Dossier

Flüchtlingsindustrie - Grafik von TS fürs LabourNet GermanyDas Wohltätigkeits- und Sozialarbeitsgeschäft ist in Deutschland gut aufgeteilt zwischen den großen, Parteien und Religionsgemeinschaften zugehörigen Organisationen. So ist die Diakonie federführend bei der Wohnungslosenhilfe, Caritas und auch Rotes Kreuz weisen Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit vor, die AWO und die “Parität” beackert das Thema “Armut” usw.. Kein Berufszweig ist in den letzten 15 Jahren so stark gewachsen wie das gesamte Feld der “Sozialen Arbeit”. Kein Wunder, “Sozialarbeit und Polizei statt Sozialstaat” heißt das Motto. Unter dem Titel “Katzenjammer der Systemschmarotzer habe ich diese Geschäftemacherei schon vor Jahren beschrieben. Mit der großen Zahl der neuen Geflüchteten in diesem Jahr ergeben sich für genannte zusätzliche Geschäftsfelder, und es werden Organisationen wie der Arbeiter-Samariter-Bund zu Anbietern, die der Sozialen Arbeit fern stehen und deren Aufgaben nach eigenem Bekunden bisher eher “auf der Strasse” lagen. Einige dieser Organisationen arbeiten in hohem Maße mit eigenen “Ehrenamtlichen”. In der Flüchtlingsbetreuung kommen sie damit aber nicht aus, für bezahlte Stellen will die öffentliche Hand ungern Geld locker machen. Letztlich sind die staatlichen Stellen hier die “Systemschmarotzer”: Sie wälzen ihre Pflichtaufgaben ab auf freiwillig Helfende, die teils jetzt schon seit Monaten über die Erschöpfungsgrenze hinaus ackern. Das tun sie voller menschlichem Engagement, auf eine Weise, die sie aus der Zivilgesellschaft gewohnt sind, und in Bereichen, die sie für ein menschenwürdiges Leben für notwendig halten. Die grundsätzliche menschenwürdige Existenzsicherung hat gefälligst von allgemein staatlicher Seite gut organisiert zu erfolgen. Dieses freie und selbstbestimmte Handeln der Menschen war schon den Diensten beim “train-of hope” in Dortmund ein Dorn im Auge (“Ihr seid so schlecht kontrollierbar”). Berichte von Problemen zwischen autoritäres Handeln gewohnten Organisationen und freiwillig Helfenden sind aus der ganzen Republik zu vernehmen.Kommentar von Norbert Herrmann vom 26. November 2015. Siehe dazu die Lektüre-Empfehlungen und weitere Informationen:

  • [Berlin] Neue Betreiber für Flüchtlingsheime: Der billigste Anbieter kommt zum ZugNew
    “In vier Heimen für Flüchtlinge wechselt nach kurzer Zeit schon wieder der Betreiber. Einziges Kriterium für den Zuschlag: der Preis. So langsam haben sie sich kennengelernt, die 389 Flüchtlinge im Heim in der Heerstraße und ihre Helfer. Sozialarbeiter, Betreuer, Sicherheitspersonal. Viel Zeit gab es nicht, das frühere Verwaltungsgebäude wurde erst Ende 2016 belegt. Aber jetzt müssen sie umdenken, diese Flüchtlinge. Ab April kommen neue Erzieher, neue Sozialarbeiter, neue Helfer. Und wenn die Flüchtlinge Pech haben, verschwinden auch diese Helfer in ein paar Monaten wieder. Dann steht der nächste Personaltausch an. „So eine Situation wünscht man den Bewohnern nicht, das bedeutet ja einen Verlust an Bezugspersonen“, sagt Manfred Nowak, der Vorstandsvorsitzende der AWO Mitte, die seit Jahrzehnten Heime betreibt. Ein Betreiberwechsel steht noch in drei weiteren Heimen an, auch dort nach nur drei Monaten. (…) Einziges Kriterium für den Zuschlag: der Preis. Der billigste Anbieter kam zum Zug. Für sechs beziehungsweise neun Monate, so lange dauert der Vertrag. Dann folgt die kompliziertere, EU-weite Ausschreibung für die gleichen Heime…” Beitrag von Frank Bachner vom 18. März 2017 beim Tagesspiegel online externer Link

