Juristin über Textildiscounter und Tote: „Das deutsche Recht greift zu kurz“

Miriam Saage-Maaß versucht, KiK & Co. für Todesfälle in Zulieferfabriken haftbar zu machen. Die Anwältin sieht das Problem in den Gesetzen. Interview von Hannes Koch in der taz online vom 27.8.2015 externer Link

  • Darin: “… Die Schadenersatzklage gegen KiK von Opfern und Angehörigen des Fabrikbrandes in Pakistan entspricht ja nicht dem klassischen Konzept. Das deutsche Zivilrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch stammt vom Ende des 19. Jahrhunderts. Es reflektiert die damals engen wirtschaftlichen Beziehungen. Der Standardfall war, dass sich ein Malermeister mit seinem Farbenlieferanten stritt und beide in Bochum saßen. Die heutigen transnationalen Handelsbeziehungen und weltweiten Lieferketten werden im deutschen Recht nicht ausreichend erfasst. Und nur wenige Juristen beschäftigen sich mit solchen Fragen aus Sicht der betroffenen Menschen…”