Die meisten Vergehen gegen Hausangestellte bleiben auch im Bezirk der Sauds im Dunkeln - diesmal nicht, sondern ganz offiziell: Eine Migrantin aus Sri Lanka wurde am 09. Januar wegen Kindsmordes geköpft. Die anschliessende Protestwelle vor allem aus Südostasien habe nun leider die ach so respektable Regierung Saudi-Arabiens verstimmt, liess man der Welt mitteilen. Rizana Nafeek war 2005 im Alter von 17 Jahren zum Tode verurteilt worden, sie hatte ein Geständnis abgelegt, das sie später widerrief - jetzt behaupten die Henker, sie wäre aber viel älter gewesen, als ob es nicht die Schuld der Sklavenhalter wäre, wenn sie nicht einmal die Papiere genau kennen. Die transnationale Protesterklärung “Statement on Rizana Nafeek’s Execution 11 January 2013” wurde (unter vielen anderen) im South Asian Citizens Web veeröffentlicht » weiter
 

Privatlizenz. Zum Schiessen

Sechs zum Teil schwerverletzte Menschen: Das ist das Ergebnis des Eingreifens des privaten Sicherheitsdienstes des Unternehmens “Matas de Costa Rica” gegen Landbesetzer. Diese waren teilweise wenige Tage vorher bereits von öffentlichen Sicherheitskräften vom Eigentum der Herrschaften entfernt worden, waren aber zurückgekehrt. In der Meldung “Clashes between squatters and private security leave six with gunshot wounds” am 10. Januar 2013 bei insidecostarica ist keine Rede davon, dass die Gewalttäter irgendwie viellicht, eventuell, irgendwann dann auch mal ein bisschen zur Verantwortung gezogen werden können. Schliesslich gilt Costa Rica ja als demokratisches Musterland Mittelamerikas.. » weiter
 

Zusammenschluss demokratischer Kräfte

Im Oktober fand in Basra eine Konferenz von Gewerkschaften, Frauenorganisationen, Umweltgruppen und demokratischer Initiativen statt - der Versuch, mit einem Zusammenschluss jene Kräfte zu bündeln, die für eine demokratische Entwicklung im Irak eintreten. Michael Zweig vom Center for the Study of the Working Class nahm daran teil und berichtete am 13. Dezember 2012 auf einer Veranstaltung in New York darüber. Jetzt ist das Video “Report from Iraq - Basra civil society conference” bei vimeo online » weiter
 

7 Dollar am Tag: Kampfziel

Am 1. Oktober 2012 trat der neue Mindestlohn in Haiti in Kraft: In den Tagen davor erhöhten die Bekleidungsunternehmen der diversen Freihandelszonen allesamt die Stückzahlen. Mit den weltweit üblichen Unternehmensbegründungen für solche Schritte. Nicht unbedingt weltweit üblich, und auf Haiti nach den serienweisen Naturkatastrophen der letzten Jahre erst recht nicht - in mehreren Betrieben wurde unabhängig voneinandergestreikt, wenn mehr Leistung, auch mehr Lohn, das Leben bezahlen wird ohnehin ständig teurer. Daraus hat sich eine Bewegung immer wieder neuer kurzer Streiks entwickelt, Proteste und Versammlungen in den 3 Produktionszonen, deren wichtigste nahe dem Flughafen der Haupstatdt liegt. Trotz einer Kampagne gezielter Entlassungen von AktivistInnen, ist diese Bewegung ungebrochen. Der Bericht “In $7-Per-Day Fight, Haitian Workers Call for North American Support” von David Wilson am 09. Januar 2013 bei In These Times geht von einer Teilnahme des Autors an einer Versammlung in einem Workers Centre von Batay Ouvrije aus und schildert Bedingungen und Verlauf dieser weiterbestehenden Auseinandersetzung » weiter
 
Nach mehreren Demonstrationen, Straßenkundgebungen, Sit-Ins und einem symbolischen Hungerstreik haben BekleidungsarbeiterInnen am Montag eine Prozession in Dhaka organisiert - für sichere Arbeit und Gewerkschaftsrechte. Die Pressemitteilung “Garment workers’ procession demanding Ensure ‘Safe Workplace’ & “ Trade Union Rights” in Garment industry” der Gewerkschaft NGWF vom 15. Januar 2013 » weiter
 

