Atos Leaks: Memorandum zur geplanten Betriebsschließung in Frankfurt

Demo gegen die geplante Betriebsschließung von Atos in FrankfurtAm 12. März wurden die 300 Beschäftigten des größten Frankfurter Betriebs des französischen IT-Dienstleisters Atos (weltweit 74.000 Mitarbeiter, davon ca. 9000 in Deutschland) völlig überraschend damit konfrontiert, dass die Geschäftsleitung beabsichtigt, den Betrieb im 3. Quartal zu schließen und allen Mitarbeitern ohne Ausnahme zu kündigen. Grund sei, dass der Betrieb „nicht mehr wettbewerbsfähig aufrechterhalten werden“ und die in dem Betrieb „gebündelten Qualifikationen nicht mehr wettbewerbsfähig eingesetzt werden könnten. Die Entscheidung passt auf den ersten Blick nicht zu der Tatsache, dass Atos in den vergangenen Jahren regelmäßig Gewinne erzielte, mit der Folge einer erheblichen Steigerung des Börsenwerts.

Die Mitarbeiter des Standortes haben den Kampf um die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze mit Unterstützung der IG Metall, in der sie überwiegend organisiert sind, umgehend aufgenommen; siehe z.B. die fortlaufende Berichterstattung unter: http://www.igmetall-frankfurt-wiesbaden-limburg.de/neuigkeiten-vs/frankfurt/ externer Link, zuletzt zu Demos gegen die Betriebsschließung am 17. Und 25. März 2014.

Dass es sich bei der Betriebsschließung um weit mehr als die brutale Lösung eines örtlichen Problems handelt, wird aus der Begründung deutlich, die dem Gesamtbetriebsrat und den örtlichen Betriebsrat in einem Memorandum des Geschäftsführers zugestellt wurde. Demnach ist die Schließung als der erste Schritt einer neuen „Standortpolitik“ zu sehen, die alle Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland infrage stellt, die nicht in sogenannten „Low Cost Delivery Centern“ oder vor Ort bei Atos-Kunden angesiedelt sind. Perspektivisch sollen zwischen 60% und 90% der Arbeitsplätze in Billiglohnländer („Offshore“) verlagert werden. Damit will sich Atos an die Spitze eines Trends stellen, dem auch die großen Mitbewerber wie T-Systems, Hewlett Packard und IBM folgen.

Wir veröffentlichen nachfolgend das angeblich „Betriebsgeheimnisse“ beinhaltende Memorandum zur Betriebsschließung, in dem wir alle, möglicherweise nicht an andere Stelle veröffentlichten Kennzahlen unkenntlich gemacht haben. Die fehlerhafte Nummerierung der Überschriften entspricht dem Original, das offenbar unter großem zeitlichen Druck erstellt wurde.


 Memorandum

Betriebsänderung der Atos Information Technology GmbH

Dieses Memorandum beschreibt die geplante Betriebsänderung der Atos Information Technology GmbH (nachfolgend vereinfacht auch “das Unternehmen” oder “AIT” genannt) und dient der Unterrichtung des Betriebsrates des Betriebs Frankfurt-Hahnstraße sowie des Wirtschaftsausschusses nach §§ 106, 111 BetrVG sowie des Aufsichtsrats.

Das Unternehmen plant die vollständige Schließung des Betriebs Frankfurt – Hahnstraße, womit der Abbau sämtlicher dort vorhandener Arbeitsplätze verbunden ist. Die Beweggründe hierfür und die Planungen zur operativen und arbeitsrechtlichen Umsetzung dieser Maßnahmen werden im Folgenden erörtert.

A. Das Markt- und Geschäftsumfeld

Die deutschen Atos-Gesellschaften erwirtschaften mit rund x.xxx eigenen Mitarbeitern im Jahr 2013 einen Jahresumsatz von rund x.xxx Mio. EUR. Genaue Informationen zum Leistungsumfang von Atos sind den Webseiten de.atos.net zu entnehmen.

Der IT-Services Markt unterliegt einem starken Wandel und erfordert eine konsequente Anpassung der Atos Geschäftsausrichtung. IT-Services werden vermehrt fachlich sehr spezifisch beim Kunden vor Ort erbracht oder zukünftig verstärkt gebündelt aus nationalen aber auch internationalen Atos-Kompetenzzentren. Diese Entwicklung erfordert Flexibilität, Mobilität und stetige Veränderungsbereitschaft, orientiert an den Kundenanforderungen – nur so lassen sich Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung für Atos erhalten. Auf Grund dieser wesentlichen Veränderungen im Marktumfeld trifft Atos die Entscheidung, die Standortpolitik den sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen.

