This sand is your sand, this sand is my sand

Wüstenstaaten importieren Sand, Strände werden geklaut und Marx-Generatoren stellen Sand aus Altbeton her. Der Rohstoff Sand wird immer knapper, der Kampf um die Ressourcen hat begonnen.Artikel von Ivo Bozic in der Jungle World vom 8. Januar 2015 externer Link.  Aus dem Text:… Sand – beziehungsweise das daraus gewonnene Siliziumdioxid – wird nicht nur für den Häuserbau gebraucht, sondern auch für Straßen, für die Glas-, Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsmittel-, Papier-, Mikrochip-, Solarzellen- und selbst die Lebensmittelproduktion (hier als E 551 bezeichnet), auch im Wein steckt Sand… Sand ist allgegenwärtig – und manchmal ist er dennoch einfach weg. Wie in Jamaika, wo im Juli 2008 über Nacht der 400 Meter lange Hotelstrand von Coral Spring in Trelawny verschwunden ist. Rund 500 LKW-Ladungen wurden einfach abtransportiert, die Täter nie geschnappt, die Ermittlungen verliefen, nun ja, im Sande. Solche Sanddiebstähle sind keine Seltenheit. In vielen Ländern gibt es ähnliche Fälle, von Ungarn über die Kapverden bis Indien. (…) Sand wird natürlich nicht nur gestohlen, er wird auch regulär abgebaut. Aber dies kann wie im Falle Indonesiens und der Malediven ebenfalls dazu führen, dass ganze Inseln von der Landkarte verschwinden. (…) In Indien regt sich jedoch inzwischen zaghaft Widerstand. In Mumbai hat sich eine kleine NGO gegründet, die sich »Awaaz« nennt und Sand im Getriebe jener Mafia sein möchte. Das ist nicht ungefährlich. Aktivisten wurden wiederholt bedroht und angegriffen. Auch in Frankreich hat sich eine Initiative gegen den Sandabbau vor der bretonischen Küste formiert. Vor allem sind es Fischer, die Auswirkungen auf das Ökosystem fürchten und sich um ihre Existenzgrundlage sorgen. Wo die mächtigen Staubsauger der Schwimmbagger durchs Meer gleiten, ziehen die Fische sich zurück. Die Organisation »Les Peuple des Dunes«, ein Zusammenschluss aus 31 Bürgerinitiativen, hat bereits Kundgebungen und Petitionen gegen das Vorhaben der Firma Roullier organisiert, die in den nächsten 20 Jahren jährlich 40 000 Kubikmeter Sand unmittelbar vor der Küste der Gemeinde Trébeurden fördern möchte. In Deutschland verläuft die Sandförderung auf dem Meer bisher ohne Proteste, im Inland gibt es jedoch hin und wieder Widerspruch…