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VW-Aktionärsversammlung am 18. Juni 2026: Volkswagen auf dem Weg zur Rüstungsschmiede
„Der Aktienkurs im Keller, die Werke dramatisch unterausgelastet, der Absatz in China weggebrochen, in der USA abgestürzt und in Europa knapp gehalten. Aber: 322 Milliarden Euro Umsatz, mehr als 27 Milliarden Euro in die Gewinnrücklage gesteckt, 7,5 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern ausgewiesen, 5,20 Euro Dividende pro Aktie, rund eine Milliarde Euro für die Familien Porsche und Piëch. Der Vorstandsvorsitzende Blume kassiert 7,5 Millionen Euro, selbst der geschasste Personalvorstand Kilian bekommt noch 2,1 Millionen und der gesamte Vorstand zusammen über 40 Millionen Euro. Bei Dividenden für die Porsches und Piëchs, bei den Gehältern für die Manager kann von Krise keine Rede sein. Ganz anders bei den Arbeiter*innen und Kommunen, die um Jobs und um die Standorte fürchten, die mit Arbeitszeitverlängerung, vorenthaltenem Lohn und geringerem Steueraufkommen in den Kommunen für den Reichtum der Eigentümer aufkommen…“ Vorbericht vom 9. Juni 2026 von und bei Stephan Krull
zur Aktionärsversammlung am 18. Juni 2026 – siehe mehr dazu:
- [Bericht von der Aktionärsversammlung] Nein zur Rüstungsproduktion bei Volkswagen!
„Wie dramatisch ist die Lage bei VW und in der Autoindustrie wirklich? Darüber habe ich nach der Aktionärsversammlung mit Kolleginnen und Kollegen in Wolfsburg diskutiert. Alle scheinen sich einig zu sein: Die Aktionäre, das Management, die Landesregierung und auch der Betriebsrat sprechen sich dafür aus, dass bei Volkswagen künftig auch für den Krieg produziert wird.
Die Braunschweiger Zeitung zitiert den Ministerpräsidenten mit der Aussage: „Rüstung als Chance für Osnabrück – aber nicht ohne Volkswagen“ (BZ; 18.6.2026). Die FAZ berichtete schon vor über einem Jahr, die „Porsche-Holding will in Rüstung investieren“ (FAZ, 26.3.2025) und andere wussten zu berichten: „VW Betriebsrat sieht Rüstung als attraktiv an“ (Managermagazin, 6.3.2026). Zu diesem Zweck wurde eigens ein neuer Bereich, nämlich das Group Defense Office, geschaffen. Nur einige Spielverderber aus der Belegschaft wollen da nicht mitmachen, wollen nicht für den Tod arbeiten und haben eine entsprechende Petition gestartet
. (…)
Dass dem Aufsichtsrat am Vorabend die Rüstungsexpertin Susanne Wiegand abgesprungen ist, hängt wohl mit Unstimmigkeiten über die Geschwindigkeit beim Umbau zum Rüstungskonzern zusammen; unabhängig davon, dass Blume das Unternehmen in „Verantwortung für die Verteidigungsfähigkeit“ sieht und nach den Möglichkeiten des Konzerns daran mitwirken, sprich: ordentlich verdienen, will. (…)
Meine Erkenntnis aus der Aktionärsversammlung: Die finanzielle Lage des Konzerns ist (noch) so gut, dass eine sozial-ökologische Transformation angegangen werden und ein Turnaround gelingen könnte.
Sehr gut und konstruktiv bei der Aktionärsversammlung der Beitrag von Annika Fuchs von Robin Wood zu Alternativen für das Werk in Osnabrück, ebenso Markus Dufner, Tobi Rosswog und anderen. Die Rede von Anni Fuchs ist bei Robin Wood nachzulesen
. (…)
Das alles ist übrigens kein Managementversagen, sondern das dem Kapitalismus eingeschriebene Prinzip von Konkurrenz und dem Streben nach Maximalprofit. Gäbe es auch nur Ansätze einer klugen Industriepolitik, würde die Ausbildung bei den Schienenfahrzeugherstellern jetzt mindestens in dem Umfang hochgefahren, wie er in der Autoindustrie abgebaut wird. Leider haben wir keine Regierung, die strategische Industriepolitik betreibt. (…)
Olaf Lies will Volkswagen ausdrücklich dabei haben, wenn zum Beispiel in Osnabrück künftig für den Krieg produziert wird. Die Porsches und die Piëchs wird es freuen. Deshalb die Initiative von Kolleginnen und Kollegen „Nein zum Umbau auf Kriegswirtschaft“. Fünfzehn der anwesenden Kolleginnen und Kollegen haben den Aufruf spontan unterschrieben, viele hatten schon vorher unterschrieben. Diese Initiative ist der sehr berechtigte Anspruch von Arbeiterinnen und Arbeitern, an den Entscheidungen, die uns alle betreffen, beteiligt zu werden. Demokratie darf nicht am Werkstor enden!“ Bericht vom 19.6.2026 von und bei Stephan Krull
- Keine Dividende, wenn Jobs abgebaut und Sorgfaltspflichten verletzt werden: Unsere Gegenanträge
Gegenanträge des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre
zur Hauptversammlung am 18. Juni 2026: Zivile Zukunft am Standort Osnabrück statt Rüstungsproduktion / Strategisches Chaos bei der Antriebswende / Beschwerden lokaler Gemeinden gegen VW-Projekt in Tansania / Strafzahlung wegen sklavenarbeitsähnlicher Verhältnisse auf VW-Rinderfarm in Brasilien / Bezug von Konfliktrohstoffen aus dem Sudan / Keine Wiederwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden Pötsch wegen mangelnder Aufklärung und Mitverantwortung im Dieselskandal
Siehe zum Hintergrund:
- auch das Dossier: „Zeitenwende“ als Geldsegen für die Rüstungsindustrie – diese Firmen profitieren (auch auf dem Arbeitsmarkt) – andere „konvertieren“ rückwärts
- und insbesondere das Dossier: „Zukunftswerk Osnabrück“: Öffis statt Panzer – für eine zivile Zukunft am VW-Standort Osnabrück!
- Siehe zuletzt: VW für alle: Protestaktionen und alternative Hauptversammlung am 29.5. in Wolfsburg zur VW-Hauptversammlung 2024