BV zur Weiterentwicklung des “Zukunftsbildes Sindelfingen 2020+”: Elektro-Mobilität als Einfallstor für Verschlechterungen und Auslagerungen

Elektro-MobilitätDer Sindelfinger Verein der Freunde der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz fordert alle Beschäftigten in der Automobil- und Zulieferindustrie dazu auf, sich nicht auf Verschlechterungen von Arbeitsbedingungen im Zuge von grundlegenden Veränderungen in der Automobilproduktion einzulassen. Gerade in Zeiten weitreichender Veränderungen, wie derzeit die Einführung von Elektro-Mobilität und Digitalisierung beim Autobau versuchen Automobilkonzerne, wie Daimler, erkämpfte Rechte der Beschäftigten abzubauen. So kritisieren wir entschieden die „Betriebsvereinbarung zur Weiterentwicklung des Zukunftsbildes Sindelfingen 2020+”, die letzte Woche bei Daimler Sindelfingen mit dem Betriebsrat abgeschlossen wurde. Flexibilisierung der Arbeitszeit (Punkt 4), Flexibilisierung der Beschäftigten (Punkt 5) und Abbau der Fertigungstiefe (Punkte 1+2+3) sind wesentliche Inhalte, die wir gerne etwas plastischer ins Bild der Öffentlichkeit rücken möchten…” Presseerklärung vom 7. Februar 2017 der Internationalen Automobilarbeiterkoordination Sindelfingen  mit Details zur Betriebsvereinbarung und Hintergrundinformationen. Siehe dazu:

  • Aus dem Text: “… Wir diskutierten auf unserem letzten Treffen noch etliche andere Punkte der Betriebsvereinbarung und kamen einstimmig zu der Auffassung: Die Vereinbarung zur Elektromobilität die am Standort Sindelfingen ausgehandelt wurde, stellt absolut keine win-win Situation für uns als Beschäftigte dar, sondern ist ein Angriff auf unsere hart erkämpften Rechte und wird deshalb von uns abgelehnt. So werden wir es auch auf Versammlungen im Betrieb diskutieren. (…) Deswegen sind nicht totale Flexibilisierung, Fremdvergaben und Reduzierung der Fertigungstiefe vorwärts gerichtete Antworten auf heutige Entwicklungen, sondern der Weg der Arbeitszeitverkürzung. Die Verteilung der Arbeit unter neuen Bedingungen, auf die Schultern Aller, ob bei Daimler oder den Zulieferern. Der nächste richtige Schritt, für den wir alle Metaller einigen, ist die: 30 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich. Das ist die Antwort, dafür treten wir ein!
  • Siehe auch die IG Metall dazu: Elektro-Auto: Made in Sindelfingen.
    Lange, intensive und anstrengende Verhandlungen liegen hinter uns. Wir können mit Stolz verkünden: Sindelfingen bekommt ein eigenständiges Elektrofahrzeug und wird in seiner Rolle als Leadwerk für E- und S-Klasse und Innovations- und Kompetenzzentrum für neue Technologien und Fahrzeuge der Luxus- und Oberklasse weiter gestärkt. (…) Zudem wird die aktuell bestehende Produktionskapazität und dadurch auch die Beschäftigung weitreichend abgesichert…” Brennpunkt – IG Metall-Zeitung Werk Sindelfingen – EXTRA vom Februar 2017 externer Link