Dossier

rynair lowest wagesDeutsche Piloten haben Ryanairchef Micheal O’Leary zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Die Ryanair Piloten in der EU weisen schon seit zwei Monaten daraufhin, dass sie Verhandlungen mit dem Unternehmen aufnehmen möchten, um auf direktem Weg die Probleme anzugehen, vor denen das fliegende Personal und die Passagiere von Ryanair derzeit stehen. Bisher stoßen sie bei Ryanair jedoch nur auf eine vollständige Blockadehaltung. Deutsche Ryanair-Piloten haben nun mit Unterstützung der Vereinigung Cockpit (VC) eine Tarifkommission gegründet, die Verhandlungen mit Ryanair über Einzelheiten eines Tarifvertrags aufnehmen möchte. Es liegt auf der Hand, dass die derzeitigen Vereinbarungen, die auf den Basen in Deutschland gelten, nicht dieselbe Rechtsstellung haben wie ein gemeinsames Arbeitsabkommen, und dass Ryanair nationale Gewerkschaftsverträge verhandeln muss, um die Einhaltung sowohl europäischer als auch nationaler Regelungen in Deutschland sicherzustellen…” Cockpit-Meldung vom 17. November 2017 externer Link, UFO ebenso, siehe dazu auch:

  • 600 Flüge gestrichen: Ryanair steht vor dem ersten Streiksommer 
    Beschäftigte organisieren sich zunehmend in Gewerkschaften und kämpfen gegen schlechte Arbeitsbedingungen (…) Ryanair steckt in einem tiefgreifenden Wandel, seit sich Piloten und Flugbegleiter zunehmend in Gewerkschaften organisieren und europaweit vernetzen. Sie setzen sich für höhere Löhne, gegen Leiharbeit und für bessere Arbeitsbedingungen ein. Die einstmals strikt anti-gewerkschaftliche Airline hat sich schon im vergangenen Jahr zu einem Kurswechsel entschlossen und erste Verhandlungen mit den Beschäftigten aufgenommen. Jährliche Mehrkosten von bis zu 100 Millionen Pfund (112 Mio Euro) haben die Iren für das laufende Geschäftsjahr schon eingerechnet. Für den etwas sanfteren Kurs steht der von Malaysia Airlines geholte Organisationschef Peter Bellew, der manchen bereits als Nachfolger des Hardliners und Ryanair-Chefs Michael O’Leary gilt. Zu einem Erfolg haben die seit Wochen auf nationaler Ebene geführten Verhandlungen bislang allerdings nicht geführt. (…) Einem ersten Piloten-Warnstreik zu Weihnachten in Deutschland und einem mehrtägigen Ausstand der Kabinencrews zu Ostern in Portugal folgen nun in der Hauptreisezeit im immer engeren Takt kleinteilige Arbeitskämpfe irgendwo im weiten Ryanair-Reich. Für Freitag hat die Fluggesellschaft bereits 24 Flüge zwischen Irland und Großbritannien abgesagt, weil die irischen Piloten bereits ein zweites Mal die Arbeit niederlegen. In der kommenden Woche wollen sie das auch noch einmal am Dienstag tun, bevor die Flugbegleiter in Italien, Spanien, Portugal und Belgien am Mittwoch und Donnerstag folgen. An beiden Tagen hat Ryanair jeweils 600 von mehr 2400 geplanten Flügen abgesagt. Betroffen sind je rund 50.000 Passagiere. Es gehe um täglich 200 Flüge von und nach Spanien sowie jeweils 50 für Portugal und Belgien, zusammen rund 12 Prozent des gesamten Angebots für ganz Europa. In diesen drei Ländern haben die jeweiligen Gewerkschaften die Flugbegleiter bei Ryanair aufgerufen, die Arbeit niederzulegen…” Artikel von Christian Ebner vom 19.07.2018 beim ND online externer Link – siehe dazu internationale Berichte und Kommentare:

    • Belgien: Der belgische Flughafen Charleroi – ein Zentrum der Streikbewegung der Ryanair-Piloten New
    • Niederlande: In den Niederlanden scheitert Ryanair mit dem Versuch, den Pilotenstreik gerichtlich verbieten zu lassen New
    • Schluss mit billig! Piloten des irischen »Low Cost«-Fliegers Ryanair in fünf Ländern im Ausstand. Einsatz von Streikbrechern in den Niederlanden New
      „… Mit 250 Ausfällen war die BRD ein Schwerpunktland des bislang größten Pilotenstreiks in der Geschichte des Unternehmens. Ryanair hat hierzulande elf Basen. In Frankfurt am Main und in Berlin blieben am Freitag morgen sämtliche Flugzeuge am Boden. Am belgischen Hauptstadtflughafen in Brüssel sollten 26 von 46 Flügen ausfallen, in Charleroi 82. In Schweden strich ­Ryanair 22 Verbindungen am Airport Skavsta, südlich von Stockholm. In Irland mussten 20 Flüge gecancelt werden. (…) In den Niederlanden war der Billigflieger am Donnerstag abend mit dem Versuch gescheitert, den Streik per Gerichtsbeschluss stoppen zu lassen. Flugausfälle habe es dort aber nicht gegeben, teilte das Unternehmen mit. Nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereniging Neder­landse Verkeersvliegers (VNV) wurden in den dortigen Jets Manager mit Pilotenlizenz und Leihbeschäftigte als Streikbrecher eingesetzt. (…) Hinzu kommt, dass die bis Ende 2017 als »gewerkschaftsfrei« geltende Fluggesellschaft nach wiederholten Arbeitsniederlegungen der irischen Piloten Ende Juli angekündigt hatte 300 Arbeitsplätze in Irland vernichten und Teile der Flotte ins Niedriglohnland Polen verlegen zu wollen. Höchste Zeit also, sich international gegen Lohndumping, Leiharbeit und Scheinselbständigkeit zu wehren. Noch besser wäre es, wenn sich die Gewerkschaften auch endlich dazu aufraffen könnten, Piloten und Flugbegleiter gemeinsam zum Streik aufzurufen. Doch das dürfte noch ein weiter Weg sein, wie das Beispiel BRD zeigt: Während hierzulande die Piloten von der VC vertreten werden, streiten sich die Gewerkschaft Verdi und die Unabhängige Flugbegleiterorganisation (UFO) um die Zuständigkeit für das Bordpersonal. Ryanair wird’s freuen: Die Airline verhandelt mit allen Organisationen parallel und kann sich dann die billigsten »Angebote« heraussuchen.“ Artikel von Stefan Thiel in der jungen Welt vom 11.08.2018 externer Link
    • Ryanair: Die Hölle friert zu. 10. August könnte Schwarzer Freitag für Ryanair werden. Europäische Streikbewegung verdient Unterstützung 