I. Geschäftsmodell von Atos

Die Service-Lines Systems Integration (SI) und Managed Services (MS), die den überwiegenden Anteil am Umsatz von Atos in Deutschland erwirtschaften, haben sich in den vergangenen Jahren vor allem über großvolumige Application-Management-Verträge, Betreiberverträge sowie Transformations- und Konsolidierungsprogramme weiterentwickelt. Im Rahmen des Application-Managements, sowie aufgrund von Betreiberverträgen wurden durch Outsourcing-Projekte große IT-Einheiten anderer Unternehmen einschließlich der dort beschäftigten Mitarbeiter übernommen. Wie oben bereits beschrieben steigt der Anteil der IT-Dienstleistungen die entweder Offshore, gebündelt in Kompetenzzentren oder direkt beim Kunden erbracht werden. Im Marktumfeld der IT-Dienstleistungs-Branche ist für die Leistungserbringung mittlerweile ein Offshore-Anteil von 60-90% marktüblich. Bei SI liegt der Offshore Anteil derzeit bei xx% (Stand 31.12.2013), in der Einheit MS bei xx%. Nur durch Flexibilität, Mobilität und Anpassungsbereitschaft der Mitarbeiter kann Atos diesen Anforderungen langfristig erfolgreich begegnen.

III. Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der SI und MS

Dieser erhebliche Wettbewerbsdruck hat große Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Service-Line SI und macht eine Anpassung der Strategie erforderlich. So sind eine profitable Geschäftsentwicklung und die erforderliche nachhaltige Absicherung des Standortes Deutschland zukünftig nur mit einer stark veränderten Lieferstruktur sicherzustellen.

Die beschriebenen Veränderung des Marktumfelds und der damit verbundene Umsatzrückgang bei unseren Top-Accounts haben leider zu einer erheblichen personellen Überkapazität geführt. Über die letzten 4 Quartale hat das Unternehmen durch strukturelle Unterauslastung einen Ergebnisbeitrag verloren. Mitarbeiter können immer häufiger nur noch in der Nähe des Kunden oder gebündelt in Kompetenzzentren zur Fernbetreuung eingesetzt werden. Diese Entwicklung erfordert, Mobilität und Flexibilität der Mitarbeiter, eine kundenorientierte Anpassung des Standortkonzepts mit der Konzentration auf wichtige Zentren des Marktes.

Die MS Organisation wird zur Effizienzsteigerung nach Kompetenzzentren ausgerichtet. Tätigkeiten, welche nicht zwingend bei Kunden selbst zu erbringen sind, müssen in Lokale Low Cost Competence Center (LLCC) verlagert bzw. am Markt eingekauft werden. Zudem muss künftig darauf verzichtet werden, ortsunabhängig zu erbringende Tätigkeiten in Deutschland zu erbringen. Der mit einer globalen Leistungserbringung verbundene Kostenvorteil für den Kunden und der steigende Wettbewerb machen die Verlagerung geeigneter Aufgaben mittelfristig unausweichlich.

Hinzu kommt, dass Produktivitätssteigerungen in Geschäftsfeldern (z.B. durch Transformation, Industrialisierung, Outsourcing einzelner Geschäftsfelder etc.) sowie das Auslaufen von Kundenverträgen in Deutschland immer größere Kapazitäten bei den Mitarbeitern freisetzen, die in neue Auftragsprojekte vermarktet werden müssen.

B. Auswirkung auf den Standort Frankfurt-Hahnstraße

Der Standort AIT Frankfurt-Hahnstraße ist in besonderem Maße von der beschriebenen Wettbewerbsverschärfung und damit verbundenen Notwendigkeit einer Anpassung betroffen. Leider sind zahlreiche Kunden, die über diesen Standort mit Services von Atos beliefert wurden, in den vergangenen Monaten durch Insolvenzen oder die Beendigung der Auftragsbeziehung entfallen.

Neukunden konnten in Frankfurt ebenfalls nur in geringem Maße gewonnen werden. Dies hat zur Konsequenz, dass am Standort Frankfurt-Hahnstraße ein erheblicher Personalüberhang existiert.

Problematisch ist zusätzlich auch der hohe Anteil von Mitarbeitern am Standort, die in Atosinternen Aufgaben oder Funktionen tätig sind und sich nicht an den Kunden verrechnen und somit nicht zur externen Wertschöpfung beitragen. Diese indirekten Tätigkeiten wird Atos ebenfalls in nationalen und internationalen Kompetenzzentren bündeln.

