man von Hartz IV-Mitautoren tatsächlich kaum erwarten kann, trotzdem gab es solche Aktionen auch in der BRD. LabourNet Germany dokumentiert  (unvollständig);

Aktionen in der BRD

  • Solidaritätsaktion vor dem Konsulat Frankreichs in Düsseldorf am 14.6.2016Düsseldorf: „Demos in Frankreich, Soli-Bekundigungen in Deutschland am 14.6.externer Link am 15. Juni 2016 bei der Baso Wuppertal  ist (nicht nur) eine Fotosammlung der Solidaritätsaktion vor dem Konsulat Frankreichs in Düsseldorf am Vortag (zusätzlich auch ein kurzes Video der Demonstration) sondern verweist auch auf andere entsprechende Aktionen in anderen Orten
  • Berlin: „Grenzenloser Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdrückung − Macht kaputt, was euch kaputt macht!“ am 14. Juni 2016 bei linksunten.indymedia externer Link ist ein Aktionsbericht aus Berlin, in dem es unter anderem heißt: „In Frankreich protestieren die Menschen gegen eine Arbeitsrechtsreform, die Arbeitszeitverlängerungen und Lockerungen des Kündigungsschutzes vorsieht. Es geht um Flexibilisierungen, wie es so schön heißt. Die vielen Millionen, die in Deutschland im Niedriglohnsektor arbeiten müssen oder vom Jobcenter unter Druck gesetzt werden, kennen dieses Wort nur zu gut. »Flexibilisierung« bedeutet, dass man jeden Job zu jedem Lohn anzunehmen hat, eine Maßnahme, die vor allem den Unternehmen zugutekommt. Wir erinnern uns noch gut, als die rotgrüne Bundesregierung uns mit ihren neoliberalen Reformen überrollt hat: die Agenda2010. In der Nacht zum 14. Juni wurde der Geburtsort dieser Reformen sichtbar gemacht: das Haus der Wirtschaft. Wir haben nicht vergessen, wo der deutsche Neoliberalismus seinen Anfang genommen hat und werden uns weiterhin − wie die Kämpfenden in Frankreich − dagegen wehren. Denn die Agenda 2010 erhöhte den Druck auf Erwerbslose und führte zu einem massiven Ausbau des Leiharbeitsbereichs
  • Bremen, 14. Juni 2016, früh morgens: 
    Vom Dach der Halle 7 des Bremer Mercedes-Werkes hängt ein Großtransparent mit folgendem Gruß von Mercedes-Arbeitern an die französischen Arbeiter, anlässlich ihres Großkampftages am heutigen Tag: "WIR GRÜSSEN DIE FRANZÖSICHEN ARBEITER IM STREIK GEGEN DEUTSCHE VERHÄLTNISSE Vom Dach der Halle 7 des Bremer Mercedes-Werkes hängt ein Großtransparent mit folgendem Gruß von Mercedes-Arbeitern an die französischen Arbeiter, anlässlich ihres Großkampftages am heutigen Tag: “WIR GRÜSSEN DIE FRANZÖSICHEN ARBEITER IM STREIK GEGEN DEUTSCHE VERHÄLTNISSE / UN GRAND BONJOUR AUX OUVRIERS FRANCAIS EN GRÉVE CONTRE LES CONDITONS ALLEMANDS”

Aktionen und Bekundungen weltweit – einige letzte Nachträge

Wobei dies nur sehr ausgewählt ist, weil längst nicht von überall Berichte o.Ä. vorliegen: So gab es eine Solidaritätsaktion unabhängiger (von PLO und Hamas unabhängiger) palästinensischer Gewerkschaften, eine Aktion alternativer Gewerkschaften in Indonesiens Hauptstadt Djakarta und eine in der Hauptsatdt der Philippinen, Manila, auch in mehreren Orten der USA, wie New York, San Francisco und Boston (wovon unten eine lesenswerte Soliadresse der Busfahrer aus Boston verlinkt ist) und vieles andere mehr…

  • Italien: Mailbericht vom Solidaritätsstreik der SI Cobas im Logistikzentrum von Bologna
    Strike at the Logistic Hub of Bologna in solidarity with the struggle in France against the Loi Travail.
    (Worin berichtet wird, dass nicht nur mehrere Hundert Beschäftigte sich am politischen Solidaritätsstreik beteiligt haben, sondern die Aktion auch von verschiedenen anderen Gruppierungen aus den regionalen sozialen Bewegungen unterstützt wurde):
    In the morning of 14 June the main entrance of the Interporto of Bentivoglio near Bologna, the largest logistic hub in Italy, has been blocked by a wildcat strike called by the SI Cobas shop stewards of Bologna in solidarity with the French general strike of the same day against the Loi Travail. Several hundred porters have blocked the way into and out the Interporto to trucks and other vehicles, in spite of the constant patrolling of the hub ordered by the Ministry of the Interior since last autumn against frequent struggles. This strike action follows the march organized in Milan on 4 June on the initiative of SI Cobas in solidarity with the struggles in France. The action has been supported by militants of the collectives Crash, Collettivo Universitario Autonomo, and homeless occupants of Social Log.This political strike has taken the bosses by surprise and shown the will to oppose the application of the Italian Jobs Act, which is worse than the Loi Travail that the Franch Government is trying to pass.
  • USA: „A message tot he french working class – Solidarity across the Atlantic“ bereits am 27. April 2016 der Boston School Bus Drivers Union externer Link ist eine Solidaritätsadresse (samt der Selbstverpflichtung zu weiteren Soliaktionen, die es auch gab, wie auf der Seite berichtet wird) der Schulbusfahrergewerkschaft aus Boston, in der rund 90% der etwa 1.000 Schulbusfahrer Bostons und Umgebung organisiert sind – darunter sehr viele Kollegen, die aus Haiti kommen –  (und die der Stahlarbeitergewerkschaft USW angegliedert ist – warum, kann vielleicht die IGM beantworten), die mit dem nicht eben gewerkschaftsüblichen Slogan endet, der Geist der haitianischen Revolution und der Pariser Kommune möge weiter wirken – einen Wunsch, den wir doch glatt vollinhaltlich teilen. Die Gewerkschaft weist auf das historisch längst als Verbrechen verurteilte Wirken des französischen Bürgertums in Afrika und der Karibik hin – und bekundet umfassende Solidarität mit der Arbeiterklasse in Frankreich

Siehe zuvor die Ankündigungen im Dossier: Am 14. Juni: Weltweite Solidaritätsaktionen mit dem Widerstand gegen das neue französische Arbeitsgesetz – auch in NRW