      aktion ./. arbeitsunrecht hat deutsche und englische Solidaritäts-Banner für Facebook und Twitter produziertDer nach Passagierzahlen größten Airline Europas droht mitten in der Urlaubssaison der größte Streik ihrer 34jährigen Firmengeschichte: Piloten aus Irland, Belgien, Schweden und Deutschland werden am 10.8.2018 die Arbeit niederlegen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte die britische Airline Pilots Association (BALPA) einsteigen, die nach unbefriedigenden Tarifverhandlungen eine Urabstimmung vorbereitet, auch das Kabinen-Personal und Fluglotsen sind in Unruhe. In den Niederlanden versucht Ryanair, einen Streik der Piloten-Vereinigung VNV während der Sommermonate gerichtlich verbieten zu lassen; die irischen Ryanair-Beschäftigten sollen mit massiven Stellenstreichungen und Standortverlagerung nach Polen abgestraft werden. Der Arbeitskampf verspricht auch deshalb historisch zu werden, weil hier ein skrupelloser Konzern durch konzertiertes Vorgehen organisierter Lohnabhängiger europaweit in die Zange genommen wird. (…) Der Zeitpunkt scheint äußerst günstig. Das europäische Flugverkehrsnetz steht auch ohne Streiks schon vor dem Kollaps. Maßloses Wachstum der Passagierzahlen bei gleichzeitigem, profit-getriebenem Sparzwang, organisatorisches Chaos durch ein Dickicht aus ausgelagerten Sub-Unternehmen („Optimierung der Wertschöpfungskette“ nach McKinsey), katastrophale Personalausstattung bei Sicherheitspersonal, Fluglotsen, Piloten und Einsatzzentralen (Dispatcher) haben zu einer derart wackligen Situation geführt, dass kleine Stöße schon zum Zusammenbruch führen können. (…) Hinzu kommen Streiks französischer Fluglotsen, denen sich spanische Kollegen anschließen könnten. (…) Auch in Spanien brodelt es aufgrund von Privatisierungen und Personalknappheit, etwa im Kontrollzentrum von Barcelona. Michael O’Leary macht sich auch hier keine Freunde: Er fordert eine europäische Liberalisierung, um die nationalen Flugsicherungen durch noch mehr Wettbewerb unter Druck zu setzen und Streikkerne zu zerschlagen (…) Es ist zu hoffen, dass diese Streikbewegung erfolgreich wird. Eine solidarische Kooperation von Lohnabhängigen verschiedener Länder wäre eine Methode, kreative Nutznießer von EU-Schlupflöchern in den Griff zu kriegen – wenn Regulierungsbehörden, Regierungen, Staatsanwaltschaften und Gerichte weitgehend versagen oder sogar mit den Konzernen paktieren. Es wäre zu wünschen, dass auch Amazon, Deliveroo, Flixbus, DHL und viele andere Bad Companies europaweit angegangen würden.” Beitrag von Elmar Wigand vom 8. August 2018 bei Arbeitsunrecht externer Link (Der Beitrag erschien am 6.8.2018 auf nachdenkseiten.de. (s.u.) Dies ist eine aktualisierte Fassung). aktion ./. arbeitsunrecht hat deutsche und englische Solidaritäts-Banner für Facebook und Twitter produziert externer Link
    • Die Ryanair-Piloten streiken zurecht. Wer seine Piloten so schlecht behandelt wie Ryanair, muss sich nicht wundern, wenn er bestreikt wird 
      „… Viele Reisende freuen sich über solche Billigangebote. Doch auch die Low-Cost-Tarife haben ihren Preis, nur zahlen den andere. Die Piloten etwa und die Flugbegleiter. Sie verdienen nicht nur deutlich weniger als ihre Kollegen bei tarifgebundenen Airlines. Oft haben sie gar keinen arbeitsrechtlichen Schutz. Auf dem Papier arbeiten viele als Selbstständige, die von Ryanair angeheuert werden. Die Airline führt für sie keine Sozialversicherungsbeiträge ab und kann auch jederzeit den Einsatzort ändern. Ein Traumjob ist das nicht, im Gegenteil. Während sich seinerzeit das Verständnis der Kunden für die hoch bezahlten Piloten in Grenzen hielt, sieht es dieses Mal anders aus. Viele Piloten, die bei Ryanair unter Vertrag sind, verdienen weniger als ein deutscher Facharbeiter. Ein Tarifvertrag mit vernünftigen Konditionen ist daher überfällig. Dass es geht, zeigt die Konkurrenz, etwa Easyjet. Das Unternehmen schafft es, günstige Flüge anzubieten und dennoch seinen Beschäftigten Tarifgehälter zu zahlen…“ Kommentar von Heike Jahberg vom 08.08.2018 im Tagesspiegel externer Link
    • Vereinigung Cockpit kündigt 24stündigen Streik am Freitag bei Ryanair an – zeitgleich mit Ryanair-Piloten in Belgien, Irland und Schweden 
      Die Vereinigung Cockpit (VC) kündigte im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch, den 08.08.2018 an, dass sie ab Freitag Morgen für 24 Stunden bei Ryanair streiken wird. Der Arbeitskampf wird von 03:01 Uhr am Freitag, den 10.08.2018 bis um 02:59 Uhr am Samstag, den 11.08.2018 dauern. Zum Streik aufgerufen sind alle festangestellten Piloten, die an Ryanair-Stationen in Deutschland beschäftigt sind. Es sind alle Verbindungen betroffen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen. Am 30.07.2018 endete die von der VC unter den Ryanair-Piloten durchgeführte Urabstimmung zum Manteltarifvertrag und zum Vergütungstarifvertrag. Das mit 96% Zustimmung überwältigende Urabstimmungsergebnis ist ein klares Votum für die Durchführung von Arbeitskampfmaßnahmen. Gleichwohl wurde seitdem kein verbessertes Angebot aus Dublin vorgelegt. Vielmehr beschränkte sich die Ryanair-Geschäftsführung darauf, in einem Schreiben an die VC von letzter Woche die aus ihrer Sicht maßgeblichen Verhandlungspositionen zu wiederholen und zusammenzufassen. (…) Zeitgleich zu dem Arbeitskampf in Deutschland werden am Freitag auch die Ryanair-Piloten in Belgien, Irland und Schweden streiken…” Cockpit-PM vom 8. August 2018 externer Link
    • Ryanair: Die Hölle friert zu
