Newsletter am Mittwoch, 30. Januar 2013

Kurzer Überblick über die heutigen LabourNet Germany News:

1. Branchen » Automobilindustrie » General Motors und Opel » General Motors/Opel – Werke in Deutschland » General Motors/Opel – Werk in Bochum

a) Opel Betriebsrat will nicht länger auf Tariferhöhungen verzichten: “Nicht die eigene Beerdigung finanzieren”

„In einem heute verteilten Flugblatt des Bochumer Opel-Betriebsrates und der IG Metall Vertrauenskörperleitung heißt es: »Als Voraussetzung für Verhandlungen verlangt der Opel-Vorstand auch von diesen Standorten den weiteren Verzicht auf Tariferhöhungen. Das bedeutet die dauerhafte Absenkung der Tariflöhne der Metall- und Elektroindustrie. Damit steigt Opel aus der Tarifstruktur der Automobil- und Elektroindustrie aus. Das wird die IG Metall niemals akzeptieren. Es wäre ein Dammbruch für die gesamte Metallindustrie. […] Die Bochumer Opel-Belegschaft, davon 86 % IG Metall-Mitglieder, werden nicht ihre eigene Beerdigung finanzieren. Die offene Tariferhöhung muss sofort gezahlt werden.« Das vollständige Flugblatt bei Bo-Alternativ vom 28.01.2013 externer Link

Momentan ist geplant, die Kollegen am Freitag, 11:00 Uhr vor dem Tor 4 des Opel-Werkes über den aktuellen Stand der Verhandlungen zu informieren. Wir werden berichten…

b) Opel erteilt Platzverbot: Kein Solidaritätsfest vor dem Werkstor

Der Konflikt zwischen der Opel-Geschäftsführung und dem Bochumer Betriebsrat spitzt sich weiter zu. Das Unternehmen hat jetzt die Nutzung der Fläche vor Tor 1 für das am 3. März geplante Fest der Solidarität untersagt. Die Alternative ist bereits gefunden. Mitten in der Innenstadt. Artikel von Thomas Aschwer in den Ruhrnachrichten vom 28.01.2013 externer Link Aus dem Text: „(..) Einmal in die dunkle Ecke gestellt, holt der Betriebsrat zur mannigfaltigen Kritik am Konzern aus. Zu den Vorwürfen gehört: Das vom Vorstand und Aufsichtsrat angekündigte Ende der Fahrzeugproduktion und die Verteilung neuer Modelle ist im Aufsichtsrat weder vorgestellt noch beschlossen worden. Das Unternehmen verspricht für das Ende der Produktion Ersatzbeschäftigung im Ersatzteillager, Logistik und Komponentenfertigung. Doch die Eingruppierung erfolgt im Niedriglohnbereich. Ersatzbeschäftigung und Absicherung soll es für maximal 1000 Opel-Beschäftigte geben. Für 3000 bis 4000 Beschäftigte droht die Arbeitslosigkeit…

2. Branchen » Automobilindustrie » General Motors und Opel » General Motors/Opel – Werke in Deutschland » General Motors/Opel – Werk in Rüsselsheim

Flugblatt BR Opel-Rüsselsheim: Konstruktive Verhandlungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung statt Skandalisierung und Drohgebärden sind das Gebot der Stunde

“Die öffentliche Berichterstattung über die Verhandlungen und den Mitarbeiterbrief von Steve Girsky hat zu Verunsicherung und vielen Fragen geführt. Folgende Information zur Klarstellung:…” Flugblatt BR Opel-Rüsselsheim vom 25.01.2013

3. Branchen » Automobilindustrie » General Motors und Opel » General Motors/Opel – Werke in Deutschland

Gewerkschaft malt düsteres Bild: Opel kämpft um die Existenz

Opel steht ein heißer Tanz bevor. Im Kampf um Einsparungen, die den defizitären Autohersteller wieder in die Spur bringen sollen, droht das Management mit einer früheren Schließung des Bochumer Werkes. Die IG Metall hält mit Standort- und Beschäftigungsgarantien dagegen und fürchtet um die Existenz aller deutschen Werke. Eine schnelle Lösung scheint ausgeschlossen – und das verschärft die Situation noch…Artikel auf N-TV vom 29.01.2013 externer Link

4. Branchen » Automobilindustrie » Ford » Genk (Belgien)

Syncreon: Abkommen bei Ford-Zulieferer

„Bei Syncreon, einem der vier großen Zulieferbetriebe, die sich im Umfeld des Ford-Montagewerks in Genk niedergelassen haben, ist ein Abkommen mit der Belegschaft zustande gekommen, durch das die Produktion dort wieder aufgenommen werden kann. (…) Das bedeutet, dass alle fünf betroffenen Unternehmen bei Ford vergleichbare Sozialabkommen abschließen konnten. Die Belegschaften erhalten ähnliche Prämien, Vorruhestandregelungen und Beschäftigungsgarantien. Jetzt kann in einer ersten Phase wieder normal produziert werden, während Arbeitgeber und Gewerkschaften mit Ruhe an die konkrete Ausarbeitung der jeweiligen Sozialpläne herangehen kann…Meldung auf Flanderninfo vom 29.01.2013 externer Link

5. Branchen » Automobilindustrie » Ford » Allgemein / International

Europageschäft am Boden: Ford-Werke müssen zittern

Der alte Kontinent macht Ford zu schaffen. Während auf dem Heimatmarkt die Gewinne sprudeln, versiegen sie in Europa. Nach einem Milliardenverlust 2012 soll das Minus im laufenden Jahr noch höher ausfallen. Der Konzernvorstand ist alarmiert, Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs, der Aktienkurs sackt ab. Artikel auf N-TV vom 29.01.2013 externer Link

6. Branchen » Automobilindustrie » VW » Kassel

Kündigungsschutzklage gegen VW Baunatal am 31. Januar 9.00 Kasseler Arbeitsgericht

„Solidarität mit dem von Mobbing und Kündigung betroffenen VW-Kollegen ist weiterhin erforderlich. Inzwischen ist der Kollege von VW erneut krankheitsbedingt gekündigt worden. Seine Kündigungsschutzklage wird am Donnerstag, den 31. Januar um 9.00 Uhr vom Kasseler Arbeitsgericht (Raum 305) verhandelt. Seine Klage auf Schadenersatz und Schmerzensgeld wegen unerlaubter Handlungen von Mitarbeitern, die nur mit Mobbing umschrieben werden können, wurde inzwischen abgewiesen. Wie wird man ein „verbrannter“ Mitarbeiter, den VW unbedingt loswerden will? Und wie sieht der Arbeitsalltag eines Schwerbehinderten bei VW in Baunatal aus, der darum kämpft, an einem „leidensgerechten“, seinen gesundheitlichen Einschränkungen entsprechenden Arbeitsplatz und entsprechend seinen Fähigkeiten eingesetzt zu werden? Auf diese und andere Fragen bekamen die am 14. Januar im Kasseler Arbeitsgericht Anwesenden keine Antworten. Denn die Kammer unter der Leitung von Richter M. Eichler entschied nach einer kurzen Nachfrage zu den Anträgen der Parteien ohne weitere Anhörung oder Kommentierung der Rechtslage zur Verblüffung der am Verfahren beteiligten Parteien, die mit einer ausführlichen Erörterung gerechnet hatten. So wurde den im Verhandlungsraum Anwesenden ein Einblick in die in den Klageschriften vorgetragenen Sichtweisen und Positionen verwehrt. Die zahlreich aufgeführten Zeugen wurden gar nicht gehört. Die Kammer hat entschieden, die Klage des VW-Kollegen auf Schadenersatz und Schmerzensgeld abzuweisen. Die Begründung liegt noch nicht vor.“ Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 28.01.2013

7. Branchen » Automobilindustrie » PSA Peugeot Citroën

a) Geplanter Stellenabbau: Gericht bremst Peugeot vorerst aus

„Rund 8000 Stellen will PSA Peugeot Citroen abbauen. Ein Berufungsgericht in Paris ließ die Sparpläne des Autobauers allerdings nun bis auf weiteres stoppen. Nun müssen Gespräche mit den Beschäftigten nachgeholt werden…Agenturmeldung auf Handelsblatt-Online vom 29.01.2013 externer Link

b) French autoworkers block production at Peugeot Citroen plant to protest layoffs

“A few hundred French striking autoworkers are disrupting production at a key Peugeot Citroen plant north of Paris, protesting layoffs linked to its pending closure. France’s largest automaker, struggling to compete in Europe’s stagnant car market, is cutting 8,000 jobs and closing the Aulnay-sous-Bois factory. Workers from the vocal and far-left CGT union marched into the plant early Monday, just as the company was trying to resume production after a similar disruption earlier this month. Some workers who wanted to work Monday were resting inside half-built cars, because the striking workers were blocking the production line…” AP Meldung auf Yahoo-Finance vom 28.01.2013 externer Link

8. Branchen » Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst » Transportwesen: Post- und Paketdienste

UPS am KölnBonner Flughafen auf antigewerkschaftlichem Kurs

Work-watch weist auf Vorgänge bei UPS hin, die nach unserer Ansicht dem gesetzeskonformen Umgang mit Betriebsräten widersprechen. UPS ist ein Weltkonzern und ebenso wie andere gehalten, sich an Vorschriften des Arbeitsrechts zu halten.Das Betriebsverfassungsgesetz erklärt den Betriebsrat zum Vertretungsorgan der Beschäftigten. Damit unvereinbar sind Versuche eines Arbeitgebers, einzelne Mitglieder eines Betriebsratsgremium oder den gesamten Betriebsrat unter seine Kontrolle zu bekommen. Werden Betriebsratsmitgliedern beeinflusst, indem sie begünstigt werden, drohen dem Arbeitgeber bzw. seinem Vertreter sogar Geld– oder Haftstrafe. Entgegen diesen Vorgaben versucht die zuständige „Labour Relation” Abteilung  von UPS am Köln Bonner Flughafen — Umschlagzentrale für den internationalen UPS-Paketversand in Europa — eine unternehmernahe Fraktion im Betriebsrat aufzubauen, anzuleiten und gegen die gewerkschaftlich orientierte Mehrheit einzusetzen.  In diesem Zusammenhang sind work-watch Emails der „Labour Relation” Abteilung zur Kenntnis gebracht worden, in denen sie „ihre” Betriebsräte auf einen gemeinsamen, arbeitgebernahen Kurs einschwört. Darüber und über mögliche Beweggründe haben wir die Belegschaft in folgendem Informationsblatt aufgeklärt…Das Infoblatt bei work-watch vom 29.01.2013 externer Link

9. Branchen » Medien und Informationstechnik » Presse, Verlage und Medienkonzerne » Frankfurter Rundschau

Diskussion um „Frankfurter Rundschau“: „Wie ein Stück Vieh auf dem Markt“

Diese Woche wird entschieden, ob die „FR“ weiterlebt. Die Mitarbeiter dürfen dabei nicht mitreden, beklagt der Betriebsratschef. Das Interview von Timo Reuter mit Marcel Bathis in der Taz vom 28.01.2013 externer Link

10. Politik » Europäische Union » Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in der EU » Arbeitsmarkt und Arbeitsrecht » Überfälliger Streit um Exportnation „D“ als Lohndrücker

Angela Merkel in Davos: “Ich möchte, dass Sie meine Tanzkarte annehmen!”

Während sich die Deutschen über Kinderbücher und Herrenwitze erregen, formuliert Angela Merkel schon mal den Weg zur Weltpolitik. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine wichtige Rede gehalten. Sie skizzierte dort nämlich den Weg, den Europa unter deutscher Anleitung und Fürsorge zu gehen hat. Nach ESM und Fiskalpakt, die den direkten Durchgriff auf die nationalen Haushalte und Wirtschaftspolitiken ermöglichen, soll jetzt die dritte Stufe des europäischen Umbaus gezündet werden: die Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt…” Artikel von Wolfgang Michal vom 28.1.2013 bei Carta externer Link   Darin wird Angela Merkel in Davos wie folgt zitiert: „… Wenn wir uns in Europa bei den Lohnstückkosten genau in der Mitte treffen würden, beim Durchschnitt aller europäischen Länder, dann würde ganz Europa nicht mehr wettbewerbsfähig sein und Deutschland nicht mehr exportieren können. Das kann nicht das Ziel unserer Bemühungen sein. Deshalb sind Überschüsse in den Leistungsbilanzen zum Teil natürlich auch Ausdruck einer guten Wettbewerbsfähigkeit. Und diese dürfen wir auf gar keinen Fall aufs Spiel setzen…“

11. Politik » Europäische Union » EU-Krise » Euro-Krise und Gewerkschaften

Verdi-Chef über Arbeitnehmerrechte: „Deutschland, der kranke Mann“

Als Folge der Eurokrise fürchtet Verdi-Chef Bsirske auch hierzulande eine schlechtere Entlohnung. Peer Steinbrück warnt er davor, historische Fehler zu wiederholen. Interview von Eva Völpel in der taz vom 28.01.2013 externer Link Aus dem Text: “… 2003/2004 haben das liberal-konservative Lager und die Arbeitgeber in Deutschland versucht, per Gesetz Betriebsräte oder Belegschaften in die Lage zu versetzen, Tarifverträge auszuhebeln. Das konnte damals abgewehrt werden. Genau diese Politik erleben wir derzeit in Südeuropa. Die europäische Zentralbank teilt beispielsweise dem italienischen Ministerpräsidenten mit, man mache den Ankauf von Staatsanleihen davon abhängig, dass Italien zu einer Verbetrieblichung der Lohnfindung übergehe, also weg vom Flächentarifvertrag. Da das europäische Staatensystem wie ein System kommunizierender Röhren funktioniert, ist zu befürchten, dass mittelfristig eine solche Schwächung der Gewerkschaften und der Verhandlungsmacht der Beschäftigten auch hier wieder auf der Tagesordnung stehen. Dann wird es heißen, nun hinke Deutschland hinterher und sei der kranke Mann in Europa. (…) Die IG Metall hat ihre europapolitischen Positionen intensiv überarbeitet und Herausforderungen klar analysiert. Da haben wir keine Differenzen. Die IG Metall übt zudem praktisch viel Solidarität mit den Metallgewerkschaften in Europa und Spanien. Und mit ihrer lohnpolitischen Linie, den neutralen Verteilungsspielraum ausschöpfen oder übertreffen zu wollen, leistet sie einen Beitrag zur Stärkung des Binnenmarktes. Zudem haben wir auf der DGB-Bundesvorstandsklausur in diesen Tagen gemeinsam beschlossen, dass eines der Topthemen 2013 die Forderung nach Umverteilung und Steuergerechtigkeit wird. Denn es ist nicht gerecht, wenn das reichste Prozent in Deutschland 3,6 Billionen Euro an Nettovermögen besitzt…”

12. Politik » Gewerkschaften » Tarifpolitik » Tarifrunden

Im Vorfeld der Metalltarifrunde 2013: Wie viel darf’s denn mehr sein?

Schon zu Jahresbeginn 2013 hat in der Öffentlichkeit eine Debatte über die Forderung für die Metalltarifrunde begonnen. Wie viel Plus steht den Beschäftigten zu und wie viel kann die Wirtschaft verkraften? Darüber diskutieren die Beschäftigten zurzeit in den Betrieben. Die IG Metall hat bereits in Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und im Bezirk Küste die Entgelttariferträge gekündigt. Die anderen Tarifbezirke werden in Kürze folgen. Die Laufzeit des geltenden Tarifvertrages endet am 30. April 2013. Bis dahin gilt auch die Friedenspflicht, danach sind Warnstreiks möglich. Die IG Metall wird sich wie in den Vorjahren an einem klaren Zeitplan orientieren. Erster wichtiger Termin ist der 4. März 2013. Dann wird der IG Metall-Vorstand den regionalen Tarifkommissionen eine Forderung empfehlen. In den Kommissionen sitzen Vertreter aus den Betrieben. Nachdem die Tarifkommissionen sich darüber geeinigt haben, was sie fordern wollen, beschließt der Vorstand darüber am 15. März endgültig…” Meldung der IG Metall vom 25.01.2013 externer Link

13. Politik » Gewerkschaften » Tarifpolitik » Tarifrunden » Ver.di-Tarifrunde 2013: Öffentlicher Dienst der Länder

a) Anschluss halten: Auch in 2013 sind kräftige Lohnerhöhungen geboten – Von Achim Meerkamp

Ende Januar beginnen die Tarifverhandlungen für die tariflich Beschäftigten der Länder. Achim Meerkamp schreibt in seinem Gastbeitrag für Wirtschaft und Gesellschaft über die Voraussetzungen, die tarifpolitischen Ziele von ver.di und die möglichen Konflikte bei den anstehenden Tarifverhandlungen. Artikel vom 29.1.2013 bei Thorsten Hild externer Link

b) Harte Tarifrunde erwartet. Donnerstag beginnen die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder

Die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder steht vor der Tür. Fünf Gewerkschaften verhandeln für rund 800 000 Angestellte der Länder. Nicht nur die Forderung nach tariflicher Eingruppierung angestellter Lehrkräfte dürfte ein harter Streitpunkt sein…“ Artikel von Jörg Meyer in Neues Deutschland vom 28.01.2013 externer Link