  • Das Geschäft der Schwarzmakler: Wie Flüchtlinge am Wohnungsmarkt betrogen werden
    Flüchtlinge haben schlechte Chancen auf eine Mietwohnung, selbst wenn das Amt die Miete zahlt. Mancherorts hat sich daher ein Schwarzmarkt entwickelt: Zusammen mit korrupten Mitarbeitern von Wohnungsgesellschaften haben sich einige Migranten darauf spezialisiert, Landsleuten gegen Schmiergeld günstige Wohnungen zuzuschanzen. (…) Die Große Koalition hat sich bisher mit diesem Thema nicht befasst. Bisher geht das Geschäft mit Wohnungen weiter. Wer recherchiert, findet starke Hinweise überall, in Halle, in Kiel und eben auch Berlin. In der Hauptstadt steigen die Preise unaufhaltsam. Sprach der Schwarzmakler im Sommer noch von rund 3.000 Euro, sind es im November 5.000 Euro, die im Schnitt verlangt werden. 80 Wohnungen habe er in den vergangenen vier Wochen vermittelt, erzählt der Mann. Macht einen Umsatz von 400.000 Euro, illegal und an der Steuer vorbei.” Beitrag von Christian Werner und Tarek Khello vom 16. Dezember 2016 beim Deutschlandfunk externer Link
  • Firmen bleiben auf Kosten für Flüchtlingsheime sitzen
    Während der Flüchtlingskrise wurden massenweise Container und Zelte aufgestellt. Die Anbieter gingen häufig in Vorleistung. Jetzt weigern sich die Behörden, Rechnungen in Millionenhöhe zu bezahlen. Deutschlands Landkreise und Kommunen haben wegen der Flüchtlingskrise massenweise Container, Hallen und zum Teil sogar Zelte von privaten Unternehmen aufbauen lassen und gemietet. Jetzt fühlen sich einige der Unternehmer eigenen Angaben zufolge schlecht behandelt: Rechnungen würden zum Teil nicht bezahlt, Container vor Ablauf der Mietfrist zurückgegeben. “Wir haben über drei Millionen Euro Außenstände bei Kommunen”, sagt Jürgen Wowra aus der Geschäftsführung des Traglufthallen-Bauers Paranet der “Welt am Sonntag”. Paranet hat nach Ausbruch der Flüchtlingskrise eigenen Angaben zufolge 33 Notunterkünfte für 12.000 Flüchtlinge aufgebaut. Zehn würden schon wieder aufgelöst. Wowra bezeichnet die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung als unstet…” Artikel vom 21.8.2016 bei der Welt online externer Link
  • Immer mehr falsche Wachmänner in Flüchtlingsheimen
    “Sicherheitsfirmen warnen, dass wegen der riesigen Nachfrage zunehmend Wachmänner mit gefälschtem Ausbildungsnachweis in Flüchtlingsheimen arbeiten. Die unechten Dokumente gibt es schon für 9,99 Euro…” Artikel von Philipp Vetter vom 8. Juni 2016 bei die Welt online externer Link
  • Karitatives Lohndumping. Deutsches Rotes Kreuz bezahlt soziale Arbeit in Flüchtlingsheimen nach Hotel- und Gaststättentarif. Kurze Vertragslaufzeiten wirken einschüchternd
