Unternehmer-Award: Eine Maultasche für den Hotelier 
„Der «Goldene Adler» in Konstanz gilt als gute Adresse. «Lassen Sie sich in unserem eleganten, familiär geführten Luxushotel verwöhnen», wirbt das Viersternehotel auf seiner Website. Verwöhnt werden jedoch nicht alle im Hotel – und so bekam es vergangene Woche Besuch von GewerkschafterInnen, die nach der Geschäftsleitung fragten und dem Seniorchef eine riesige Maultasche mit roter Schleife überreichten...“Artikel von Pit Wuhrer, Konstanz in der schweizerischen WOZ vom 05.08.2010 . Aus dem Text: „...Den Hauptpreis hatte jedoch das Tweer-Hotel «Goldener Adler» verdient, wie Margrit Zepf von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in ihrer Laudatio im Foyer des Hotels erläuterte. Sie rief dem verdutzten Seniorchef Werner Tweer, der den Preis entgegennahm, den Fall einer Angestellten in Erinnerung, die fristlos entlassen worden war. Die Servicefrau verdiente in der Stunde umgerechnet nur neun Franken brutto, hatte einen schlechteren Arbeitsvertrag nicht akzeptiert und sich an die Gewerkschaft gewandt. Die Gewerkschafterin berichtete auch von einer Beschäftigten, der ebenfalls fristlos gekündigt wurde, obwohl sie nur gefragt hatte, woher die vielen Sonn- und Feiertagszuschläge auf ihrer Gehaltsabrechnung kämen, wo sie doch sonntags nicht gearbeitet habe. Diese Zuschläge sind in Deutschland sozialversicherungsfrei und werden auf die Rente nicht angerechnet. Und dann erzählte Zepf auch noch die Geschichte eines Lehrlings, den die Hotelleitung trotz mehrfacher Nachfrage weder bei der zuständigen Kammer noch in der Berufsschule angemeldet hatte – und dessen Ausbildung damit wertlos war. Das Trinkgeld, das der Lehrling bei der Nachtarbeit an der Hotelbar bekam, musste er abliefern...“ Siehe dazu
- Die Konstanzer Maultasche
ist ein Preis, den niemand will – und den doch so manche redlich verdient haben: Es ist ein Preis für besonders schikanöses Arbeitgeberverhalten im Landkreis Konstanz. Auf dieser Website erfahren Sie, wer im vergangenen Jahr seine Lohnabhängigen wie behandelt hat, wer nominiert wurde und wer die Auszeichnung schließlich entgegennehmen durfte. Die Homepage der Konstanzer Maultaschen 
Lohndumping: Das Leben einer Hotel-Hungerlöhnerin
Eigentlich fallen Zimmermädchen unter die Kategorie Mindestlohn. Doch viele Hotels sind äußerst kreativ, um die Reinigungskräfte mit weniger abzuspeisen - auf Kosten der Steuerzahler. Artikel von Maike Rademake in der FTD vom 29.06.2010 . Aus dem Text: „..."Ich arbeite oft 40, manchmal 50 Stunden die Woche", sagt sie. "Aber am Monatsende stehen da immer um die 600 Euro auf der Abrechnung. Ich verstehe das nicht." Es ist auch nicht zu verstehen, dass Petra R. für Stundenlöhne von teilweise 3 Euro arbeitet. Es ist auch nicht zu verstehen, weil der gesetzliche Mindestlohn für Gebäudereiniger - dazu zählen auch Zimmermädchen - 8,40 Euro beträgt. Das alles ist nur zu verstehen, wenn man in ihren Arbeitsvertrag schaut. Und dort steht, Mindestlohn hin, Mindestlohn her: "Die Vergütung richtet sich nach der Anzahl der bearbeiteten Hotelzimmer." Und die sieht so aus: 50 Cent für die Reinigung eines Zimmers, in dem der Gast noch weitere Nächte bleibt. 75 Cent für das Bad dieses Zimmers. 3,50 Euro für ein großes Zimmer, wenn Gäste abreisen und die Betten frisch bezogen werden müssen, 2,80 Euro für ein kleines. Um aber auf den gesetzlichen Mindestlohn zu kommen, müsste Petra R. pro Stunde in mehr als sechs Zimmern die Betten machen und die Bäder putzen. Ein Ding der Unmöglichkeit, wie jeder weiß, der seine Wohnung selbst in Ordnung hält. (...) Das Problem der IG Bau: Die Beschäftigten klagen nicht. Ohne Klage aber ist den Firmen schwer beizukommen. "Je prekärer die Beschäftigung, desto seltener melden sich die Beschäftigten. Sie brauchen das Geld - und sind somit erpressbar", sagt IG Bau Vorstandsmitglied Frank Wynands...“