14. Politik » Gewerkschaften » Gewerkschaftsbewegung international » Internationalismus

Vereint für ein soziales Europa – 40 Jahre Europäischer Gewerkschaftsbund

Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) begeht sein vierzigjähriges Bestehen am Montag, dem 28. Januar, in Madrid.
Dazu sagte Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, am Sonntag in Madrid:
Der EGB ist gelebte europäische Solidarität, die gerade in der Krise wichtiger ist denn je. Er ist Garant dafür, dass sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Europas nicht gegeneinander ausspielen lassen. Darüber hinaus stellt er sicher, dass wir in Europa mit einer Stimme sprechen. So haben wir kürzlich gemeinsam einen Vorschlag für einen Sozialpakt für Europa vorgelegt, der die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer garantieren und die soziale Marktwirtschaft in Europa stabilisieren soll. (…)  Dem 1973 gegründeten Europäischen Gewerkschaftsbund gehören 85 Gewerkschaftsdachverbände aus 36 Staaten Europas an. Der EGB vertritt 60 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ist damit die größte politische Organisation Europas…” DGB-Mitteilung vom 27.01.2013 externer Link

Siehe dazu:

  • The ETUC turns 40: Celebrate the past, look forward to the future
    The European Trade Union Confederation (ETUC) will soon celebrate its 40th anniversary. The only organisation that represents workers at European level was in fact founded officially on 7 February 1973. The celebration will be held in conjunction with a conference on 28 January in Madrid. This event will be attended by many European trade union leaders as well as officials from the European institutions…” Die ETUC-Meldung vom 28.1.2013 externer Link

15. Politik » Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen » Leiharbeit und Sklavenhandel » Leiharbeit und Gewerkschaften

Gefahr anderer Scheingewerkschaften

Die Leiharbeitstarife der »christlichen« CGZP gelten nicht. Ver.di fürchtet weitere Dumpingversuche. Artikel von Daniel Behruzi, zuerst erschienen in junge Welt vom 26.01.2013 externer Link  Aus dem Text: “… Der Bremer Arbeitsrechtler Wolfgang Däubler hält es für »höchst zweifelhaft«, daß andere Scheingewerkschaften die von der CGZP hinterlassene Lücke so einfach füllen könnten. »Gegebenenfalls müßte man dann eben ein neues Verfahren wegen Tarifunfähigkeit führen«, meint der Wissenschaftler im jW-Gespräch. Auch die Gefahr ausländischer Dumpingverträge sollte die DGB-Gewerkschaften seiner Ansicht nach nicht von der Kündigung der Leiharbeitstarife abhalten. (…) Der Jurist argumentiert aber auch grundsätzlich: »Nur weil andere Organisationen miese Tarifverträge abschließen, zwingt das den DGB ja nicht, ebenfalls schlechte Verträge zu unterschreiben.« Manchmal frage man sich, ob die Gewerkschaftsspitzen die volle Gleichstellung von Leih- und Stammbeschäftigten überhaupt ernsthaft anstrebten.”

16. Politik » Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen » Leiharbeit und Sklavenhandel » Leiharbeit und Gewerkschaften

Ausstieg gefordert

Gewerkschaftslinke will Debatte über Kündigung der DGB-Zeitarbeitstarife anstoßen. Doch die Führungsetage hat sich offenbar bereits dagegen entschieden. Artikel von Daniel Behruzi in junge Welt vom 26.01.2013 externer Link   Aus dem Text: “… Doch in den gewerkschaftlichen Führungsetagen ist man offenbar anderer Meinung. Zwar wollen die DGB-Organisationen die mit den Zeitarbeitsverbänden BAP und iGZ geschlossene Vereinbarung fristgerecht kündigen, erklärt ver.di-Sprecher Christoph Schmitz auf jW-Nachfrage. Zugleich sollen aber Verhandlungen über Lohnerhöhungen und damit eine Beibehaltung des Vertragswerks angestrebt werden.
Ende April dieses Jahres können die DGB-Leiharbeitstarife erstmals gekündigt werden. Geschieht das und wird keine neue Vereinbarung getroffen, laufen die Verträge Ende Oktober aus. De facto würde die Praxis des Lohndumpings durch Leiharbeit in diesem Fall beendet, meint die IVG (…) Die von den Gewerkschaften IG Metall, IG BCE, EVG und zuletzt auch von ver.di unterschriebenen Vereinbarungen haben allesamt sehr lange Laufzeiten von etwa fünf Jahren. Wie von linken Gewerkschaftern seinerzeit vermutet, werden diese Verträge nun als ein Grund angeführt, warum die DGB-Leiharbeitstarife beibehalten werden müßten. »Die Branchenzuschläge basieren alle auf dem DGB-Vertrag«, erläutert ver.di-Sprecher Schmitz. »Solange wir mit Branchenzuschlägen arbeiten, brauchen wir deshalb diese tariflichen Regelungen.«
…”

17. Politik » Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen » Gesundheit trotz(t) Arbeit » Arbeit macht krank – arbeitsbedingte Erkrankungen » Stress und psychische Belastungen

a) Anti-Stress-Gipfel des Bundesarbeitsministeriums: Arbeitgeber blockieren im Kampf gegen Stress

Es hätte ein erster gemeinsamer Schritt in die richtige Richtung sein können – die Erklärung von Gewerkschaften und Arbeitgebern zu Stress und Burnout. Doch die Arbeitgeber machen nicht mit. Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, kritisiert das und fordert Bundesarbeitsministerin von der Leyen zum Handeln auf. Zum Schutz der Arbeitnehmer brauche es eine klare und verbindliche Anti-Stress-Verordnung…” Pressemeldung der IG Metall vom 29.01.2013 externer Link

b) Stressreport Deutschland 2012. Psychische Anforderungen, Ressourcen und Befinden

Studie von Andrea Lohmann-Haislah (u.a.) für und bei Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin externer Link , basiert auf den Ergebnissen der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2011/2012 (Dortmund/Berlin/Dresden 2012)