    “… Das DRK Westfalen-Lippe hat eine Tochtergesellschaft eigens für den Betrieb von Flüchtlingseinrichtungen gegründet. Und betreibt aus Gewerkschaftssicht Lohndumping. Die Vergütung für Mitarbeiter erfolgt nach dem Entgelttarifvertrag des Gaststätten- und Hotelgewerbes (Dehoga). Das bestätigt auch Roland B.* Er arbeitet in der Verwaltung eines vom DRK betriebenen Flüchtlingsheim in Ostwestfalen. Knapp 60 qualifizierte Mitarbeiter aus Sozialberufen, aber alle bezahlt nach der Vereinbarung fürs Gastgewerbe. Bundesweit betreibt das DRK rund 480 Flüchtlingsheime mit insgesamt 5.000 festangestellten Mitarbeitern. Die Eingruppierung eines Sozialarbeiters soll dort in die Tarifgruppe 8 für 2.628 Euro brutto nach dem Tarif für Gaststätten und Hotels erfolgen. Bei dem für den öffentlichen Dienst (TVöD) würde ein Sozialpädagoge in Stufe 12 eingruppiert, mit der geforderten Berufserfahrung käme man auf 3.046,82 Euro brutto. Die Differenz beträgt stolze 418,82 Euro. Hinzu kommt, dass die Laufzeit der Arbeitsverträge kurz ist. Wie lang ein Flüchtlingsheim existiert, ist in der Regel ungewiss. Es gibt Arbeitsverträge mit einer Laufzeit von drei Monaten. Die Gewerkschaft ver.di versucht vor Ort zu mobilisieren, aber die Resonanz bleibt bescheiden. Den Beschäftigten sitzt die Angst im Nacken, die befristete Stelle zu verlieren…” Artikel von Achim Breitenbach in junge Welt vom 27.05.2016 externer Link
  • Flüchtlinge als Geschäftsmodell: Viele Heimbetreiber kassieren absurd hohe Preise für die Unterbringung von Geflüchteten
    “Ahnungslose Städte und Landkreise sind ideale Geschäftspartner für die Betreiber von Flüchtlingsunterkünften. Manche Kommunen zahlen dreimal so viel für die Unterbringung wie andere – und viele Städte wissen gar nicht, wie hoch ihre Kosten sind. Was läuft falsch?…” Exklusiv-Bericht von Julia Friedrichs und Bettina Malter vom 12. Mai 2016 bei CORRECT!V externer Link
  • Wer nichts mehr hat, bringt auch Profit. Wie findige Geschäftsleute mit der Not der Geflüchteten Profit machen
    Die Zahl der Menschen, die in der Europäischen Union Schutz vor Krieg, Vertreibung, Folter und Tod suchen, steigt. Damit steigt nicht nur die Zahl der benötigten Unterkünfte und Schlafplätze. Es kommen auch eine Menge potenzielle neue Kundinnen und Kunden ins Land. Und damit finden sich diejenigen ein, die aus der Not von Geflüchteten Profit schlagen wollen. Fälle gibt es bundesweit, eine Gesamtschau würde den Rahmen dieses Textes deutlich sprengen. Der zwangsläufig unvollständige Überblick beginnt in Berlin…Beitrag von Peter Sonntag beim Antifaschistischen Infoblatt AIB 109, online vom 17. März 2016 externer Link. Aus dem Text: “… Für Schlagzeilen sorgte schon im Sommer ein Vermieter, der eine Vier-Zimmer-Wohnung für schlappe 10.500 Euro im Monat vermietete. Sieben Menschen waren dort untergebracht. Aber auch ein anderes Modell weckt den Ideenreichtum von Geschäftemacher*innen: In Berlin werden Geflüchtete auch mit Gutscheinen für Hostels versorgt. Mit diesen gehen sie zu ihrer Unterkunft, die Rechnung geht an den Bezirk oder das Land Berlin. Rund 1.500 Menschen waren im September nach Angaben des „Tagesspiegel“ in Berliner Hostels untergebracht. Während es auf der einen Seite Hostelbetreiber*innen gibt, die Geflüchtete nicht mehr oder nur noch widerwillig aufnehmen, sehen andere in den 50-Euro-Gutscheinen das lukrativere Geschäft: für Obdachlose bekommen die Betreiber*innen weniger Geld. Die Schwächsten werden so in Konkurrenz zueinander gesetzt. Eine Hostelbetreiberin zeigte sich dagegen äußerst aufnahmefreudig und bot der Stadt im September laut dem Nachrichtenmagazin „Stern“ an, ihre Bettenzahl von 450 auf 870 zu erhöhen, um noch mehr Geflüchtete unterbringen zu können — für 25 Euro pro Nacht. So viel Menschenfreundlichkeit zahlt sich aus — aus Steuergeldern…
