Argentinische Arbeitsgesetz-Reform „wie in Brasilien“ findet einen arroganten Fürsprecher: Den Daimler-Boss

Protestcamp Daimler Brasilien - der 24. Tag im Juni 2015

Die argentinischen Unternehmen und ihre Verbände haben ganz klare Vorstellungen, was sie wollen: Eine Reform der Arbeitsgesetze – die die Regierung Macri „in Arbeit“ hat – soll sein, wie die in Brasilien (was vor allem bedeutet: Entlassungen erleichtern und potenziell alles an Subunternehmen auslagern). Nun ist die argentinische Regierung „im Wort“ bei jenen (gar nicht so wenigen) Gewerkschaften, die sie unterstützen, eine solche Reform werde auf dem „Weg des Dialogs“ erarbeitet werden. Was wiederum den Unternehmen nicht passt, sie wollen Geschwindigkeit und Diktat. Und wie bei den reaktionären Reformen in Brasilien, spielen auch bei dieser Kampagne in Argentinien deutsche Unternehmen eine wichtige Rolle. War es in Brasilien, wie traditionell, VW, das eine Vorreiter-Rolle im „roll back“ spielte, so ist es in Argentinien Daimler. Der Topmanager will vor allen Dingen, dass der Einfluss der Beschäftigungsdauer auf den Lohn abgeschafft wird. Es müsse Leistungslohn geben, statt einer Prämie fürs “Stuhlwärmen”, war sein Kernsatz, der nicht besonders gut aufgenommen wurde. Siehe dazu drei aktuelle Beiträge:

  • „El presidente de Mercedes Benz calificó a sus trabajadores como “calienta sillas” y apoyó la reforma laboral“ am 03. August 2017 bei Linea Sindical externer Link ist ein Beitrag über die besondere Rolle des Daimler-Chefs bei diesem Vorstoß, der sich eben auch persönlich für die gewünschte Unternehmerfreiheit einsetzte – wobei die Berichterstattung schon Reaktionen erahnen lässt, wenn geschrieben wird „bezeichnete seine Arbeiter als Stuhlwärmer“.  Die Äußerungen des Herrn Joachim Maier seien dermaßen „unglücklich“ gewesen, dass selbst die unrühmlich bekannte Metallgewerkschaft Smata sich gezwungen sah, dagegen zu protestieren. In Maiers Generalabrechnung, worin unter anderem der Regierung „wenig Kompetenz“ vorgeworfen wurde sehen nicht wenige eine Arroganz der Macht, die bekämpft werden muss.