Auch bei Ford: Sinkende Stückzahl und Entlassungen

Dossier

Produktionsstopp: Endlich echte Klimapolitik?Mancher witzelt schon: ‘Die sollen im Kalender lieber die Wochen markieren, in denen wir noch arbeiten’. So leitet die Zeitung von Kollegen für Kollegen bei Ford in Köln “Scheinwerfer” den folgenden Artikel ein: “Im Herbst eine Woche ohne Produktion, einzelne Tage im Oktober; November und Dezember; die tägliche Stückzahl ist von 1.400 auf 1.300 gesenkt. Die Begründung ist meist sehr global. Kaufzurückhaltung wegen Brexit, Inflation in der Türkei, etc. Und natürlich gehen die Dieselverkäufe zurück, weil jeder zu Recht Angst hat, für den kriminellen Abgasbetrug der Autobosse die Zeche zahlen zu müssen. Eine Frage treibt viele von uns um. Das alles war abzusehen, warum reagiert Ford derart kurzfristig und hektisch? (…) Für 2019 ist bereits Kurzarbeit im Gespräch. Wenn die Produktion sinkt, ist für Ford wie eine Naturgesetz, dass sie weniger Leute brauchen. Das können wir nur durchbrechen, wenn wir die Arbeit anders verteilen. Es ist Zeit für die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Nehmen wir an, wir sind 2.000 Kollegen in der Produktion … Die Reduzierung der Arbeitszeit von 36 auf 30 Stunden würde dann über 300 Arbeitsplätze schaffen oder jetzt eben vor der Vernichtung sichern.“ Beitrag vom 27.11.2018 bei Rote-Fahne-News externer Link: “Ford: Sinkende Stückzahl – Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich!”, siehe zum Hintergrund auch weitere Infos:

  • Massenhafter Arbeitsplatzabbau: 5000 bei Ford New
    “Ford Europa dümpelt seit einiger Zeit vor sich hin. Nun scheint der Konzern sich durch eine Kooperation mit VW bei der Entwicklung von Elektroautos retten zu wollen. Die Umstellung auf sog. «saubere Autos» soll weltweit 7000 Arbeitsplätze kosten, allein in Deutschland 5000. Ende 2018 schimpfte der Ford-Boss Jim Hackett, er sei «extrem unzufrieden» mit den Leistungen seines Unternehmens in Europa. Ford hatte in Europa im zweiten Quartal einen Verlust von 73 Mio. Dollar vor Steuern eingefahren. Auch im Gesamtjahr 2018 rechnete er für Europa mit roten Zahlen. Im Jahr 2017 stand hingegen noch ein Gewinn von rund 200 Mio. Euro in den Büchern. Die Hauptschuld daran, zitierte die Fachzeitschrift Automotive News den Ford-Vertriebschef Jim Farley, trügen ungünstige Wechselkurse, vor allem durch den Brexit. Für Ford ist Großbritannien der größte Markt in Europa. Hinzu kommt das Erstarken der Konkurrenten Toyota und Kia. In Deutschland ist Ford die viertgrößte Automarke, im ersten Halbjahr 2018 kam Ford bei Pkw auf einen Marktanteil von 7,2 Prozent. Die US-Konzernzentrale hat mehrere Vorgaben gemacht: fast 450 Mio. Euro müssten in Europa eingespart werden, die Profitmarge müsse langfristig bei 6 Prozent liegen. Mit einer Konzentration auf den SUV will Ford-Europa diese Vorgaben erreichen. Im Nutzfahrzeugmarkt steht dagegen der Ford-Transit nach wie vor in Europa an der Spitze. (…) Am Beispiel dieses Konzerns wird wieder einmal die ganze Hilflosigkeit einer Interessenvertretung deutlich, die im nationalen Rahmen handelt, aber einem global agierenden Gegner gegenübersteht. Das Fehlen eines europäischen Arbeitsrechts und das Gewicht der jeweils wirksamen nationalen Traditionen entwaffnen die Belegschaften global agierender Konzerne vollständig. Vor jenen Linken, die sich der Arbeiterbewegung verpflichtet fühlen, steht die schwierige Aufgabe, diese Hürde zu überwinden.” Beitrag von Max Sundermann bei der Soz Nr. 06/2019 externer Link
  • In Köln, Saarlouis, Blanquefort … bei Ford, VW, Daimler, Opel oder sonstwo: Aktionstage sind nur der Anfang! Gegen Massenentlassungen KÄMPFEN und STREIKEN! 
    Diese zwanzigste Ausgabe unserer Fabrikzeitung ist die zweite extra für das Ford-Werk in Köln. Wir haben gegen die Entlassungskonzepte Stellung bezogen, uns mit vielen ArbeiterInnen ausgetauscht, diskutiert und versucht, gegenseitig Mut zu geben, weil wir den Kampf in die eigene Hand nehmen müssen. Wir haben mit unserer Propaganda und Agitation die verräterische Sozialpartnerschaftspolitik von IG Metall und Betriebsrat entlarvt. (…) Betriebsrats- und Gewerkschaftsfürsten versuchen, uns auf die „Rettung der Standorte“ einzuschwören. Das soll unsere Arbeitsplätze sichern. Seit Jahren, nein Jahrzehnten, tun wir nichts anderes: Profitgier nicht befriedigt – Drohung, Angst, Einschwören, Arbeitsplatzvernichtung, Profitsteigerung – Profitgier immer noch nicht befriedigt, Drohung … immer weiter und weiter. WENIGER Jobs, WENIGER Lohn, MEHR Profit. Wenn wir ArbeiterInnen in dieser endlosen Abwärtsspirale das Ziel der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit akzeptieren, unterwerfen wir uns der Profitlogik des Kapitals. So verdammen wir uns selbst zu Ohnmacht und Resignation und wiederholen im Untergehen immer wieder den Appell ans Kapital, doch bitte, bitte ein Einsehen zu haben…” Fabrik-Zeitung Klasse gegen Klasse – Gegen Ausbeutung für Sozialismus! Ausgabe Nr. 20 Mai/Juni 2019 externer Link
  • Versucht Ford Köln Kritikerin loszuwerden? Betriebsrätin Ulja Held klagt gegen Versetzung und erhebt schwere Vorwürfe – breite Solidarität 
    “… die gelernte Werkzeugmechanikerin und langjährige IG Metall-Gewerkschafterin kämpft. Sie kämpft nicht nur um ihren eigenen Job, sondern auch und vor allem um den von tausenden Fordlern, die seit Monaten um ihren Job bangen. (…) Sie verklagt ihren Arbeitgeber vor Gericht, weil dieser sie vom Niehler Getriebewerk ins Merkenicher Ersatzteillager versetzt hat – wohl gegen ihren ausdrücklichen Willen! Doch was genau ist geschehen? Der Personalchef des Ersatzteillagers Merkenich soll Held im Dezember 2018 mit einem Exklusiv-Angebot für einen Instandhaltungsplatz gelockt haben. Held machte schnell deutlich, dass sie freiwillig nicht gehen würde. Daraufhin soll Ford härtere Geschütze aufgefahren haben und änderte seine Taktik. Wohl auf Anweisung des Personalleiters am Kölner Ford-Standort wurde Ulja Held versetzt, obwohl sie dagegen protestierte. Laut Aussage des Soli-Kreises machte der Leiter des Getriebewerks gegenüber Ulja HEld sogar ziemlich deutlich, dass er sie loswerden wolle: „Sie sind eine der ersten…“ Im Gespräch mit dem EXPRESS erhebt Ulja Held nun schwere Vorwürfe gegenüber Ford: „Ich halte es für eine ungerechtfertigte und unbegründete Versetzung, die einen politisch motivierten Hintergrund hat“, klagt Held. Als aktives Mitglied und Funktionärin in der IG Metall spricht sie sich schon seit zwei Jahren konkret gegen die Rationalisierungsmaßnahmen ihres Arbeitgebers aus. (…) Der Richter setzte einen neuen Kammertermin für den 10. Juli an. Bis dahin hat die beklagte Seite, Ford wurde im Prozess durch den Arbeitgeberverband kölnmetall vertreten, Zeit, zu begründen, warum die Versetzung von Ulja Held rechtswirksam ist…” Bericht vom 18.05.19 beim Kölner Express online externer Link, siehe zur Solidarität:

    • Prozess wegen Versetzung von Ulja Held: „Es geht um mehr“
      Am Samstag, 18. Mai, fand vor dem Arbeitsgericht Köln der Gütetermin der Ford-Arbeiterin Ulja Held gegen Ford statt. Sie klagt mit Rechtsschutz der IG-Metall gegen ihre zwangsweise Versetzung aus dem Getriebewerk in das Ersatzteillager. Vor dem Gericht fand eine Kundgebung des Solidaritätskreises zur Unterstützung von Ulja Held statt. Der Sitzungssaal platze aus den Nähten, so groß war das Interesse. (…) Bei der Kundgebung äußerten sich Kolleginnen, Kollegen, Freundinnen und Freunde und andere Unterstützerinnen und Unterstützer einhellig, dass sie diese Versetzung als politisch motiviert ansehen, da Ulja Held im ganzen Ford-Werk als kämpferische Kollegin und Gewerkschafterin bekannt ist. Ein Kollege stellte klar, dass es nicht hauptsächlich um Ulja Held selbst geht. Es geht darum, wie Ford mit kämpferischen Kolleginnen und Kollegen umgeht. Wie versucht wird, sie einzuschüchtern. Aber auch, wie viele Kollegen wegen angeblichem Personalüberhang hin und her versetzt werden, auch wieder zurück an den alten Arbeitsplatz, dass ihnen versprochen wird, dass sie die Versetzung nicht annehmen müssten, dann aber Druck ausgeübt wird…” Bericht von Soli-Kreis gegen Zwangsversetzung von Ulja Held am 20.05.2019 bei Rote-Fahne-News externer Link
    • Daimler-Kolleginnen und Kollegen/IAC Sindelfingen solidarisch mit Kollegin Ulja Held, Ford Köln
      Wir, Daimler Beschäftigte bei Daimler in Sindelfingen, IGM Mitglieder, Mandatsträger und Mitglieder des ” Freunde der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz Sindelfingen e.V. “, sprechen Dir Ulja unsere uneingeschränkte Solidarität aus. Aus den Printmedien erfuhren wir von der infamen Maßnahme einer Zwangsversetzung. Ford kündigt den weiteren Stellenabbau von 7000 Kolleginnen und Kollegen an. Das Vorgehen gegen Dich soll einschüchtern. Als aktive kämpferische Frau und Gewerkschaftskollegin, will Ford dich stellvertretend für alle aktiven Automobiler bestrafen und uns Alle einschüchtern. Bleib stark, Du bist nicht alleine. Wir werden bei unseren Kolleginnen und Kollegen in den Daimler Werken die Sache publik machen. Wir erwarten von unserer IGM, dass sie Dir uneingeschränkt zur Seite steht. Ihr bei Ford – wir bei Daimler, sind nicht Konkurrenten wie uns Vorstände und gewisse politische Kräfte einreden wollen, wir sind ein Teil der Automobilarbeiterschaft national und international wie Ihr in der Ford Company. Wir sind rund um den Globus zum allergrößten Teil in der Gewerkschaft, und das ist gut so. Für uns gilt nicht: Company, Standort oder gar das Land first. Wir haben in zahlreichen Tarifkämpfen bewiesen, dass unsere Solidarität der entscheidende Trumpf ist…” Aus der Solierklärung der Internationalen Automobilarbeiterkoordination Sindelfingen vom 21.5.2019 (per e-mail)
  • Ford Köln – Jetzt erst recht! Aufstehen – Solidarisieren! Gegen Massenentlassungen: KÄMPFEN und STREIKEN! 
    Wir ArbeiterInnen werden mit Chaos und Null-Informations-Politik mürbe gemacht. Wir hören von Zwangsversetzungen. Betroffen sind Getriebewerk, FK-Halle, Motorenwerk. Die Y-Halle ist knallvoll. LeiharbeiterInnen rausgeworfen. Runterfahren der Stückzahl, immer wieder Schichten abgesagt. Kommt Kurzarbeit? Die Gerüchteküche brodelt. So geht‘s nicht nur in Köln, nicht nur in Deutschland. Mit dieser Masche versuchen sie uns alle, von Brasilien über Deutschland nach Frankreich, zu verunsichern. Das dürfen wir nicht zulassen. Wenn wir nicht als Opfer der Krise in der Auto-Industrie enden wollen, haben wir nur eine Chance: Spaltung überwinden – gemeinsam kämpfen! Für jeden Arbeitsplatz, egal wo! Umbau der Industrie. Umorganisierung der Fabriken. Wer sagt, dass für zukünftige Mobilität, Autos das beste Verkehrsmittel sind? Wer sagt, dass Produktivität nur zur Sicherung der Profite genutzt werden kann? Tja, das sagt niemand – trotzdem machen wir ArbeiterInnen brav, was unsere Konzernbosse von uns verlangen: Stückzahl im Mords-Akkord, Qualität und Mega-Export. Ford schreibt Verluste? Wir haben bisher nicht mitbekommen, dass ein einziger Chef dafür blechen musste. Aber wir sollen dran glauben und zuerst mit Lohnkürzung, Kurzarbeit und schließlich Entlassungen , den Konzern retten. Mit unserer Existenzgrundlage, mit der Vernichtung unserer Arbeitsplätze sorgen wir für die Schaffung neuer „wettbewerbsfähiger“ sprich billiger Arbeitsplätze…” Fabrik-Zeitung Klasse gegen Klasse – Gegen Ausbeutung für Sozialismus! Ausgabe Nr. 18 vom März 2019 von Trotz Alledem!
  • Stellenabbau bei Ford: Deutschlandchef verteidigt Sanierung, Betriebsrat hat Hoffnung 
    “… Der oberste Arbeitnehmervertreter von Ford Europa, Martin Hennig, hat die Hoffnung bekräftigt, dass das Sanierungsprogramm in seinem Unternehmen weniger drastisch ausfällt als geplant. “Wenn wir in den nächsten zwei Jahren zumindest ein bisschen in die Gewinnzone kommen, wird niemand mit harten Bandagen Personal abbauen wollen”, sagte Hennig der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl von 5000 Jobs liege zwar weiterhin auf dem Tisch, aber zugleich würden intensiv andere Kostenblöcke unter die Lupe genommen, sagte Hennig. “Es geht nicht um reinen Personalabbau, sondern um die Gesamtkosten – also auch um die Strukturkosten, ob Verwaltung oder Material.” Er betonte: “Nur Stellenabbau bringt niemandem etwas.” In Arbeitsgruppen gehe man daher die ganze Kostenstruktur von Ford Europa durch und wolle die Situation verbessern. Zwar sei wegen des Strukturwandels in der Autobranche umfassender Stellenabbau nicht zu vermeiden, dieser könnte aber möglicherweise über die nächsten Jahre gestreckt werden, sagte Hennig…” Agenturmeldung vom 27. März 2019 bei der Automobilwoche online externer Link
  • Krise bei Autobauer: Ford streicht in Köln bis zu 3800 Jobs
    Hoffnungen, Ängste, Sorgen bewegen Tausende Fordler, die am Dienstag zur großen Betriebsversammlung in der Motorenhalle W an der Emdener Straße zusammengekommen waren. Nach den geplanten Massenentlassungen mit Abfindungsprogrammen (hier mehr lesen) erwarteten sie heute eine klare Botschaft von Geschäftsführung und Betriebsrat, wie es mit dem Standort Köln und der Fiesta-Produktion weitergehen soll. Doch am Ende war die Wut und Verunsicherung groß. (…) Schon am frühen Morgen startete eine Betriebsversammlung im Entwicklungszentrum Merkenich mit mehr als 1000 Kollegen. Die Stimmung war ernst. Dort gab es nach Angaben einer Teilnehmerin erst einmal von Betriebsrat und Geschäftsführung kräftig Schelte – aber nicht gegen die US-Firmenpolitik, sondern gegen Medien und Landesregierung: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart würden sich stark um das Thema Braunkohle kümmern, aber die wichtige Autoindustrie vernachlässigen. (…) Besonders der Ärger über die aus Sicht vieler Fordler zu geringen  Abfindungssummen war groß. Mit Schildern und in Wortbeiträgen machten Mitarbeiter deutlich, dass sie bereit für E-Mobilität sind, weiter arbeiten wollen…” Artikel von Philipp J. Meckert vom 26.3.2019 beim Kölner Express online externer Link
