Dossier

IG Metall-Kampagne: Mein Leben. Meine Zeit. Arbeit neu denken.Wir als IG Metall wollen die Arbeitswelt gestalten, sicher, gerecht und selbstbestimmt. Um das gut machen zu können und um die Wünsche der Beschäftigten aufgreifen zu können, fragen wir Mitglieder und Nichtmitglieder, wo ihnen der Schuh drückt. Die Arbeitswelt gestalten – das ist nötig, denn Alltag ist für viele: Flexible Arbeitszeit mit kurzfristigen Änderungen, ständigem längeren Arbeiten, permanenter Erreichbarkeit – der Zugriff des Arbeitgebers auf die Arbeits- und Lebenszeit wird umfassend. Kernanliegen unserer Arbeitszeitkampagne ist deshalb das Bedürfnis der Beschäftigten nach Arbeitszeiten, die planbar und stärker durch sie selbst beeinflussbar sind. Mit einer bundesweiten Befragung, die wir ab Mitte Januar starten, wollen wir wissen, was Beschäftigte bewegt – um unsere Arbeit auf die Ansprüche und Bedürfnisse der Beschäftigten auszurichten. Das können wir nur, wenn möglichst viele Beschäftigte, Mitglieder und Nichtmitglieder, mitmachen…” Beschäftigtenbefragung 2017 der IG Metall zum online ausfüllen externer Link - allerdings nur mit einer Betriebskennung, erhältlich auf dem Papier-Fragebogen bei IG Metall-Vertrauensleuten bzw. IG Metall-Betriebsräten. Beschäftigte IG Metall-Mitglieder in Betrieben ohne Betriebsrat bzw. Vertrauensleute erhalten den Fragebogen mit der Februar-Ausgabe der Metallzeitung. Wir dokumentieren daher einen Muster-Fragebogen  und nun die Auswertung und Kommentare:

  • 30-Stundenwoche: Jetzt haben wir es schriftlich…New
    30-Stunden-Woche fordern!“Die umfangreiche Beschäftigten-Umfrage der IG-Metall hat ergeben, dass 68 Prozent der Befragten eine Wochenarbeitszeit von 35 Stunden oder kürzer haben möchten und 20 Prozent auf jeden Fall eine kürzere Arbeitswoche wünschen. Überraschend ist das nicht – in allen Studien dieser Art wurde in der Vergangenheit immer deutlich, dass die TeilzeitarbeiterInnen gerne etwas mehr und die Vollzeitbeschäftigten kürzer arbeiten wollen. Man trifft sich – auch keine Überraschung – in der Forderung nach einer 30-Stundenwoche. Da bleibt doch die Frage, warum die IG Metall, wenigstens ihre Entscheider an der Spitze, so wenig Lust verspüren, eine neue Kampagne für die 30 Stunden-Woche zu machen. Der kommende Bundestagswahlkampf wäre doch eine Supergelegenheit, damit loszulegen. Stattdessen druckst und drückt die IG Metall und verspricht, erst müsse die vereinbarte 35-Stundenwoche wirklich durchgesetzt werden…” Kommentar vom 18. Mai 2017 von und bei Thies Gleiss externer Link

