»Gerecht wären über zwölf Euro«. Tarifexperte Thorsten Schulten über Argumente für einen gesetzlichen Mindestlohn

Thorsten Schulten ist Referent für Arbeits- und Tarifpolitik in Europa beim Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung. Der 47-jährige Sozialwissenschaftler forscht zu international vergleichender Tarifpolitik, Arbeit und industriellen Beziehungen. Über Auswirkungen eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes in Deutschland sprach mit ihm nd-Redakteur Jörg Meyer. Interview in Neues Deutschland vom 18.10.2013 externer Link

Aus dem Text: “… In den Gewerkschaften ist den meisten klar, dass 8,50 Euro pro Stunde kein toller Lohn ist. Das ist jetzt eben die politisch aktuell gesetzte Nummer, und die nimmt man als Einstieg. Es gibt bekannte Berechnungen zum nötigen Einkommen, um nach einem Arbeitsleben auch als Vollzeitbeschäftigter nicht auf Transferleistungen angewiesen sein zu müssen. Dann muss man deutlich über zehn Euro verdienen. In der Europäischen Sozialcharta, die auch Deutschland ratifiziert hat, ist auch das Recht auf ein gerechtes Arbeitsentgelt festgehalten. Wir haben das ausgerechnet und sind auf ein Stundenbrutto von über zwölf Euro gekommen.”