  • “Scheinwerfer”: Arbeitsplatzvernichtung bei Ford – viele Gründe, zu kämpfen 
    “… Die Ankündigung der Geschäftsleitung am letzten Freitag, 5.000 Arbeitsplätze bei Ford in Deutschland zu vernichten, war für viele Kolleginnen und Kollegen doch überraschend – nach den Aussagen von Gunnar Herrmann bei der letzten Betriebsversammlung, dass es in Köln erst einmal keinen Kahlschlag geben werde. Eine Taktik, um uns zu verunsichern und falsche Hoffnungen zu schüren. … Es wird aber auch deutlich, was Ford in dieser Situation am meisten fürchtet: dass wir diese Pläne nicht hinnehmen und den Kampf um unsere Arbeitsplätze aufnehmen! … Für die meisten … ist der feste Arbeitsplatz bei Ford die Existenzgrundlage für die Familie. Wir brauchen die Arbeitsplätze. Es geht nicht um das eine oder andere Modell oder den Dieselmotor, wir können und wollen auch andere, vor allem umweltfreundliche Fahrzeuge bauen! (…) Es ist unglaubwürdig, dass Ford mit Altersteilzeit und Abfindungen 5.000 Arbeitsplätze abbauen kann. Deshalb sind die Aussagen der Geschäftsleitung, möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen, nichts wert. (…) Die Automobilkonzerne sind wegen ihres kriminellen Abgasbetrugs in der Defensive. Viele Menschen sind zu Recht darüber empört. Aber auch darüber, wie sie mit Hilfe der Bundesregierung die Folgen auf die Belegschaften, die Dieselfahrer und die ganze Gesellschaft abwälzen. In dieser Situation wird ein Kampf der Automobilarbeiter große Sympathie erhalten – vor allem, wenn wir den Kampf um die Arbeitsplätze eng mit dem Eintreten für den Umweltschutz verbinden.” Aus der Extraausgabe der Zeitung von Kollegen für Kollegen bei Ford und angegliederten Betrieben, “Scheinwerfer” vom 18.3., zitiert bei Rote-Fahne-News am 18.3.2019 externer Link
  • Autobauer streicht 5000 Jobs – Arbeitsplätze im Kölner Fordwerk in Gefahr 
    Ford steht vor einschneidenden Sparmaßnahmen. Bereits im Januar hatte die Unternehmensleitung die Mitarbeiter auf einen Sparkurs und den Abbau von Tausenden Stellen eingestellt. Jetzt wurde der Autobauer konkreter. In einem Schreiben an alle Mitarbeiter, das am Freitag um kurz nach 12 Uhr rausging und das dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt, heißt es : „Für die Ford-Werke bedeutet das Strukturkosteneinsparungen von mindestens 500 Millionen Euro und somit eine Verschlankung der gesamten Organisationsstruktur. Damit einher geht in Deutschland eine Personalreduzierung um mehr als 5000 Stellen (einschließlich Leiharbeitnehmern)“. Unterzeichnet ist das Schreiben von Ford-Deutschland-Chef Gunnar Herrmann und Geschäftsführer Rainer Ludwig. Aus dem Schreiben geht hervor, dass Abfindungsregelungen und Frühverrentungen Mitarbeitern an allen drei deutschen Ford-Standorten angeboten werden. Ford wollte sich am Freitag nicht dazu äußern, welche Standorte wie stark vom Stellenabbau betroffen sein werden…” Artikel von Thorsten Breitkopf vom 15.03.19 beim Kölner Stadtanzeiger online externer Link, siehe dazu:

    • Stellenabbau bei Ford – Droht Mitarbeitern nun das Opel-Schicksal?