Die angespannte Marktsituation, der zunehmende Wettbewerb sowie die fehlende Auftragsneugewinnung lassen erwarten, dass die Auslastung dieses Standorts schon kurzfristig weiter abnehmen wird und dass eine langfristige Stabilisierung der Auftragslage nicht erfolgen wird.

Vor diesem Hintergrund wurde in der Vergangenheit erheblich in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter investiert, um diese Überkapazitäten abzubauen und neue Aufträge zu erhalten. Leider hat auch diese Maßnahme nicht dazu geführt, dass die in Folge der Änderung der Lieferstruktur unbeschäftigten Mitarbeiter in neuen Aufträgen beschäftigt werden konnten. Bemühungen die Mitarbeiter an anderen Standorten einzusetzen scheiterten an mangelnder Mobilität und Flexibilität.

In Folge der hier dargelegten Gründe wird Atos Deutschland den Standort AIT in Frankfurt im 3. Quartal 2014 schließen.

I. Wegfall sämtlicher Arbeitsplätze innerhalb der Service Line SI

Die Betriebsstilllegung führt zum Wegfall sämtlicher Arbeitsplätze innerhalb der Service Line SI am Standort Frankfurt-Hahnstraße.

Von dem Wegfall sind zunächst alle Arbeitsplätze betroffen, die schon zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mit direkter kundenbezogener Auftragsbearbeitung ausgelastet werden können. Darüber hinaus müssen leider auch die Arbeitsplätze entfallen, die gegenwärtig noch für Kunden eingesetzt werden können.

Im Einzelnen gilt folgendes:

Die in den SI Querschnittsfunktionen (Operations, Contract Management, Contract Operations, Project Management, GER SI SOL Horizontals) beschäftigten xx Mitarbeiter arbeiten in internen Unterstützungsaufgaben. Aufgrund der notwendigen Produktivitätssteigerungen sollen diese Tätigkeiten zukünftig nicht mehr von der AIT erbracht werden, sondern werden automatisiert oder zukünftig von außerhalb eingekauft. Die Arbeitsplätze dieser Mitarbeiter entfallen daher ersatzlos.

Derzeit sind xx Mitarbeiter im Bereich xx beschäftigt. Aufgrund der Veränderungen im Kundenvertrages (z.B. Veränderungen der Offshore-Anteils von 40% auf 80% für das Applikation-Managements) und den daraus notwendigen Produktivitätssteigerungen muss das Liefermodell für die Dienstleistungen optimiert und Kosten reduziert werden. Diese Aufgaben werden zukünftig entfallen oder von anderen Atos Gesellschaften erbracht. Die Arbeitsplätze dieser Mitarbeiter entfallen daher.

Die Bereiche Application-Management (AM) und AM SDM erbringen diverse Managementaufgaben. Zur Schaffung von Synergien mit anderen Atos-Gesellschaften werden die Leistungen dort gebündelt, weshalb dieser Service zukünftig nicht mehr durch die AIT erbracht werden soll. Die Arbeitsplätze der drei betroffenen Mitarbeiter entfallen daher.

Der Bereich AM LD erbringt mit xx Mitarbeitern Application-Management Dienstleistungen rund um SAP oder Legacy Systeme für alle Kunden in Deutschland. Aufgrund des kontinuierlich sinkenden lokalen Geschäfts, der geringen Auslastung und der sehr fragmentierten Leistungserbringung für standortferne Kunden sollen diese Dienstleistungen zukünftig nicht mehr durch die AIT erbracht werden. Die Aufgaben der ausgelasteten Mitarbeiter sollen zukünftig auf externe Gesellschaften verlagert und damit eingekauft werden. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen daher.

Derzeit sind xx Mitarbeiter im Bereich SAP HR tätig. Diese erbringen Projekt- und Applikationsmanagement-Dienstleistungen mit dem Schwerpunkt auf die Technologie SAP HR. Aufgrund des hohen Anteils der nicht vor Ort zu erbringenden Dienstleistungen, werden zur Schaffung von Synergien mit anderen Atos-Gesellschaften, diese Leistungen zukünftig an anderen Standorten gebündelt und nicht mehr durch die AIT in Frankfurt erbracht werden. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen.

xx Mitarbeiter sind in den SAP Bereichen (TS, LOGC, GBI und FI) am Standort Frankfurt für die Erbringung von SAP Dienstleistungen in ihren jeweiligen Themenschwerpunkten zuständig. Auch diese werden leider Aufgrund des geringen lokalen Arbeitseinsatzes, der hohen Reisekostensensibilität unserer Kunden und der geringen lokalen Mitarbeiteranzahl in den jeweiligen Bereichen (starke bundesweite Zersplitterung der Fachteams) sollen diese Leistungen nicht mehr am Standort Frankfurt durch die AIT erbracht werden, sondern zukünftig von anderen Atos-Gesellschaften erbracht werden.