  • Korruptionsvorwurf am Lageso: Verdächtige bleiben in U-Haft
    “Im mutmaßlichen Korruptionsfall am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) hat ein Richter am Freitag Haftbefehle gegen zwei Beschuldigte erlassen. Das teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am späten Nachmittag mit. In Untersuchungshaft genommen wurde ein Referatsleiter des für Flüchtlinge zuständigen Lageso. Er soll einem Sicherheitsdienst Aufträge zugeschanzt und dafür jeweils 5000 bis 10.000 Euro Schmiergeld kassiert haben. Der 48-Jährige wurde ebenso am Donnerstag festgenommen wie der gleichaltrige Chef der Sicherheitsfirma. Auch dieser sitzt nun in U-Haft. Beiden werden 18 Fälle der gewerbsmäßigen Bestechlichkeit und Bestechung vorgeworfen…” Artikel von Andreas Abel in der Berliner Morgenpost vom 26. Februar 2016 externer Link – wir wussten ja, daß die Flüchtlingsindustrie lohnenswert ist, aber so sehr…
  • Milliardenindustrie Flüchtlingshilfe
    “Ohne freiwillige Helfer wäre der Andrang von Flüchtlingen in Deutschland derzeit nicht zu bewältigen. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere: Mit Flüchtlingshilfe wird viel Geld verdient und von der Flüchtlingsnot profitieren deutsche Unternehmen und Arbeitnehmer. Ein Milliardenmarkt, dem “Exakt – Die Story” auf den Grund geht. Viele Milliarden Euro benötigen Kommunen, Land und Bund in den nächsten Jahren, um Flüchtlingen zu helfen und eine große Zahl von Ausländern zu integrieren. Unternehmen und Einzelpersonen profitieren seit Monaten davon. Die Nachfrage ist groß, das Angebot klein. Gesetzlich vorgeschriebene Verfahren werden angesichts der Dimension des Problems nicht eingehalten. Kontrollen gibt es so gut wie keine.” Text und Video der Sendung Exakt – Die Story am 24.02.2016 im MDR externer Link
  • Interview: Das große Geschäft mit der Flüchtlingskrise
    Die Privatisierung von Flüchtlingsunterkünften findet auch in Deutschland mehr und mehr statt (…) Bekannte Sicherheitsfirmen wie European Homecare oder ORS standen bereits wegen Misshandlung von Flüchtlingen in der Kritik (…) Das Personal in privaten Einrichtungen ist oft schlechter ausgebildet und erhält bei Problemen und Stress kaum Unterstützung (…) Verträge mit privaten Sicherheitsfirmen sind für Kommunen längerfristig teurer…” Interview Antony Loewenstein von Jörg Wimalasena in Berliner Zeitung vom 23. Februar 2016 externer Link
  • Clausnitz: Bruder des Ex-Heimleiters liefert Container für Flüchtlinge
    “Clausnitz wurde zum Symbol für Fremdenhass. Wie man gegen Flüchtlinge sein und trotzdem mit ihnen Geld verdienen kann, zeigen drei Brüder in der sächsischen Gemeinde. (…) Am vergangenen Donnerstag brüllte in der sächsischen Gemeinde ein Mob die Neuankömmlinge nieder und blockierte mit Autos die Zufahrt zu einer Unterkunft am Ortsrand. In dem Bus saßen mehrheitlich verängstigte Frauen und Kinder. Doch Flüchtlinge können auch ein gutes Geschäft sein. Und wenn man mit ihnen Geld verdienen kann, dann spielt manchmal auch die politische Einstellung keine allzu große Rolle mehr. Zum Beispiel in der Familie Hetze…” Beitrag von Christoph Titz bei SPIEGEL Online am 23. Februar 2016 externer Link
