Home > Diskussion > Arbeitsalltag: Arbeitsorganisation
Updated: 07.12.2010 13:26

Arbeitsorganisation

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Telearbeit macht glücklicher new

Telearbeit schützt vor allem vor dem Stress, den vielen Treffen und den vielfältigen Ablenkungen am Arbeitsplatz. Telearbeit müsste von den Arbeitgebern nach einer Studie von Wissenschaftlern der University of Wisconsin-Milwaukee stärker gefördert werden. Telearbeiter sind nicht nur eifriger und engagierter, weil sie der kollektiven Disziplin entkommen und scheinbar mehr selbstverantwortlich arbeiten, sie sind auch glücklicher. (…) Allerdings kann schon sein, je nach Arbeitsatmosphäre, dass Telarbeit deswegen die Zufriedenheit verstärkt, weil man nicht so oft gestört wird, nicht dauernd an Treffen teilnehmen muss und einer Informationsflut ausgesetzt ist. Vermutlich ist Telearbeit unter einigermaßen normalen Umständen auch die Möglichkeit, selbständiger zu arbeiten und weniger direkt unter der Fuchtel zu stehen. Dass aber Telearbeit deswegen davor schützt, dass die Arbeit in das persönliche Leben eindringt, dürfte eher ein Witz sein, wenn nicht klar geregelt ist, wann Mitarbeiter nicht ansprechbar sein können.“ Artikel von Florian Rötzer in telepolis vom 27.11.2010 externer Link

"Nennen Sie mir ein Kopfmonopol und ich hacke es ab". Die Wissensgesellschaft entlässt ihre Kinder und kehrt zum Taylorismus zurück

"Unser Rohstoff sind die hellen Köpfe", lautet das Credo der Wissensgesellschaft. Und um diese Ressource angemessen fördern zu können, bildete sich lange Zeit auch der Kapitalismus weiter, denn Denkfabriken brauchen etwas anderes als Fließbänder. So fand dann der subjektive Faktor Eingang in die Arbeitswelt. Es kam plötzlich auf den Einzelnen und seinen Input an. Nicht mehr länger nur Befehlsempfänger, fand er sich in flachen Hierarchien mit netzwerkartigen Strukturen wieder, die ihm einigen Freiraum ließen und Verantwortung zubilligten. Von einer "Rationalisierung durch Humanisierung" sprachen die Gewerkschaftler, und Theoretiker wie Toni Negri träumten von einer Emanzipation durch Wissensproduktion. Inzwischen aber geht alles wieder seinen alten kapitalistischen Gang…“ Artikel von Jan Pehrke in telepolis vom 25.05.2010 externer Link

Stumpfsinn 2.0 – Über die Re-Taylorisierung der Arbeitswelt

„Den Anfang machte die Automobil-Industrie. Mit dem Bau der A-Klasse stellte Daimler 1997 die Fertigung in seinem Rastatter Werk komplett um. Hatte die Belegschaft die E-Klasse noch abseits vom Fließband in Teams mit Arbeitsschritten bis zu einer Dauer von drei Stunden gefertigt, so schaffte das Management nun die Montage-Boxen ab und kehrte zum Ein-Linien-System mit Arbeitstakten von knapp über einer Minute zurück. „Re-Taylorisierung“ nennen Industrie-Soziologen diesen Prozess, also die Rückkehr zu der extrem durchformalisierten Arbeitsteilung, die der US-amerikanische Ingenieur Frederick Taylor in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelt hatte. Für dieses Rollback gibt es mehrere Gründe…“ Text der Sendung WDR5 Politikum vom 14.4.2010 von Jan Pehrke externer Link pdf-Datei

Die Monotonie kehr zurück in die Fabriken

Die Arbeitsprinzipien des Taylorismus sind in den vergangenen Jahren wieder in die Fabriken zurückgekehrt. Ansätze zu einer Verbesserung der Arbeits­bedingungen wurden hingegen oft zurückgedrängt.
Seit Jahren sehen sich Betriebsräte von Industrieunternehmen bei ihrem Engagement für qualifizierte Arbeit und gute Leistungsbedingungen in der Defensive. Der Renditedruck des Kapitalmarktes hat sich spürbar auf die Arbeitsbedingungen ausgewirkt, und auch nach der Finanzkrise dürfte sich daran wenig ändern. Zu dieser Einschätzung kommt der Industriesoziologe Martin Kuhlmann nach ausführlichen Interviews mit Betriebsräten der Autobranche und einer Analyse der Arbeitspolitik der vergangenen Jahre.* Die Beschäftigtenvertreter befürchten aufgrund des verschärften Wettbewerbs sogar eine weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, berichtet der Experte vom soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI)
…“ Böckler Impuls 20/2009 externer Link pdf-Datei

Zwischen Kooperation und alten Hierarchien. Der Einsatz von Web 2.0 in Unternehmen führt zu neuen Konfliktlinien

Web 2.0 meint den Durchbruch neuer kooperativer Technologien und Verfahren in allen gesellschaftlichen Sphären. (vgl. Schwerpunkt in ak 541) Unter dem programmatischen Schlagwort "Enterprise 2.0" halten Wikis, Blogs und Social Networks Einzug in die Intranets privater Unternehmen: Über 25% setzen diese Technologien bereits produktiv ein. Aus Sicht der Beschäftigten ist das oft eine kleine Revolution, denn die neuen Technologien können ihre Wirkung nur entfalten, wenn die Unternehmen Arbeitsweisen und interne Kommunikationspolitiken radikal ändern…“ Artikel von Richard Heigl in ak externer Link - analyse & kritik - zeitung für linke Debatte und Praxis vom 20.11.2009

Schöne, neue Arbeitswelt: vernetzt, unsolidarisch und kosteneffizient. LiveOps führt vor, wie virtuelle Unternehmen mit Software die Leistung von Mitarbeitern steigern können

Artikel von Florian Rötzer in telepolis vom 14.04.2009 externer Link. Aus dem Text: „…Für die New York Times ist das kalifornische Unternehmen LiveOps ("the largest virtual call center in the world") ein Blick in die Zukunft der Arbeit. Das Unternehmen, das Call Center betreibt, beschäftigt um die 20.000 freie Mitarbeiter, die von Zuhause aus arbeiten, Versicherungen verkaufen, Bestellungen für Produkte, die im Fernsehen beworben werden, annehmen oder auch für Pizza-Bestellungen weiter vermitteln. Die von LiveOps verwendete Software erfasst die Leistung der Mitarbeiter nach Kriterien, die der jeweilige Auftraggeber des virtuellen Call Center festlegt und in Echtzeit ("complete visibility") kontrollieren kann. Wenn ein Kunde des Unternehmens beispielsweise wünscht, dass die Mitarbeiter Anrufer überreden sollen, weitere Produkte zu erwerben, dann werden den Mitarbeitern mehr Anrufe zugewiesen, die das am besten schaffen. (…) LiveOps-Chef Maynard Webb meint, dass man dasselbe Prinzip auch in anderen Arbeitsformen anwenden kann, im Gesundheitswesen etwa, im Einzelhandel, in Verlagen oder in Rechtsanwaltbüros. Die wirtschaftlichen Vorteile liegen für ihn für derart organisierte virtuelle Unternehmen, die ihrem Geschäft vor allem mit freien Mitarbeitern nachgehen, auf der Hand: "Keine Gebäude. Keine Sozialleistungen."…“

Zielvereinbarungen als Individualisierung des Arbeitsrechts

Abgespachtelt. Unternehmerische Outsourcing-Strategien und die Gewerkschaften

Es ist ein sehr fragwürdiges Verdienst der heutigen Ökonomen, unseren Wortschatz seit geraumer Zeit mit immer neuen Vokabeln anzureichern. Eine dieser Vokabeln lautet „Outsourcing“. Zuletzt machte dieses Wort wieder in der Öffentlichkeit die Runde im Zusammenhang mit den Umstrukturierungen bei der Telekom. Wir erinnern uns: 50.000 MitarbeiterInnen sollten ausgelagert werden, ver.di leitete Abwehrmaßnahmen ein, bis zu 16.000 Beschäftigte legten täglich die Arbeit nieder. Am Ende war die Auslagerung dennoch unter Dach und Fach, Senkung des Lohniveaus und Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich für die Betroffenen inklusive. Trotzdem kam ver.di nicht umhin, das Ergebnis als Erfolg zu verkaufen. Da stellt sich schon mal die Frage, was es mit dem Outsourcing generell auf sich hat und vor allem welche Rolle die Gewerkschaften dabei spielen…“ Artikel von Holger Marcks in Direkte Aktion 183 vom September/Oktober 2007 – wir danken der Redaktion!

Kollege Roboter

Fabrikroboter sind zuverlässiger und ausdauernder, dafür können Menschen flexibler reagieren. Deshalb sollen die ungleichen Arbeiter zukünftig in Teams eingesetzt werden. Artikel von Jan Oliver Löfken in der FTD vom 22.01.2007 externer Link

Partizipativer Januskopf

„»Zielvereinbarung«, »Partizipatives Management«, »Balanced Scoreboard« – der Trend hat viele Namen. Seit etwa 15 Jahren halten auch in deutschen Betrieben neue Personalmanagement-Systeme Einzug, die darauf zielen, die Kreativität der Arbeiter zu nutzen und ihre Motivation zu steigern. (…) Es ist löblich, dass Oskar Lafontaine kürzlich den Vorschlag machte, einen Gesetzentwurf gegen die »schleichende Individualisierung von Arbeitnehmerrechten« im Bereich sogenannter Zielvereinbarungen zu entwickeln. Auch die Gewerkschaften sollten sich an der weitereren Diskussion beteiligen.“ Artikel von Dr. Rolf Geffken in ND externer Link vom 29.12.06