Hungerlohn in der Gaststätte
„Am 20. und 21 Oktober tagte in Berlin der Kongress der Europäischen Gewerkschaftsföderation für Ernährung, Landwirtschaft und Tourismus (Effat). Delegierte von knapp 120 Gewerkschaften aus 35 Ländern waren vertreten. Schon bei der Eröffnungsrede wurde klar, wie notwendig eine stärkere gewerkschaftliche Organisierung in diesem Bereich ist. Europaweit dominieren prekäre Beschäftigungsverhältnisse in sämtlichen Sparten der Branche, lautete der Tenor der Rede. So sind in der Landwirtschaft Zeitarbeitsverhältnisse schon fast die Regel. Aber auch der Gaststättenbereich ist längst ein Niedriglohnsektor. 70 % der Beschäftigten sind in Deutschland davon betroffen…“ Artikel von Peter Nowak, zuerst erschienen im Neues Deutschland vom 23.10.2009
Kriminalität: Sklaven am Wok
Ausgebeutet, rechtlos und miserabel bezahlt schuften viele chinesische Köche in deutschen Asia-Restaurants. Sie sind meist Opfer systematischen Menschenhandels. Artikel von Andreas Ulrich auf Spiegel-Online vom 17.08.2009 . Aus dem Text: „…Denn bislang ging die Polizei nur Hinweisen über ein weitverzweigtes System von Schutzgelderpressungen in deutschen China-Restaurants nach. Inzwischen aber haben die Ermittler ein ganz anderes kriminelles Milieu im Visier: eine Art Sklavenhandel des 21. Jahrhunderts. Hunderte Chinesen werden in den Westen gelockt und hier teilweise brutal ausgebeutet. Es ist organisierter Menschenhandel mit hohem Gewinn bei geringem Risiko. Das Geld verdienen Schleuserorganisationen, die als Vermittlungsagenturen getarnt sind. Die Restaurantbetreiber profitieren von den niedrigen Löhnen…“
“Mach, was du willst” - Meine Erlebnisse als Hooters Girl in Bochum
„Ein tief ausgeschnittenes weißes Shirt, orange Hot-Pants, Sneakers und Glanzstrumpfhose. Nach dem Umziehen erkenne ich mich kaum im Spiegel. Ich möchte die Hot-Pants etwas nach unten zupfen - dafür sind sie aber zu eng. Ich trage die Hooters Uniform. Die Haare offen, Kniestrümpfe auf den Knöcheln und eine Geldtasche zwischen den Beinen. Ich will in dieser Uniform arbeiten. In einem dieser Schnellrestaurants aus den Staaten, in denen es zum Burger tiefe Ausschnitte gibt..." Artikel von Olga Kapustina auf Ruhrbarone vom 24.07.2009 
»Die Global Player machen es uns schwer«
Die Großen werden zunehmend zum Problem für die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Franz-Josef Möllenberg ist seit 1992 Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). In der kommenden Woche hält die 206 000 Mitglieder starke Organisation in Berlin ihren 15. Gewerkschaftstag ab. Interview von Günter Frech im Neues Deutschland vom 17.10.2008 
Überwacht bei Kaffee und Kuchen
„Von einer "exzessiven Videoüberwachung" sprechen Datenschützer: Kein Kunde könne das Geschäft betreten, ohne gefilmt zu werden. Mitarbeiter stünden, etwa bei der Essenszubereitung "dauerhaft und vollständig unter Kamerakontrolle" und seien selbst im Umkleideraum nicht vor den Objektiven sicher. Die Vorwürfe richten sich gegen zwei Kieler Filialen der "Campus Suite", in denen belegte Brötchen, Kuchen, Kaffee und Tee verkauft werden - laut Eigenwerbung ist man "Coffeeshop, Deli und Lounge"…“ Artikel von Jan Hauser in der Taz-Nord vom 02.06.2008 
Vom Tellerwäscher zum Revolutionär...?
Die Arbeitsbedingungen im deutschen Hotel- und Gaststättengewerbe gehören zu den schlechtesten im Lande. Die Situation ist mies, aber nicht hoffnungslos… Artikel von Lars Röhm, erschienen in der Direkten Aktion vom März/April 2007. Wir danken dem Verlag!
Hotel-Streik zur Messe-Zeit
Nach dem viel beachteten Streik im Wiesbadener Tagungshotel der EU-Verteidigungsminister will die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG nun große Frankfurter Hotels während der Messezeit bestreiken. Meldung in der Frankfurter Rundschau vom 07.03.2007
Kriegsminister bestreikt
„Das Personal des Dorint-Hotels trat befristet in den Ausstand. Konferenz in Wiesbaden durch Arbeitskampf behindert…“ Artikel von Hans-Gerd Öfinger in der jungen Welt vom 03.03.2007
Hoteliers suchen Streit
Unternehmer im hessischen Gastgewerbe wollen Lohnkürzungen bis zu 30 Prozent durchboxen. Gewerkschaft antwortet mit Warnstreik. Artikel von Hans-Gerd Öfinger in der jungen Welt vom 07.12.2006
Platzverweis für Zimmermädchen? Beobachtungen aus der Arbeitswelt des Hotelgewerbes „Auf den Punkt ...: Die Fußball-Weltmeisterschaft fällt in einen Zeitraum, in dem sich die Hotelbranche in einem tief greifenden Strukturwandel befindet. Wichtigste Elemente sind Marktkonzentration, Standardisierung der Produkte, Internationalisierung und Marktdifferenzierung. Der steigende Wettbewerbsdruck bleibt für den Umgang mit Arbeitsplätzen nicht folgenlos, wie sich am Beispiel der Arbeitsplätze in der Zimmerreinigung aufzeigen lässt. Stellte die Arbeit des Zimmermädchens in der Vergangenheit noch eine Kerntätigkeit dar, so ersetzen Hotels heute mehr und mehr Eigenpersonal durch externe Reinigungsfirmen. Diese Entwicklung kann für die Beschäftigten in diesem Tätigkeitsfeld mit erheblichen Risiken verbunden sein. Es drohen Arbeitsintensivierung, geringere Einkommenschancen und der Ausschluss von innerbetrieblicher Mobilität. Eine Mindestlohnregelung könnte ein Instrument sein, um Auswüchse zu verhindern…“ IAT-Report 2006/05 von Achim Vanselow auf der Seite des Gelsenkirchener Instituts für Arbeit und Technik
Tarifstreit: Drohende Streiks im Speisewagen
„Kein Kaffee mehr im Zug? Noch vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft will das Servicepersonal der Bahn in den Warnstreik treten. Von den Streiks betroffen wären ICE und Intercity, so ein Gewerkschaftssprecher. Im Tarifstreit werde beim Servicepersonal der Bahn noch vor der Fußball-WM zu Aktionen aufgerufen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft "Transnet" der Nachrichtenagentur dpa. Betroffen wären ICE und Intercity. Grund für die geplanten Aktionen sei, dass die seit Monaten laufenden Gespräche für 2000 Beschäftigte in Bordrestaurants, Zug- Bistros und bei der Bedienung am Platz keine Ergebnisse gebracht hätten. "Transnet" und die Gewerkschaft GDBA fordern eine Anhebung und Angleichung der Umsatzbeteiligungen für die Beschäftigten. Drei Prozent Provision bekommen die Bahn-Mitarbeiter in Speisewagen derzeit, Service-Kräfte für den "Am-Platz-Service" erhalten den Angaben zu Folge fünf Prozent Umsatzbeteiligung. Die nächste Verhandlungsrunde sei für den 6. Juni geplant.“ Meldung im Spiegel vom 21.05.2006
Vreriksen setzt Lohnraub von 800,- € um
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Rechtsstreit über Tarifbindung im Dortmunder Großhandel