  • Flüchtlingsunterkünfte „Flüchtlinge sind nur Profitmasse“
    “Schlechtes Essen, gefährliches Personal und zu kleine Unterkünfte sind die Folge, wenn Staaten die Versorgung von Geflüchteten auslagern. Mahnende Worte von Antony Loewenstein im FR-Interview” Interview von Jörg Wimalasena in der Frankfurter Rundschau vom 23. Februar 2016 externer Link. Dort weist Antony Loewenstein u.a. daraufhin: “Es geht vor allem um die Privatisierung von Flüchtlingsunterkünften. Meine Heimat Australien ist das einzige westliche Land, das alle Unterkünfte für Migranten an private Anbieter ausgelagert hat. In diesen Lagern, die sich zum Teil auf Pazifikinseln befinden, gab es unzählige Fälle von körperlichem und sexuellen Missbrauchs durch Sicherheitsleute. Weil die Betreiber Profit machen wollen, heuern sie schlecht ausgebildetes und unqualifiziertes Personal an. Auch die Gesundheitsversorgung ist unzureichend, weil die Firmen eben wenig Geld dafür ausgeben wollen. (…) auch Deutschland und einige Nachbarländer haben die Flüchtlingsbetreuung zum Teil an private Firmen ausgelagert. European Homecare und ORS sind wichtige Player. (…) Aber Regierungen, die die Flüchtlingsunterbringung an private Firmen auslagern, ist das egal. Gerade Traiskirchen ist ein perfektes Beispiel für das Versagen einer privat geführten Einrichtung: Der Betreiber ORS hat bewusst entschieden, so wenig Geld wie möglich für Essen und Wohnraum auszugeben. Das Resultat war, dass Flüchtlinge unter freiem Himmel schlafen mussten und schlechtes, teils vergammeltes Essen bekamen. Der Überbelegung wurden keine Grenzen gesetzt. (…) Ich bin der Meinung, dass bestimmte gesellschaftliche Aufgaben – dazu zähle ich die Versorgung von Flüchtlingen – nicht privatisiert werden sollten. Diese sehr verwundbare Personengruppe sollte kein Objekt von Profitinteressen sein. (…) Private Anbieter sind längerfristig teurer. Wenn ständig neue Flüchtlinge in großen Zahlen kommen, versuchen Anbieter ihre Verträge neu zu verhandeln, um bessere Konditionen herauszuholen…”
  • Die Flüchtlingsindustrie
    Inzwischen profitieren viele Unternehmen von der Flüchtlingskrise: Eine regelrechte Flüchtlingsindustrie ist entstanden. Wer schlägt aus der Not womit Profit? Was haben die Helfer von ihrer Hilfe? Und noch entscheidender: Was haben am Ende die Flüchtlinge wirklich davon? Wie kann es gelingen, dauerhaft wirtschaftliche Verwerfungen zu verhindern? Gegenwärtig werden die Flüchtlinge volkswirtschaftlich vor allem als großer Kostenfaktor gesehen: Viele Milliarden Euro benötigen Deutschland und Frankreich in den nächsten Jahren, um dem Problem gerecht zu werden. Schon jetzt kristallisiert sich heraus, dass einige Unternehmen und Einzelpersonen von der Flüchtlingswelle profitieren werden. Eine regelrechte Flüchtlingsindustrie entsteht…” Informationen und Video zur Arte-Sendung externer Link am 02. Februar um 21:50 Uhr (26 Min.) – Wiederholung am Freitag, 12.02. um 10:15 Uhr
  • Flüchtlingsbetreuung: Gesellschaftliche Aufgabe oder Millionengeschäft zweifelhafter Unternehmen?