In den Marktbereichen (SOL TMT, SOL FS, HTTS direct, SOL MRS, SOL E&U, SOL PHT, SOL Verticals) sind xx Mitarbeiter beschäftigt. Die Mitarbeiter in diesen Bereichen haben die Aufgaben kunden- oder branchenspezifische Dienstleistungen zu erbringen und durch eine branchenspezifische Kundenansprache neues Geschäft für Atos zu generieren. Aufgrund der Rückläufigkeit des regionalen Geschäfts, der vergleichbar geringen externen Verrechenbarkeit und der Neuausrichtung der Marktbereiche sollen diese Aufgaben zukünftig nicht mehr durch die AIT erbracht werden. Ein Teil der Leistungen entfällt ersatzlos und im Übrigen werden die Leistungen zukünftig von anderen Atos-Gesellschaften erbracht. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter in Frankfurt entfallen daher.

Derzeit sind xx Mitarbeiter im Bereich SOL STC tätig. Diese erbringen technologieorientierte IT-Dienstleistungen für Kunden. Aufgrund neuer technologischer Entwicklungen, fehlender Kompetenzen, rückläufigem lokalen Geschäft und des hohen Preisdrucks für diese Kompetenzen im Markt wird es zunehmend schwieriger dieses Geschäft profitabel inklusive gegebenenfalls entstehender Reiseaufwände zu vermarkten. Deshalb sollen diese Leistungen zukünftig nicht mehr am Markt angeboten werden. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen.

Im Bereich SOL TAM werden Test-Dienstleistungen für IT-Systeme von elf Mitarbeitern erbracht. Zur Schaffung von Synergien sollen die Leistungen zukünftig über Offshore-Standorte und mit anderen Atos-Gesellschaften gebündelt werden, weshalb diese Dienstleistungen zukünftig nicht mehr durch die AIT in Frankfurt erbracht werden sollen. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen.

xx Mitarbeiter sind in den Solutions-Bereichen SOL SEC und SOL BIC am Standort Frankfurt für die Erbringung von IT-Dienstleistungen in ihren jeweiligen Themenschwerpunkten (Security und BIC) zuständig. Aufgrund des geringen lokalen Arbeitseinsatzes und der unterkritischen lokalen Mitarbeiteranzahl in den jeweiligen Themen (starke bundesweite Zersplitterung der Fachteams) sollen diese Leistungen nicht mehr am Standort Frankfurt durch die AIT erbracht werden, sondern von anderen Atos-Gesellschaften erbracht werden. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen daher ersatzlos.

Im Bereich SOL DS+SLM sind xx Mitarbeiter beschäftigt. Die Mitarbeiter erstellen Angebotskonzepte oder erstellen als Lösungsarchitekten im Rahmen von Kundenprojekten Lösungsarchitekturen. Zur Erhöhung der Vertriebskosteneffizienz und der externen Verrechenbarkeit sollen die Angebotskonzeption und die Erstellung von Lösungsarchitekturen zukünftig aus anderen Atos-Gesellschaften erbracht werden. Die Arbeitsplätze der betroffenen AIT-Mitarbeiter entfallen daher.

II. Vollständiger Wegfall der Arbeitsplätze in der Service Line MS

Auch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter der Service Line MS entfallen vollständig.

Die derzeit xx im Bereich ICS beschäftigten Mitarbeiter erbringen Services für Infrastructure und Cloud Services in Deutschland. Diese Services sollen zur Schaffung von Synergien zukünftig von anderen Atos-Gesellschaften erbracht werden. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen daher.

Der Bereich ATS erbringt den technischen Applikationsbetrieb (Application Technical Services). Diese Services sollen zukünftig zur Schaffung von Synergien von anderen Atos-Gesellschaften erbracht werden. Hiervon sind xx Mitarbeiter betroffen, deren Arbeitsplätze wegfallen.