Wem dabei der schwarze Peter zukommen soll, wird aus dem Vorwort von Dr. Ursula von der Leyen (Bundesministerin) ersichtlich: „Arbeit enthält so viel Positives, Bereicherndes, Sinnstiftendes für jeden Einzelnen. Sie wirkt schützend und stabilisierend auf die Psyche. (…) Wir wollen, dass Menschen länger gesund arbeiten können. (…) Der vorliegende Stressreport 2012 ist die wohl umfassendste Datenquelle zu diesem Thema. Seine ausführlichen Analysen helfen nicht nur, die beruflich bedingten Anforderungen und Belastungen für die Seele besser zu verstehen. Er zeigt auch auf, welche Ressourcen den Beschäftigten helfen, mit Stress auf gesunde Weise umzugehen. (…) Unser Ziel ist Resilienz, also Widerstandsfähigkeit, nicht nur für jeden einzelnen Beschäftigten, sondern vor allem auch für die Unternehmen als Ganze. Damit Wandel nicht erdrückt, sondern Widerstandsfähigkeit weckt.“

Es klingt als ob sich nichts daran ändern soll, dass psychische Belastungen lediglich als ein Zeichen mangelnder Belastungsfähigkeit angesehen werden…

Als eine gute Zusammenfassung siehe:

  • Psychische Belastung am Arbeitsplatz: Was die Deutschen stresst
    Nervös, niedergeschlagen, ausgebrannt – immer mehr Menschen macht die Arbeit krank. Erwerbstätige nehmen 18 Mal mehr Krankheitstage aufgrund von Burn-Out-Syndromen als vor acht Jahren. Was sind die Belastungen im Beruf? Der “Stressreport 2012″ zeigt, was die Deutschen bei ihrem Arbeitsalltag beklagen…“ Artikel von Johanna Bruckner in Süddeutsche Zeitung online vom 29. Januar 2013 externer Link

18. Politik » Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen » Arbeitsorganisation

a) Arbeitswelt: Fertig machen zur Selbstausbeutung

Artikel von Marie Amrhein in Cicero online vom 27. Januar 2013 externer Link Aus dem Text: „…Wenn der Arbeitsplatz zum Ort wird, an dem sich der Arbeitnehmer wohl fühlt, an dem er nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde trifft, dann stimmt der Traum von der Selbstverwirklichung. Wer braucht noch Freizeit, wenn die Arbeit zum Zuhause wird? Oder: „When work becomes home and home becomes work“, wie Arlie Russell Hochschild es in ihrem Buch „The Time Bind“ beschreibt. Der Arbeitgeber kann dann ganz bequem dabei zuschauen, wie sich die Mitarbeiter selbst ausbeuten. (…) [Widerstand:] Irgendjemand hat sich auch schon einen Namen für diese Art Mensch ausgedacht: Generation Y. Damit sind Unter-35-Jährige gemeint, die sich nur dann für Karrierejobs entscheiden, wenn sie dafür nicht ihre Freiheiten aufgeben müssen. Die Feierabende, Sabbaticals, Teilzeitarbeit und Elternzeit ermöglicht wissen wollen. Und die es auch aushalten, einmal nicht die ersten zu sein, die auf Sicherheiten pfeifen, wenn stattdessen das private Glück stimmt. Dazu gehören auch Männer…“

Siehe dazu auch:

b) Work-Life-Balance: Die Entmystifizierung des Workaholics

In Deutschland scheint eine Trendwende begonnen zu haben: Die Deutschen arbeiten weniger und faulenzen mehr – und geben das auch noch zu. Die Feierabend-Industrie boomt. Artikel von Anne Kunze im Handelsblatt online vom 27.01.2013 externer Link  Aus dem Text: „… Die Entmystifizierung des Workaholics hat begonnen. Der Freizeitforscher Ulrich Reinhardt war überrascht, als er diese Wende feststellte. Sein Institut, die Stiftung für Zukunftsfragen, befragt die Deutschen jedes Jahr nach ihrem Freizeitverhalten. Zum ersten Mal tauchte 2012 unter den zehn beliebtesten Freizeitaktivitäten auf: „seinen Gedanken nachgehen“. Das wünschten sich auf einmal 69 Prozent der Befragten. Eine weitere wichtige Veränderung: 48 Prozent der Befragten geben als liebe Freizeitaktivität, die sie mindestens einmal pro Woche ausüben, an: „Faulliebe Freizeitaktivität, die sie mindestens einmal pro Woche ausüben, an: „Faulenzen/Nichtstun“enzen/Nichtstun“. Zum Vergleich: 2007 waren das nur 39 Prozent. Nun fragt sich eine ganze Industrie, wie sie das nächste große Ding zu Geld machen kann. Aber das nächste Ding, das ist einfach: nichts. Sogar der Feierabend-Wirtschaft beginnen sich viele Menschen zu entziehen. Das kann man ablesen an den Umsatzzahlen der Wellnessindustrie, die seit Kurzem leicht rückläufig sind. Trotzdem: Einen freien Feierabend zu haben, sagen Soziologen und Psychologen, sei für viele Menschen sehr schwierig geworden. „Die Erfahrung, dass die Zeit notorisch zu knapp und die To-do-Liste am Abend ohnehin nicht abgearbeitet ist, haben wir bis in die letzte Körperfaser verinnerlicht. Wir haben das Gefühl, immer was zu tun zu haben, auch wenn wir gerade nichts tun“, sagt Hartmut Rosa, der an der Universität Jena zur Zeiterfahrung forscht. Feierabend, das wäre das, was kommt, wenn die To-do-Liste abgearbeitet ist. (…)  Für weite Teile der Bevölkerung bestimmt niemand mehr, wann Feierabend ist, so wie früher die Fabrik. Viele wünschen ihn sich trotzdem, den Feierabend, diese regulative Fiktion – gerade so, als würden sie noch am Band arbeiten. Manche sehnen sich nach einer Stechuhr…“

19. Politik » Erwerbslosigkeit » Arbeitsamt und Arbeitszwang » Trainingsmaßnahmen und Pseudo-Arbeit

Wir spielen arbeiten. Sechs Monate Bewerbungstraining: Wie Erwerbslose geregelte Tätigkeit üben sollen

