jenseits der “Arbeitsgesellschaft” – Diagnose und Perspektiven

Gedicht von Michael Stein externer Link (Deutsch und in vielen Übersetzungen) bei den Surfpoeten (weiterlesen »)

Um die großen Veränderungen unserer Zeit zu verstehen, braucht man keine Zukunftsforschung und kein soziologisches Kolloquium. Ein Hamsterkäfig und ein Walt-Disney-Taschenbuch tun es auch. Der Hamster ist bekanntlich ein sehr beliebtes Haustier. Er ist aber auch ein Symbol, ein Wappentier, der für etwas ganz Bestimmtes steht, so wie der Doppeladler für die k.u.k. Monarchie oder der Löwe in zahlreichen Schilden als Symbol des Mutes und der Noblesse. Der Hamster steht dafür, immer so weiterzumachen wie gewohnt. Jeder, der schon einmal einen der possierlichen Nager gesehen hat, weiß, dass sie in ihren Käfigen unermüdlich im sogenannten Hamsterrad laufen. Das tun die kleinen Wichte bis zur Erschöpfung, oder wie man heute sagen würde: Bis das Burnout kommt. Doch mit Leistungsdenken und Ehrgeiz hat der Fleiß, der hier an den Tag gelegt wird, wenig zu tun: Es ist blinder Eifer, der keinen Zweck verfolgt, keinen Sinn macht und nie endet. Der Hamster läuft und läuft – und kommt nie an. Der Hamster eignet sich als Wappentier hervorragend für eine durch und durch aktionistische Gesellschaft, in der Arbeit der Arbeit wegen überhöht wird. Nicht was dabei rauskommt und welchen Zweck die Arbeit verfolgt, ist gefragt, sondern dass man sie macht, dass man fleissig ist. Mögen wir uns kurz an die alte Weisheit erinnern: Blinder Eifer schadet nur?…” Artikel von Wolf Lotter vom 24.04.2013 in DIE FURCHE – Die österreichische Wochenzeitung. Seit 1945 externer Link

“Fast alle sind sich einig: Der Mensch muss arbeiten, und zwar hart. Dabei sollten wir uns den rein menschlichen Wert des Nutzlosen in Erinnerung rufen, fordert M. Probst.
Es gilt als gesichert, dass Arbeitslosigkeit heute als ein Makel angesehen wird. Es ließe sich die Sache ebenso gut umgekehrt betrachten: Weit davon entfernt, Schande zu sein, ist die Arbeitslosigkeit etwas, das ihre Träger auszeichnen kann, um nicht zu sagen: adelt. Ja doch, sie adelt, die Arbeitslosigkeit. Worauf bereits die um sich greifende Marotte hindeutet, den Arbeitslosen wahlweise als Schmarotzer, Parasit oder Müßiggänger zu bezeichnen – im Rückgriff auf das alte Vokabular und Weltbild der Adelskritik, wie es die um Selbstverständnis ringenden bürgerlichen Kreise zur Zeit der Aufklärung formulierten
…” Artikel von Maximilian Probst in der Zeit online vom 30.04.2013 externer Link. Aus dem Text: (weiterlesen »)

Man kann den Kampf um das Bewusstsein der Menschen nicht gewinnen, wenn man permanent den Kampf um deren Unterbewusstsein verliert.” Ständig werden wir aber von “eingebetteten” Medien mit sinnverdrehenden Formulierungen bombadiert: “Sozial ist, was Arbeit schafft”, “Fördern und Fordern”, “Friedenserzwingende Maßnahmen”. Holdger Platta nimmt diesmal den Slogan „soziale Hängematte“ ins Visier. Artikel von Holdger Platta vom 30. April 2013 im Blog “Hinter den Schlagzeilen – Konstantin Weckers Webmagazin” externer Link. Siehe dazu auch Erwerbslosigkeit als Alltag

Junge Beschäftigte verlangen eine neue Arbeitswelt. Sonst ziehen sie weiter zum nächsten Job. Ihre Ansprüche verändern die gesamte Wirtschaft. Artikel von Kerstin Bund, Uwe Jean Heuser und Anne Kunze im Handelsblatt online vom 14.03.2013 externer Link (weiterlesen »)

Aus der Not heraus sind in vielen krisengeplagten Ländern der Eurozone Ansätze einer Solidarischen Ökonomie entstanden oder erleben eine Renaissance. Nich zuletzt anlässlich des in Wien vom 22. bis 24. Februar 2013 stattgefundenen Kongresses »Solidarische Ökonomie« widmete sich der Schwerpunkt in ak 580 dieser anderen Facette der Krise.” ak-Sonderseite zum Solidarische Ökonomie Kongress 2013 externer Link

Solidarische Ökonomie ist in. Nach dem Abflauen der globalisierungskritischen Bewegung, der Krise von Occupy und inmitten einer der tiefsten Krisen des Kapitalismus stehen ökonomische Alternativen hoch im Kurs. Die vielfältigen Ansätze einer anderen Ökonomie, jenseits von Profitzwang und Konkurrenz, boomen in Theorie und Praxis. Herausgestellt wird dabei immer, dass sich die unterschiedlichen Konzepte gegenseitig ergänzen und durchaus kompatibel seien. Das zeigt zum einen: Die bislang häufig in der Linken auf Abgrenzung zielenden Debatten über die »richtige Linie« wurden von einer solidarischen Diskussion und Kooperation abgelöst. So weit, so gut. Dennoch scheint zugleich eine gewisse Beliebigkeit und grau in grau vorzuherrschen. »Zinskritik« findet sich neben sinnvollen Projekten, die auf Gemeingüter (Commons) setzen; auf die gehobene Mittelschicht orientierende Landwirtschaftsprojekte existieren neben geldlosen Produktions- und Konsumtionskollektiven, die aus der unmittelbaren Not entstanden sind. (…) Anlass genug, etwas Licht in das oft trübe Allerlei zu bringen. Entlang von fünf Widerspruchslinien wollen wir die unseres Erachtens zentralen Fragestellungen für eine produktive Weiterentwicklung des Diskurses um Solidarische Ökonomie diskutieren…” Artikel von Martin Birkner und Ingo Stützle in ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis vom 15.2.2013 externer Link (weiterlesen »)

Weniger, lokaler und fröhlicher: Eine neue Form der Arbeit ist möglich, meint der Sozialphilosoph Frithjof Bergmann. Interview von Manuela Knipp-Lillich in der taz vom 03.01.2013 externer Link

Quelle: Interview von Franz Hahn in der Jungle World vom 13. Dezember 2012 externer Link

„Was tun mit Callcentern und Atomkraftwerken nach der Revolution? Das US-amerikanische anarchistische Netzwerk Crimethinc plant schon mal für die Zeit danach. Zwei Mitglieder des Netzwerks sprechen darüber, welche Chancen sich aus der gegenwärtigen Krise ergeben können und was von der »Occupy«-Bewegung zu lernen ist…“