Betriebsversammlung: Protest gegen Kündigung der Leiharbeiter bei VW in Wolfsburg

stopp fremdvergabe + leiharbeitEine eher ruhige Betriebsversammlung sollte es wohl nach dem Wunsch der Geschäftsleitung am 29. November in bei VW in Wolfsburg werden. Doch eine kämpferische Aktion von insgesamt ca. 20 Minuten durchbrach die von ihr erhoffte Ruhe in der Aussprache. Ein Redner forderte die Weiterbeschäftigung der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter an einer Montagelinie. Sie sollen Ende 2017 entlassen und durch Ferienkräfte ersetzt werden. Bei der Aktion standen mindestens 50 Kolleginnen und Kollegen mit Schildern auf und protestierten. Als dann zwei der Betroffenen sprachen, gab es minutenlang Standing Ovations. Eine Leiharbeiterin sprach Markenvorstand Herbert Diess direkt an: „Sehen sie mir in die Augen, Herr Diess!“...” Bericht vom 05.12.2017 bei den Rote Fahne News externer Link und weitere Proteste:

  • Chronologie des Leiharbeiterkampfes Wolfsburg-Hannover-Braunschweig 2017 New
    “Hallo Freunde des IAC, unsere Mitkämpfer aus den Reihen der „Leiher“ haben folgende Chronologie erstellt. Wir stellen euch unsere bisherige Zeitleiste des Kampfes gegen Leiharbeit am Standort Braunschweig, Wolfsburg und Hannover vor. Wir würden uns freuen, wenn ihr uns antwortet und es einen Austausch gibt. (…) Unser Fazit: Wir fragen uns, warum das nicht ein bisschen nach dem „First in – Last out“ – Prinzip arrangiert wurde, wie Herr Rosik (Vorstand Personal) mehrmals erwähnt hat. Herr Rosik weiß wohl mal wieder nicht Bescheid, was an der Basis passiert. Jahrelang sollten wir kampflos flexibel sein. Wir wurden als Manövriermasse an die Standorte geschickt. Das läuft international (Portugal) und auch in andere Marken ( Porsche). Wir haben unser Abwarten überwunden, weil wir unsere Angst und unsere Hoffnungen in die Versprechen der Chefs verloren hatten. Das nächste Mal wollen wir das nicht erst kurz vor Ende der Verträge machen, sondern von vorne herein ohne Illusionen unsere Erfahrungen in die neuen Belegschaften einbringen. Wir müssen uns koordinieren und koordiniert bleiben. Wir müssen zusammenhalten. Denn jeder kann der nächste sein!” Chronologie vom Februar 2018 von und bei der Internationalen Automobilarbeiterkoordination (IAC) externer Link
  • 16. Dezember: Kämpferische mutige Aktion in Wolfsburg 
    Am gestrigen Samstag um 14 Uhr, pünktlich zum Ende der Sonder-Frühschicht, begann eine Protestversammlung gegen die geplante Entlassung der 200 Leiharbeiterinnen und -arbeiter vor Tor 17 in Wolfsburg. Es war bereits die fünfte Protest- und Kampfaktion binnen weniger Tage. (…) Gestern um 14 Uhr, pünktlich zum Ende der Sonder-Frühschicht, begann eine Protestaktion vor Tor 17 in Wolfsburg. Viele, überwiegend junge Kollegen traten in Aktion, manch einer hatte so etwas noch nie mitgemacht. Einige brachten ihre Familie mit. Auch Stammwerker aus Hannover, Braunschweig und Wolfsburg waren solidarisch. Kollegen nach der Schicht blieben stehen. So nahmen gut 100-150 Kollegen, manche zeitweise, an der Aktion teil. Es gab viele mutmachende Solidaritätserklärungen, die von Kolleginnen stolz vorgelesen wurden: Von Airbus aus Hamburg, von BMW, aus verschiedenen Hallen in Wolfsburg. (…) ‘Ist es zu spät den Kampf aufzunehmen? Nein – egal was dabei rauskommt, er hilft denen, die nach uns kommen!’, so ein Aktiver aus Hannover. (…) Spontan zog ein großer Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer kleinen Demonstration lautstark über den Bahnhofsplatz zum Wolfsburger Weihnachtsmarkt…” Bericht aus Hannover vom 17.12.2017 bei Rote Fahne News externer Link
  • Solidaritätserklärung der Redaktion der LEIHKEULE, unabhängige Zeitung der Leiharbeiter 
    Wir verfolgen das Geschehen bei VW mit großem Interesse und wir gratulieren zu eurem mutigen Schritt, den Kampf aufzunehmen und selbst euer Recht einzufordern. Leiharbeiter leisten die gleiche Arbeit wie die Stammbeschäftigten, doch sie werden in vielerlei Beziehung benachteiligt. Nicht nur finanzielle Nachteile, auch das Herumgeschobenwerden zu verschiedenen Einsatzorten und die fehlende Jobsicherheit, bedeuten eine große Beeinträchtigung im Leben. VW ist berüchtigt für den zynischen Umgang mit seinen Beschäftigten….” Solidaritätserklärung vom 17.12.2017 bei chefduzen externer Link