      “Der kommende Freitag könnte ein Schwarzer Freitag für Ryanair werden. Der nach Passagierzahlen größten Airline Europas droht mitten in der Urlaubssaison der größte Streik ihrer 34-jährigen Firmengeschichte. Es könnte zu Pilotenstreiks in sechs Ländern kommen, auch das Kabinen-Personal und Fluglotsen sind in Unruhe. Der Streik verspricht auch deshalb historisch zu werden, weil hier ein skrupelloser Konzern durch konzertiertes Vorgehen organisierter Lohnabhängiger europaweit in die Zange genommen wird. (…) Piloten aus Irland, Belgien, Schweden und den Niederlanden wollen die Arbeit niederlegen. Die Vereinigung Cockpit informiert am kommenden Mittwoch in Frankfurt über Streikmaßnahmen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte die britische Arline Pilots Association (BALPA) einsteigen, die nach unbefriedigenden Tarifverhandlungen eine Urabstimmung vorbereitet. In London-Stansted liegt das logistische Drehkreuz von Ryanair, ein Viertel der Ryanair-Flüge gehen von oder nach Großbritannien. Unklar ist, ob auch die Internationale Transportarbeiter Föderation (ITF), ein Gewerkschaftsdachverband im Transportgewerbe, zu dem auch Verdi gehört, das Kabinenpersonal erneut zu Streiks aufrufen wird. Die ITF hatte mit mit zwei Streiktagen am 25. + 26. Juli durch Flugbegleiter aus Portugal, Spanien, Italien und Belgien einen Ausfall von 600 Flügen herbei geführt. Der Zeitpunkt scheint äußerst günstig. Das europäische Flugverkehrsnetz steht auch ohne Streiks schon vor dem Kollaps. Maßloses Wachstum der Passagierzahlen bei gleichzeitigem profit-getriebenen Sparzwang, organisatorisches Chaos durch ein Dickicht aus ausgelagerten Sub-Unternehmen (“Optimierung der Wertschöpfungskette” nach McKinsey), katastrophale Personalausstattung bei Sicherheitspersonal, Fluglotsen, Piloten und Einsatzzentralen (Dispatcher) haben zu einer derart wackligen Situation geführt, dass kleine Stöße schon zum Zusammenbruch führen können…” Beitrag von Elmar Wigand vom 6. August 2018 bei den NachDenkSeiten externer Link
    • Ryanair kündigt deutschen Piloten neues Angebot an / In Irland soll ein Schlichter helfen / Klage gegen Ryanair in Spanien 
      Den deutschen Piloten will Ryanair-Chef O’Leary am Freitag ein neues Angebot vorlegen. Die Frist dafür läuft allerdings heute aus. Und auch in Irland geht das Management auf die Cockpit-Crews zu. Ryanair hat der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ein neues Angebot angekündigt. Dieses solle am Freitag (10. August) bei einem Treffen erörtert werden, sagte ein Sprecher zu airliners.de. Ob die VC das Angebot annimmt, ist noch unklar. Denn eigentlich hat die VC Ryanair bis zum heutigen Montag eine letzte Frist für ein Entgegenkommen gesetzt. Am Mittwoch (8. August) will die VC dann über das weitere Vorgehen informieren. Wahrscheinlich scheint ein Streik der deutschen Ryanair-Piloten am Freitag – an dem Tag streiken auch die Cockpit-Crews in Belgien, Irland und Schweden. Die Flugzeugführer aus den Niederlanden überlegen, sich ebenfalls an dem Ausstand zu beteiligen. (…) In Spanien haben die Piloten von Ryanair zwar noch nicht gestreikt, allerdings pochen auch sie auf “humanere Arbeitsbedingungen”. Ihnen gehe es in erster Linie nicht um eine bessere Bezahlung, teilt die Gewerkschaft Sepla mit. Sie reichte nun beim obersten Nationalgericht Klage gegen Ryanair ein. Sepla wolle die Fluggesellschaft dazu bringen, das spanische Arbeitsrecht bei Verträgen anzuwenden, heißt es zur Begründung.” Meldung vom 6.8.2018 bei airliners externer Link
    • Portugal: Die Drohungen von Ryanair gegen portugiesische Kabinen-Besatzungen: „Wer streikt, wird nicht befördert – und wir verlagern ohnehin nach Polen“
    • Belgien: Streikbeschluss der belgischen Ryanair-Piloten – zusammen mit den irischen Kollegen – für 10. August
    • Ryanair will wohl Schlichter für irische Piloten
      Die irischen Piloten wollen kommende Woche zum fünften Mal Ryanair bestreiken. Das Unternehmen will laut Medien einen Schlichter einsetzen – die Gewerkschaft begrüßt dies. Im Tarifkonflikt mit den irischen Piloten setzt Ryanair auf einen Schlichter. Dies berichtete am Freitag der englischsprachige Sender “RTÉ”. Ryanair war zunächst zu keiner Stellungnahme zu erreichen. Die Gewerkschaft Forsa, dessen Pilotendivision Ialpa mit Ryanair verhandelt, begrüßte die Entwicklung (…) Gleichzeitig machte der Sprecher deutlich, dass der fünfte Streiktag der irischen Piloten am kommenden Freitag (10. August) davon unberührt bleibe. Ryanair hat deswegen im Voraus bereits 140 Flüge gestrichen.” Meldung vom 3.8.2018 bei airliners externer Link
    • Streik gegen Ryanair: An einem Strang
      Wenn derzeit gestrandete Urlauber nicht wie geplant abheben können, weil europaweit beim irischen Billigflieger Ryanair gestreikt wird, dann sollten sie das Beste aus der unverhofften Zwangspause machen. Wer die Streiknachricht nicht rechtzeitig per SMS empfangen hat und bereits im Terminal angekommen ist, könnte sich direkt mit den Streikposten solidarisieren und sich bei ihnen über die Ursachen des Arbeitskampfes informieren. (…) Erfreulich an der aktuellen Streikbewegung ist ihr europaweiter Charakter. Offensichtlich haben sich die maßgeblichen Gewerkschaften in Irland, Spanien, Portugal, Belgien und Italien abgestimmt. Sie haben die Gunst der Stunde erkannt und wissen, dass die sommerliche Hauptreisezeit der optimale Augenblick ist, um wirksam Druck auszuüben. Streiks sollen keine Operette sein, sondern richtig wehtun. Höchste Zeit, dass jetzt auch in Deutschland die Flieger am Boden bleiben. 96 Prozent der in der Gewerkschaft Cockpit organisierten Ryanair-Piloten haben für Streik gestimmt. Die Stunde der Wahrheit schlägt Mitte kommender Woche, wenn sich die Cockpit-Spitze in Frankfurt am Main äußern will. Kostendruck, Prekarisierung, Liberalisierung und Privatisierung machen allen Beschäftigten der Luftfahrt zu schaffen – von den Piloten bis zu den Niedriglöhnern in Bodendiensten und bei der Reinigung. Daher sollten jetzt auch alle an einem Strang ziehen und sich gemeinsam wehren.” Kommentar von Hans Gerd Öfinger vom 02.08.2018 beim ND online externer Link
