Dossier

  • DGB stellte Streikbrecher
    Gewerkschaftseigene Leiharbeitsfirma sabotierte 2011 und 2009 Arbeitskampf bei Supermarktkette. Konsequenzen nach Pressebericht: Betrieb wird eingestellt, Prokurist muß gehen Nicht genug, daß der Deutsche Gewerkschaftsbund jahrelang eine eigene Leiharbeitsfirma betrieb und so zur Unterminierung der Flächentarifverträge beitrug. Das Unternehmen »Weitblick-Personalpartner GmbH« kooperierte darüber hinaus beim Streikbruch. Nach jW-Recherchen versorgte »Weitblick«, eine hundertprozentige Tochter des DGB-Berufsfortbildungswerkes Bfw, in der Vergangenheit wiederholt Filialen der Supermarktkette Real mit Leiharbeitskräften, während diese durch die Gewerkschaft ver.di bestreikt wurden. Wie junge Welt aus ver.di-Kreisen im Saarland erfuhr, war dies zuletzt während der Einzelhandelsstreiks 2011 und 2009 der Fall. Das Bfw bestätigte die Vorwürfe am Freitag auf Nachfrage…” Artikel von Jörn Boewe in junge Welt vom 18.02.2013 externer Link. Aus dem Text: “… »Von einem Einsatz von Weitblick-Leiharbeitsbeschäftigten als Streikbrecher wußten wir nichts«, erklärte Bfw-Geschäftsführer Reinhold Petermann am Freitag auf Nachfrage. »Hätten wir davon Kenntnis gehabt, wären wir sofort eingeschritten und hätten dies unterbunden.« Der Einsatz von Leiharbeit zum Streikbruch sei »völlig inakzeptabel«. Bereits im Januar, »vor Bekanntwerden der Streikbrucharbeiten«, habe der DGB »eine Überprüfung der Aktivitäten der Arbeitnehmerüberlassung in der Einrichtung Neunkirchen beauftragt«. In der Kreisstadt bei Saarbrücken ist bislang der entsprechende Geschäftsbereich angesiedelt.
    Die Bfw-Tochter habe »in puncto Leiharbeit entgegen den Grundsätzen der Gewerkschaften gehandelt«, so Petermann weiter. Die Bfw-Geschäftsführung habe nun »in ihrer Eigenschaft als einziger Gesellschafter hieraus personelle Konsequenzen gezogen
    …”
  • DGB-Firmenbeteiligung: Gewerkschafter zahlen Leiharbeitern zu wenig
    “Der DGB wettert gegen Leiharbeit – verdient aber selbst daran. Jüngst gelobten die Gewerkschafter Besserung, doch nach Informationen von SPIEGEL ONLINE zahlen sie den Beschäftigten noch immer weniger als diesen zusteht.
    Ein bisschen peinlich ist dem Deutschen Gewerkschaftsbund die Sache offenbar schon. Nachdem SPIEGEL ONLINE über die DGB-eigene Zeitarbeitstochter Weitblick-Personalpartner GmbH im saarländischen Neunkirchen berichtet hatte, wurde die Website des Unternehmens stillgelegt. “Seite im Aufbau” steht da jetzt nur noch. Die Firma selbst verweist bei Anfragen auf die Pressestelle des DGB, von dort heißt es lapidar: “Die Leiharbeit wird nicht weiter beworben, da sie nicht weiter betrieben werden soll.” Allerdings gibt der DGB selbst zu, dass es derzeit nicht absehbar sei, wann das sein werde…” Artikel von Nicolai Kwasniewski bei Spiegel online vom 08.02.2013 externer Link
  • Firmenbeteiligung: Auch der DGB verdient an Leiharbeit
    Zeitarbeit ist in deutschen Unternehmen allgegenwärtig – und wird von den Gewerkschaften zum Teil scharf kritisiert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund mischt in dem Geschäft mit einer eigenen Firma mit und zahlt Löhne, die unter dem von DGB-Chef Sommer geforderten Mindestlohn liegen. Das Angebot ist ganz nach dem Geschmack von Arbeitgebern: “Wir bringen die benötigten MitarbeiterInnen zu Ihnen: Kurzfristig, auf Zeit oder auf Dauer und ohne Risiko!” So wirbt die Weitblick-Personalpartner GmbH auf ihrer Website für ihre Dienste, wie Hunderte andere Firmen auch. Ungewöhnlich ist hier allerdings: Weitblick ist eine Tochterfirma des Berufsfortbildungswerks des Deutschen Gewerkschaftsbunds…” Artikel von Nicolai Kwasniewski in Spiegel online vom 21.01.2013 externer Link. Aus dem Text: “… Der DGB versichert: Ziel sei es, die Zeitarbeit in Neunkirchen “sanft auslaufen zu lassen”. Der Gewerkschaftsverband sagt allerdings auch, dass das Ziel derzeit nicht absehbar sei, die 268 Beschäftigten am Standort Neunkirchen “in ein dauerhaftes und gerecht bezahltes Arbeitsverhältnis zu vermitteln”. Die wirtschaftliche Situation in der Region ist schwierig, reguläre Arbeitsplätze sind rar. Trotzdem rekrutiert die Neunkirchener Weitblick-Filiale laut Jobcenter weiterhin Bewerber vom Ingenieur bis zum Kassierer – einige zum derzeit gültigen Tarif der Zeitarbeitsbranche von 8,19 Euro, andere für einen Stundenlohn von 7,89 Euro. (…) Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE heißt es beim DGB, Weitblick zahle einen Zuschlag “in Höhe der Differenz zum Branchentarifvertrag, der für den Entleihbetrieb gilt”. Diejenigen, die in Neunkirchen betreut werden, aber zeitweilig keinen Einsatzbetrieb haben, bekommen in dieser Zeit ebenfalls 8,50 Euro – allerdings erst seit diesem Jahr. Vorher waren es – trotz der lautstarken DGB-Forderungen nach einem Mindestlohn – nur 8,19 Euro…”
  • DGB im Leiharbeitsgeschäft. Eine Zeitarbeitsfirma des Gewerkschaftsbundes sucht »flexible« Arbeitskräfte. Geworben wurde noch in dieser Woche mit einem Stundenlohn von 7,89 Euro
    Wir suchen für renommierte Supermärkte mehrere Kassiererinnen«, wirbt die Firma »weitblick-personalpartner« in der Internet-Jobbörse der Arbeitsagentur. »Vergütung 7,89 Euro/Std. Flexible Arbeitszeiten, schwerpunktmäßig Freitag und Samstag«. Auf den ersten Blick eine der seit ein paar Jahren ganz normalen Anzeigen zur Anwerbung von Leiharbeitskräften, die von Unternehmen benutzt werden, um die Flächentarifverträge zu unterlaufen. Nicht normal ist etwas anderes: Die »weitblick-personalpartner GmbH« ist eine hundertprozentige Tochter des Berufsbildungswerks bfw des Deutschen Gewerkschaftsbundes…” Artikel von Jörn Boewe in junge Welt vom 12.01.2013 externer Link
  • Aus dem Text: “… Zwar wurde die Ausschreibung mit dem Stundenlohn von 7,89 Euro nach einer Anfrage von junge Welt beim DGB am Dienstag aus der Jobbörse entfernt. Dies aber nur, um die Vergütung den seit 1. November geltenden Mindestlöhnen des Tarifvertrages der Interessengemeinschaft Zeitarbeit (IGZ) anzupassen: Unter der Referenznummer 10000-1092274925-S sucht weitblick-personalpartner nach wie vor »flexible Kassierer/innen«, angeboten wird nun eine »Entlohnung nach IGZ, derzeit liegt der Grundlohn bei 8,19 Euro«. Die weitblick-personalpartner GmbH hat ihren Sitz in Erkrath, Nordrhein-Westfalen, und unterhält sogenannte Vertriebs- und Kompetenzzentren in Hamburg, Berlin, Essen und Frankfurt am Main. Darüber hinaus verfüge man durch die Muttergesellschaft bfw über »eine bundesweite Vernetzung mit circa 200 Standorten…”
  • Und weiter: “… Beim DGB-Bundesvorstand hieß es auf Nachfrage, die weitblick-personalpartner GmbH sei »überwiegend« mit der »Gründung von Transfergesellschaften für von Arbeitslosigkeit bedrohte Beschäftigte« befaßt. In »begrenztem Maße« betreibe man auch eine »vermittlungsorientierte Arbeitnehmerüberlassung«, allerdings nur »am Standort Neunkirchen/Saarland«. (…) Allein die journalistischen Nachfragen zeigten erste Wirkung: Wie der DGB am Freitag gegenüber jW erklärte, erhalten die Beschäftigten in Neunkirchen »künftig mindestens 8,50 Euro, also nicht mehr die 8,19 Euro, die der IGZ-Tarifvertrag vorsieht«. Ausschreibungen über die Jobbörse der BA werde es »künftig nicht mehr geben«…”