Newsletter am Mittwoch, 05. Februar 2014

Kurzer Überblick über die heutigen LabourNet Germany News:

1. Branchen » Automobilindustrie » Daimler » Bremen

a) In der Halle Jubelfeier – vor der Halle Protest gegen Fremdvergabe und Leiharbeit

Die Kollegen, die am Dienstag, den 4. Februar, in der Montagehalle 9 zur Arbeit gingen, waren geblendet: Der Treppenaufgang (aber nur der eine!) frisch gestrichen, der Fußboden frisch hochglanzversiegelt, geputzt und poliert. Sie trauten sich kaum, den Fuß darauf zu setzen. Schöner Wohnen bei Daimler? Nein, hoher Besuch vom Vorstand und der Presse. Für rund zwei Stunden. Die Kollegen dagegen lebenslänglich.

200 bestellte Zuschauer waren aus dem Kreis der Kollegen geladen, um dem Vorstand und der Presse eine Familienstimmung vorzugaukeln, die dem Alltag an den Bändern Hohn spricht: 70-Sekunden-Takte, Arbeiten bis zum Umfallen, ruinierte Gesundheit, Leiharbeit, Werkverträge und Fremdvergabe – um nur einige Stichworte aus der Realität zu nennen. Bescheiden dagegen der kleine Protest (siehe Foto) einiger Betriebsräte, die täglich den Blick hinter die Bühne werfen müssen.

Wir bleiben dabei: Leiharbeit – egal in welcher Form (Werkvertrag, Fremdvergabe…) – ist Zuhälterei und gehört, bei Strafe (Gefängnis nicht unter 5 Jahre), verboten.” Pressemitteilung vom 4. Februar 2014 der Betriebsräte Gerwin Goldstein, Herbert Mogck, Frank Kotte, Jochen Kohrt, Julia Nanninga, Gerhard Kupfer und Sascha Heiner (Ersatz-BR). Das angesprochene Foto der Aktion befindet sich in der Datei

b) Arbeiten ohne Ende? Pausendurchfahren – 36 Sonderschichten – Arbeitszeitverlängerung – Altersgerechtes Arbeiten?

„Wie verträgt sich das mit der älterwerdenden Belegschaft und dem demographischen Wandel? Da bringen Werkleitung und Betriebsrat gemeinsame Glanzbroschüren heraus, es gibt gemeinsame Arbeitsgruppen zum Thema demographischer Wandel, um zu versuchen, die immer größer werdenden Probleme in den Griff zu bekommen. Eigentlich weiß jeder, dass die Bremer Belegschaft, wie andere Belegschaften anderer Konzerne auch, älter und zwangsläufig kränker werden. Die Arbeitshetze an den Bändern und in den Büros wird aber immer schlimmer und gesundheitliche Schädigungen sind die Folge. In all diesen Blättern und Schwafelrunden wird immer auf die Problematik hingewiesen. Doch was passiert? Nichts, außer Seifenblasen, die schnell an der Realität des Kapitalismus zerplatzen. Allen Menschenverstand zum trotz vereinbaren Werkleitung und Betriebsratsmehrheit Sonderschichten und das Pausendurchfahren in der Halle 9 – und an den Bändern und Büros werden die Menschen immer kränker.

Laut Betriebsvereinbarung soll jeder Kollege nicht mehr als 9 Sonder-schichten arbeiten. Da aus gesundheitlichen, Altersteilzeitgründen und langen FA Wochenenden viele Kollegen gar nicht mehr an den Sonderschichten teilnehmen können, wird es Aufgabe der Werkleitung sein, genügend Personal für die Samstage zu organisieren.

Das Pausendurchfahren wird in vielen Bereichen zu großen Problemen beim Ablösen führen. Aus politischen Gründen muss das Pausendurchfahren abgelehnt werden. Längere Pausen ja, aber gemeinsam mit den Gruppenkollegen…Auszug aus dem Flugblatt vom Februar 2014 – geschrieben, verteilt und finanziert von Vertrauensleuten und Betriebsräten des Daimler-Werkes Bremen pdf

2. Branchen » Automobilindustrie » Daimler » Bremen » Kollegen von Daimler informieren

Ausgabe Nr. 529 vom 05.02.2014

Darin u.a.: „Pausendurchfahren in Halle 9“; „Logistik zentral – Fremdvergabe total?“; „Pausen durchfahren im Presswerk“; „Alles Gute kommt von Oben (Kranunfälle)“; „Belastungsgrenze ist längst überschritten (Sonderschichten)“; „Älter werdende Belegschaft: Wie weiter?“; „Betriebsratswahl 2014“; „Scheinwerkverträge in der Montage? Ein Beispiel“; „Linke Aktivisten wollen Anti-Streik-Gesetz der Bundesregierung verhindern“ Zur Ausgabe 529 externer Link pdf

