Schrott mit System: Eine Kampagne gegen die »geplante Obsoleszenz« 

Dossier

MURKS? NEIN DANKE!Immer mehr Geräte werden wegen kleiner Defekte verschrottet, schließlich wollen die Hersteller Neuware verkaufen. Die Kampagne »Murks? Nein danke!« will über die geplante Obsoleszenz informieren. Wer in diesen Tagen durch das Schaufenster der Berliner IG-Metall-Verwaltungsstelle blickt, könnte denken, dort habe ein Umsonstladen sein Domizil gefunden. Ausrangierte Computer sind aufgestapelt, daneben finden sich zahlreiche Schuhe, deren Sohlen deutlich abgetragen sind, oder eine Waschmaschine mit ausgebauter Trommel. Doch die Gegenstände werden nicht getauscht oder verschenkt, bis zum 2. April will vielmehr der »Murks-Showroom« über Methoden der geplanten Obsoleszenz informieren…” Artikel von Peter Nowak in der Jungle World vom 27. März 2014 externer Link. Siehe dazu:

  • [Brandbrief] Die Bundesregierung muss sich jetzt in Brüssel für das Recht auf Reparatur stark machen! Für eine Ecodesignrichtlinie, die Verbraucher entlastet & Ressourcen schont. New
    “44 Organisationen haben diese Woche Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier und Umweltministerin Svena Schulze einen Brandbrief übergeben. Sie fordern sie auf, sich nächste Woche in Brüssel für eine Ecodesign-Richtlinien stark zu machen, die das Recht auf Reparatur stärkt, VerbraucherInnen entlastet und Ressourcen schont.” Aus dem Brief: “… Neben der Steigerung der Energieeffizienz hat die EU-Kommission in ihren Entwürfen erstmals umfassende Anforderungen aufgenommen, durch die eine lange Lebensdauer von Produkten gefördert wird. Diese einmalige Chance gilt es zu nutzen um Prinzipien des Ressourcenschutzes und der Circular Economy nachhaltig in das Regelwerk zu verankern. (…) Signifikante Energieeinsparungen sind nur durch ehrgeizige Anforderungen zu erreichen, die technische Innovationen anstoßen. Dabei muss der absolute Energieverbrauch der Produk-te im Fokus stehen. Reparatur und Wiederverwertung von Produkten müssen erleichtert werden, indem Produkte reparaturfähig gestaltet werden und Ersatzteile und Reparaturanleitungen zugänglich sind. Die im Maßnahmenpaket enthaltenen innovativen Anforderungen zur Ressourceneffizienz bieten eine einmalige Chance, Reparatur und Wiederverwendung zu stärken. Wir bitten Sie, sich für energiesparende und langlebige Produkte stark zu machen und auch bei den VertreterInnen anderer Mitgliedstaaten und der EU-Kommission dafür zu werben…” Brandbrief vom 21. November 2018 des Bündnisses “Runder Tisch Reparatur” externer Link
  • Geplante Obsoleszenz: “Die Industrie hat noch ganz andere Methoden”
    “Das Umweltbundesamt ist dem Thema geplante Obsoleszenz nachgegangen und hat keine Belege für absichtlichen Einbau von Mängeln gefunden. Dieser Ansatz greife jedoch zu kurz, kritisiert nun ein Ökonom im Interview mit c’t. Die großangelegte Studie des Umweltbundesamts zur “Obsoleszenz” konzentriere sich zu stark auf die Extremfälle geplanter Obsoleszenz, die arglistig eingebauten Sollbruchstellen, kritisiert der Ökonom Harald Wieser im Interview mit c’t. Denn in der Praxis ließen sich solche Fälle unmöglich von unvermeidbaren Design-Entscheidungen abgrenzen. Dadurch werde die Studie als Entlastung der Industrie wahrgenommen…” Beitrag von Martin Holland bei heise news vom 4. April 2016 externer Link mit Link zum Interview und Hintergründen
  • Geplanter Verschleiß: Anmerkung zu einem zähen Diskurs. Wir brauchen Lebensdauer-Informationen
    Sie ist eher ziemlich zäh und konsequenzlos, die Diskussion um den “Geplanten Verschleiß”, also dem Vorwurf, die Konsumgüterindustrie gestalte die Lebensdauer ihrer Produkte aus Absatzinteresse weitaus kürzer als möglich. Tatsächlich wäre es ein wesentlicher Beitrag zur Umwelt- und Klimapolitik, gäbe es mehr langlebige Güter. Dazu ein Vorschlag. (…) Ein Etikett auf dem die Lebensdauer in Jahren und Betriebsstunden steht, und zwar bei allen Geräten, das wäre eine handfeste Information für Verbraucher. Bei der Energiekennzeichnung (gegen die sich die Hersteller jahrelang heftig gewehrt haben) ging das doch auch. Mit einer derartigen Lebensdauerinformation wäre überhaupt erst eine richtige Entscheidung der Verbraucher möglich, nämlich beim Kauf einen raschen Hinweis nicht nur zum Preis, sondern ebenso zur Qualität und damit zur Umweltfreundlichkeit eines Produkts zu erhalten. Der wird den Konsumenten bis heute vorenthalten. Erst dann hat es aber Sinn, sie zu einem umweltfreundlichen kaufverhalten zu animieren…” Artikel von Karl Kollmann in telepolis vom 09.11.2015 externer Link
  • Früher Verschleiß ist Kundenbetrug. Fachtagung des Bundesumweltamtes suchte nach Strategien gegen Obsoleszenz
    Eine Waschmaschine für unter 500 Euro ist schnell kaputt. Wer ein langlebigeres Gerät haben will, muss laut Stiftung Warentest tiefer in die Tasche greifen…” Artikel von Ulrike Henning vom 29.06.2015 in ND online externer Link
  • Geplanter Verschleiß als organisierter Betrug
    Ob Drucker, Mobiltelefon oder Fernseher – bereits kurz nach Ablauf der Garantie sind viele Geräte reif für den Müll. Eine Reparatur lohnt sich nicht oder ist gar nicht erst möglich. Kalkuliert sorgen die Hersteller dafür, dass ihre Produkte frühzeitig kaputtgehen, damit wir Verbraucher mehr konsumieren. Sinnlose Müllberge und ein enormer Ressourcenverbrauch sind die Folge. Jens Wernicke sprach mit Christian Kreiß, der seit Langem zum Thema forscht und publiziert…” Interview vom 16. September 2015 bei den Nachdenkseiten externer Link
  • Geplante Obsoleszenz als Betrugsdelikt. Frankreich bestraft künftig die absichtliche Verringerung der Lebensdauer von Produkten
    Künftig ist es in Frankreich möglich, Produkthersteller oder -importeure wegen “geplanter Obsoleszenz” vor Gericht zu bringen. Ein entsprechendes Gesetz, das zum Energiewende-Gesetzespaket gehört (vgl. auch Das langsame Ende der Plastiktüten), wurde am Dienstag in der Nationalversammlung verabschiedet. Es sieht vor, die “obsolescence programmée” als Betrugsdelikt zu behandeln und zu bestrafen – mit bis zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldbuße von bis zu 300.000 Euro…” Artikel von Thomas Pany in telepolis vom 16.10.2014 externer Link
  • “Im Prinzip heben wir Löcher aus und schütten sie wieder zu”. Christian Kreiß über die künstlich verringerte Haltbarkeit von Produkten
    Das Phänomen, dass Elektrogeräte kurz nach dem Ablauf der Garantiefrist ihren Geist aufgeben (und dann entweder irreparabel sind oder die Reparatur sich kostspieliger als eine Neuerwerbung gestaltet) ist mittlerweile Alltag geworden und breitet sich auf immer mehr Bereiche aus. Telepolis befragte dazu Christian Kreiß, der das Buch Geplanter Verschleiss geschrieben hat…” Interview von Reinhard Jellen in telepolis vom 09.04.2014 externer Link
  • „MURKS? NEIN DANKE!“-Blog
    Seit Februar 2012 entsteht unter dem Namen „MURKS? NEIN DANKE!“ eine stark wachsende bürgerschaftliche Bewegung gegen geplante Obsoleszenz. „MURKS? NEIN DANKE!“ setzt sich ein für nachhaltige Produktqualität, d.h.: optimale Nutzbarkeit, einfache Reparierbarkeit, freie Ersatzteilversorgung, regionale Servicedienste, bessere Garantieregelungen, Ressourceneffizienz und ethische Kreislaufwirtschaft. Petitionen und Fachgespräche sollen zu einer Anpassung der Gesetze (z.B. Gewährleistungsrecht, Handelsrecht, Zivilrecht, Strafrecht), der Kennzeichnungspflichten und relevanter Verordnungen auf nationaler und EU-Ebene führen. „MURKS? NEIN DANKE!“ hat bereits eine breite Debatte in der Öffentlichkeit über geplante Obsoleszenz angestoßen und so das Thema auf die Agenda gesetzt…” Aus der Info im „MURKS? NEIN DANKE!“-Blog externer Link
  • Was ist geplante Obsoleszenz? Was können wir dagegen tun?
    Für das Magazin AKTE2013 wurde mit Stefan Schridde, dem Initiator von MURKS? NEIN DANKE!, dieses Video bei youtube externer Link erstellt