Mauretanien

Landkarte Mauretaniens mit der Lage der Bergbaustadt ZouerateDie UTM ist der älteste und immer noch größte Gewerkschaftsbund Mauretaniens. Abderrahmane Ould Boubou ist der Generalsekretär, der in dem ausführlichen “Interview avec le SG de l’UTM” mit Cheikh Oumar NDiaye am 08. Juni 2015 bei Cridem externer Link über die Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung in Mauretanien spricht. Und obwohl er viele interessante einzelne Bemerkungen macht (etwa darüber, dass die wachsende Anzahl von Gewerkschaftsföderationen im Land vor allem mit zwei Quellen zu tun habe: Parteipolitische Absichten und entsprechende Neugründungen und die finanziellen Ressourcen – in Mauretanien erhalten Gewerkschaften staatliche Hilfen, seit einiger Zeit weitgehend unabhängig von ihrer Größe) bleibt im Mittelpunkt des Interviews die Haltung der UTM zum zwei Monate langen Streik der Bergarbeiter der SNIM. (weiterlesen »)

Maidemonstration ZouerateDer 1. Mai 2015 in Mauretanien war ein besonderer: Seit langem die grössten Demonstrationen mit massiver Beteiligung der Bevölkerung – und als Demonstration gewerkschaftlicher Einheit erfolgreich. Alles dies im Zeichen des großen Streiks der Bergabeiter im Erzbergbau, die über zwei Monate lang für die Erfüllung im Vorjahr unterschriebener Vereinbarungen streikten – und die am 1. Mai deutlich machten, dass sie den grössten Streik der Geschichte Mauretaniens auch fortsetzen können, wenn die laufenden Verhandlungen keine Ergebnisse bringen. Auf der Kundgebung in Zouerate sprach auch Ahmed Vall ould Cheibany – der Gewerkschaftsaktivist war der einzige, den die staatliche Bergbaugesellschaft SNIM nach dem Streik nicht wieder einstellen wollte (zur Vereinbarung gehörte es, dass alle 400 während des Streiks entlassenen kollegen wieder eingestellt werden) – erst eine erneute Streikankündigung regelte dies. In dem Bericht “Un 1er-Mai social et politique sur le continent africain” am 02. Mai 2015 bei Radio France International externer Link werden die Ereignisse und Entwicklungen in Mauretanien im Rahmen eines Überblicks über die Maiaktivitäten in Afrika zentral behandelt und dabei eben vor allem die in Mauretanien keineswegs selbstverständliche Einheit der Gewerkschaftsbewegung, im Streik wie am 1. Mai hervorgehoben

Dossier

Streik der Beschäftigten der Société Nationale Industrielle et Minière (SNIM) in MauretanienDer Streik der Erzarbeiter des grössten mauretanischen Unternehmens der -staatlichen – SNIM begann Ende Januar 2015 und dauert viele Wochen, in deren Verlauf er immer mehr zu einer politischen Auseinandersetzung wurde, bei der die Zahl der Streikenden kontinuierlich wächst – und die gesellschaftliche Unterstützung ebenfalls. Neu dazu:

  • Nach 65 Tagen ist der größte Streik des mauretanischen Bergbaus zu Ende – “Eher ein Erfolg”
    Der Bürgermeister von Zerouate, wo sich das Zentrum der Bergbaugesellschaft SNIM befindet und wo der Streik am 28. Januar begonnen hatte, war als Unterhändler erfolgreich: Gewerkschaftsdelegierte und Vertreter der Betriebsleitung unterzeichneten in der Nacht zu Karfreitag ein Abkommen zur Beendigung des Streiks. Ostersamstag führte LabourNet Germany ein kurzes Telefongespräch mit Mohammad Abdelkader Aziz, ein Streikaktivist aus Zerouate, Nachbar des Kollegen Mansour, mit dem wir bereits am 29. März gesprochen hatten. Seine Einschätzung: “Eher ein Erfolg”. Siehe dazu das Telefongespräch vom 04. April 2015 “65 Tage Streik der mauretanischen Erzarbeiter – Eher ein Erfolg” (weiterlesen »)

Langer Streik in Tasiast

Langer Streik in TasiastUnd wer bei dieser Meldung sagen mag “na und?” sollte zumindest wissen, dass es sich dabei um die drittgrösste Goldmine der Welt handelt, die da seit fünf Tagen von 1500 Bergarbeitern bestreikt wird. Die Confédération générale des travailleurs de Mauritanie (CGTM) unterstreicht, dass der Streik organisiert worden sei, weil das Unternehmen – die kanadische Kinross ist seit 2010 Alleinaktionär – sich seit drei Jahren weigere, Lohnangleichungen vorzunehmen und die medizinische Versorgung der Belegschaft zu verbessern. Der redaktionelle Bericht Mauritanie: l’activité de la troisième mine d’or du monde perturbée par un mouvement de grève externer Link am 10. August 2013 bei Radio France Internacional lässt einen Vertreter des Gewerkschaftsbundes zu Wort kommen (weiterlesen »)