„Wie erwartet, hat das Landesarbeitsgericht Hamm am 13. Januar 2006 den Antrag der Gewerkschaft ver.di gegen den Arbeitgeberverband Großhandel/Außenhandel/Dienstleistungen Westfalen-Mitte zurückgewiesen. Ver.di hatte die Unzulässigkeit von Arbeitgebermitgliedschaften ohne Tarifbindung gerichtlich feststellen lassen wollen. (…) „ Bei Vreriksen“, so ver.di Sekretärin Birgit Haverkemper „hat jeder Mitarbeiter in den letzten zwei Jahren mindestens 1.000 Euro verloren. Das können sie sich einfach nicht leisten.“ Ver.di hat deswegen vor einem Jahr eine Kampagne gestartet mit dem Ziel, die Willkür der OT-Mitgliedschaft zu stoppen…“ Pressemitteilung von ver.di Dortmund vom 30.1.06
- Mäuse-Aktion bei Vreriksen in Dortmund
"Vor dem Dortmunder Lebensmittelgroßhändler Vreriksen hat heute morgen die Gewerkschaft ver.di - gemeinsam mit den "BürgerInnen für Tarifverträge" und Kollegen aus weiteren Großhandelsbetrieben - eine Aktion durchgeführt. Die Gewerkschaft hat 800 Schaumstoff-Mäuse vor dem Betrieb aufgehängt, die graphisch darstellen sollten, wie viel Geld die Vreriksen-Mitarbeiter bisher verloren haben, seit ihr Arbeitgeber die Tarifbindung abgelehnt hat. Der
Inhaber von Vreriksen, Gerd Pelzer, ist ebenfalls Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Großhandel-Außenhandel-Dienstleistungen Westfalen-Mitte. Vreriksen ist der einzige Arbeitgeber in dem Verband, der die Tarifbindung konsequent noch ablehnt. Ein zweiter Arbeitgeber, der Metzger-Gruppe, ist mittlerweile wieder tarifgebunden geworden. Über die Kampagne von ver.di wurde schon in der lokalen Presse berichtet; der Fernsehersender WDR-Dortmund war diesmal auch dabei." Presseerklärung von OrKa – Organisierung und Kampagnen vom 21. April 2005.
- „Die Gewerkschaft ver.di wirft dem Dortmunder Lebensmittelgroßhändler Vreriksen GmbH & Co. KG Lohnraub vor. Der Anlass: Vreriksen, als Dienstleister für Gastronomie und Großküchen, hat seit zwei Jahren insgesamt pro Mitarbeiter über 800, - € an Lohnerhöhungen einbehalten. Dies war möglich, weil der Arbeitgeberverband im Großhandelsbereich – wo Vreriksen-Inhaber Gerd Pelzer Verbandsvorsitzender ist – über Nacht entschieden hatte, dass Verbandsmitglieder nicht mehr Tarif gebunden sein müssen. (…) Ver.di hat gemeinsam mit Aktiven in den betroffenen Betrieben beschlossen, eine öffentliche Kampagne zu starten, um für sichere Löhne und Arbeitsbedingungen in den betroffenen Betrieben zu kämpfen. Zusätzlich dazu ist ein Kreis von Bürgerinnen und Bürgern aus kirchlichen, wissenschaftlichen und sozialen Institutionen aktiv geworden – die „BürgerInnen für Tarifverträge“ – der die Beschäftigten unterstützen, begleitend eigene Aktivitäten durchführen und eine öffentliche Diskussion über Tarifflucht im Großhandel und anderen Branchen vorantreiben will…“ Weitere Hintergründe in der Pressemitteilung von ver.di Dortmund vom 6.4.05

Solidarität mit den Entlassenen und den
Besetzenden Angestellten von Pizza Hut!
Seit letztem Freitag (10. Januar 2003) sind in Athen
2 Filialen der wegen der intensivierten Arbeitsbedingungen berüchtigten
Multilaterale PIZZA HUT von den Angestellten besetzt. Der Grund
war die Kündigung von 4 Angestellten, die Gewerkschaftsarbeit
machten. Für Morgen (18.Januar 2003) ist ein Prozess geplant,
wobei die Arbeitgeber den Streik fuer illegal erklaeren wollen.
Meldung der FAU. |