    Ist die Flüchtlingsunterbringung tatsächlich, wie in politischen Sonntagsreden verkündet, eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe oder Konjunkturprogramm für zweifelhafte private Dienstleister?...” Artikel von Mohammed Khallouk (ZMD-Beauftragter für wissenschaftliche Expertise) vom 29. Januar 2016 bei MiGAZIN externer Link
    Aus dem Text: “… Da die staatlichen Anbieter und die in der Flüchtlingshilfe engagierten Hilfsorganisationen wie DRK, AWO, Diakonie oder Caritas nicht bereit oder in der Lage sind, die Betreuungskosten unter einen bestimmten Schwellenwert hinaus zu senken, da sie in diesem Fall als notwendig erachtete Leistungen nicht erbringen könnten, beauftragen immer mehr Kommunen private Dienstleistungsanbieter, die ihrerseits ein Großteil der angebotenen Leistungen von Subunternehmen übernehmen lassen. Auf diese Weise sind die Unternehmen in der Lage, die vielfältigsten Leistungen für die Flüchtlinge, von der Essenausgabe über die Sicherheitsdienste bis hin zu Übersetzungsaufgaben, zu einem Pauschalpreis anzubieten und gegenüber den traditionellen, auch in der Flüchtlingsbetreuung aktiven Hilfsorganisationen in einem strategischen Vorteil. Das deutschlandweit größte, in Flüchtlingsunterkünften aktive Unternehmen, die European Homecare GmbH (EHC), die außerdem im Transitbereich von Flughäfen und in der Abschiebehaft psychosoziale Betreuung anbietet und selbst Flüchtlingsheime betreibt, habe auf diese Weise, wie Stefan Kreitewolf am 08.09.2015 in der Die Zeit darlegte, ihren Umsatz von 2008 bis 2013 vervierfachen und ihren Gewinn sogar nur innerhalb eines Jahres (2012/2013) auf 1,44 Millionen Euro verdoppeln können. Je mehr Bürger und öffentliche Hand über kaum zu bewältigende Belastungen durch den sogenannten „Flüchtlingsstrom“ klagen, desto mehr freuen sich jene privaten Betreuungsunternehmen über Auftragssteigerungen…”
  • Möglichst schnell, möglichst billig: Die Profiteure der Flüchtlingskrise
    In der Asylkrise winken Sicherheitsdiensten und Cateringfirmen gute Geschäfte. Öffentliche Aufträge werden oft freihändig, also ohne Ausschreibung vergeben, für manch einen Anbieter ist das die Lizenz zum Abkassieren. Wenn es um Dienstleistungen in Flüchtlingsunterkünften geht, gilt bei den meisten Behörden: Hauptsache billig. Das zeigt ein Blick in die Ausschreibedatenbank der Europäischen Union. Öffentliche Aufträge ab einer bestimmten Größenordnung müssen nämlich europaweit ausgeschrieben werden und sind deshalb für jeden einsehbar. Der Staat zahlt, private Firmen liefern. Welche Firmen solche Großaufträge bekommen zeigt unsere Karte (Große Version der Karte öffnen). Je mehr Aufträge, desto größer der Kreis…” Beitrag von Maximilian Zierer und Christiane Hawranek, Karte von Steffen Kühne, vom 27.11.2015 beim Bayrischen Rundfunk externer Link – mit einer interaktiven Karte, die die Orte von auftragnehmenden Firmen/Verbänden usw. zeigt, das Anklicken verbindet mit der Ausschreibedatenbank und dem konkret erlangten Auftrag. Höre auch den Audio-Beitrag dazu externer Link Audio Datei
  • Flüchtlinge: Das Geschäft mit der Not
    Betten werden knapp, Sicherheitsfirmen boomen, Handyanbieter verschenken SIM-Karten: Wer profitiert von der aktuellen Flüchtlingskrise – und mit welchen Mitteln? (…) Während die Politik über die Grenzen der deutschen Belastbarkeit streitet, gibt es aufseiten der Wirtschaft einige, die sich über immer mehr Flüchtlinge freuen: Sie verdienen die Milliarden, die Staat und Hilfsorganisationen für die Flüchtlinge ausgeben. Die große Anzahl ankommender Flüchtlinge wirkt für sie wie ein warmer Geldregen. ZEIT ONLINE stellt fünf Wirtschaftszweige vor, die von der aktuellen Situation profitieren…” Artikel von Lukas Koschnitzke vom 20. Oktober 2015 bei der Zeit online externer Link