Eine der erstaunlichsten – oder selbstverständlichsten – Erkentnisse beim globalen Umschauen auf aktuelle Kämpfe der Arbeiterbewegung ist die schnell wachsende tatsächlich regelrechte Bewegung gegen Leih- und Zeitarbeit, gegen Subunternehmen und Ungleichbehandlung. Ob Indonesien oder Indien, Brasilien oder Chile, Südafrika oder – Mauretanien. dort haben die Tagelöhner von Subunternehmen bei der Société nationale industrielle et minière (SNIM) seit dem 22. Mai in Nouadhibou und Zouérate einen Streik organisiert für ihre “Regularisierung” sprich Übernahme ins Normalarbeitsverhältnis. Die Bewegung dafür gibt es in verschiedenen Bereichen schon länger – und gerade bei der SNIM hatten sie auch schon entsprechende Zusagen sowohl der unternehmensleitung als auch der Regierung erreicht – passiert ist aber nichts. Das Exekutivkomitee des Gewerkschaftsbundes CGTM (Allgemeine Arbeiterföderation Mauretaniens, der grösste Gewerkschaftsbund) hat mit der Erklärung “La CGTM soutient le mouvement de grève des travailleurs dits ‘’journaliers’’ de Nouadhibou et Zouerateexterner Link vom 25. Mai 2013 deutlich die unterstützung dieses Kampfes signalisiert und die Regierung zur Einhaltung ihrer Versprechen vor allem in bezug auf die Unterbindung des Wirkens von Subunternehmen aufgefordert

Eine der erstaunlichsten – oder selbstverständlichsten – Erkentnisse beim globalen Umschauen auf aktuelle Kämpfe der Arbeiterbewegung ist die schnell wachsende tatsächlich regelrechte Bewegung gegen Leih- und Zeitarbeit, gegen Subunternehmen und Ungleichbehandlung. Ob Indonesien oder Indien, Brasilien oder Chile, Südafrika oder – Mauretanien. Dort haben die Tagelöhner von Subunternehmen bei der Société Nationale Industrielle et Minière (SNIM) seit dem 22. Mai in Nouadhibou und Zouérate einen Streik organisiert für ihre “Regularisierung” sprich Übernahme ins Normalarbeitsverhältnis. Die Bewegung dafür gibt es in verschiedenen Bereichen schon länger – und gerade bei der SNIM hatten sie auch schon entsprechende Zusagen sowohl der Unternehmensleitung als auch der Regierung erreicht – passiert ist aber nichts. Das Exekutivkomitee des Gewerkschaftsbundes CGTM (Allgemeine Arbeiterföderation Mauretaniens, der grösste Gewerkschaftsbund) hat mit der Erklärung “La CGTM soutient le mouvement de grève des travailleurs dits ‘’journaliers’’ de Nouadhibou et Zouerateexterner Link vom 25. Mai 2013 deutlich die Unterstützung dieses Kampfes signalisiert und die Regierung zur Einhaltung ihrer Versprechen vor allem in bezug auf die Unterbindung des Wirkens von Subunternehmen aufgefordert

Mehrere Tausend Teilnehmer an der grössten von einer ganzen Reihe Maidemonstrationen im Lande hatten ins Zentrum ihrer Forderungen den Widerstand gegen Zeitarbeit und Leiharbeit gestellt. Der Bericht „Les travailleurs célèbrent le 1er mai 2013externer Link bei Alakhbar am 01. Mai 2013

Erfolg im Hafenarbeiterstreik?

Die streikenden Hafenarbeiter sind skeptisch: Sie wollen den Streik erst beenden, wenn unumstößlich sicher ist, dass die in einem Abkommen getroffenen Vereinbarungen auch umgesetzt werden – denn die Versprechung auf Verbesserung gab es schon mehrfach, inklusive vom Staatspräsidenten, geschehen ist nie etwas…Der Artikel “Strike Season in Mauritaniaexterner Link am 26. April 2013 bei lissnup (mit Links zu Videos und zahlreichen Fotos) gibt die Gründe für den Streik dieser “autonom Beschäftigten” (lies: Tagelöhner) ausführlich wieder

Am vergangenen Sonntag gab es im Port Autonome de Nouakchott (PAN) eine heftige Konfrontation zwischen streikenden Dockarbeitern und der Gendarmerie, bei der es mehrere Verletzte gab. Die Docker mit “autonomen Verträgen” fordern unter anderem Krankenversicherung. Als Reaktion auf diesen massiven Polizeieinsatz haben auch die Docker im zweitgrössten Hafen des Landes die Arbeit niedergelegt, während der Hafen von Nouakchott durch ein Sit-In (an dem sich, nach verschiedenen Berichten zwischen einem Fünftel und ein Drittel der 7.000 Beschäftigten beteiligt) besetzt worden ist. Die Arbeiter haben diesen Streik organisiert, weil sie die Erfahrung haben, dass die Gewerkschaften dies nicht tun, wird in dem Bericht “Sit-in des dockers de Nouakchott : La face cachée de l’esclavage légaliséexterner Link am 22. April 2013 bei cridem hervorgehoben (wo auch laufend weiter berichtet wird)

Artikel von Bernard Schmid vom 22.2.2013

Am Mittwoch früh (20. Februar 13) wurde das Gewerkschaftshaus in Algier durch starke Polizeikräfte umstellt. Drinnen tagte zu diesem Zeitpunkt ein Kongress unter dem Namen „Erstes Maghrebinisches Forum gegen Erwerbslosigkeit und Prekarität“, zu dem Arbeitslosenvertreter aus dem gesamten Maghreb – aus den Staaten Tunesien, Algerien, Marokko und Mauritanien – zusammengekommen waren. Ihr Gastgeber war die algerische „autonome“ (d.h. vom staatsnahen Dachverband UGTA unabhängige, und deswegen Schikanen ausgesetzte) Gewerkschaft von öffentlich Bediensteten, SNAPAP. Die Tagung wurde auf diese Weise jäh und brutal abgebrochen. (weiterlesen »)