  • Arbeitszeit – sicher, gerecht, selbsbestimmt. Arbeitszeit, die zum Leben passt
    Ob Schichtarbeiter oder Einkäuferin, Berufseinsteigerin oder langjährig Beschäftigter: So unterschiedlich wie die Menschen, so unterschiedlich ist ihr Privat- und Arbeitsleben. In einem Punkt sind sich jedoch alle einig: Sie wollen Arbeitszeiten, die zu ihrem Leben passen. Das zeigt die große IG Metall-Beschäftigtenbefragung. Die Ergebnisse im Überblick. (…) Die 35-Stunden-Woche ist die Wunscharbeitszeit der meisten Beschäftigten. Dazu kommt: Wo Tarifverträge gelten und Betriebsräte auf die Arbeitszeiten achten, sind Beschäftigte mit ihren Arbeitszeiten deutlich zufriedener als dort, wo sie nicht gelten. Das sind zentrale Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung der IG Metall. Mehr als 680 000 Menschen beteiligten sich an ihr. Sie ist damit die bislang größte und umfangreichste Befragung in Deutschland. (…) Ziel der IG Metall ist eine arbeitszeitpolitische Wende, so der Erste Vorsitzende. Sie will eine neue Balance für mehr Selbstbestimmung schaffen, die sich an den Interessen der Beschäftigten ausrichtet. Dieses Ziel können weder Einzelne noch Betriebsräte durchsetzen. Das sehen auch die Beschäftigten so und setzen daher auf Tarifverträge und Gesetze.” IG Metall-Meldung vom 19.05.2017 externer Link
  • Befragung 2017: Das wollen die Beschäftigten
    Die Zahl übertraf alle Erwartungen: 680 000 Menschen aus gut 7000 Betrieben haben sich an unserer Beschäftigtenbefragung beteiligt: Wie wollen wir arbeiten? Wie wollen wir leben? Die Ergebnisse sind eindeutig – die Politik muss handeln. Im Wahljahr 2017 kommt es auf die Wünsche und Bedürfnisse der Beschäftigten an. Die Beschäftigtenbefragung der IG Metall ist die größte und umfangreichste in Deutschland. Die Menschen haben der IG Metall damit einen Handlungsauftrag gegeben, sich für Arbeits-und Lebensbedingungen einzusetzen, die sicher, gerecht und selbstbestimmt sind. Diesen Auftrag will die IG Metall mit ihrer Arbeit im Betrieb, in der Tarifpolitik und mit ihren Forderungen an die Politik nun umsetzen. Die Menschen wollen eine Politik, die ihnen die Sicherheit gibt, in einer sich wandelnden Arbeitswelt mithalten zu können. Sie wollen eine Politik, die ihnen Entwicklungschancen bietet und sie in Zeiten unterstützt, in denen sie sich um Schwächere kümmern. Sie wollen ein sicheres, gerechtes und selbstbestimmtes Leben führen – am Arbeitsplatz und zu Hause. Diese Erwartung spricht aus den Antworten auf die Fragen zu Sozial-, Bildungs- und Arbeitspolitik, die die IG Metall in ihrer Beschäftigtenbefragung stellte…” IG Metall-Meldung vom 25.04.2017 externer Link mit detaillierten Befragungsergebnissen
  • Siehe dazu: “… Auffällig ist, dass die IG Metall die Arbeiter nicht nach ihrer Meinung zur Leiharbeit befragte – etwa danach, ob sie auch diese Form prekärer Beschäftigung für abschaffenswert halten. Auf die Frage von jW, warum die Gewerkschaft das unterließ, antwortete Hofmann, dass sein Verband die Leiharbeit gestalten wolle. »Wir sind der Meinung, dass der richtige Weg der ist, die Leiharbeit weiter zu regulieren und für vergleichbare Bezahlung der Leiharbeiter zur Stammbelegschaft zu sorgen.« Er räumte ein, dass man die Belegschaften nach Veränderungswünschen hinsichtlich dieser Arbeitsform hätte fragen können. Um das Thema entstand in der Folge eine Diskussion. In deren Verlauf sagte Hoffmann, dass auch sein Verband der Meinung sei, dass jede Umwandlung einer Leiharbeitsstelle in eine reguläre Anstellung ein Erfolg sei. Die Abschaffung der Leiharbeit sei aber Fiktion. »Leiharbeit ist heute ein Fakt.« …” Aus dem Artikel von Johannes Supe in junger Welt vom 26.04.2017 externer Link (im Abo): IG-Metall-Befragung vorgestellt: Industriearbeiter fordern Verbot prekärer Beschäftigung. Zur Leiharbeit durften sie sich nicht äußern