Missbrauch von Leiharbeit: Protestaktionen bei H&M“… Im Stimme-Interview spricht Verdi-Gewerkschaftssekretär Thomas Müssig über Leiharbeitsfirmen im Kaufland-Umfeld und über persönliche Erfahrungen in einem Fleischwerk. Unter welchen Bedingungen Menschen bei Leiharbeitsfirmen leben und arbeiten, beschäftigt den Verdi-Gewerkschaftssekretär Thomas Müssig nicht erst, seit er die Recherchen unserer Zeitung rund um das Kaufland-Dienstleistungszentrum in Möckmühl begleitet. Im Interview erläutert er, welche Strukturen hier wirken…” Christian Gleichauf im Gespräch mit ver.di-Gewerkschaftssekretär Thomas Müssig bei Stimme.de Heilbronn vom 15. Februar 2017 externer Link. Wichtiges aus dem Interview:

  • “… Was bei Kaufland passiert, ist leider kein Einzelfall. Seit der Deregulierung des Arbeitsmarktes vor 13 Jahren erleben wir nicht nur in der Landwirtschaft oder in der Produktion, sondern auch im Gesundheitswesen, in der Pflege oder anderen Dienstleistungsberufen, dass sich Arbeitsbedingungen deutlich zum Nachteil der Arbeitnehmer verschlechtert haben. Die Beispiele aus der Kaufland-Logistik und dem Fleischwerk stehen eher exemplarisch für die strukturelle Schleifung von Arbeitnehmerrechten im letzten Jahrzehnt. (…) Für jeden Arbeitsplatz gibt es Arbeitskräfte, man muss sie nur finden und angemessen bezahlen. Da können Dienstleister helfen. Wenn man weiterhin auf osteuropäische Arbeitskräfte setzt, dann muss man aber die Unterbringung dieser Menschen sauber regeln. Und vielleicht wäre es auch an der Zeit, etwas für die Integration zu tun, wenn man wirklich an motivierten Mitarbeitern interessiert ist, die hier ihre Zukunft sehen. Deutschkurse vielleicht? Die müssen ja nicht voll vom Arbeitgeber bezahlt werden, aber er sollte das organisieren. Leiharbeitsfirmen tun so etwas nicht, warum auch? Sie sind nur für die Flexibilisierung zuständig und für sie zählt nur die Arbeitskraft, und nicht der Mensch dahinter.”