3. Branchen » Automobilindustrie » General Motors und Opel » General Motors/Opel – Werke in Deutschland

Opel-Arbeiter erhalten Kündigungsschutz bis 2018

„Nach harten Verhandlungen mit der IG Metall hat der amerikanische Autokonzern General Motors präzise Investitionszusagen für die drei deutschen Standorte gemacht. In Rüsselsheim werden bald auch Autos der Marken Holden oder Buick gebaut. (…) Zu den Ergebnissen zählt der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für alle Beschäftigten für weitere zwei Jahre bis Ende 2018. Außerdem soll „eine weitere GM-Marke“ auf der Basis der Limousine Insignia in Rüsselsheim produziert werden, wie es in einem IG-Metall-Papier heißt, das dieser Zeitung vorliegt. Beides wurde auf einer Opel-Betriebsversammlung am Freitag bekanntgegeben. (…) Weiterer Bestandteil der Verhandlungsergebnisse ist die Weichenstellung für die Produktion eines zweiten Modells in Rüsselsheim. Wenn die Produktion des Astra, die nach England und Polen verlagert wird, im Stammwerk ausgelaufen ist, soll für Ersatz gesorgt werden…“ Artikel in der FAZ vom 31.01.2014 externer Link

4. Branchen » Automobilindustrie » Zulieferindustrie

a) Besetzung und Blockade: Arbeiter beim deutschen Autozulieferer Kromberg und Schubert in Argentinien kämpfen gegen Entlassungen und miserable Arbeitsbedingungen

„Fast 26000 Arbeiter in 30 Fabriken rund um die Welt. So viele Menschen beschäftigt der deutsche Autozulieferer Kromberg und Schubert. Doch an einem Standort gibt es aktuell große Probleme. Die 700 Arbeiter in der argentinischen Niederlassung, in einem großen Industriepark im Norden von Buenos Aires, kämpfen seit dem letzten Jahr gegen ihre Entlassung…Artikel von Wladek Flakin in der jungen Welt vom 05.02.2014 externer Link Aus dem Text:
„… Seit der Eröffnung der Fabrik im Jahr 1997 gab es viele Beschwerden von der Belegschaft: Dabei ging es nicht nur um die Löhne, die mit umgerechnet 550 Euro im Monat im Vergleich zu umliegenden Fabriken niedrig sind. Kritiker werfen dem Unternehmen auch Mobbing und Belästigung vor, um zu verhindern, daß die Arbeiter auf ihren Rechten bestehen. Denn in den 15 Jahren seiner Existenz gab es keine gewerkschaftliche Struktur im Werk. Bis zu 30 Prozent der Belegschaft besteht aus Leiharbeitern. (…) Mitte 2013 wurden 12 Arbeiter entlassen, nachdem sie sich der argentinischen Gewerkschaftsföderation CTA angeschlossen hatten. »Da sagten wir, vor allem die Frauen, Basta!«, erinnert sich Álvarez. Im Juni letzten Jahres wurde die ganze Fabrik durch einen mehrstündigen Streik lahmgelegt. (…) Das Unternehmen beharrte jedoch auf den Entlassungen. So kam der Kampf in die nächste Phase: eine zehntägige Blockade der Fabrik. (…) Das Jahr 2014 begann mit der erneuten Entlassung von 54 Kollegen, die im Jahr davor in der ersten Reihe des Kampfes gestanden hatten. (…) »Nein zum unternehmerischen Nazismus« steht auf einem großen Banner, das die Entlassenen zu Protesten tragen. Ein Hakenkreuz ist neben den Logos von Mercedes und Volkswagen zu sehen – beides Firmen, die von Kromberg beliefert werden. Bekannt ist, daß die Firma unter dem deutschen Faschismus in einem Zivilarbeiterlager in Wuppertal 140 Zwangsarbeiter ausgebeutet hat. »Kromberg und Schubert hat eine schwarze Geschichte der Ausbeutung von Sklavenarbeit«, heißt es auf einem Flugblatt der Streikenden in Buenos Aires. Der Daimler-Konzern, der von Kromberg beliefert wird, hatte während der Militärdiktatur in Argentinien mit Todesschwadronen zusammengearbeitet, die den dortigen Betriebsrat entführten und »verschwinden« ließen…“

Siehe dazu:

b) Johnson Controls: Zulieferer kündigt Teilschließung in Bochum an

„Johnson Controls hat am Montagnachmittag (3. Februar) angekündigt, Teile des Bochumer Betriebes zum Ende des Jahres schließen zu wollen. Damit reagiert der Zulieferer auf das Aus der Fahrzeugproduktion bei Opel. Betroffen von diesen Plänen sind laut Pressemitteilung rund 220 Mitarbeiter. Ab sofort soll mit dem Betriebsrat verhandelt werden…Artikel von Thomas Aschwer in den Ruhrnachrichten vom 03.02.2014 externer Link

5. Branchen » Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst » Groß- und Einzelhandel » Dossier: Tarifrunde Handel 2013

Das hätten wir nicht für möglich gehalten! Neue Erfahrungen im Arbeitskampf und Herausforderungen für die Zukunft

