Nach Zusagen der Regierung haben die Lehrergewerkschaften in Bangladesch den Hungerstreik beendet – viele der Hungerstreikenden jedoch noch nicht

Lehrer Hungerstreik in Bangladesch Sylvester 2017Das neue Jahr hat in Bangladeschs Bildungswesen so angefangen, wie das alte endete – mit Arbeitskämpfen. Seit Silvester befinden sich in der Hauptstadt Dhaka, versammelt vor dem zentralen Presseklub, Hunderte Pädagogen im Hungerstreik. Allein 115 Personen waren bis letzten Donnerstag auch wegen der verweigerten Nahrungsaufnahme als erkrankt registriert. Bei den derzeit Streikenden handelt es sich um Lehrer an zwar staatlich anerkannten, aber von nichtstaatlichen Trägern betriebenen Schulen. Sie fordern von der Regierung eine Aufnahme in das staatliche Gehaltssystem »Monthly Pay Order« (MPO). Die Regierung hatte die Zulassung aus Geldnot gestoppt, und die Schulträger können es sich nicht leisten, die Personalkosten zu tragen. Betroffen sind laut der bangladeschischen Tageszeitung The Daily Star etwa 80.000 Männer und Frauen, die landesweit an 5.242 Schulen unterrichten. Sie erhielten teilweise schon seit Jahrzehnten kein reguläres Gehalt, sondern nur geringfügigste Lohnzahlungen, die nicht einmal ansatzweise zum Überleben ausreichen. Viele seien deshalb gezwungen, einem branchenfremden Zweitjob nachzugehen oder sich über privaten Förderunterricht etwas dazuzuverdienen. Dennoch lebten die meisten der Familien in Armut…“ – so beginnt der Beitrag „Lehrer im Hungerstreik“ von Thomas Berger am 09. Januar 2018 in der jungen welt externer Link, worin auch Aussagen von Gewerkschaftsfunktionären zitiert werden, die sich kämpferisch geben – vor der ersten Zusage durch die Regierung… Siehe zu den Hungerstreiks zwei weitere aktuelle Beiträge – auch über die Auseinandersetzung von Hungerstreikenden mit ihrer Gewerkschaftsführung – und einen Artikel zur wirtschaftlichen Lage im Land:

  • „Teachers at loggerheads as hunger strike ends“ am 25. Dezember 2017 bei der Dhaka Tribune externer Link war ein Beitrag über die Beendigung des ersten Hungerstreiks wenige Tage zuvor – ebenfalls aufgrund von Zusagen durch einen Regierungsvertreter. Wobei hier darüber berichtet wird, dass sehr viele der Hungerstreikenden mit diesem Abbruch-Beschluss der Gewerkschaften ausgesprochen unzufrieden gewesen seien, da die gemachten Zusagen von ihnen als eher allegmein und nichtssagend beurteilt wurden. Ein größerer Teil der Aktiven habe sich auch, entgegen der Orientierung ihrer Funktionäre, dazu entschlossen gehabt, den Hungerstreik fort zu führen.