    • Urabstimmung bei Ryanair beendet – Piloten stimmen für Streik auch in Deutschland [Ultimatum bis Mittwoch, 8. August 2018]
      Am heutigen 30. Juli 2018 endete die Urabstimmung über den Manteltarifvertrag (MTV) und den Vergütungstarifvertrag (VTV) für die Piloten der Ryanair. Mit den abgegebenen Stimmen sprachen sich die Piloten mit dem überwältigenden Ergebnis von 96 % beim MTV und 96 % beim VTV deutlich dafür aus, mittels Streiks ihre Forderungen durchzusetzen. Streiks werden aus Rücksichtnahme auf die Passagiere mindestens 24 Stunden vorab angekündigt. „Wir geben Ryanair eine allerletzte Frist bis zum 6. August 2018, um doch noch ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Leider ist dies bislang nicht erfolgt, und auch die Gespräche am vergangenen Freitag blieben ohne den erhofften Fortschritt“, sagte Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik bei der Vereinigung Cockpit (VC). „Ryanair hat in den Verhandlungen seit Januar diesen Jahres auf Zeit gespielt. Wenn nun auch das Signal der Urabstimmung nicht ernst genommen wird, sind Streiks – wie auch in anderen europäischen Ländern – unvermeidlich…” Cockpit-Pressemitteilung vom 30 Juli 2018 externer Link
    • Raynair: Beim Streik geht es nicht nur um mehr Gehalt sondern um die Struktur eines Tarifvertrags 
      „… In Irland, Portugal, Spanien und Belgien streikten in dieser Woche die Piloten und das Kabinenpersonal von Ryanair. Was wollen sie erreichen? Generell wird für Tarifverträge gestreikt, die es bei Ryanair bislang nicht gibt. In Deutschland gibt es zum Beispiel nur Individualverträge. Einige Mitarbeiter sind festangestellt, sehr viele weitere arbeiten wiederum nach dem »Contractor-Modell«, das heißt, dass sie nicht direkt bei Ryanair angestellt sind. Die Pilotinnen und Piloten sowie die Kabinenbesatzungen sind mit dieser Situation nicht zufrieden. Man schenkt ihnen kein Gehör. Deswegen formiert sich in den genannten Ländern Widerstand, aber auch in Griechenland, Italien, Großbritannien und Deutschland. Das »Contractor-Modell« klingt nach Leiharbeit Ryanair bietet das als »Service« an. Piloten werden nicht von der eigentlichen Fluggesellschaft eingestellt, sondern sie werden bei verschiedenen Firmen beschäftigt und über diese vermittelt. De facto sind sie festangestellt bei Ryanair, haben etwa Dienstpläne von dem Unternehmen. Offiziell sind sie es auf dem Papier dagegen nicht. Ryanair verweist darauf, dass auch andere Fluggesellschaften solche Modelle nutzen. Bei der Eurowings-Gruppe gibt es das nicht, ebensowenig bei Lufthansa oder TUI fly. Wenn überhaupt, gebraucht der Großteil der Flugbetriebe in Europa das nur zu einem kleinen Prozentsatz. ­Ryanair dagegen ist mit diesem Modell groß geworden. Der Grund dafür ist ganz einfach: die Einsparung von Sozialabgaben und keine Bindung der Angestellten an das Unternehmen. Und wenn irgendetwas ist, können die Beschäftigten ganz schnell gekündigt werden. Das hat natürlich nur Vorteile für das Unternehmen. (…) Wie sehen die Tarifforderungen aus? In Deutschland handelt es sich um einen Vergütungstarifvertrag. Wir möchten weniger variable, dafür einen größeren Anteil fixe Bezahlung haben. Es soll Klarheit darüber herrschen, wieviel Gehalt man am Ende des Monats bekommt. Momentan ist es bei Ryanair so: Wenn man viel arbeitet, kann man viel Geld verdienen – wer aber krank oder im Urlaub ist, bekommt kein oder nur sehr wenig Geld. Es geht also nicht nur um höhere Löhne, sondern um die Strukturen, anhand derer Piloten entlohnt werden. In dem Zusammenhang wäre auch Mutterschutz ein Thema für einen zukünftigen Manteltarifvertrag. Wir leben nicht mehr in einer Zeit, in der man die Gewerkschaften am langen Arm verhungern lässt. Das ist nicht zeitgemäß…“ Interview von Susanna Kütter mit Janis Schmitt vom 27.07.2018 in der jungen Welt externer Link
    • Belgien: Das war eine regelrechte Rekord-Beteiligung: 80% der Ryanair-Belegschaft streikten in Brüssel – nur der Flug nach Berlin fand statt
    • Italien: 132 Flüge in Italien gestrichen: Auch hier haben die Drohungen und illegalen Angebote an Streikbrecher die Entschlossenheit von Ryanair-Kabinenbesatzungen nur erhöht…
    • Portugal: 75% aller Ryanair-Flüge in Portugal: Gestrichen dank massiver Streikbeteiligung
    • Spanien: Wo die Drohungen am schärfsten waren: Das Regierungsdiktat vom „Notdienst“ hat den Ryanair-Streik in Spanien nicht verhindern können
    • Ryanair-Flugbegleiterin packt aus “Wenn ihr für 20 Euro in den Urlaub fliegt, hat das seinen Preis” 
      Sie muss ihre Verpflegung fürs Flugzeug selbst mitbringen, verdient wenig – und bei Flugausfällen gar nichts: Hier berichtet eine Flugbegleiterin von Ryanair von ihren miserablen Arbeitsbedingungen. (…) Was steckt hinter dem Streik? Hier berichtet eine Ryanair-Flugbegleiterin von miserablen Arbeitsbedingungen. Die Mitarbeiterin möchte zu ihrem eigenen Schutz anonym bleiben. Laut der Gewerkschaft Ver.di sind die meisten Flugbegleiterinnen bei Ryanair zwischen 18 und 30 Jahre alt und kommen aus wirtschaftlich gebeutelten Krisenländern in Süd- oder Osteuropa. Viele verlassen das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder. Wer allerdings keine Fremdsprachen spricht, – Ryanair verlangt nur Englisch – dem falle ein Wechsel in Deutschland schwer. Und: Viele haben noch Schulden bei ihrem Arbeitgeber, da Flugbegleiter bis vor Kurzem ihre interne Kurzausbildung selbst zahlen mussten. In der jüngeren Vergangenheit hat es immer mehr Zusammenschlüsse von Ryanair-Mitarbeitern gegeben, die etwas in ihrem Unternehmen verändern wollen. Und das möchte auch unsere Gesprächspartnerin…” Interview von Sarah Wiedenhöft vom 26.07.2018 beim Spiegel online externer Link
    • Ryanair droht Streikenden mit “schwerwiegende Konsequenzen” 