Die xx Mitarbeiter im Bereich MFS betreuen die Mainframe Services der AIT in Deutschland. Zur Erreichung von Synergien mit bestehenden Kompetenzzentren im Ausland, wird der Service auf andere Gesellschaften im Ausland verlagert. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen.

Der Bereich NSCS erbringt Dienstleistungen rund um Netzwerk-Sicherheit und Kommunikationsservices für alle Kunden in Deutschland. Zur Schaffung von Synergien mit anderen Atos-Gesellschaften, werden die Leistungen dort gebündelt, weshalb dieser Service zukünftig nicht mehr durch die AIT erbracht werden soll. Die Arbeitsplätze der xx betroffenen Mitarbeiter entfallen daher.

xx Mitarbeiter sind im Bereich SMTS tätig, welcher für die Bereitstellung der Atos Tool-Infrastruktur sorgt. Durch die zunehmende Globalisierung der Aufgaben, soll die Tätigkeit nicht mehr durch die AIT, sondern in einem Kompetenzzentrum außerhalb Deutschlands erbracht werden. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen daher.

Im Bereich WSDS werden Dienstleistungen für Computerarbeitsplätze erbracht (GF Workplace & Desktop Services). Hier sind derzeit xx Mitarbeiter tätig. Deren konkrete Dienstleistung soll zukünftig nicht mehr von Atos angeboten werden, sondern bei Bedarf von externen Anbietern erbracht werden. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen daher.

Derzeit sind xx Mitarbeiter im Bereich SDM (Service Delivery Management) tätig, diese steuern oder unterstützen die Steuerung der durch Atos erbrachten Services für den Kunden. Zur Schaffung von Synergien mit anderen Atos-Gesellschaften, werden die Leistungen dort gebündelt, weshalb dieser Service zukünftig nicht mehr durch die AIT erbracht werden soll. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen.

xx Mitarbeiter sind im Bereich SMC, der für die Organisation der IT Prozesse im Bereich der Service Line MS zuständig ist, tätig. Zur Schaffung von Synergien mit anderen Atos-Gesellschaften, werden die Leistungen dort gebündelt, weshalb dieser Service zukünftig nicht mehr durch die AIT erbracht werden soll. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen.

Der Bereich SAR erstellt Lösungsbeschreibungen im Rahmen von Kundenprojekten. Hier sind xx Mitarbeiter beschäftigt. Zur Schaffung von Synergien mit anderen Atos-Gesellschaften, werden die Leistungen dort gebündelt, weshalb dieser Service zukünftig nicht mehr durch die AIT erbracht werden soll. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen daher.

Im Bereich T&PM sind xx Mitarbeiter tätig. Zur Schaffung von Synergien mit anderen Atos-Gesellschaften, werden die Leistungen dort gebündelt, weshalb dieser Service zukünftig nicht mehr durch die AIT erbracht werden soll. Die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter entfallen.

C. Wegfall der sonstigen Arbeitsplätze im Betrieb Frankfurt – Hahnstraße

Im Bereich Human Resources arbeiten derzeit vier Mitarbeiter.

Eine Mitarbeiterin arbeitet als HR-Spezialistin bei PeoplePoint im Team Süd. Sie betreut hier im Wesentlichen die MS-Belegschaft aus Frankfurt. Durch die Schließung des Standortes entfallen diese Aufgaben. Zusatzaufgaben, die bisher von ihr wahrgenommen werden, werden zentralisiert und zukünftig durch den Bereich „Compensation and Benefits“ durchgeführt. Dadurch können Synergien genutzt werden, sodass diese Stelle entfällt.

Eine Mitarbeiterin arbeitet als HR-Business Partnerin. Sie betreut hier derzeit die Führungskräfte/Leitungskreise der Support Functions. Diese Aufgaben werden zukünftig von einem anderen Mitarbeiter wahrgenommen werden. Hintergrund ist, dass der Schwerpunkt der zu betreuenden Leitungskreise der Support Functions in München angesiedelt ist. Ein dort ansässiger Kollege wird diese Aufgaben übernehmen. Durch die Schließung des Standortes Frankfurt entfällt die Betriebsleitungsaufgabe für diesen Standort. Die Betriebsleiterin des Frankfurter Standortes nutzt die freiwerdende Kapazität, um zukünftig ihren „Heimatstandort“ in Stuttgart zu betreuen. Dieser wird bisher von der Frankfurter Kollegin betreut. Aufgrund des neuen Zuordnungstarifvertrages reduzieren sich darüber hinaus AIT-seitig die Anzahl der Betriebe und damit der Aufwand für die Betriebsleiter. Dadurch werden Kapazitäten frei. Die bisherigen Betriebsleitungsfunktionen, die die Frankfurter Mitarbeiterin wahrnimmt, werden zukünftig durch andere Kollegen innerhalb der Atos wahrgenommen.

