Dossier

Film „Der marktgerechte Mensch“Das Filmteam des Dokumentar-Filmes „Wer rettet wen? Die Krise als Geschäftsmodel“ startet jetzt ein neues Filmprojekt via Crowdfunding mit dem Titel „ Der marktgerechte Mensch“. Es geht hier wieder um ein Thema, welches uns alle bewegt: Europa ist im Umbruch. Neue Weichen werden gestellt. Gesellschaftliche Solidarsysteme, über Jahrzehnte erstritten, werden ausgehebelt. Besonders der Arbeitsmarkt verändert sich rasant. Hier setzt der Film „Der marktgerechte Mensch“ an: “… Die Senkung der Arbeitskosten im taufrischen Euro-Währungsverbund brachte der deutschen Exportindustrie enorme Wettbewerbsvorteile und den anderen Ländern der Eurozone entsprechende wirtschaftliche Nachteile. Einige von ihnen wurden nach der Finanzkrise schließlich gezwungen, ebenfalls die Arbeitsrechte aufzuweichen, angeblich um wettbewerbsfähig zu werden. „Ich habe geliefert“, sagte Italiens Ministerpräsident bei seinem Staatsbesuch in Berlin. Er hatte die Deregulierung des Arbeitsrechts geliefert wie vor ihm bereits Griechenland, Portugal und Spanien. Die Arbeitslosigkeit ist dadurch nirgendwo gesunken. Aber fast alle Menschen in Europa haben an sozialer Sicherheit verloren und wurden in einen Konkurrenzkampf geschickt, der zunehmend alle Lebensbereiche umfasst. Viele Menschen ahnen, dass da etwas schief läuft. Doch diese Entwicklung ist nicht „alternativlos“. Demokratie hat nur eine Chance, wenn Bürger ihre Interessen erkennen. „Der MarktgerechteMensch“ wird ein Werkzeug dazu sein. (…) Helfen Sie mit, dass dieser Film zustande kommt. Investieren Sie in den Film „Der marktgerechte Mensch“! Helfen Sie mit, ein Stück Ihrer Zukunft zu sichern…” Aus dem Aufruf zur Unterstützung des Filmprojektes , dem wir uns anschliessen. Siehe dazu:

  • Die Filmemacher skizzieren grundlegende Gedanken zum Filmprojekt New
    Wir machen den Film „Der marktgerechte Mensch“, weil wir alle immer mehr vereinzeln und von Konkurrenz zueinander bestimmt sind. Jeder hat alle Möglichkeiten, wenn er sich nur durchsetzen kann. Das wird uns als wachsende Freiheit verkauft. Tatsächlich ist das aber ein ruinöser Wettbewerb. In ihm verlieren wir mehr und mehr an Schutzrechten, an gutem Leben und Zukunft, während soziale und solidarische Bindungen schwinden. Die Verlierer sind die verdienten Verlierer – die Gewinner die verdienten Gewinner…” Rundbrief vom Januar 2018 externer Link (auch als Video externer Link verfügbar) – wir empfehlen alle bisherigen, themenbezogenen Rundbriefe externer Link
  • [Filmprojekt] Der marktgerechte Mensch: Was geschieht mit Menschen, die zunehmend dem Diktat des Wettbewerbs unterworfen werden? Die Frage ist dringend und filmreif zugleich.
    “Wenn Effizienz als einzig anzustrebender Wert den freien Markt überlebt, verkommt die Arbeitswelt zur hemmungslosen Konkurrenzmaschinerie. Die Produktionsfirma „Kernfilm“ untersucht in einem neuen Projekt die Folgen und Gefahren dieser Entwicklung. Katrin McClean hat die Filmemacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz in ihrem Hamburger Studio besucht…” Interview von Katrin McClean vom 25. Juli 2017 bei Rubikon externer Link

    • Aus dem Interview: “… Kritik in anderen Ländern ist im deutschen Fernsehen immer erwünscht, aber wehe du bist im eigenen Land kritisch. Da kommt etwas, das muss man schon als Zensur bezeichnen. (…) Die Firmen wälzen also immer mehr Risiken auf die Beschäftigten ab und drücken sich um die Zahlung von Sozialversicherungen. Das verkleiden sie in der Botschaft, dass jeder sein eigener Unternehmer ist. Für junge Leute mag das toll klingen, aber die haben eben nicht im Blick, dass sie weder kranken- noch sozialversichert sind und später in der Altersarmut landen. (…) Freier Wettbewerb, der nicht geregelt ist, nutzt immer nur den Starken, denen, die Besitzer der Unternehmen sind und davon profitieren, dass es immer mehr Arbeitnehmer gibt, die für noch weniger Lohn arbeiten gehen. (…) Das Verrückte ist doch, dass, sagen wir mal, bei BMW Arbeiter per Leiharbeit am Fließband beschäftigt werden, die so wenig Geld verdienen, dass sie zum Jobcenter gehen müssen, um aufzustocken. Das heißt, wir subventionieren aus unseren Steuergeldern Gehälter, an denen die Unternehmer so sehr sparen, dass niemand davon leben kann. Umgekehrt bekommen die Unternehmen aber noch Steuererleichterungen vom Staat. (…) Die Politik zieht sich aus der Verantwortung und die Beschäftigten bezahlen die Rechnung…”
  • Marktähnlicher Wettbewerb im gesamten Gesundheitswesen. Im Rundbrief vom Mai 2017 externer Link sagen die Initiatoren auch “herzlichsten Dank an die zahllosen Menschen, die bisher den Film „DER MARKTGERECHTE MENSCH“ unterstützt haben. Die Filmförderung VON UNTEN ist auf 72.564,00 € angewachsen! Euer/Ihr Vertrauen in unsere Arbeit macht uns stolz und nährt auch unsere Hoffnung, dass wir es schaffen, die bis zum 1.7.2017 noch fehlenden 37.436 € zusammen bekommen werden, damit dann auch die offizielle Filmförderung gesichert ist.”