Streitschrift von Torsten Bewernitz: Syndikalismus und neue KlassentheorieIn der Bundesrepublik existiert eine Strömung basisdemokratisch denkender und agierender Gewerkschafter*innen. Die einen arbeiten innerhalb der Organisationsstrukturen der DGB-Gewerkschaften und die anderen in kleinen selbständigen Verbänden und Gruppen (z.B. FAU und Wobblies) außerhalb dieses Rahmens. Der Autor Torsten Bewernitz war selbst lange Aktivist in der „zweiten Abteilung“ und hegt heute wachsende Zweifel, ob diese „Schlachtordung“ der syndikalistischen Sache so dienlich ist. Torsten Bewernitz sieht dies als Dilemma, das sich nicht nur in Konferenzen wie der 4. Streikkonferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung offenkundig wurde, sondern auch die Form der Alltagspolitik bestimmt (…) Mit seinem hier vorliegenden Text möchte er einen provozierenden Vorschlag machen: Er schlägt den Übergang der existierenden syndikalistischen Strukturen in eine neue Organisationsform vor, die die inhaltliche Militanz der syndikalistischen Organisationen beibehält, aber gleichzeitig einen praktischen, massenkompatiblen Organisierungsansatz anwendet – der durchaus etwas größenwahnsinnige, nichtsdestoweniger aber erstens notwendige und zweitens realisierbare Plan ist die Errichtung eines Netzwerks militanter Worker Center aus klassenbewussten, (anarcho)syndikalistischen und linksgewerkschaftlichen bzw. kritisch-gewerkschaftlichen Gruppen, Organisationen, Projekten und Einzelpersonen. Ziel ist eine Massenbasis im Sinne syndikalistischer Theorie. Das erfordert Abstriche im Ideal und eine vermehrte Hinwendung zur (direkten) Aktion als Basis dafür, das Ideal erneut zu entwickeln und ansatzweise realisieren zu können.” Aus den Informationen des Verlags Die Buchmacherei externer Link zur Streitschrift von Torsten Bewernitz (70 Seiten, ISBN 978-3-9820783-1-1; 7,00 €) – siehe daraus (exklusive) Leseprobe im LabourNet Germany und nun eine erste Besprechung – wir würden uns über eine breite Debatte der Streitschrift freuen:

  • [Video] Neue Klassenpolitik muss praktisch werden! – Vortrag Torsten Bewernitz New
    Seit einigen Jahren diskutiert die radikale Linke eine „neue Klassenpolitik“. Oft bleibt diese allerdings in der Theorie und in akademischen Diskussionen stecken. Das Thema „neue Klassenpolitik“ ist gleichzeitig Theorie-, Strategie- und Organisationsdebatte. Torsten Bewernitz hat in seiner Streitschrift „Syndikalismus und neue Klassenpolitik“ (Verlag Die Buchmacherei, Berlin 2019) einen konkreten Organisationsvorschlag gemacht, der bestehende Organisationsansätze zusammendenken und verbinden will. Der Autor und Aktivist wird die Debatte um eine neue Klassenpolitik in Grundsätzen schildern und seinen eigenen Vorschlag zur Diskussion stellen. Zur Person: Torsten Bewernitz hat bis 2010 in Münster gelebt und war Mitglied der FAU Münsterland. Heute lebt er in Mannheim und ist Redakteur bei express. Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit.” Video des Vortrags vom 4. Oktober 2019, 19 Uhr, Leo.16 (Herwarthstr. 7 in Münster), veranstaltet von ROSA – Revolutionäre Linke, Kollektiv und Solidarisch – FAU Münster, Gruppe B.A.S.T.A., express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit. Video vom 21.10.2019 bei youtube
  • Wo bitte geht’s zur Front? Rezension von Torsten Bewernitz’ Streitschrift »Syndikalismus und neue Klassenpolitik«
    express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und GewerkschaftsarbeitWenn man es seit Jahren gewöhnt ist, zumeist von außerhalb Deutschlands wichtige Impulse für die eigene klassenorientierte Reflexion und Praxis zu erhalten, dann schaut man mit gemischten Gefühlen auf die aktuelle Debatte um eine neue Klassenpolitik. Einerseits freut man sich, dass diejenigen, die sich selbst häufig als radikale Linke verstehen, erneut Anlauf nehmen, die sozialen Verhältnisse von ihren Wurzeln in den Produktionsverhältnissen her zu begreifen – selbstverständlich ist das in Deutschland leider nicht. Andererseits jedoch findet sich in der hiesigen Debatte um eine neue Klassenpolitik wenig erfrischendes Denken, so dass ich dann doch lieber zu den  Labor Notes, dem Jacobin oder zu Actuel Marx greife, um danach womöglich ein wenig klüger zu sein als vorher. Vor diesem Hintergrund ist es umso bemerkenswerter, dass mit Torsten Bewernitz’ Streitschrift »Syndikalismus und neue Klassenpolitik« nun eine Wortmeldung aus der bundesdeutschen, radikalen Linken vorliegt, die meines Erachtens aus der Debatte um eine neue Klassenpolitik positiv hervorsticht. Denn Bewernitz’ Schrift ist nicht nur eine offene Kritik des bundesdeutschen Syndikalismus, also vor allem der FAU, sondern sie skizziert auch einen diskussionswürdigen Weg, um in dunkler werdenden Zeiten in Deutschland wieder an die Front des Klassenkampfes zu gelangen…” Rezension von Slave Cubela , erschienen in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit – Ausgabe 6/2019