Rationalisierung und Lohn 2002. Wie das Kapital mit "Flexibilisierung" seinen Ertrag aus der Lohnarbeit steigert

"Käufermarkt" und "Dienst am Kunden": Vom Anspruch auf Verkaufserfolg zum Grundsatz 'Zeit ist Geld'. "Effektivierung der Produktion": Neue Techniken zur Beschleunigung des Kapitalumschlags. "Mehr Mitarbeiter-Souveränität": Gewinnsteigernder Einsatz der Arbeitskräfte. "Mitarbeiter-Beteiligung": Neue Entgelt-Systeme zur besseren Gewinnsicherung. Modernisierte Ausbeutung: Ein einziger Segen für die Flexi-Belegschaft. Artikel aus GEGENSTANDPUNKT 2-02, erscheint am 7. Juni 2002

Search and pray

Das mobile einsatzkommando software aus Dortmund startet Ende des Jahres ein Projekt zur Kritik an betrieblicher Standardsoftware, beispielshaft anhand SAP Produkte. Da bereits jetzt - aufgrund des bisherigen Echos - klar ist, daß dies kein regionales Projekt bleiben wird, weisen wir alle, die Probleme und Erfahrungen mit SAP (oder anderer Standard-Software) im Betrieb oder Dienststelle haben, oder sich einfach nur für diese Fragestellung interessieren, darauf hin, daß dies ein offenes Projekt ist, und sich dementsprechend jede und jeder bereits an der konkreten Ausgestaltung beteiligen kann. Das Projekt ist auf der homepage des mobile einsatzkommando software unter dem Titel "Search and pray" genauer beschrieben. externer Link Dort werden auch Fragen aufgeworfen, wie mensch sich einbringen kann, und wenn es "nur" die Diskussion um Betriebsvereinbarungen ist oder die Frage der Umsetzung der Bildschirmarbeitsverordnung. Es wird im Januar 2002 einen Workshop an einem Wochenende geben, mit dem das Projekt konkret organisiert und gestartet wird.

Schöne neue Arbeitswelt

"Schöne neue Arbeitswelt" ist der Titel einer Veranstaltungsreihe, die die Gruppe Blauer Montag von Mai bis Juni diesen Jahres in Hamburg durchgeführt hat. Ziel ist es gewesen, die verschiedenen Aspekte der widersprüchlichen Realität diskutierbar zu machen, die hinter dem homogenisierenden wie schillernden Label "IT-Arbeit" stecken. Im Kern ging es immer darum, wie sich Arbeitsbeziehungen verändert haben, welche realen Trends, aber auch welche Mythen sich hinter den Schlagworten wie "neue Selbstständigkeit", "Autonomie und Selbstbestimmung in der Arbeit", "Arbeitskraftunternehmer" etc. verbergen. Und es ging immer auch um die Frage, welche gesamtgesellschaftliche reale und ideologische Bedeutung die neuen Formen von "selbstbestimmter Ausbeutung", vom "Unternehmer im eigenen Kopf" haben. Die ursprünglich für den 12. Juli geplante Abschlussveranstaltung zu den Thesen von Toni Negri in Sachen "immaterielle Arbeit" wird auf den Herbst verschoben." Wir dokumentieren hierzu Einleitung sowie jeweils Einladungen und Protokolle

Arbeit weltweit. Neue Formen der Arbeitsorganisation im Kapitalismus

Artikel von Diego Ortolani, erschienen in SOLIDARIDAD Berichte und Analysen auch Chile. 21.Jg., Nr.212, Jan-Feb. 2001, in der Übersetzung und Bearbeitung von Olaf Kaltmeier. Der Text ist entnommen aus CILAS-Chile (Hrsg.): Transformaciones del trabajo en el capitalismo actual. Santiago 2000, S. 17-26

Mit Haut und Haaren - Der Zugriff auf das ganze Individuum

Dies ist der Titel des neuen Sonderheftes der "denkanstösse - IG Metaller in der IBM" (Mai 2000). Sie beschäftigt sich mit der Instrumentalisierung des Denkens und Fühlens in der neuen Arbeitsorganisation. Inhalt, Vorwort und Bezugsquelle

Vom Störfaktor zum Wettbewerbsfaktor. Das unternehmerische Menschenbild im Strudel der Flexibilisierung

Artikel von Mag Wompel, erschienen im Forum Wissenschaft, Heft 1/2000

Effizienz macht hässlich
Specials

Gruppenarbeit

Highlight

Vom Störfaktor zum Wettbewerbsfaktor. Das unternehmerische Menschenbild im Strudel der Flexibilisierung. Artikel von Mag Wompel

Lean Production und Gruppenarbeit - über späte und doch unzureichende Einsichten. Artikel von Mag Wompel


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