Petition für ein faires PJ: Wir fordern faire Bedingungen im Praktischen Jahr des Medizinstudiums!

Petition für ein faires PJ: Wir fordern faire Bedingungen im Praktischen Jahr des Medizinstudiums!Das Praktische Jahr (PJ) als unverzichtbare Schnittstelle zwischen theoretischem Studium und praktischer ärztlicher Tätigkeit befindet sich in der Krise. Fehlende oder ungenügende Bezahlung bei 40 Stunden Arbeit pro Woche sind die Regel. 40% der Medizinstudierenden müssen im PJ auf ihr Erspartes zurückgreifen. Rund 28% sind neben der emotional und körperlich belastenden Vollzeittätigkeit am Krankenbett zudem noch auf Nebenjobs angewiesen. Anstatt unterrichtet zu werden oder lernen zu dürfen (Examensvorbereitung, Vor- und Nachbereitung des Stationsalltags), werden PJ-Studierende mancherorts größtenteils für stumpfe Routinetätigkeiten wie Blutabnahmen, Botengänge und Dokumentation eingesetzt. ABER: Wir sind keine kostenlosen Stationshilfen! Wir sind angehende Ärztinnen und Ärzte. Nach Abschluss des Praktischen Jahrs übernehmen wir die Verantwortung für Gesundheit und Wohlbefinden, Leben oder Tod unserer Patientinnen und Patienten. Auf diese enorme Verantwortung MÜSSEN wir angemessen vorbereitet werden. Doch wie soll das funktionieren, wenn die Zeit, die jeden Tag nach 8 Stunden strapaziöser Arbeit bleibt, nicht für Erholung, sondern für den Broterwerb genutzt werden muss? Übermüdet und in finanziellen Sorgen ist erfolgreiches Lernen unmöglich…” Openpetition der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland externer Link und weitere Infos und Aktionen:

  • Bundesweite Proteste für ein faires Praktisches Jahr am 16. Januar 2019 New
    Medizinstudierende in ganz Deutschland gehen auf die Barrikaden und fordern bessere Arbeits- und Studienbedingungen im letzten Jahr des Medizinstudiums, dem Praktischen Jahr (PJ). Mit Informationsveranstaltungen, Podiums­diskussionen und Demonstrationen will die Bundesvertretung der Medizin­studierenden in Deutschland (bvmd) am heutigen gemeinsamen Aktionstag die Öffentlichkeit auf ungleiche Ausbildungs­bedingungen und Vergütung an den einzelnen Standorten der Hochschulmedizin aufmerksam machen. „Wir fordern faire Bedingungen im Praktischen Jahr des Medizinstudiums“, ist ein Slogan, der bundesweit auf vielen Plakaten zu lesen ist. Zudem ist er Inhalt einer Petition, die seit Anfang Dezember von knapp 42.000 Unterstützern unterzeichnet wurde. „Das letzte Jahr des Medizinstudiums erfährt in unserer ganzen Ausbildung am wenigsten Aufmerksamkeit“, sagte Jana Aulenkamp, ehemalige bvmd-Präsidentin und PJ-Studentin, dem Deutschen Ärzteblatt am Rande einer Demonstration in Berlin. „Eine Struktur in der Ausbildung, faire Arbeitsunfähigkeitsregelungen oder eine Vergütung sind selten ausreichend vorhanden“, kritisiert sie. Teilweise kämen Kommilitoninnen und Kommilitonen krank zur Arbeit, weil sie Angst hätten, dass sie ihr PJ verlängern müssen, wenn sie nochmals erkranken. „Das gefährdet die Gesundheit der Patienten und die eigene Gesundheit. Es herrscht ein System, das krankmacht“, mahnt Aulenkamp. (…) Bundesweit fordern die Medizinstudierenden die Kliniken auf, ihnen im PJ eine Aufwandsentschädigung in der Höhe des BAföG-Höchstsatzes zu zahlen, inklusive Krankenkassen- und Pflegeversicherungs­beitrag. Die bvmd verweist dabei auf eine eigene Erhebung aus dem Jahr 2015, der zufolge 40 Prozent der Medizinstudierenden auf ihr Sparbuch zurückgreifen müssen oder auf Nebenjobs (28 Prozent) angewiesen sind, die nach einer 40-Stunden-Woche im Krankenhaus nicht von allen zu leisten sind. Zudem fordern die Studierenden mindestens vier Stunden Lehrveranstaltungen und mindestens acht Stunden Selbststudium pro Woche, einen persönlichen Zugang zum Patientenverwaltungssystem in der Klinik sowie Arbeitskleidung und Aufbewahrungsmöglichkeiten für Kleidung und persönliche Gegenstände in der Klinik.” Artikel vom 16. Januar 2019 beim Ärzteblatt online externer Link

    • Medizinstudierende protestierten am 16.1.19 deutschlandweit für bessere Bedingungen und Bezahlung beim Praktischen Jahr für angehende Ärztinnen und Ärzte – siehe Berichte bei twitter unter #fairesPJ und das Video bei youtube externer Link zum Aktionstag faires PJ: Danke für nichts!