Ein Mitarbeiter arbeitet als HR Controller bei HRIS. Er ist insbesondere verantwortlich für die Erstellung der monatlichen Personalstatistiken. Es ist geplant, diese Aufgaben zukünftig hochautomatisiert durchzuführen, so dass diese Aufgaben zukünftig wegfallen.

Eine Mitarbeiterin arbeitet im Bereich HR Workforce-Management (HR WFM). Sie betreut hier im Wesentlichen die Postfachdisposition und Anhörungskoordination für alle von den Serviceline-Resourcemanager an das WFM Postfach gerichteten Request / Anhörungsanfragen. Durch die Neuaufstellung des WFM wandern die SL-Resourcemanager zu HR Workforce-Management und werden diesen Prozess End-to-End betreuen, diese Aufgaben entfallen.

Aufgrund der Zentralisierung von Marketing-Aufgaben in der Globalen Marketing-Organisation, reduzieren sich generell lokale Tätigkeiten für die deutsche Marketingorganisation. Die für diesen zu schließenden Standort überwiegend erbrachten Marketingleistungen im Bereich Financial Services entfallen.

Im Bereich Sales werden die Aufgaben, insbesondere die Betreuung der Kunden aus dem Marksegment Financial Services von Frankfurt an eine andere Atos–Gesellschaft übergeben.

Im Bereich GIBS gibt es eine Mitarbeiterin, die derzeit für das übergeordnete Portfolio-Management zuständig ist. Diese Tätigkeit wird aufgrund einer globalen Veränderung und aufgrund der Schließung des Standortes nicht mehr benötigt. Aus diesem Grund entfällt der Arbeitsplatz.

Im F&A-Bereich sind zwei Arbeitsplätze, die von der Schließung betroffen sind. Die derzeitigen Arbeitsplätze fallen weg und die Arbeit wird zukünftig durch andere Atos-Gesellschaften in Deutschland oder aus dem Ausland erbracht.

D. Umsetzung des Personalabbaus

Die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen wird in enger Abstimmung und mit eingehender Planung gemeinsam mit dem Betriebsrat durchgeführt. Der Ausspruch betriebsbedingter ordentlicher Kündigungen ist aufgrund der Betriebsstilllegung des Betriebs Frankfurt – Hahnstraße leider unumgänglich. Um die sich hieraus ergebenden Folgen für die Mitarbeiter so sozial wie möglich zu gestalten, werden ziel- und lösungsorientierte Gespräche geführt.

E. Die finanziellen Rahmenbedingungen

Ein mögliches Budget für die möglichst sozialverträgliche Umsetzung dieser Maßnahmen wollen wir mit Ihnen gemeinsam definieren.

F. Zeitlicher Ablauf

Der zeitliche Ablauf richtet sich nach den rechtlichen Voraussetzungen und dem Verlauf der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen.

G. Sonstiges

Dieses Memorandum bildet zunächst die Grundlage für Gespräche und auch gegebenenfalls zu führende Interessenausgleichs- und Sozialplanverhandlungen. Ergänzend werden wir die geplanten Maßnahmen mündlich erläutern sowie eventuelle Fragen beantworten.

Dieses Memorandum ist höchst vertraulich und aufgrund seines Inhalts als Betriebs- und Geschäftsgeheimnis einzustufen.

Bitte seien Sie sich darüber im Klaren, dass die in diesem Memorandum enthaltenen Informationen dem Betriebsrat, Wirtschaftsausschuss und der Gesamtschwerbehindertenvertretung ausschließlich als Information im Sinne der §§ 106, 111 BetrVG zur Vorbereitung der Beratungen über Interessenausgleich und Sozialplan übergeben werden. Wir möchten Sie daher ausdrücklich auf Ihre gesetzliche Geheimhaltungspflicht hinweisen. Eine Weitergabe der in diesem Memorandum enthaltenen Informationen an Personen, die diesbezüglich nicht ebenfalls der Geheimhaltungspflicht unterliegen, ist nicht zulässig. Unzulässig ist insbesondere jede Weitergabe an Lebenspartner, Freunde, Kollegen oder Gewerkschaftsfunktionäre.

München, den 12. März 2014

Mit freundlichen Grüßen
gez. Winfried Holz
CEO Atos GBU Germany