Blackrock-Kapitalismus: Das neue transatlantische Finanzkartell

Dossier

Der Vermögensverwalter BlackRockDer größte dieser Finanzinvestoren heißt Blackrock, der „schwarze Fels“. Sein Gründer Laurence Fink gilt als Initiator jener angeblichen „Wertpapiere“, die aus verbrieften, also von den Banken weiterverkauften und dann gebündelten Immobilienkrediten gebildet werden. Diese von Fink mitentwickelten Finanzspekulationen verhalfen Blackrock zu seinem ersten großen Sprung. Sie führten 2007 zum Bankrott der traditionellen westlichen Banken, der sogenannten Finanzkrise. Das verwaltete Vermögen von Blackrock schnellte in dieser Zeit rapide in die Höhe – von etwa 300 Mrd. US-Dollar im Jahre 2004 auf 1,3 Billionen im Jahre 2008. Der nächste große Sprung gelang Blackrock in den zwei Jahren seit der „Abwicklung“ der Finanzkrise. Die US-Regierung unter Präsident Barack Obama beauftragte Blackrock damals, bankrotte Banken und Versicherungen mit Steuergeldern zu retten, beispielsweise den Versicherungskonzern American International Group bzw. die von ihm unzureichend versicherten Kunden wie Goldman Sachs und Deutsche Bank. Der Regierungsauftrag brachte für Blackrock nicht nur ein dreistelliges Millionen-Honorar, sondern verschaffte der Firma durch die so entstandene staatlich-private Insiderposition eine noch bessere Markt- und Machtstellung: In den zwei Jahren bis 2009 schnellte das von Blackrock verwaltete Vermögen auf 3,3 Billionen hoch. Inzwischen, im Jahr 2016, beträgt es bereits 4,9 Billionen, bei weiter steigendem Trend nach oben. Heute besitzt Blackrock 70 Niederlassungen in 30 Staaten (Aufsichtsratchef des deutschen Ablegers ist die neoliberale Speerspitze der CDU, Friedrich Merz)… “ Beitrag von Werner Rügemer aus Blätter für deutsche und internationale Politik 10/2016 externer Link, siehe dazu auch:

  • Friedrich Merz und der Blackrock-Kapitalismus New
    “… Blackrock ist kein harmloser „Vermögensverwalter“, wie von Merz und den Leitmedien gerne dargestellt. Blackrock ist Lobbyist der Superreichen, größter Insider der westlichen Wirtschaft, Verkäufer krisenverursachender Finanzprodukte, größter Organisator von Briefkastenfirmen, Lobbyist für die Privatisierung von Renten und Mietwohnungen und Finanzier von politischen Einfluss-Netzwerken. Und Blackrock ist die größte Schattenbank der Welt. (…) Blackrock ist der größte Kapitalorganisator der westlichen Welt. Das eingesetzte Kapital von 6,4 Billionen Dollar beträgt das Doppelte des Bruttoinlandsprodukts Deutschlands, immerhin die größte europäische Volkswirtschaft. Doch was macht diese Schattenbank eigentlich? Blackrock-Gründer Lawrence Fink entwickelte an der Wall Street das neue Finanzprodukt, das später weite Verbreitung fand und zur Finanzkrise 2008 führte: Immobilien- und andere langlaufende Kredite in größerer Zahl bündeln, zu einem Wertpapier machen und weiterverkaufen…” Beitrag von Werner Rügemer vom 6. Dezember 2018 beim Lower Class Magazine externer Link (der Beitrag stammt aus Werner Rügemer “Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts. Gemeinverständlicher Abriss zum Aufstieg der neuen Finanzakteure” Köln 2018, 357 Seiten, 19,90 Euro)
  • FAQ: Noch Fragen? Wer oder was ist Blackrock? 
    “… Das 1988 von Laurence, genannt Larry Fink gegründete Finanzunternehmen ist seit 2009 der größte Vermögensverwalter weltweit. 6,2 Billionen US-Dollar werden durch die New Yorker Firma verwaltet. Das ist knapp doppelt so viel wie das jährliche Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik und das Doppelte dessen, über das alle Hedgefonds weltweit zusammen verfügen. Aber Blackrock überwacht indirekt noch ein paar Billionen US-Dollar mehr. Denn sein Computersystem Aladdin stellt es gegen Gebühren anderen Investoren zur Verfügung. Über 170 institutionelle Kapitalsammelstellen sind bereits Kunden. (…) Als die Finanzkrise 2008 die Weltwirtschaft in den Abgrund zog, schlug die Stunde Blackrocks. Das Unternehmen bekam den Auftrag der US-Regierung für das Management der toxischen Finanzpapiere, die der Staat mit der Verstaatlichung der Pleitebanken übernommen hatte. Andere Regierungen folgten, selbst Zentralbanken nehmen die Dienste der rund 13.000 Blackrock-Mitarbeiter_innen in Anspruch. (…) Ein großes Ziel Blackrocks ist es, die Rentensysteme zu privatisieren. Das würde dem Konzern riesige neue Anlagemöglichkeit eröffnen. Dass sich die Lohnabhängigen dadurch ein besseres Auskommen im Alter versprechen können, ist nicht anzunehmen.” Artikel von Guido Speckmann aus ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis Nr. 643 vom 13. November 2018 externer Link
  • Mächtig und unbekannt – Der Vermögensverwalter BlackRock 
    “BlackRock ist der größte Vermögensverwalter der Welt und dennoch bei vielen unbekannt – bis jetzt. Denn nun will der Aufsichtsratsvorsitzende des Deutschlandgeschäftes, der ehemalige Spitzenpolitiker Friedrich Merz, CDU-Vorsitzender werden. BlackRock verwaltet ein Vermögen von gut 5,5 Billionen Euro , ausgeschrieben also fünftausendfünfhundert Milliarden Euro. „Verwalten“ bedeutet Kundenvermögen anzulegen und dafür Menschen und Technik bereitzustellen. Hierbei ist BlackRock Marktführer und diese Dienstleistung ist es im Kern, mit der BlackRock 2017 knapp elf Milliarden Euro umsetzte und daraus einen Gewinn von 4,37 Milliarden Euro zog. (…) Versicherungen, Pensionsfonds, Zentralbanken, Stiftungen – also Kapitalsammelstellen aller Art: Das ist die weltweite Kundschaft von BlackRock und dadurch sind die meisten Menschen mit ihren Beiträgen oder Sparvermögen indirekt ebenfalls Kunden. Oder wer bei seiner Direktbank einen Indexfonds auf den DAX kauft, landet mit einiger Wahrscheinlichkeit bei einem Podukt von ishares, einer Tochter von – genau: BlackRock. Die für sie überragende Bedeutung, von der Herr und Frau Normalsparer oft nichts ahnen, erwähnt BlackRock selbst in seinen Geschäftsberichten: „Rund zwei Drittel der von BlackRock im Auftrag seiner Kunden verwalteten Vermögenswerte betreffen die Altersvorsorge“…” Beitrag von Jürgen Seitz vom 31. Oktober 2018 bei BR24 externer Link

Siehe auch im LabourNet: