Am 10.09.2013 bekamen alle Stammmitarbeiter des Kasseler Achsenwerkes Post von ihren Arbeitgeber. Darin wurden mehrere Vereinbarungen für den Kasseler Standort beschrieben. Ich möchte hier nur eine Vereinbarung beleuchten. Und das ist der Anwesenheitsbonus.
Kernaussage ist in diesen Mitarbeiterbrief „Einigkeit besteht darüber, dass der Anwesenheitsbonus keinesfalls dazu führen darf, dass Beschäftigte krank zur Arbeit kommen.“ Diese Aussage heißt doch im Umkehrschluss, dass wenn es zu Auszahlungen des Anwesenheitsbonus kommen wird, es Mitarbeiter gibt, die in der Vergangenheit noch nie oder fast nie krank waren und wahrscheinlich genetisch, sozial und arbeitsplatzbezogen auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Aber will man wirklich diese Minderheit der Mitarbeiter belohnen? Ich sage nein. Hier wird trotz Beteuerung der Firma und Betriebsräten versucht mit Geld kranke Mitarbeiter an den Arbeitsplatz zu locken. (…) Die Realität wird aber eine andere sein. Krankheit läßt sich nicht mit 50€Scheinen pro Tag therapieren. Ganz im Gegenteil. Spätfolgen wegen einer nicht auskurierten Erkrankung werden erst nach Ende der Pilotierung und dann mit einer für alle Werke in Deutschland übertragenen Bonusvereinbarung zum Tragen kommen. Aber dann ist es wieder einmal zu spät den Spaltungsgedanken der Firma zu verhindern. Nicht nur, das Sie es wieder einmal geschafft hat innerhalb der Belegschaft zu differenzieren in Empfänger und Nichtempfänger. Auch die Empfänger (Bonusbegünstigte) werden feststellen, das nicht krank sein, oder krank an der Arbeit zu erscheinen je nach Jahresverdienst unterschiedlich belohnt wird. (…)  In der HNA vom 19.Okober2013 hält Dieter Seidel dieses Pilotprojekt für Unvernünftig. Die Zustimmung wurde aber erteilt, um zu sehen wie es wirkt. Wie bitte???
…” Beitrag von Klaus Cornelius “„Nachbetrachtung Mitarbeiterbrief vom 10.09.2013“ in Nachrichten vom Mercedesplatz vom November 2013 . Siehe zum Hintergrund im LabourNet-Archiv: Jagd auf Kranke in den DaimlerChrysler-Standorten