Dossier

Wer das Sicherheitsabkommen für die Textilindustrie in Bangladesch unterzeichnet hat - und wer nicht...H&M, Inditex, C&A, PVH, Tchibo, Tesco, Marks & Spencer, Primark, El Corte Inglés, jbc, Mango, Carrefour, KiK, Helly Hansen, G-Star, Aldi, New Look, Mothercare, Loblaws, Sainsbury’s, Benetton, N Brown Group, Stockmann, WE Europe, Esprit, Rewe, Next, Lidl, Hess Natur, Switcher, Abercrombie & Fitch, Bonmarche, John Lewis, Charles Vögele, V&D, Otto Group, s.Oliver” – diese Unternehmen haben das Sicherheitsabkommen für Bangladesch unterzeichnet. Im Gegensatz etwa zum grössten Einzelhändler der Welt, Walmart oder auch Gap – oder die Metro. Das Abkommen deckt etwa 1.000 Firmen in Bangladesch ab (es soll nach diversen Schätzungen aber mindestens 2.000 davon geben) wird in der Meldung “We made it! – Global Breakthrough as Retail Brands sign up to Bangladesh Factory Safety Dealexterner Link am 16. Mai 2013 bei Industriall unterstrichen. Siehe dazu auch:

  • Ein Katalog der Ausreden: Deutsche Unternehmen, die das Sicherheitsabkommen für Bangladesch nicht unterschreiben wollen…
    …könnte ja die Profite mindern. “Nach sorgfältiger Prüfung habe man sich gegen einen Beitritt entschieden. Stattdessen wolle man sich “ganz auf den Ausbau bestehender Aktivitäten zu Verbesserung von Arbeitsbedingungen konzentrieren”, etwa der Business Social Compliance Initiative (BSCI). Zudem habe man bereits Brandschutztrainings für Lieferanten in Bangladesch durchgeführt” – so die Antwort der sehr ehrenwerten Metro-Unternehmensleitung, zitiert in dem Artikel “Sichere Textilfabriken: Metro verweigert sich Bangladesch-Abkommen” externer Link von Florian Diekman am 17. Mai 2013 bei Spiegel-Online
  • »Wir brauchen einklagbare Regelungen«Stop fatal Fashion!
    Brandkatastrophen in Bangladesch: »Selbstverpflichtung« der Konzerne ist nur einer erster Schritt. Gespräch mit Thomas Seibert, Süd­asien-Referent der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation Medico international. Interview von Gitta Düperthal in junge Welt vom 21.05.2013 externer Link. Aus dem Text: “… Die Einhaltung des Abkommens überprüft ein »Steering Committee«, das paritätisch von den Unternehmen und Gewerkschaften besetzt ist und nach Mehrheit entscheidet: Es wird also ein unabhängiges Inspektionssystem eingerichtet, der Einfluß der Gewerkschaften und Beschäftigten wird verstärkt. Die Konzerne kommen für den Umbau der Fabriken auf. Aber: Es ist eine freiwillige Vereinbarung, obwohl die Regelung der Arbeitsbedingungen eigentlich eine gesellschaftliche Aufgabe ist und per Gesetz zu treffen wäre. (…) Problematisch ist, daß das Abkommen auf Bangladesch begrenzt ist. Anderswo herrschen dieselben unerträglichen Bedingungen (…) Geschieht das nicht, wird das Abkommen schlicht zum »Wettbewerbsnachteil« für Bangladesch. Dann werden die Produktions- und Lieferketten dorthin verlegt, wo man weitermachen kann wie bisher. Deshalb fordern wir die Ausweitung der Regelung auf alle Produktions- und Lieferländer.  (…)Die Arbeit in den Weltmarktfabriken kostet auch ohne Großbrand und Hauseinsturz ungezählte Menschenleben. Die Leute schuften bis zu 14 Stunden täglich für 35 Dollar im Monat. Der Gewerkschaft beizutreten, ist oft lebensgefährlich. Damit sind die nächsten Forderungen schon benannt: Verdopplung und Durchsetzung des Mindestlohns, Begrenzung der Arbeitszeit, freie gewerkschaftliche Organisation. Auch dazu brauchen wir international einklagbare gesetzliche Regelungen. Die mörderische Logik des kapitalistischen Weltmarkts kann nur global gebrochen werden: von sozialen Bewegungen, Gewerkschaften, politischen Parteien im Süden wie im Norden, gemein­sam. Wir haben deshalb die pakistanische Gewerkschafterin Zehra Khan nach Deutschland eingeladen. Sie wird am 23. Mai auf dem Umfairteilen-Kongreß in Berlin sprechen und am 1. Juni an den »Blockupy«-Krisenprotesten in Frankfurt teilnehmen…”
  • Historische Wende für Bekleidungsindustrie in Bangladesch – 31 Unternehmen unterschreiben Sicherheitsabkommen” externer Link – Pressemitteilung der Clean Clothes Campaign vom 16. Mai 2013, in der es unter anderem heisst: “Das Abkommen umfasst unabhängige Sicherheitsinspektionen, verpflichtende Reparaturen und Renovierungen, Möglichkeiten, Geschäftsbeziehungen mit den Fabriken zu beenden, wenn diese notwendige Sicherheitsmaßnahmen ablehnen, sowie die Involvierung der betroffenen ArbeiterInnen und ihrer Vertretungen, der Gewerkschaften. Ein Kernstück des Abkommens ist die Kostenbeteiligung. Die unterzeichnenden Markenunternehmen verpflichten sich dazu für Instandhaltungskosten in ihren Zulieferbetrieben aufzukommen und damit die Arbeitsplätze sicherer zu machen. Das Abkommen garantiert den ArbeiterInnen das Recht, gefährliche Arbeit zu verweigern, wie es die ILO-Konvention 155 vorsieht”.
  • Relatives of missing workers still gatherexterner Link vonMuktadir Rashid am 16. Mai 2013 in New Age, worin über die Angehörigen berichtet wird, die auch nach dem offiziellen Ende der Suche durch die Armee weiter vor Ort auf der Suche nach noch mehreren hundert Vermissten sind.

Und: