Dossier

Solidarität mit den Klüh-ReinigerInnen! Für Übernahme und Weiterbeschäftigung am Düsseldorfer Airport!Es ist ein Fall wie konstruiert, um die Gnadenlosigkeit der Lohnabhängigkeit zu dokumentieren: Der Flughafen Düsseldorf wechselt zum Jahresende für die Reinigung die Betreiber-Firma von Klüh zu Dr. Sasse AG. Wer sich an die Negativ-Schlagzeilen im Zusammenhang mit der Servicefirma Klüh erinnert (siehe im LabourNet-Archiv unsere Rubrik von 2011: Erfolg der Klüh-Rebellen in Düsseldorf), könnte denken, dies geschieht zu Recht. Wer den Kapitalismus begriffen hat, denkt wohl eher, der  Flughafen Düsseldorf hat einen noch günstigeren Reinigungsservice gefunden… Wir sind zunächst in die Falle des grenzenlosen Optimusmus getappt und nahmen die erste e-mail der örtlichen IG BAU schulterzuckend zur Kenntnis. Doch wir liessen uns belehren, dass damit 168 Beschäftigten die Entlassung droht und selbst die Übernahme durch die Dr. Sasse AG keinesfalls eine Verbesserung bedeutete, eher im Gegenteil. Also wahrlich kein Gerund zum Feiern, weshalb die IG BAU fordert, dass die Reinigungskräfte auf dem Flughafen von der neuen Firma übernommen werden – und zwar zu den bisherigen Arbeitsbedingungen, wofür sich die Flughafen GmbH einsetzen müsse – und wir dies mit einigen weiteren Informationen unterstützen:

  • 168 Reinigungskräfte entlassen: Droht Streik am Flughafen Düsseldorf? IG BAU fordert Sozialtarifvertrag und Job-Erhalt bei neuer Reinigungsfirma New
    Am Düsseldorfer Flughafen könnte es noch im Advent Streiks geben – mit schmutzigen Toiletten und dreckigen Gates. Der Grund: Die Dienstleistungsfirma Klüh Cleaning GmbH will alle 168 Reinigungskräfte am Airport bis Ende des Jahres auf die Straße setzen. Einem Teil der Beschäftigten sei bereits gekündigt worden, berichtet die IG BAU. Für Mahir Sahin, Sekretär bei der Gebäudereiniger-Gewerkschaft, steht fest: „Wenn nicht bald ein Sozialtarifvertrag für die Mitarbeiter vorgelegt wird, könnte der Arbeitskampf schnell starten.“…” Pressemitteilung vom 01.12.2017 externer Link

    • Die Unterschriftensammlung ” Solidarität mit den Klüh-ReinigerInnen! Für Übernahme und Weiterbeschäftigung am Düsseldorfer Airport!” gibt es nun auch online externer Link
  • Düsseldorf, Flughafen: Der Kampf der Klüh ArbeiterInnen geht weiter! 
    Klüh-ReinigerInnen weiter aktiv gegen die 168 Kündigungen am Düsseldorfer Flughafen. Forderungen der KollegInnen: Sofortige Rücknahme der Kündigungen /Weiterbeschäftigung bei Klüh oder Übernahme durch den neuen Dienstleister Dr.Sasse. Demo wurde im Airport in der Abflughalle und in der Ankunftshalle durchgeführt. Demo war kämpferisch und lautstark. Viel Zuspruch durch Passagiere und anderen ArbeiterInnen am Airport. Solidarität durch Teilnahme mit Vertretern seitens DGB/ver.di/Die Linke/DKP/DIDF. An der Demo nahmen 80 KollegInnen teil. Klüh-ReinigerInnen sind entschlossen und motiviert weiter zu kämpfen…” Bericht vom 12. November 2017 bei „Arbeit Zukunft“ online externer Link

  • Solidarität mit den Klüh-ReinigerInnen! Für Übernahme und Weiterbeschäftigung am Düsseldorfer Airport!
    168 Klüh-ReinigerInnen am Düsseldorfer Airport sind von Arbeitsplatzverlust bedroht. Die KollegenInnen kämpfen für Übernahme und Weiterbeschäftigung und brauchen Solidarität, daher ein Solidaritätsaufruf mit Unterschriftenliste . Die Liste der UnterzeichnerInnen soll bitte bis spätestens 05.11.2017 per Post an die IG BAU, Friedrich Ebert Str.34-38, 40210 Düsseldorf oder an: mahir.sahin@igbau.de
  • »Diese Massenentlassung nehmen wir nicht hin«. Reinigungskräfte am Düsseldorfer Flughafen sollen gekündigt werden. IG BAU organisiert Gegenwehr.
    “… Klüh hat im Düsseldorfer Raum viele andere Objekte, und es kommen immer neue hinzu. Dennoch sollen die 168 dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen werden. Darunter sind Schwerbehinderte und sogar Betriebsratsmitglieder. Die Kolleginnen und Kollegen, die seit Jahren einen harten und guten Job machen, bangen jetzt um ihre Existenz. Viele sind seit etlichen Jahren am Airport, einige seit Jahrzehnten im Unternehmen. Viele Beschäftigte sind es leid, nach Ausschreibungen immer wieder neu in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt oder in die Arbeitslosigkeit geschickt zu werden.
    jw: Der Betriebsrat hat bereits einen Interessenausgleich und womöglich auch einen Sozialplan für die Beschäftigten ausgehandelt, die von Entlassung bedroht sind. Warum sind Sie damit nicht zufrieden?
    Mit der Mehrheit des Betriebsrats der Firma Klüh haben wir leider keine sehr enge Kooperation. Die uns bekannten Abfindungssummen aus den Kündigungsschreiben lassen vermuten, dass diese weit unter den gesetzlichen Möglichkeiten liegen. Das wäre für die entlassenen Reinigungskräfte katastrophal. (…) Es gibt Menschen, die sich mit dem Kampf der Beschäftigten um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze solidarisieren möchten. Diese haben wir in einem Unterstützerkreis zusammengebracht. Das sind Mitglieder anderer Gewerkschaften, aus einem migrantischen Arbeiterverband und politisch aktive Menschen. (…) Von Klüh erwarten wir ein gleichwertiges Angebot zur Weiterbeschäftigung für möglichst viele Kolleginnen und Kollegen. Vom neuen Dienstleister Sasse erwarten wir eine Übernahme der Mitarbeiter – und zwar unter Berücksichtigung der bisherigen Beschäftigungszeit und mit allen Rechten aus dem vorherigen Arbeitsverhältnis. Unsere Forderung ist klar: Arbeit für alle 168 Beschäftigten. Von welchem Dienstleister auch immer, aber unbefristet. Dafür machen wir jetzt Druck, mit Protesten und öffentlichkeitswirksamen Aktionen
    …” Ein Gespräch mit Mahir Sahin, Gewerkschaftssekretär der IG Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU) in der Region Rheinland, von Daniel Behruzi in der jungen Welt vom 12.10.2017 externer Link
  • Flughafen Düsseldorf: 168 Mitarbeiter von Reinigungsfirma Klüh vor Entlassung
    Mitarbeiter der Servicefirma Klüh, die bislang am Düsseldorfer Airport arbeiten, könnten bald ihre Jobs verlieren. Zum Jahreswechsel übernimmt ein anderes Unternehmen die Flughafen-Reinigung. Ein Sprecher des Düsseldorfer Unternehmens bestätigte am Dienstag eine Mitteilung der Industriegewerkschaft “Bauen Agrar Umwelt”. Insgesamt 168 Beschäftigten drohe die Entlassung, erklärten die Gebäudereiniger-Gewerkschaft und Klüh übereinstimmend. Viele von ihnen seien erfahrene Mitarbeiter und seit vielen Jahren auf dem Flughafen aktiv. (…) Für die Sauberkeit in den Terminals wird dann [ab Jahresanfang 2018] die süddeutsche Firma Dr. Sasse AG verantwortlich sein…” Artikel vom 11. Oktober 2017 bei der Rheinischen Post online externer Link