#fairdient: NGG startet Kampagne für faire Arbeitszeiten im Gastgewerbe

#fairdient: NGG startet Kampagne für faire Arbeitszeiten im Gastgewerbe “… Ein enormer Überstunden-Berg türmt sich auf: Knapp 2,15 Milliarden Arbeitsstunden haben die Beschäftigten in Deutschland im vergangenen Jahr zusätzlich geleistet. Davon 1,01 Milliarden Überstunden zum „Null-Tarif“ – ohne Bezahlung. Jeder Beschäftigte leistete damit im vergangenen Jahr im Schnitt 24,9 „Umsonst-Stunden“ für den Chef. Das geht aus dem „Überstunden-Monitor“ hervor, den das Pestel-Institut am Donnerstag im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Berlin vorgestellt hat. Damit haben die Beschäftigten den Unternehmen bundesweit gut 25 Milliarden Euro „geschenkt“, so der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther. Allein im Tourismus, in den Hotels und Gaststätten sind, so das Pestel-Institut, nach dem aktuellen Mikrozensus 45 Prozent aller Überstunden unbezahlt. „Und das, obwohl mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze im Hotel- und Gaststättengewerbe Mini-Jobs sind. Von der Küchenhilfe bis zum Kellner: Hier arbeiten Menschen, die auf jeden Cent angewiesen sind“, sagt der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler. Dabei würden gerade in der laufenden Sommersaison die geringfügig Beschäftigten – ob in Gaststätten oder Biergärten – zu Überstunden gedrängt, obwohl ihr 450-Euro-Job keinen Extra-Euro beim Verdienst zulasse. „Entweder werden Überstunden dann nicht oder mit ‚Schwarzgeld‘ bezahlt“, befürchtet Zeitler. Die NGG hält deshalb dagegen: Sie startete am Donnerstag die bundesweite Gastgewerbe-Kampagne „#fairdient“, um den gut 1,7 Millionen Beschäftigten in Hotels und Gaststätten eine öffentliche Stimme zu geben…” NGG-Pressemitteilung vom 27. Juni 2019 externer Link, siehe Infos zur Kampagne:

  • Knapp 500 Millionen Übernachtungen im letzten Jahr – NGG warnt vor extremen Arbeitszeiten im Gastgewerbe New
    “Die Konjunktur schwächelt, der Tourismus boomt: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat mit Blick auf den heute bekannt gewordenen Rekord im Inlandstourismus vor extremen Arbeitszeiten im Hotel- und Gaststättengewerbe gewarnt. „Die rund 1,7 Millionen Beschäftigte der Branche arbeiten längst an der Belastungsgrenze. Nacht-, Abend- und Wochenendarbeit nehmen seit Jahren zu. Wer jetzt nach täglich längeren Arbeitszeiten ruft, setzt die Gesundheit derer aufs Spiel, die den Zehn-Jahres-Boom erwirtschaftet haben“, sagte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler. Die Forderung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) nach einer Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes gehe „völlig an der Realität vorbei“. Tarifverträge erlaubten längst die nötige Flexibilität. „Der Dehoga hat den Mythos starrer Arbeitszeiten geschaffen. Tatsache ist: An der Arbeitszeit in Hotels und Pensionen ist noch kein Familienurlaub an der Ostsee und keine Geschäftsreise nach Stuttgart gescheitert“, so Zeitler. Wer seinen Mitarbeitern jetzt immer längere Schichten zumuten wolle, verschrecke dabei auch dringend gesuchte Fachkräfte. Das könne sich das Gastgewerbe in der aktuellen Lage nicht erlauben…“ NGG-Pressemitteilung vom 10.02.2020 externer Link
  • #fairdient: NGG startet Kampagne für faire Arbeitszeiten im Gastgewerbe
    “… Mit einer Pressekonferenz in Berlin hat die Gewerkschaft NGG heute den Startschuss zu einer bundesweiten Kampagne für faire Arbeitszeiten im Gastgewerbe gegeben. Im Rahmen von “Du hast es #fairdient” macht die NGG auf die oft überlangen und ungesunden Arbeitszeiten in der deutschen Hotellerie und Gastronomie aufmerksam. Auf einer eigens eingerichteten Webseite zur Kampagne (www.ngg.net/fairdient externer Link) können Beschäftigte aus dem Gastgewerbe über ihre Arbeitsbedingungen als Köchin, Kellner, Restaurantfachfrau oder Hotelfachmann berichten und so die NGG-Kampagne aktiv unterstützen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHGOA) fordert die Aufweichung des deutschen Arbeitszeitgesetzes. Ginge es nach dem DEHOGA, wären künftig 13 Stunden Arbeit täglich per Gesetz erlaubt. Die NGG ist gegen eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes…” NGG-Aufruf vom 27. Juni 2019 externer Link
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=150969
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