Artikel von Olaf-Michael Ostertag in Neus Deutschland vom 26.01.2013 externer Link  Aus dem Text: “… Wir spielen arbeiten. Die vielen Menschen, die täglich in Bewerbungsschulungen herumsitzen, werden von den Jobcentern vornehmlich aus einem Grund dorthin geschickt: Sie fallen damit aus der Arbeitslosenstatistik. In der Statistik werden nach Vorschrift nur die Hartz-IV-Beziehenden als arbeitslos geführt, die ausschließlich Geldleistungen beziehen und an denen sonst keine weitere »Maßnahme« vorgenommen wird. Schulungen, Praktika, Beschäftigungsmaßnahmen, die berüchtigten Ein-Euro-Jobs und alles, was sonst noch im Katalog der Hilflosigkeiten verzeichnet ist, führen zur Streichung aus der Statistik. (…) Lauter Menschen, die die reine Lehre der Betriebswirtschaft für unbrauchbar erklärt hat, da sie den Prozess behindern, die geringstmögliche Leistung zum höchstmöglichen Preis abzugeben. Tatsächlich sind häufig die Klienten der Jobcenter im wahrsten Sinne des Wortes »leistungsbereiter« als die fälschlicherweise so bezeichneten »Leistungsträger der Gesellschaft«. Das System ist so eingerichtet, dass es eine perfekte Blockade des kreativen Potenzials eines großen Teils der Bevölkerung bildet. In den Firmen sorgt die Drohung mit dem Absinken in die Jobcenter-Menschenmühle für Zurückhaltung der eigenen Kreativität und somit für die Verfestigung der gegebenen Hierarchie, im Hartz-IV-System die Drohung mit der Existenzvernichtung für eine fatalistische Duldungsstarre…”

20. Politik » Arbeitsmarktpolitik » Allgemeines zur Arbeitsmarktpolitik » Arbeitsmarkt: Ungewöhnliche Allianz für Langzeitarbeitslose

Ein großer Plan für Billigjobs. Der Vorschlag kapituliert vor dem Stellenabbau

Kommentar von Helga Spindler in der taz online vom 26.01.2013 externer Link Aus dem Text: “… Professor Stefan Sell, der das Modell entwickelt hat, schwärmt von einer „multiplen Win-win-Situation“, bei der für die Betroffenen ein normales, nicht stigmatisierendes Beschäftigungsverhältnis herausspringe. Für die Vermittlung in die Jobs sollen die Kriterien „Zusätzlichkeit“ zum ersten Arbeitsmarkt und „Gemeinnützigkeit“ wegfallen, die als Voraussetzungen die bisherige Förderpolitik von ABM bis zu 1-Euro-Jobs und Bürgerarbeit geprägt haben. Sie waren in der Praxis nur schwer einzuhalten.
Vor allem der Personalabbau bei öffentlichen und sozialen Dienstleistungen förderte den missbräuchlichen Einsatz von 1-Euro-Jobbern – ihre Arbeit war dann nicht „zusätzlich“, sondern Ersatz für die bisherigen Stellen.
Hier setzt auch die Überlegung von Sell an, der in den Beschränkungen eine „Lebenslüge“ der bisherigen Förderphilosophie sieht. Als Konsequenz fordert er die völlige Umstellung der Förderung auf marktnahe Tätigkeiten. Damit sich private Firmen nicht über einen Verdrängungswettbewerb beschweren können, soll nicht mehr nur im gemeinnützigen Bereich gefördert werden, sondern ebenso im privatwirtschaftlichen.
Die große Schwäche von Sells Idee liegt darin, dass er zwar eine richtige Kritik an den Auswüchsen der Beschäftigungsförderung entwickelt, bei der Lösung des Problems aber weder die entrechtete Position der Hartz-IV-Bezieher berücksichtigt noch dem massiven Stellenabbau im ersten Arbeitsmarkt etwas entgegensetzen will. Im Gegenteil, er kapituliert vor dieser Entwicklung. Er fordert, die öffentlich geförderte Beschäftigung müsse „einen Ersatz für einen Teil von dem stellen, was wegrationalisiert worden ist“. Wenn das Einsatzgebiet nicht mehr beschränkt ist, muss zwangsläufig die Zielgruppe beschränkt werden, um die sicher zu erwartenden Kosten und Mitnahmeeffekte einigermaßen in Grenzen zu halten. Der geplanten Förderung geht deshalb die Bewertung der Arbeitslosen voraus: ihres Grades als „Minderleister“. (…) Hinzu kommt ein psychologisches Gutachten, das etwa einen Mangel an Frustrationstoleranz oder Anpassungsfähigkeit festhält – und schon ist der „Minderleister“ identifiziert. Eine Win-win-Situation ist das vielleicht für Behörden, Gutachter, Verbände und Arbeitgeber, aber kaum für die Betroffenen. Schließlich folgt diese Auswahl immer einem Defizitansatz. Eine Person muss zunächst weit abgewertet werden, bevor sie in den „Genuss“ der Förderung kommt
…”

21. Interventionen » Kampf um Grundrechte » Menschenrechte im Betrieb? » Arbeitnehmerdatenschutz » Beschäftigtendatenschutzgesetz » Beschäftigtendatenschutz – Änderungsantrag zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung

a) Gesetz ausgesetzt!

Das Thema wurde sowohl von der Tagesordnung des Innenausschusses als auch von der BT-Sitzung am 1.2. genommen. Begründung: man werde “intensive Gespräche führen und nacharbeiten, das Vorhaben vorerst nicht wie geplant ins Plenum einbringen”. Siehe dazu:

b) “Keine Überwachung am Arbeitsplatz!” – Erfolg für Datenschützer

Protest war erfolgreich / Gesetzentwurf vertagt / Fast 70.000 Unterschriften gegen “Gesetz für Beschäftigtendatenschutz” Das viel kritisierte Gesetz zum Beschäftigtendatenschutz ist vorerst vom Tisch. Der Protest eines breiten Bündnisses und von fast 70.000 Unterschriften war erfolgreich. Wie heute verlautete, werden weder der Innenausschuss noch der Bundestag das Gesetz in dieser Woche behandeln – wie ursprünglich geplant. Eine große Schlappe für den Gesetzgeber, ein wichtiger Erfolg für Datenschutz- und Bürgerrechtsorganisationen der Zivilgesellschaft…” Gemeinsame Pressemitteilung von campact, DVD, digitalecourage und FIfF vom 29. Januar 2013 externer Link

22. Interventionen » Antifaschismus und die neuen alten Rechten » antifaschistische Initiativen » Nazifrei – Dresden stellt sich quer!