      “… Ford ist damit aktuell in der Situation, in der die ehemalige Tochter des US-Autobauers General Motors (GM), Opel, vor einigen Jahren war. GM hat sich nach schwerer Krise in den USA wieder erholt, nicht aber in Europa. Der Kahlschlag bei Ford in Deutschland könnte jedoch nur der Anfang sein. „Das ist nicht das Ende der Fahnenstange“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. „Man kann nicht ausschließen, dass sich Ford ganz aus Europa zurückziehen wird.“ Modell dafür könnte ausgerechnet der Verkauf von Opel sein. Der amerikanische Ford-Konkurrent GM hatte sich ebenfalls aus dem europäischen Markt zurückgezogen, indem er sein Tochterunternehmen Opel an den französischen PSA-Konzern (Peugeot und Citroën) verkaufte. In Branchenkreisen gilt es als durchaus möglich, dass auch Ford einen Käufer für sein Europa-Geschäft suchen könnte. Die jetzt bestätigte Stellenstreichung könnte dann nur dazu dienen, die Sparte für einen Interessenten attraktiver zu machen, weil dann nicht der neue Eigentümer als eine erste Handlung selbst harte Sparmaßnahmen ergreifen müsste…” Artikel von Nikolaus Doll und Philipp Vetter vom 15.03.2019 bei der Welt online externer Link
  • Ford plant Werksschließungen und Tausende von Entlassungen in Europa 
    Am Donnerstag kündigte der Autobauer Ford an, dass der Konzern im Rahmen seiner europäischen Umstrukturierungsmaßnahmen in Europa „Tausende“ von Arbeitsplätzen abbauen wolle. Es ist der jüngste von zahlreichen Angriffen der globalen Autokonzerne auf die Arbeiter. (…) In der Erklärung, die Ford am Donnerstag, den 10. Januar, von Köln aus veröffentlichte, gab der Konzern bekannt, er wolle „die Wirtschaftlichkeit des gesamten Produktportfolios“ steigern. Um „strukturelle Kostenverbesserungen“ zu erzielen, werde er „überschüssige Arbeitskräfte“ in allen Bereichen der Produktion und Verwaltung verringern. Abgesehen vom Arbeitsplatzabbau wies die Erklärung auch auf bereits angekündigte „Effizienzmaßnahmen“ hin. Dazu gehört zunächst die Werksschließung von Ford Aquitaine Industries im französischen Blanquefort im August 2019, durch die 800 Stellen direkt und 3.000 indirekt vernichtet werden. Außerdem wurde die geplante Umstrukturierung des Ford-Werks in Saarlouis bestätigt. Auch soll das Joint Venture Ford Sollers in Russland „strategisch neubewertet“ werden. Die Ergebnisse sollen im zweiten Quartal bekanntgegeben werden. (…) In der Erklärung vom Donnerstag spricht Ford offen aus, dass die europäischen Gewerkschaften, die zurecht als „Partner“ bezeichnet werden, eine integrale Rolle für die Unterdrückung des Arbeiterwiderstands spielen werden: „Ford berät sich mit seinen Gewerkschaftspartnern und anderen wichtigen Interessengruppen über die Umsetzung einer umfassenden Umbaustrategie.“ An anderer Stelle heißt es, Ford hoffe, die Lohnkosten soweit möglich durch freiwillige Kündigungen der Beschäftigten in Europa senken zu können. Das Unternehmen kündigt an, um dieses Ziel zu erreichen, werde es „eng mit seinen Sozialpartnern [d.h. den Gewerkschaften] zusammenarbeiten“. (…) Die Haltung der Gewerkschaften gegenüber den Arbeitern zeigt sich kurz und prägnant in der Aussage des Betriebsratschefs von Ford Köln, Martin Hennig, vom letzten August. Er erklärte über den Verkauf von kleinen und mittleren Fahrzeugen: „Die laufen gut, und wir verdienen gut mit ihnen. Es bleibt aber nichts von dem Gewinn übrig. Da müssen wir die Kosten in den Blick nehmen. Das muss die wichtigste Aufgabe des Topmanagement sein.“ Hennig beklagte außerdem, dass so viele Arbeiter älter als 50 Jahre sind: „In dem Alter haben die Mitarbeiter schon Wehwehchen.