Poststreik: Erfolgreich

Trotz aller Drohungen und einer Gewerkschaftsführung, die alles versuchte, den Kampf einzugrenzen, haben die Streikenden bei der Post nach 13 Tagen landesweitem Streik einen echten Erfolg errungen: Die meisten Forderungen wurden erfüllt, auch die der Sanktionsfreiheit. In der Stellungnahme “La victoire des postiers montre la voie” der PST (hier gespiegelt bei Solidarité Ouvrière) vom 14. Januar 2013 wird unterstrichen, dass dies, der Zusammenschluss im Kampf an der so eng mit der Regierung verwobenen UGTA-Bürokratie vorbei, der Weg für grössere Veränderungen sei » weiter
 
73 Tage Hungerstreik: Diese Strapaze haben vierzig Einwanderer aus Marokko, Algerien, Guinea und Thailand im nordfranzösischen Lille hinter sich. Am Abend des letzten Sonntag, den 13. Januar 13 gaben sie den Abbruch ihrer Aktion bekannt - kurz bevor sie drohte, tödliche Konsequenzen für einige ihrer Teilnehmer zu haben. Artikel von Bernard Schmid vom 16.01.2013 » weiter
 
“Am 10. Januar brach abends in der Foxconn-Fabrik in Fengcheng, Provinz Jiangxi, ein Streik aus. Es ging um Löhne und Arbeitsbedingungen. Am 11. Januar blockierten mehr als 1.000 ArbeiterInnen die Hauptstraße, bis Antiaufstandseinheiten der Polizei gegen sie eingesetzt wurden” - aus der kurzen Meldung “Streik bei Foxconn in Fengcheng” am 12. Januar 2013 bei tuanjie » weiter
 
Über eine lange Zeit hinweg hat das sehr ehrenwerte Unternehmen DHL alles getan, um die gewerkschaftliche Organisierung der Belegschaft zu verhindern: Einschüchterungen, Entlassungen, Mobbing und Verleumdungskampagnen. Es hat nichts genützt, die Gewerkschaft Tümtis wurde stärker. Konsequenz: DHL denkt um. Wenn schon unbedingt Gewerkschaft, dann eine, die uns gefällt, so ungefähr. Taşıma-İş, die zum Hak-İş Verband gehört, wird nun gefördert. Nachdem die ersten 18 Taşıma-İş Mitglieder schnell zu Tümtis übertraten, gab es in Samsun und Ankara regelrechte Aufforderungen bei Taşıma-İş einzutreten. In der Erklärung “Workers Won’t Accept a Fraudulent Union at DHL!” von Tümtis am 04. Januar 2013 auf ihrer Webseite unterstreicht die Gewerkschaft, dass nicht darum gehe, keine andere Gewerkschaft in den Betrieb zu lassen, sondern darum, die Kräfte zu vereinen um DHL zum Abschluss von Tarifverträgen zu zwingen » weiter
 
Şişecam ist eines der grössten Unternehmen der Glasherstellung weltweit, in 8 Ländern arbeiten rund 18.000 ArbeiterInnen für das Unternehmen. Am 05. Januar besetzten die Mehrheit der dort beschäftigten rund 450 Menschen das Istanbuler Werk: Dies soll verlagert werden, und nachdem die Unternehmensleitung zunächst versprochen hatte, alle würden einen Job in neuen oder anderen Werken bekommen, wollte sie diese Zusage kurzfristig zurückziehen. Neue, jüngere Leute einstellen, die für den Mindestlohn von knapp 800 TL arbeiten, wäre eine echte Profitquelle gewesen - die Belegschaft verdient im Durchschnitt das Dreifache. Sehr starke öffentliche Solidarität mit der Besetzung verhinderte den vollen Einsatz der aufmarschierten Polizeeinheiten und rief stattdessen verschiedene Abgeordnete auf den Plan. Bei den so ermöglichten Verhandlungen wurden die grundsätzlichen Forderungen der Belegschaft erfüllt, es schieden nur jene aus, die wollten, und auch die Beschäftigten von Subunternehmen werden weiter beschäftigt, wird in dem Beitrag “Şişecam Workers Show the Way: Fight and Win!” am 10. Januar 2013 bei UID-DER berichte » weiter
 

SAT: Marsch gegen Repression

Muss man bis nach Kolumbien gehen, um Gewerkschaften zu finden, die noch heftiger der Repression ausgesetzt sind, als die andalusische SAT in Spanien? Serienweise Gefängnisurteile, Geldstrafen, Demonstrationsverbote werden verhängt - jetzt antwortet die SAT mit einem “Marsch gegen die Repression” durch Andalusien. In dem Beitrag “Arruinad al Sindicato” von Bonifacio Canibano am 11. Januar 2013 bei den blogs.publico wird das Ausmaß der Repression verdeutlicht » weiter
 
Schlosser, die Schlüsseldienste machen, ist ein noch weit verbreitets selbstständiges Handwerk, auch in Pamplona. Banken mit hochentwickelter menschenfeindlicher Energie sind ein weitverbreitetes Phänomen, keineswegs nur in Pamplona. Menschen aus ihren Wohnungen jagen kostet diese Schreibtischtäter höchstens ein Schulterzucken. In Zukunft etwas mehr, immerhin: Alle Schlüsseldienste Pamplonas haben gemeinsam beschlossen, den “Service” Wohnungen zur Räumung aufzubrechen, künftig zu verweigern. Und reihen sich damit in die wachsende Zahl jener Menschen ein, die eben nicht mehr “ihre Pflicht tun” oder wie die Entschuldigungen sonst immer heissen. Der Bericht “Pamplona's locksmiths join revolt as banks throw families from their homes” von Monica Munoz und Giles Tremmlet am 05. Januar 2013 im britischen Guardian enthält auch eine Reihe von Schilderungen der Lebenssituation von Zangsräumung bedrohter Menschen » weiter
 
Die Ankündigung von Amplats am Dienstag, zwei ihrer Platinminen zu schliessen - deren Belegschaften ja eine wesentliche Rolle in der letztjährigen Streikbewegung der Bergarbeiter spielten - hat als unmittelbare Reaktion einen erneuten Streik hervorgerufen. Nicht nur die Belegschaften sehen dies als einen Akt der Revanche, um die verbreitete Auffassung, die Streikbewegung sei trotz aller blutigen Repression erfolgreich gewesen zu revidieren. Die Gewerkschaften wussten heute morgen noch nichts von weiteren Streikplänen schreibt in “Platinum belt, 2013: Amplats to cut 14,000 jobs. Workers to strike” Greg Nicolson am 16. Januar 2013 im Daily Maverick, die Regierung zeigte sich zwar überrascht von der Maßnahme, verwies jedoch den “Revanchegedanken” ins Reich der Fabel » weiter
 

Bye, bye hero?

Die Impala - Mine, Schauplatz der ersten grossen Auseinandersetzung der Bergarbeiter im letzten Jahr: Die NUM muss ausziehen. Aus den Büros, die das Unternehmen jener Gewerkschaft zur Verfügung stellt, die den betrieblichen Tarifvertrag abschliessen kann, weil sie die grösste Gewerkschaft im Betrieb ist. Die NUM will erst eine unabhängige Prüfung, das Unternehmen bestätigt, dass die ACMU mehr Mitglieder im Betrieb habe - Ergebnis des Streiks, als viele Bergarbeiter von der NUM zur unabhängigen ACMU wechselten, wird in dem Bericht “NUM, AMCU stand-off looms at Impala” vom Rundfunksender SABC am 13. Januar 2013 unterstrichen » weiter
 

Kampf: Wer gegen wen?

Wenn die Landarbeiter sich entscheiden für mehr Lohn zu kämpfen, dann haben sie als Gegner die Landlords, die grossen (weissen) Weinbauern. Stimmt? Stimmt. Wen noch? Die Polizei natürlich, was wiederum nicht so natürlich empfunden wird, weil ja eine Volksregierung..oder was: Schon wieder ein Toter, in der kleinen Stadt DeDoorns am Westkap, die in den letzten Tagen mehr und mehr zum Zentrum der Auseinandersetzungen wurde, auch weil sich viele Erwerbslose aus der Region dem Streik anschlossen. Bereits am Montag war ein 8jähriger Junge bei einer Demonstration von Gummigeschossen lebensgefährlich verletzt worden, berichtet in “De Doorns protests claim first life” Kate Stegman am 15. Januar 2013 im Daily Maverick » weiter
 

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