Dresden: „Nicht lange fackeln – Nazis Blockieren 2013“

Seit vielen Jahren versammeln sich am und um den 13. Februar in Dresden Nazis zu einem sogenannten „Trauermarsch“. Am Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg verdrehen sie die Geschichte und nutzen den Mythos von der „unschuldigen Stadt“. Die Tradition des „stillen Gedenkens“ bietet den Nazis nach wie vor Anschlusspunkte. Sie verhindert, an diesem Tag aus der gesamten Breite der Dresdner Gesellschaft auf Nazis mit aller Vehemenz zu reagieren. Bis zum Jahr 2009 entwickelte sich der alljährliche Aufmarsch so zum größten Nazi-Ereignis in ganz Europa. Siehe unser Dossier für 2013

23. Internationales » Griechenland » Krise in Griechenland » Widerstand und Streiks gegen die Krise » Dossier: Athener Metro-Streik

Aktionsausschusses 100% S-Bahn: Arbeitersolidarität von Berlin nach Athen – Solidarietà operaia da Berlino ad Atene

Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen, die Kolleginnen und Kollegen des Aktionsausschusses 100% S-Bahn in Berlin verurteilen den brutalen Angriff der griechischen Regierung, die mit Notstandsgesetzen einen Polizeiangriff auf Euer Streikrecht „legitimiert“. Wir verurteilen die zunehmende Praxis des europäischen Finanz- und Monopolkapitals, die Rechte der breiten Bevölkerungsmehrheit in Europa immer weiter zu beschneiden. Wir selbst erleben in unserem Kampf gegen die Privatisierung der Berliner S-Bahn, wie mit allen Mitteln, den rechtlich legalen und auch den nicht legalen, versucht wird, uns permanent zu behindern…“ Die Kolleginnen und Kollegen des Aktionsausschusses 100% S-Bahn, die sich gegen ein Zerschlagung und Privatisierung der Berliner S-bahn wehren in einem Schreiben vom 28.01.2013

24. Internationales » Griechenland » Krise in Griechenland » Widerstand und Streiks gegen die Krise

Auch Athener Busfahrer: Trotz gerichtlichem Verbot – Streik wurde zunächst weiter geführt…

Die Statthalter der Troika tun ja, was sie können: Ihre Richter verbieten Streiks, die Polizei tut, was die Polizei tut – prügeln, festnehmen, Tränengas und Gummigeschosse, das ganze Arsenal. Die Regierung selbst erlässt Notstandsdekrete, allein – es hilft nichts. Die Metro wurde erstmal bis Dienstag weiter bestreikt und auch die Busfahrer liessen sich am Montag vom Eilurteil nicht einschüchtern, dazu haben jetzt die Belegschaften der Stromversorger einen Streik angekündigt. Die entsprechende Meldung der ap “Greece grapples with public sector strikes despite mobilization orderexterner Link vom 29. Januar 2013, hier bei der Washington Post

25. Internationales » Ägypten » Politik

a) Berlin: Kundgebung gegen Mursi Besuch

Ort: Ägyptische Botschaft in Berlin
Stauffenbergstraße nahe Neue Nationalgalerie
U/S Bahn Potsdamer Platz
Mittwoch 30.01.2013
Siehe dazu den Artikel bei linksunten.indymedia.org externer Link

b) Weiter im Ausnahmezustand: Ägypten nach den Ausschreitungen zum Jahrestag der Revolution von 2011

Zwei Jahre nach Absetzung des Präsidenten Mubarak sucht sein Nachfolger angesichts gewalttätiger Ausschreitungen auf den Straßen mehrerer äygptischer Städte den nationalen Dialog. Die Bilanz der letzten Tage ist bitter, fast 40 Tote, über 1000 Verletzte. Artikel von Thomas Pany auf Telepolis vom 28.01.2013

26. Internationales » Bangladesch » Arbeitsbedingungen

Höllenfeuer des Kapitalismus: Wieder sieben Todesopfer – vier junge Frauen unter 17 dabei…

Erneut sind Menschen bei einem Brand in einer der Weltmarkfabriken Bangladesch gestorben – sieben Tote gab es diesmal. “Bei einem weiteren Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch sind am vergangenen Samstag (26. Januar) erneut sieben Arbeiterinnen ums Leben gekommen. An der Brandstelle wurden Label des Textildiscounters KiK gefunden. KiK und C&A sind bisher nicht, wie von der Kampagne für Saubere Kleidung gefordert, dem Brandschutzabkommen beigetreten. Auch die Entschädigungen für die Opfer des Brandes in der Tazreen-Fabrik vor zwei Monaten sind noch immer offen. Damals waren 112 Menschen gestorben. Dieses Mal hat es in der Fabrik Smart Export Garments gebrannt. Da das Feuer in der Mittagspause ausbrach, befanden sich glücklicherweise die meisten der 300 Arbeiterinnen außerhalb des Gebäudes. Dennoch mussten sieben Arbeiterinnen sterben, vier waren jünger als 17 Jahre. An der Brandstätte wurden Labels der Firma KiK gefunden, aber auch von spanischen und französischen Unternehmen…” – aus der Pressemitteilung “ Erneut Brandopfer bei KiK-Zulieferer in Bangladesch” externer Link von Inkota – clean Clothes Campaign vom 29. Januar 2013

Siehe dazu auch:

  • Plea filed seeking arrest of Tazreen, Smart owners” externer Link die Meldung vom 29. Januar 2013 in The Daily Star berichtet von der Anzeige gegen die Besitzer der beiden Todesfabriken und soll die Behörden endlich zwingen zu handeln – sie festnehmen.

