Kritische Mitarbeiter in den Jobcentern – bis das Rückgrat bricht?

Geschätzte 60 000 Mitarbeiter sind in den rund 340 Jobcentern beschäftigt. Davon entfallen rund ein Drittel der Beschäftigten auf die Kommunen. Der Rest ist mehrheitlich über die Bundesagentur für Arbeit angestellt oder verbeamtet. 60 000 Mitarbeiter in der Arbeitsvermittlung, im Fallmanagement und in der Leistungssachbearbeitung. Deren Aufgabe es ist, die rund 3,3 Millionen Bedarfsgemeinschaften zu betreuen respektive zu verwalten. Ein Job, welcher mit einer Masse an internen Anweisungen, neuen Gesetzen, Emails und internen autonomen Bestimmungen durch die einzelnen Jobcenterzentralen einhergeht. Eine große Mehrheit der Beschäftigten erledigt ihren Job linientreu entsprechend den Anweisungen. Unabhängig davon, ob diese sinnvoll oder gar rechtskonform sind. Der Blick über den Tellerrand wird dabei vergessen…” Beitrag vom 27. Januar 2013 in Altonabloggt externer Link

  • Aus dem Text: “… Was aber machen die Mitarbeiter, die ihren Gedanken Raum geben wollen? Sie kämpfen für sich oder sie kapitulieren. Somit beugen sie sich dem Druck, dem Mobbing, dem Bossing von oben und machen Dienst nach Vorschrift oder werden krank. Ihr zuvor vorhandener Idealismus wechselt zum gespenstischen Marionettendasein. Andere kämpfen weiter, kennen ihre Rechte und tun dieses aus der Überzeugung, ein kleines Rädchen im System aufzurütteln. Sie wissen um die Kontrollen durch die Zentralen und den nächsthöheren Instanzen und deren Beobachtung. Sie wissen um ihre Abstempelung als Querulant, sie wissen aber auch, dass sie mit ihren Äußerungen einen wunden Punkt treffen. Und so gilt: Getroffene Hunde bellen.
    Eine Änderung ist wohl kaum möglich, dafür ist das Jobcenter zu sehr Politik. Und diese kommt bekanntermaßen von oben, einer Demokratie, wo die Rechtsbeugung als erstes durch das Ziel rennt. Aber oftmals reicht ein kleines Epizentrum aus, um ein Erdbeben zu auszulösen. Und bis dahin bleiben sie Querulanten, solange das Rückgrat nicht gebrochen wird.”
  • Siehe dazu abd.: Kritische Mitarbeiter von Jobcenter werden durch den Europäischen Gerichtshof gestärkt
    Unzählige Handlungsanweisungen, Bestimmungen und ständig neue Änderungen prägt die Arbeit von Mitarbeitern in den Jobcentern. Da ist es egal, ob sich das Jobcenter in Berlin, Hamburg oder in einer mir unbekannten Stadt befindet. Mitarbeiter in den Jobcentern sind regelmäßig vom Auslaufen ihrer befristeten Verträge durch die Bundesagentur für Arbeit bedroht. Eine Entfristung findet oftmals erst kurz vor Ende des Vertrages statt. Das Erfüllen von Zahlen unter den Jobcentern ist ein Ranking-Wettbewerb, der über die Bundesagentur für Arbeit auf die Standort- und Teamleiter herunter gebrochen wird. Sind diese Rankingzahlen eines einzelnen Mitarbeiters ausschlaggebend für die Entfristung? Werden aus diesem Grund Handlungen gegenüber den Arbeitslosen gerechtfertigt und sind es nicht?…” Beitrag vom 14. April 2012 in Altonabloggt externer Link