Atlas der Arbeit – Daten und Fakten über Jobs, Einkommen und Beschäftigung

Scheiß Arbeit!“… Dieser Atlas der Arbeit soll – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – die Bandbreite von Arbeitsbeziehungen darstellen; er vergleicht Systeme in verschiedenen Staaten und beschreibt, wie Arbeitsbedingungen gestaltet werden können. Der Atlas zeigt, wie weit wir leider von dem Ziel entfernt sind, allen Beschäftigten gute Rahmenbedingungen und gleiche Rechte bei der Arbeit zu bieten. So wird deutlich, wo und wie politisches Handeln notwendig ist. (…) Dieser Atlas der Arbeit vermittelt facettenreich, wie unsere Arbeitswelt heute gestaltet ist, wie sie sich ständig wandelt und welche Möglichkeiten wir – besonders Politik, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft – haben, sie zu verändern. Er liefert damit eine solide Grundlage, um über die Arbeit der Zukunft zu diskutieren. (…) Der Atlas der Arbeit ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Hans-Böckler-Stiftung (HBS).” DGB-Mitteilung vom 7. Mai 2018 externer Link mit Download des Atlas. Siehe dazu:

  • Moderne Sklaverei im Kommen – Atlas der Arbeit zeichnet Verschlechterung der Arbeitsbedingungen nach. Autoren wollen von Klassenkampf dennoch nichts wissen
    Die »moderne Sklaverei« ist in der Bundesrepublik auf dem Vormarsch. Das ist ein Detail aus dem vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) herausgegebenen »Atlas der Arbeit«, der am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Der Geschäftsführer der HBS, Michael Guggemos, gab an, bei den Bearbeitern noch einmal nachgefragt zu haben, was es mit dem »zunehmenden Risiko« in dieser Angelegenheit auf sich habe. Die hätten unter anderem auf Formen unfreier Arbeit in der Fleischindustrie hingewiesen. Der Atlas hebt als einschlägiges Problemfeld den Menschenhandel mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung hervor. Vor allem Frauen aus Bulgarien, Rumänien und Nigeria arbeiteten in der BRD in Bordellen und Wohnungen unter Bedingungen, die als »Zwangsprostitution mit Freiheitsberaubung« beschrieben werden. Offenbar gehört die Sklaverei zu der »revolutionären Situation«, in der sich die Arbeitswelt nach Ansicht von Guggemos derzeit befindet. Auf immer mehr Arbeitsverhältnisse in ganz unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern und Einkommenskategorien sei der »traditionelle Arbeitnehmerbegriff« – sozialversichert, keine Befristung, vertraglich geregeltes, festes Entgelt, feste Arbeitszeit – nicht mehr anwendbar. Guggemos verwies auf scheinselbständige Essenslieferanten und den wissenschaftlichen Nachwuchs an den Universitäten. An vielen Hochschulen sei mittlerweile jeder wissenschaftliche Angestellte unterhalb der Ebene des Professors befristet beschäftigt. DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte, dass ein Viertel aller Berufstätigen regelmäßig am Wochenende oder am Abend arbeite. Ein ähnlich hoher Anteil gebe an, auch nach Feierabend für den Chef oder die Firma erreichbar zu sein. (…) Insgesamt ergibt sich zumindest da, wo es um harte Fakten geht, das Bild einer kontinuierlichen Verschlechterung der Arbeits- und Lebensbedingungen für Lohnabhängige in den vergangenen beiden Jahrzehnten. Dennoch verblüffen die Atlas-Autoren mit dem Statement, dass »der Kapitalismus kein permanenter Klassenkampf« sei und »am besten« funktioniere, wenn »auch die Arbeitnehmer profitieren«…” Rezension von Nico Popp bei der jungen Welt vom 8. Mai 2018 externer Link