27. Internationales » Saudi-Arabien » Arbeitskämpfe

8.000 Bauarbeiter im Streik

Am Sonntag und Montag dieser Woche streikten mehr als 8.000 Bauarbeiter – Leiharbeiter, die mit Spezialerlaubnis als Migranten arbeiten “dürfen”, weil sie teilweise monatelang keinen lohn ausbezahlt bekamen. Ein massives Polizeiaufgebot versuchte sie am nördlichen Rand von Riad in ihrer Baustelle zu halten, was nicht gelang: Für sechs Stunden blockierten sie die nebenan vorbeiführende Schnellstraße, wird in dem Bericht “8,000 strike work over salary delayexterner Link von Mishal Al-Otaibi am 28. Januar 2013 in der Saudi Gazette unterstrichen

28. Internationales » Jemen » Arbeitskämpfe

Gewerkschaft der Strassenfeger: In Sana erfolgreich, im Rest des Landes geht der Streik weiter

Nach mehreren Tagen Streik hat die Municipal and Housing Workers Union im Gouvernorat Sana den Arbeitskampf für beendet erklärt: Der zuständige Sekretär des Gouverneurs hatte zugesagt, die Forderung der Gewerkschaft zu erfüllen und alle 2.900 Strassenfeger des Bezirks zu “registrieren” was heisst als Angestellte der Verwaltung einzustellen, statt wie bisher als Leiharbeiter. In allen anderen Bezirken des Landes wird der Streik fortgesetzt, da die jeweiligen Gourverneure sich bisher weigern, denselben Schritt zu tun wie in der Hauptstadt, wird in dem Bericht “Street Cleaners suspends strike in Sana’a, continues it in other provincesexterner Link von Bushra Al Ameri am 20. Januar 2013 im National Yemen unterstrichen

29. Internationales » Südkorea » Gewerkschaften

Für die Wiedereinstellung der über 300 entlassenen GewerkschafterInnen im südkoreanischen öffentlichen Dienst!

Die Korean Government Employees’ Union (KGEU) und die Korean Federation of Public Services and Transportation Workers’ Unions (KPTU) haben zusammen mehr als 270.000 Mitglieder – und müssen immer noch um ihre Anerkennung kämpfen, rund 300 AktivistInnen sind wegen ihres gewerkschaftlichen Engagements in den letzten Jahren entlassen worden und kämpfen um ihre Wiedereinstellung und um Gewerkschaftsrechte. Pünktlich zum bevorstehenden Amtsantritt der neugewählten Präsidentin wurden nun auch KGEU Präsident Kim Jungnam und Generalsekretär Gwak Gyu-woon entlassen. Alle diese Entlassungen geschahen im wesentlichen aus zwei Gründen: Beteiligte an verschiedenen Widerstandsaktionen gegen Privatisierungspolitik sind ebenso betroffen wie Aktive des Kampfes gegen (anti)gewerkschaftliche Sondergesetzgebung im öffentlichen Dienst.  Der “Call for signature petition on reinstatement of unfair dismissalexterner Link des Research Institute for Alternative Workers Movements vom 28. Januar 2013 stellt kurz die Sachlage dar, enthält eine Musterpetition und Links zu weiteren Hintergrundinformationen

Siehe dazu auch:

30. Internationales » Indien » Arbeitskämpfe

Indische Suzuki – Arbeiter: Keinen Schritt ohne Repressionsversuch

Vom 21. bis 27. Januar organisierte die Maruti Suzuki Workers Union einen Gerechtigkeitsmarsch quer durch den Bundestaat Haryana. Dabei wurde am 24. Januar Imaan Khan – einer der Sprecher der Gewerkschaft –  während einer Pressekonferenz von der Polizei festgenommen. Auch 20 Aktivisten, die an einer Fahrraddemonstration in einer kleinstadt teilnahmen wurden von der Polizei festgenommen, während des Marsches gab es auch eine Durchsuchung des Gewerkschaftsbüros. In der Pressemitteilung “Condemn state repression on Justice Rallyexterner Link der MSWU vom 24. Januar 2013 (hier bei Radical Notes) wird diese kontinuierliche Repression kritisiert, wie auch erklärt wird, der Kampf um die Freilassung der 149 Kollegen die seit Monaten im Gefängnis sind (unter dem konstruierten Vorwurf des Mordes an einem Manager) werde ebenso weiter gehen, wie der um die Wiedereinstellung der 546 entlassenen Kollegen und der nicht verlängerten 1800 Zeitarbeiter

31. Internationales » Kolumbien » Arbeitskämpfe

Streik im kolumbianischen Steinkohlebergbau – deutsche Abnehmer in der Kritik

„In der vergangenen Woche ist ein Arbeitskampf im größten kolumbianischen Tagebau El Cerrejón eskaliert. (…) Die 12.000 Beschäftigten des Unternehmens “Carbones del Cerrejón Limited” verhandeln seit Anfang Dezember über einen neuen Tarifvertrag. Neben einer Lohnerhöhung von mindestens sieben Prozent fordert die Belegschaft, dass der Tarifvertrag auch auf die etwa 5.000 Leiharbeiter angewendet wird. Zudem verlangen die Gewerkschaften einen verbesserten Gesundheitsschutz und dass das Unternehmen höhere Investitionen in den Umweltschutz vornimmt. Der Tagebau El Cerrejón ist die größte Mine des Landes und hat die Natur in großen Teilen der Halbinsel Guajira zerstört“ – aus dem Beitrag „Konflikt um Steinkohle aus Kolumbien“ von  Malte Daniljuk am 28. Januar 2013 bei amerika21.de, der in der unterzeile bereits folgenden Hinweis enthält: „Arbeitskampf im Tagebau El Cerrejón. Proteste gegen Kohleimporte in Hamburg. Energiekonzerne Eon und Vattenfall in der Kritikexterner Link

Mit liebem Gruß  Mag, Ralf und Helmut

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