“ Während Ford seinen geplanten Arbeitsplatzabbau präzisieren wird, werden die Gewerkschaften in ganz Europa darauf beharren, dass die Arbeiter letzten Endes Opfer bringen müssen, um „wettbewerbsfähig“ zu bleiben. Vor allem werden sie daran arbeiten, jeden gemeinsamen Kampf der Arbeiter über nationale Grenzen hinweg zu verhindern, indem sie Arbeiter der verschiedenen Länder gegeneinander aufhetzen und das Gift des Nationalismus verbreiten. (…) Während die Profite der Wirtschafts- und Finanzelite höher sind als jemals zuvor, fordern die großen Finanzinstitute eine Verschärfung des Angriffs auf die Arbeiter. Am Donnerstag veröffentlichte der Investmentanalyst Adam Jonas von Morgan Stanley eine Erklärung, laut der „Ford Europe seine Kapazitäten und seine Belegschaft möglicherweise um 20 bis 30 Prozent verringern muss“. Das würde den Abbau von 10.000 bis 15.000 Arbeitsplätzen bedeuten. Letzten Dezember hatte Jonas von Ford Europe für ein „Fitness-Programm“ die Streichung von 25.000 Arbeitsplätzen gefordert…” Artikel von Will Morrow vom 12. Januar 2019 bei wsws externer Link
  • Betriebsversammlung bei Ford Köln: “Einzige Option für die Arbeiterinnen und Arbeiter ist der Kampf” – Betriebsrat will Verhandlungen 
    “Nach GM in den USA und VW in Hannover und Emden werden jetzt auch bei Ford die Pläne zur Vernichtung von Arbeitsplätzen konkreter. Sie werden jedoch vom Vorstand verschleiert. Entsprechend gespannt waren die Kolleginnen und Kollegen auf die Belegschaftsversammlung bei Ford am 11. Dezember in Köln. (…) Absage der Fahrzeugproduktion an mehreren Tagen mit Abzug bei Urlaub und Freischichten; Versetzung von Kolleginnen und Kollegen aus dem Getriebewerk und Presswerk in andere Produktionshallen aufgrund der Reduzierung der Stückzahlen; Rausschmiss von Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern und befristeten Kollegen. Und dann kam am Montag, 10. Dezember, noch die Info, dass im zweiten deutschen Ford-Werk in Saarlouis die Nachtschicht abgeschafft werden soll.“ Ford will in Saarlouis nächstes Jahr die Produktion des C-Max wegen sinkender Nachfrage einstellen. Saarlouis ist mit 6.300 Beschäftigten das zweitgrößte Ford-Werk in Deutschland. Kolleginnen und Kollegen befürchten den Abbau einer Schicht, das wären 1.600 Arbeitsplätze! Davon wären als erstes 500 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter betroffen! (…) Hermann versuchte mit einer Hinhalte- und Verschleierungstaktik einer offenen Konfrontation mit der Belegschaft auf der Versammlung aus dem Weg zu gehen. (…) Ausführlich legte er die Pläne zur Arbeitsplatzvernichtung bei anderen Herstellern dar, sagte aber zu Ford nur, dass man ‘vorerst’ keinen großen Kahlschlag fürchten müsse. (…) Im Frühjahr hatte der neue Ford Chef, Jim Hackett, bereits angekündigt bis 2022 22,5 Milliarden Dollar “einzusparen”. Er versprach den Investoren eine „Maximierung der Rendite“. Dazu drohte er „Bereichen mit unterdurchschnittlicher Leistung“, die „nicht fit gemacht werden könnten“, das Geld zu streichen. Dabei haben die Manager alle Möglichkeiten Bereiche fit oder schlapp zu rechnen. Ganz nach ihren Profitinteressen. (…) Weiter berichtet unser Korrespondent: „Auch der Betriebsrat ging mit keinem Wort auf die Arbeitsplatzvernichtung in Saarlouis ein. Kein Wunder, hatte er doch vor drei Jahren ähnlichen Maßnahmen zur Vernichtung von Arbeitsplätzen in Köln zugestimmt. Interessant wurde es allerdings, als er seine Möglichkeiten des Umgangs mit der derzeitigen Situation erläuterte. Man habe drei Optionen. Erstens: Abwarten und sich zur Schlachtbank führen zu lassen. Zweitens: Wild zum Streik aufzurufen, so wie es ‚verschiedene politische Gruppierungen derzeit vor den Toren machten‘. Wohin das führe, habe man ja bei Opel in Bochum gesehen. Oder Drittens: Mit der Geschäftsleitung in Verhandlungen zu treten und das Beste für die Kollegen rauszuholen. Er stehe klar für die dritte Option!…” Korrespondenz aus Köln vom 13.12.2018 bei Rote-Fahne-News externer Link
  • siehe zum Hintergrund auch: “Chaos bei Ford – nicht mehr abwarten, jetzt in die Offensive gehen”. Der “Scheinwerfer”, die Zeitung von Kollegen für Kollegen bei Ford Köln, hält es für entscheidend, vollendeten Tatsachen zuvorzukommen. Beitrag vom 26.11.2018 bei Rote Fahne News externer Link