Spanische »Empörte« u.a.

15M in SpanienDie Artikel zum zweiten Jahrestag der 15M Erscheinung in Spanien waren in diesen Tagen für viele Medien eine Art Pflichtaufgabe. Meist mit dem Tenor “wo sind sie denn geblieben?” – mit Schlussfolgerungen “nach Gusto”. Zu denen, die 15M und was daraus geworden ist ganz anders, nämlich einerseits von innen betrachten, andrerseits konkret auf Entwicklungen verweisen gehört der Artikel “Spain’s Micro-Utopias: The 15M Movement and its Prototypesexterner Link von Bernardo Gutiérrez, am 20. Mai 2013 in englischer Übersetzung bei “Take the Square”. 15 Prototypen neuer Entwicklungen macht der Autor als das reale bisherige Ergebnis von 15M aus – darunter eben auch die verschiedenen Wellen (Mareas): Marea Blanca (öffentliches Gesundheitswesen), Marea Verde (öffentliches Erziehungswesen), Marea Azul (gegen Wasserprivatisierung) und die Marea Violeta (Feminismus) sind (nicht nur) seiner Ansicht nach ein Prototyp künftiger Gewerkschaftsbewegung

“15M” in Spanien - zwei Jahre danachGanz am Anfang stand der 15. Mai 2011. An jenem Tag waren in ganz Spanien Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, mobilisiert durch die sozialen Netzwerke. Von den traditionellen Medien wurden sie zunächst vernachlässigt. Aber sie demonstrierten, um ihrer Wut in dem Motto Luft zu machen: „Wir sind keine Ware in den Händen von Banken und Politik.“ Die Wut ist geblieben und auch der Name der Bewegung: 15-M, ein Kürzel für den 15. Mai vor zwei Jahren. Aber ihre Anziehungskraft ist geringer als in den Anfangszeiten. Hugo, mit wildem Bart und freundlichem Gesicht, hält das für nicht so schlimm. Wir alle hatten auf diese Explosion vor zwei Jahren gewartet. Sie zeigte uns: Wir sind nicht allein” – aus “Die Wut ist gebliebenexterner Link von Martin Dahms am 22. Mai 2013 bei der FR-Online

“15M” in Spanien - zwei Jahre danachInsbesondere die Diskussion zum Themenkomplex »Wohnen« ist durch die 15M-Bewegung stark beeinflusst worden. Die wichtigste Rolle spielt hier die Plataforma de Afectados por la Hipoteca (Plattform der Betroffenen von Hypotheken, PAH). Diese existierte zwar schon vor dem 15. Mai 2011, aber auch für sie diente die Bewegung als Diskussionsforum. Die lokalen Versammlungen nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in Kleinstädten und Dörfern, haben zahlreiche Initiativen, die zuvor im Zusammenhang mit der PAH isoliert arbeiteten, zusammengebracht. Dies hat die Mobilisierungsfähigkeit und die Ausstrahlungskraft der Plattform erheblich gestärkt. Die Aktivistinnen und Aktivisten der PAH nutzen jetzt die 15M-Versammlungen, um über anstehende Räumungen zu informieren und um zu eigenen Blockaden oder Besetzungen aufzurufen” – aus “Von den Plätzen in die Viertelexterner Link von Florian Wagner am 09. Mai 2013 in der jungle world. Siehe dazu auch: (weiterlesen »)

Uns ekeln die Politiker”: Im Netz formiert sich eine spanische Protestbewegung, die versucht, ihre nationale Katastrophe zu begreifen. Viele Spanier besinnen sich auf die vorfrancistische Vergangenheit…” Artikel (und Links) von Sebastian Schoepp in Süddeutsche Zeitung online vom 12. Februar 2013 externer Link (weiterlesen »)

Die Iaioflautas in BarcelonaDie Bewegung 15-M, die Bewegung der Indignados / Empörten, die in Spanien am 15. Mai 2011 mit der Besetzung des Platzes Puerta del Sol in Madrid in Erscheinung trat, scheint etwas eingeschlafen zu sein. Jetzt hat eine Gruppe von RentnerInnen den Ball aufgenommen: die Iaioflautas. Ihre erste Aktion war die Besetzung der Banco Santander in Barcelona am 27. Oktober 2011, dem Aktionstag gegen Banken, zu dem die Bewegung aufgerufen hatte. „Der Jüngste von uns war über 70, da hat die Polizei sich nicht getraut, uns zu räumen“, sagt eine Frau mit verschmitztem Lächeln. (…)  Sie haben einiges gemeinsam: Sie sind RentnerInnen, die meisten von ihnen waren in linken Gruppen oder Parteien aktiv und haben in ihrer Jugend für die Freiheiten gekämpft, die sie jetzt durch die Krise bedroht sehen; sie haben nicht vor, aufzugeben, und selbstverständlich sind sie empört. Sie nennen sich selbst Iaioflautas (spanisch yayo: Opa) und setzen den Hashtag # vor ihren Namen, um klarzumachen, dass Twitter und andere soziale Netzwerke ihre Kanäle für Kommunikation und Ausweitung sind. Bei ihrer letzten Aktion am 1. Februar waren sie zu 70….” Aus der Vorstellung der Gruppe am 15.02.2012 bei  indymedia externer Link (weiterlesen »)

OcupaElCongresoDossier

Am 25. September sollen in einem landesweiten Aktionstag der 15M-Bewegung das Parlament umringt werden. Dazu wurde bereits im August die Koordination 25S gegründet, die am 26. August 2012 den Aufruf “Llamamiento de la Coordinadora 25 de Septiembre, #OcupaElCongreso” externer Link verabschiedete. Siehe dazu:

  • Einkreisung des Parlaments in Madrid endet in Gewalt
    OcupaElCongreso„So friedlich wie am Wochenende in Portugal blieb es in der spanischen Hauptstadt am späten Dienstag nicht, wo ebenfalls friedlich das Parlament belagert werden sollte. Schon im Vorfeld hatte die konservative Regierung die Stimmung enorm angeheizt. Sie hatte so getan, als müsse das Parlament vor Putschisten verteidigt werden, weil Empörte dazu aufgerufen hatten, am 25. September den Kongress einzukreisen. Die Vizeministerpräsidentin Soraya Sáenz de Santamaría hatte erklärt: “Das letzte Mal als der Kongress eingekreist und eingenommen wurde, war bei einem Staatsstreich.”….“ Artikel von Ralf Streck auf Telepolis vom 26.09.2012 externer Link. Aus dem Text: „(…) Letztlich bekamen die Verantwortlichen am Abend dann die Bilder, die angesichts der Panikmache erwartet wurden. Am Neptun-Platz kam es zu heftigen Prügeleien, bei denen mindestens 64 Menschen verletzt wurden. Ein Demonstrant wurde schwer verletzt und erlitt vermutlich eine Verletzung am Rückenmark. Offensichtlich begann die spanische Polizei wie gewohnt brutal auf die Menge einzuprügeln, nachdem einige Demonstranten versucht hatten, Absperrgitter niederzureißen. Das führte zu Prügelorgien. Bis spät in die Nacht hat die Polizei Demonstranten noch in Bahnhöfe verfolgt und verprügelt…“
  • Rajoy läßt prügeln
    Tausende Menschen haben am Dienstag in Madrid mehrere Stunden lang das Gebäude des spanischen Kongresses umzingelt, um damit gegen die Kürzungspolitik der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy zu protestieren. Dazu aufgerufen hatte die Bewegung der »Empörten«, die durch verschiedene Bündnisse und Organisationen, wie die »Koordination 25. September« und die Plattform »Aufrecht stehen« repräsentiert wurde…“ Artikel von Carles Solà und Mela Theurer in der jungen Welt vom 27.09.2012 externer Link
  • So kann die Krise in Spanien nicht beendet werden. Interview mit dem Generalsekretär der spanischen Metallgewerkschaft MCA-UGT
    Zehntausende Menschen demonstrierten am 15. September 2012 in Madrid. Mit einem “Marsch auf Madrid” protestierten sie gegen den Sparkurs der Regierung Rajoy. Aufgerufen hatten dazu auch die spanischen Gewerkschaften UGT und CCOO. Manuel Fernández López, Generalsekretär der spanischen Metallgewerkschaft MCA-UGT, erläuert die Situation in Spanien.“ Interview bei der IG Metall online am 26.09.2012 externer Link
  • Ocupa el Congreso – Occupy Congress – Besetzt den Kongress
    Der folgende Text ist eine Übersetzung des Aufrufs “Ocupa El Congreso” aus dem Spanischen ins Deutsche. Der Text auf Netzwerk 99 externer Link