      “… Schwerpunkt ist Spanien, wo pro Tag von Ryanair vorsorglich 200 Flüge gestrichen wurden, um ein Chaos an Flughäfen zu vermeiden. In Spanien legte die Regierung allerdings auch Minimaldienste fest, um die Auswirkungen im Urlaubsland zu begrenzen. Derlei gab es weder in Portugal noch in Belgien, in Brüssel sollen 80% und in Charleroi 70% der Beschäftigten gestreikt haben. In Spanien müssen 100% der Inlandsflüge auf die Inseln und 59% der internationalen Verbindungen und zwischen 35 und 59% der Flüge auf der Iberischen Halbinsel durchgeführt werden, womit das Streikrecht der Beschäftigten erheblich beschnitten wurde. Für Italien waren im Vorfeld die Auswirkungen des Aufrufs der Gewerkschaften CGIL und UIL ungewiss geblieben. Ryanair hatte mitgeteilt, grundsätzlich könnten alle Ziele betroffen sein, die dort angeflogen werden. Insgesamt sollen mindestens 132 Flüge auch in Italien ausgefallen sein. Betroffen waren vor allem die Ryanair-Basis an den Flughäfen Mailand-Bergamo und Pisa. Hier spielten sich Szenen ab, die die Airline insgesamt mit Umbuchungen, Rückerstattung der Ticketpreise und anderen Maßnahmen zu verhindern versucht hatte. In Portugal soll nach Angaben der Gewerkschaft die Streikbeteiligung mit 90% der Beschäftigten besonders groß gewesen und 50% der Flüge sollen ausgefallen sein. (…) Ryanair hatte streikwilligen Mitarbeitern gedroht und zudem die Drohkulisse nach dem Pilotenstreik in Irland weiter hochgezogen. Am Mittwoch wurde angekündigt, dass die Flotte in der irischen Hauptstadt Dublin um 20% verkleinert werden soll. 300 Stellen seien gefährdet, betroffen sollen 100 Piloten und 200 Beschäftigte des Kabinenpersonals sein. Begründet wurde das unter anderem mit rückläufigen Buchungen wegen der Pilotenstreiks. Doch die lassen sich davon offenbar auch nicht beeinflussen und haben einen neuen Streiktag für den 3. August angekündigt…” Artikel von Ralf Streck vom 25. Juli 2018 bei telepolis externer Link
    • Flugbegleiter streiken bei Ryanair: Stellenstreichungen angekündigt – angedroht? 
      Wegen eines Flugbegleiterstreiks in mehreren Ländern hat der Billigflieger Ryanair für diesen Mittwoch europaweit 300 Flüge abgesagt. Betroffen sind auch mehrere Verbindungen von und nach Deutschland, wie eine Flughafen-Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hat. Gestreikt wird bis einschließlich Donnerstag an den Ryanair-Basen in Spanien, Portugal und Belgien. Noch unklar sind hingegen Auswirkungen eines Streikaufrufes der italienischen Gewerkschaft CGIL an die dort stationierten Piloten und Flugbegleiter. Grundsätzlich könnten am Mittwoch alle Flughäfen betroffen sein, die Ryanair in Italien anfliegt, hatte ein Sprecher erklärt. (…) Die deutschen Gewerkschaften für Piloten und Flugbegleiter haben bislang keinen Arbeitskampf bei Ryanair ausgerufen. Bei der Vereinigung Cockpit läuft aber eine Urabstimmung bis Ende Juli. (…) Der Bestand in der irischen Hauptstadt soll von 30 auf etwa 24 Maschinen verringert werden. Die Streiks irischer Piloten hätten sich negativ auf die Buchungen ausgewirkt…” Meldung vom 25.07.2018 bei finanzen.net externer Link – Die irische Pilotengewerkschaft Ialpa (Division der Forsa) hat erneut einen Streik bei Ryanair terminiert. Man wolle am 3. August die Arbeit niederlegen, sagte ein Sprecher. Weitere Streiks wolle man im Laufe des Monats terminieren, melden die airliners externer Link
    • Ryanair versucht einen Streik (nicht nur) in Portugal zu verhindern: Mit Einschüchterung
    • Das spanische Finanzministerium macht für Ryanair den Streikbrecher gegen die Kabinenbesatzung
    • Ryanair findet die Gehälter seiner Angestellten in Belgien „hoch“ und daher Streiks „völlig überflüssig“
    • Ryanair: Streik muss sein. Die Auseinandersetzung zwischen Ryanair-Management und seinen Beschäftigten muss endlich geführt werden.
      Das Ryanair-Management steht vor einen Dauerkonflikt mit seinen Beschäftigten. Das kann für die Kunden der Airline äußerst unangenehm werden – wenn sie am Flughafen vergeblich auf den blau-gelben Flieger warten. Doch diese Auseinandersetzung muss endlich geführt werden. Ryanair konnte bislang seine Tickets billiger als die Konkurrenz anbieten. Aber auf Kosten des Cockpit- und Kabinenpersonals. (…) Für Ryanair wird das bedeuten, dass das Preisniveau steigt, dass Marktanteile zugunsten von Easyjet, Eurowings oder Wizz verloren gehen. Doch das wird sich in Grenzen halten, auch weil Ryanair in ganz Europa von Betreibern kleinerer Airports nach wie vor massiv subventioniert wird. (…) Letztlich profitiert die Airline dort von Steuergeld – die Flughäfen gehören in der Regel der öffentlichen Hand. Hier muss die EU-Kommission endlich einschreiten.” Kommentar von Frank-Thomas Wenzel vom 20.7.2018 in der Frankfurter Rundschau online externer Link
    • siehe dazu auch: Ryanair und ver.di unterzeichnen Anerkennungsvereinbarung
  • [Irland] Erster Pilotenstreik bei Ryanair
    Ein historischer Schritt: Piloten von Ryanair legen 24 Stunden lang die Arbeit nieder. Es ist der erste ordentliche Pilotenstreik in der Geschichte des Low-Costers. Die Airline reagiert mit Unverständnis – und mit Annullierungen. Ryanair streicht wegen der ersten ordentlichen Piloten-Streiks im Unternehmen am Donnerstag rund 30 Verbindungen. Laut Mitteilung sind dies 10,3 Prozent der für diesen Tag geplanten Verbindungen ab Irland. Denn die Gewerkschaft Ialpa hat die irischen Piloten zu einem 24-stündigen Arbeitskampf aufgerufen. (…) Wie tief die Gräben zwischen den beiden potenziellen Tarifvertragspartnern ist, zeigt folgender Punkt: Ryanair behauptet, dass die “Piloten bereits eine Gehaltserhöhung von 20 Prozent erreicht” hätten. “Dies wurde nicht vereinbart”, reagiert die Ialpa. (…) Ebenfalls ein Punkt, der nach airliners.de-Informationen immer wieder die Verhandlungen erschwert: Häufig muss das Ryanair-Management mit Gewerkschaftsmitgliedern verhandeln, die nicht für Ryanair fliegen, sondern bei einer anderen Airline arbeiten. Dies liegt bei Arbeitnehmervertretern mit ehrenamtlichen Vorständen nun einmal in der Natur der Sache, heißt es von den Gewerkschaften. (…) Um trotz tarifrechtlicher Landesgrenzen europaweit einheitlich agieren beziehungsweise abzustimmen zu können, haben sich Flugbegleiter sowie Piloten in der Eurecca (European Cabin Crew Association) und ITF und Eca (European Cockpit Association) organisiert. Die ECA formuliert für die Verhandlungen mit Ryanair folgende Ziele…” Meldung vom 12.07.2018 bei airliners externer Link, siehe dazu:

    • Arbeitskampf in Irland ist Weckruf für Ryanair im Heimatmarkt
      Die Vereinigung Cockpit (VC) unterstützt den Arbeitskampf der Ryanair-Piloten in Irland. Um faire und transparente Arbeits- und Vergütungsstrukturen zu schaffen sowie angemessene Rahmenbedingungen für einen sozialpartnerschaftlichen Dialog zu etablieren, stehen die europäischen Ryanair-Piloten geschlossen hinter den Forderungen der RTPG (Ryanair Transnational Pilot’s Group) und den nationalen Pilotengewerkschaften. „Der heutige Donnerstag wird ein Weckruf für Ryanair in seinem Heimatmarkt“, so Janis Schmitt, Vorstand und Pressesprecher der Vereinigung Cockpit. „Die Anerkennung von Gewerkschaften ist kein Selbstzweck, wenn den Worten keine Taten folgen. Und in vielen europäischen Ländern machen die Verhandlungen mit dem Ryanair-Management nur langsame bis gar keine Fortschritte.“…” PM vom 12 Juli 2018 von und bei Cockpit externer Link
  • Forderungen der europäischen Ryanair Piloten
    Die Ryanair Transnational Pilot’s Group (RTPG) fordert Ryanair auf, einen adäquaten Rahmen für die Verhandlungen der einzelnen europäischen Gewerkschaften zu gewährleisten und adressiert netzwerkweite Themen, die Gegenstand der Verhandlungen sein müssen. Die RTPG wurde im März dieses Jahr gegründet, um Regelungen, die alle europäischen Ryanairpiloten betreffen, einheitlich zu verhandeln. Die Vereinigung Cockpit (VC) gehört zu den Gründungsmitgliedern und unterstützt die Koordination der Tarifverhandlungen auf europäischer Ebene…” PM vom 10 Juli 2018 von und bei Cockpit externer Link mit den Forderungen der RTPG externer Link
  • Temperatursturz in der Hölle. Gewerkschaften gewinnen bei irischem Billigflieger Ryanair an Einfluss. Verdi bildet Tarifkommission für Flugbegleiter 
    „Michael O’Leary sei milde geworden, kommentierte das Handelsblatt am 22. Mai den vermeintlich neuen Führungsstil des Chefs der irischen Billigairline Ryanair. Am Tag zuvor hatte die Fluggesellschaft ihre Geschäftszahlen präsentiert und O’Leary von »Fortschritten in den Verhandlungen mit den Gewerkschaften« gesprochen. Der Fortschritt besteht in der Tatsache, dass der Konzern überhaupt mit den verschiedenen im Unternehmen vorhandenen Beschäftigtenorganisationen spricht und sie als Verhandlungspartner anerkennt. (…) Verdi will nach eigenen Angaben nun international mit den übrigen Gewerkschaften des Kabinenpersonals ein gemeinsames Vorgehen abstimmen. Vorerst keine Kooperation wird es jedoch mit der konkurrierenden UFO geben. Diese hatte Ryanair bereits im Oktober zu Tarifverhandlungen aufgerufen, eine eigene Kommission mit Mitarbeitern gebildet und eine Zusammenarbeit mit den entsprechenden Gewerkschaften in Irland, Italien, Portugal und Spanien angekündigt. So uneinig sich die Gewerkschaften auch sind, beide werden sich mit den prekären Bedingungen bei Ryanair beschäftigen müssen. So hat etwa ein Großteil der Mitarbeiter nur Leiharbeitsverträge. Kritik an dem Billigflieger übte am vergangenen Mittwoch auch die deutsche Standesvertretung der Piloten, Vereinigung Cockpit (VC). »Jeder Tag, den Ryanair mit scheinselbständigen Leihpiloten weiterfliegt, ist für sie ein Gewinn«, sagte VC-Präsident Ilja Schulz beim Deutschen Verkehrspilotentag in Frankfurt am Main. Die Airline setze andere Fluggesellschaften mit ihren niedrigen Kosten zu Lasten der Beschäftigten unter Druck…“ Artikel von Stefan Thiel in junger Welt vom 29.05.2018 externer Link
  • Streikbrecher an Bord. Billigfluglinie Ryanair setzt europaweit Beschäftigte unter Druck. Gewerkschaft spricht von »Nötigung« 
    Dem Unternehmen sind alle Mittel recht. Die Fluglinie Ryanair setzt europaweit Beschäftigte unter Druck, damit diese als Streikbrecher in Portugal Schichten schieben. Am Flughafen Faro gingen die Angestellten des Kabinenpersonals am Mittwoch den dritten Tag in Folge in den Ausstand. Elf von 18 geplanten Flügen seien erfolgreich verhindert worden, erklärte Luciana Passo von der Gewerkschaft des Kabinenpersonals SNPVAC am Mittwoch der portugiesischen Zeitung Observador. Es sind die ersten Streiks in der 34jährigen Firmengeschichte. (…) Auf zehn Basen in Deutschland habe Ryanair die Beschäftigten »in Bereitschaft« gesetzt, erläuterte eine Sprecherin der Gewerkschaft gegenüber jW. Die Mitarbeiter seien »genötigt« worden, sich nach Portugal versetzen zu lassen. (…) Dass dieses Vorgehen gängige Praxis ist, belegen Tonaufnahmen, die von der irischen Zeitung The Independent am Montag dokumentiert wurden. »Ryanair-Boss« Darrell Hughes habe spanischen Kabinenbeschäftigten mit »ernsthaften Konsequenzen« gedroht, wenn sie sich weigern sollten, als Streikbrecher in Portugal anzutreten. Hughes habe die Mitarbeiter aufgefordert, sich nicht dem Druck »anderer Leute« aus den »sozialen Medien« zu beugen und statt dessen ihrer Pflicht nachzukommen. Auf Nachfrage der Betroffenen, ob sie schriftliche Anweisungen erhalten könnten, habe Hughes geantwortet: »Seht Leute, wir haben keine Zeit, E-Mails zu verschicken oder Briefe zu schreiben.« Er garantiere aber jedem, sollten rechtliche Schritte eingeleitet gegen die Beschäftigten eingeleitet werden, werde Ryanair juristischen Beistand oder finanzielle Unterstützung leisten…” Artikel von Simon Zeise in der jungen Welt vom 05.04.2018 externer Link
  • [Streikbrecher gegen Streik in Portugal] ver.di verurteilt skandalöses Vorgehen bei Ryanair 
    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert das Vorgehen von Ryanair bei den momentan stattfindenden Kabinenstreiks auf das Schärfste. Hintergrund sind die ersten Kabinenstreiks in der Geschichte von Ryanair, die zurzeit in Portugal durchgeführt werden und die von Ryanair durch den Einsatz von Streikbrechern aus ganz Europa unterlaufen werden sollen. Die Beschäftigten streiken gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne. „Beschäftigte in ganz Europa, darunter also auch unsere Kolleginnen und Kollegen in Deutschland, werden von Ryanair nachweislich unter Druck gesetzt, als Streikbrecher zu agieren und die Streiks der Kabinenbeschäftigten in Portugal zu unterlaufen“, betont ver.di-Bundesvorstandmitglied Christine Behle. Sie würden unter Androhung von Disziplinarverfahren aufgefordert, die Flüge der Streikenden zu übernehmen…” Pressemitteilung vom 04.04.2018 externer Link
  • Portugal: Ryanair-Cabin Crew droht mit Streik an Ostern 
    Einige Ryanair-Kabinenmitglieder in Portugal haben damit gedroht, an Ostern zu streiken. Ryanair reagiert wie immer: mit Unverständnis. Die Streiks sind laut der Gewerkschaft SNPVAC für den 29. März und den ersten und vierten April angesetzt. “Die Gespräche mit dem Unternehmen haben nicht gefruchtet”, heißt es in einem Statement der Gewerkschaft, das die Nachrichtenagentur “Reuters” zitiert, “Ryanair weigert sich, portugiesisches Recht anzuwenden.” Laut der Gewerkschaft wollen die Crew-Mitglieder wegen unterirdischer Arbeitsbedingungen streiken – als Beispiel nennt sie Disziplinarverfahren und Drohungen, wenn jemand die Verkaufsziele auf einem Flug nicht erreicht hat…” Meldung vom 29.03.2018 bei aero.de externer Link
  • Europäische Pilotenverbände gründen länderübergreifende Ryanair-Tarifkommission
    Im Rahmen der 73. Jahreskonferenz des Weltpilotenverbandes IFALPA, haben die europäischen Pilotenverbände am Wochenende in Luxemburg per einstimmigem Beschluss eine europäische, länderübergreifende “Ryanair Transnational Pilot Group” (RTPG) gegründet. Mit einer Europäischen Tarifkommission, dem „Master Executive Council“, ist es nun erstmals möglich, Regelungen, die alle Ryanair Piloten in Europa betreffen, einheitlich zu verhandeln. Die Forderungen nach direkten Anstellungsverträgen basierend auf lokalem Recht, transparenten Karriereperspektiven im gesamten Ryanair-Netzwerk und einer effektiven und koordinierten Vertretung aller Ryanair-Piloten, unabhängig von ihrem Stationierungsort, rücken von nun an noch mehr in den gemeinsamen Fokus. (…) Diese RTPG wird in Zukunft nicht nur Informationen sammeln und diese allen Verhandlungsgremien zur Verfügung stellen, sondern auch die Tarifverhandlungen bei Ryanair auf europäischer Ebene koordinieren…” Meldung vom 19. März 2018 von und bei der Vereinigung Cockpit externer Link
  • Gewerkschaften zum Schein: Ryanair erkennt Beschäftigtenvertretung an, um expandieren zu können. Streiks für Ostern angekündigt 
    “Die irische Billigfluglinie Ryanair rechnet in den kommenden Monaten mit Ausfällen im Flugverkehr. Als Grund werden Konflikte mit der Belegschaft angegeben. Weil sich die Gespräche über die Anerkennung von Gewerkschaften in die Länge zögen, könne es über Ostern und im Sommer zu Störungen kommen, sagte Konzernchef Michael O’Leary am Dienstag in Brüssel. Betroffen seien vor allem Irland und Portugal. Mit seiner Erklärung geht O’Leary wieder auf Konfrontation mit den Piloten. Zuvor hatte die europäische Pilotenvertretung von Ryanair O’Leary Ende Februar zum Rücktritt aufgefordert. Er habe bei der Lösung der Personal- und Flugplanprobleme versagt, hieß es in einem Schreiben des Pilotenrates EERC.  (…) Das Angebot von 20 Prozent mehr Lohn zielt offenbar darauf ab, die Gewerkschaft weitgehend aus dem Konzern herauszuhalten, meinte Philip von Schöppenthau, Generalsekretär des Europäischen Dachverbandes »European Cockpit Association« (ECA), Ende Februar im Gespräch mit dem Manager-Magazin. Denn das Angebot wurde nicht den Pilotenvereinigungen vorgelegt, sondern den Piloten jeder einzelnen »Base«. »Es handelt sich um ein unilaterales ›take-it-or-leave-it‹-Angebot und hat mit Gewerkschaften nichts zu tun«, sagte von Schöppenthau. (…) Worum es Ryanair letztlich geht, ist sein Geschäftsmodell. Der Billigflieger setzt nicht nur auf ein Minimum an Service, sondern auch auf ein System mit selbständigen Leihpiloten mit schlechter sozialer Absicherung. Während die Piloten direkte und dauerhafte Arbeitsverträge nach den jeweiligen Gesetzen des Landes und ohne Auflagen fordern, liegt dem Unternehmen wenig an verbindlichen Sozialstandards und Kollektivverhandlungen…” Beitrag von Bernd Müller bei der jungen Welt vom 7. März 2018 externer Link
  • Billigflieger Ryanair gelobt Besserung
    “… Jahrzehnte lang waren Betriebsräte und Gewerkschaften ein Rotes Tuch für Michael O’Leary, den umtriebigen Boss des irischen Billigfliegers Ryanair. Ende vergangenen Jahres hat die Airline ihre Personalpolitik drastisch geändert. In zahlreichen europäischen Ländern verhandelt man zunächst mit den Pilotengewerkschaften über Tarifverträge, die Flugbegleiter sollen in den nächsten Monaten folgen. Mit der Vereinigung Cockpit ist die nächste Gesprächsrunde für die kommende Woche geplant. „Unser altes System ist Vergangenheit“, sagte Peter Bellew, Chief Operations Officer von Ryanair, am Dienstag in Berlin. Die grundsätzliche Anerkennung der Gewerkschaften bringt den Piloten bis zu 20 Prozent höhere Bezüge und kostet Ryanair nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Euro. Die Iren können das aus der Portokasse bezahlen. Trotz erster Arbeitskampfmaßnahmen des Personals in den vergangenen Monaten rechnet man für das Ende März endende Geschäftsjahr 2017/18 mit 130 Millionen Passagieren und einem satten Gewinn von 1,4 Milliarden Euro. Bis 2024 sollen es 200 Millionen Reisende werden, die von dann 600 Flugzeugen befördert werden. Bei einem so rasanten Wachstum gibt es einen großen Bedarf an fliegendem Personal.  (…) In Deutschland hat Ryanair binnen vier Jahren das Passagiervolumen auf knapp 20 Millionen vervierfacht und den Marktanteil von vier auf acht Prozent verdoppelt. Für den kommenden Winter kündigte die Airline 24 neue Strecken an und will dann auf neun Prozent kommen…” Artikel von Rainer W. During vom 6. März 2018 beim Tagesspiegel online externer Link
  • Auf Konfrontationskurs: Ryanair-Beschäftigte wollen im Streit um bessere Arbeitsbedingungen nicht nachgeben 
    “… Nachdem Konzernchef Michael O’Leary im Dezember nach jahrelanger Weigerung überraschend angekündigt hatte, die Gewerkschaften als Vertreter der Piloten und der Flugbegleiter anzuerkennen und den Abschluss von Kollektivverträgen zu ermöglichen, gab es Anfang Februar eine radikale Kehrtwende. Sein Unternehmen werde den »lächerlichen Forderungen« der Flugkapitäne nicht nachgeben, erklärte O’Leary Anfang der Woche. Vielmehr sei man bereit, mögliche Beeinträchtigungen durch Streiks hinzunehmen. (…) Die spanische Pilotengewerkschaft Sepla kündigte an, die Airline zu verklagen, weil die Verhandlungen laut Gewerkschaft nicht konstruktiv verlaufen, berichtete das Luftfahrtmagazin »aero« am Donnerstag. Dabei geht es vor allem darum, die Verträge der spanischen Ryanair-Piloten nach spanischem Arbeitsrecht zu verfassen – und nicht mehr nach irischem. Ein Rolle spielt dabei auch die Scheinselbstständigkeit vieler Piloten, Die Gewerkschaft fordert für alle Piloten reguläre Arbeitsverträge mit der Airline. Streiks werden derzeit nicht geplant, Sepla bevorzuge den juristischen Weg (…) In Dänemark, wo Ryanair in Kopenhagen einen neuen Standort eröffnen möchte, beharrt die Flugbranchengewerkschaft FPU bereits im Vorfeld darauf, dass die dort eingesetzten Piloten dem dänischen Arbeitsrechts unterliegen. (…)Unübersichtlich ist nach Auskunft des Cockpit-Sprechers die Lage in Italien. Zwar gab es eine Streikankündigung für den heutigen Sonnabend, doch da es dort verschiedene Luftfahrt- und Pilotengewerkschaften mit unterschiedlicher Strategie gebe, wisse man derzeit nicht, was tatsächlich passieren werde…” Artikel von Rainer Balcerowiak vom 10.02.2018 beim ND online externer Link
  • VC kündigt Streik bei Ryanair an. Ab sofort ist jederzeit mit Streikmaßnahmen zu rechnen, Weihnachtstage ausgenommen 
    Die Vereinigung Cockpit (VC) erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag, den 12.12.2017, dass ab sofort jederzeit mit Streikmaßnahmen bei Ryanair zu rechnen ist. Damit soll die Aufnahme von Tarifverhandlungen zur Regelung von marktgerechten Arbeits- und Vergütungsbedingungen für Ryanair-Piloten erzwungen werden. (…) Derzeit laufen Ryanair in Scharen die Piloten davon, weil fast alle anderen Fluggesellschaften bessere Arbeitsbedingungen bieten, als Ryanair selbst und derzeit europaweit viele Piloten gesucht werden. Auch dadurch gibt es aus VC-Sicht eine deutliche Unterdeckung an Piloten bei der irischen Fluggesellschaft, was zu zahlreichen nicht durchgeführten Flügen führt. So haben der italienische und der portugiesische Pilotenverband ebenso Streiks für die kommenden Tage in Aussicht gestellt, wie die VC. Auch in Irland haben die Piloten gestern in einer Urabstimmung für die Durchführung von Arbeitskampfmaßnahmen votiert…” Pressemitteilung vom 12. Dezember 2017 von und bei der Vereinigung Cockpit externer Link
  • UFO fordert Ryanair zu Tarifverhandlungen auf
    “… dass die Arbeits- und Vergütungsbedingungen bei Ryanair einen traurigen Tiefpunkt der Low-Cost-Abwärtsspirale darstellen, ist Euch sicherlich bekannt. Hier nur schlagwortartig einige zentrale Punkte, die Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern dort widerfahren: Monatsgehalt rund 1.200 Euro brutto inkl. Flugzulage; Unbezahlte Freistellung auf Weisung von Ryanair für mehrere Wochen in den Wintermonaten; Keine Personalvertretung, keine Tarifverträge; Beschäftigung über  Leiharbeitsverhältnisse ohne Zukunftsperspektive; Kürzeste Kündigungsfristen;   Kosten für Uniform und Grundlehrgang (3.000 Euro) sind vom Arbeitnehmer zu tragen (…)  Wir werden nun Ryanair zu Tarifverhandlungen auffordern, um sie zu einem fairen Wettbewerber zu machen, der zumindest Mindeststandards und grundlegende Arbeitnehmerrechte einhält. Wir stellen uns dabei auf eine lange und harte Auseinandersetzung ein, während der wir unser Vorgehen sowohl mit der Vereinigung Cockpit, als auch mit unseren Freunden unserer europäischen Dachorganisation EurECCA abstimmen werden…” Meldung vom 25. Oktober 2017 externer Link
  • Forderung nach Tarifvertrag: Ryanair-Piloten proben den Aufstand
    Die Piloten des Billigfliegers Ryanair wollen einen Tarifvertrag und haben sich deshalb mit der Gewerkschaft Cockpit zusammengetan. Bisher lehnt das irische Unternehmen jegliche Verhandlungen ab und beruft sich auf irisches Recht. Piloten des irischen Billigfliegers Ryanair haben bisher keinen Tarifvertrag. Über ihre Gehälter verhandeln lokale Pilotenvertretungen mit dem Unternehmen. Das soll sich nun ändern. Mithilfe der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben Ryanair-Mitarbeiter die Fluggesellschaft zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Dazu sei eine Tarifkommission mit einem professionellen Verhandlungsführer gegründet worden, berichtet die Gewerkschaft…” Tagesschau-Meldung vom 17.11.2017 externer Link