Die folgende Bilanz beruht sowohl auf den Erfahrungen der Streikbewegung in Berlin als auch dem bundesweiten Austausch mit anderen Streikaktivist/innen und Streikunterstützer/innen. Verwiesen sei zudem auf das 2013 erschienene Theorie-Journal »Marxismus & Gewerkschaften«.1 Dieses setzt sich aus einer klassenkämpferischen Perspektive mit den Fragen auseinander, warum eine gewerkschaftliche Erneuerung nötig ist, welche Probleme und zugleich vorwärtsweisende Erfahrungen es gibt. Viele der Beiträge dort machen es einfacher, den vergangenen Konflikt zu verstehen…” Eine Bilanz der Streikbewegung im Einzelhandel bei marx21 vom Januar 2014 externer Link pdf

6. Branchen » Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst » Groß- und Einzelhandel

Eigenständige Betriebsratswahl bei Toom/Rewe-Center Darmstadt?

„Auf der heutigen Belegschaftsversammlung und durch ein Rundschreiben der Rewe Markt GmbH Region Mitte erfuhren die Beschäftigten der ehemaligen Toom-Filiale, jetzt Rewe-Center, in der Leydhecker Straße 16 in Darmstadt wirklich Neues: Dieser Markt soll „voraussichtlich zum 31. März 2014 aus der Rewe Markt GmbH ausgegliedert“ und „nach den gesetzlichen Regelungen des Betriebsübergangs nach § 613a BGB“ auf eine „noch nicht näher bestimmte Gesellschaft überführt werden“. Das hieße, in diesem Markt könnte ein eigenständiger Betriebsrat gewählt werden. Hierzu hatte der bisherige Betriebsrat im Januar selbständig die Wahl eingeleitet, aber noch in der vergangenen Woche eine klare Absage der Geschäftsleitung erhalten…“ Weitere Informationen in der Pressemitteilung der ver.di vom 03.02.2014 externer Link pdf

Siehe dazu auch:

  • Auflösung abgelehnt
    Rewe-Betriebsräte sind zugleich für Hunderte Filialen zuständig. Belegschaften eingegliederter Toom-Märkte wollen lokale Interessenvertretungen behalten. Artikel von Herbert Wulff in der jungen Welt vom 04.02.2014 externer Link Aus dem Text:
    Es kommt wohl nicht allzuoft vor, daß sich Belegschaften mit gewerkschaftlicher Unterstützung dagegen wehren, unter einen ver.di-Tarifvertrag zu fallen. Im Darmstädter Toom-Markt ist das aber der Fall – ebenso wie in einem guten Dutzend weiterer Filialen des im Mai 2013 von Rewe übernommenen Unternehmens. Es geht dieses Mal nicht um Geld, sondern um die Struktur der Betriebsratsvertretung. Die ist bei Rewe per Tarifvertrag geregelt, allerdings nicht sonderlich gut: In einer Region – die im Fall Darmstadt die Hälfte Hessens sowie einen Teil von Rheinland-Pfalz und Bayern umfaßt – ist ein Betriebsrat für rund 550 Filialen mit 18000 Beschäftigten zuständig. Eine wirksame Interessenvertretung ist so kaum möglich. Aus diesem Grund lehnt es der lokale Betriebsrat des Rewe-Centers (ehemals Toom) in Darmstadt ab, sich aufzulösen. Vor Gericht kämpft er mit Hilfe der Gewerkschaft darum, trotz des von ver.di geschlossenen Tarifvertrags weiterzuarbeiten…

7. Branchen » Dienstleistungen, privat und Öffentlicher Dienst » Reinigungsgewerbe und Haushalt

a) „Wut-Stunde” in Frankfurt: Putzstreik am Uni-Klinikum

„In einer “Wut-Stunde” haben Reinigungskräfte der Frankfurter Uni-Klinik am Freitag gegen Überlastung protestiert. Wächst mit dem Stress in der Putzkolonne die Keim-Gefahr für Patienten? Die Klinik-Leitung bestreitet das. Rund 50 Reinigungskräfte hielten am Freitagmittag ihre “Wut-Stunde” auf dem Gelände des Frankfurter Uniklinikums ab. Lärmend zogen sie umher und hielten dabei Schilder in die Höhe, auf denen Sätze wie “Aus Angst krank zur Arbeit” standen. Aufgerufen zu der Demonstration hatte die Gewerkschaft IG Bau. Sie kritisiert, die Arbeitsbedingungen der Raumpfleger hätten sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert. “Das bedeutet konkret, dass die Reinigungsflächen ständig vergrößert werden und Reinigungszeiten ständig gekürzt werden”, sagte Gewerkschaftssekretär Veit Wilhelmy dem hr…Meldung im hessischen Rundfunk vom 31.01.2014 externer Link

b) IG Metall begrüßt Mindestlöhne für Wäschereibranche

„Die IG Metall hat die Verordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zum Mindestlohn für die Wäschereidienstleistung im Objektkundengeschäft begrüßt. Die Mindestlohnverordnung aus dem Jahre 2009 lief zum 31. März 2013 aus. Im Herbst 2013 verständigten sich die Tarifvertragsparteien auf einen neuen Tarifvertrag und stellten gemeinsam Antrag auf Allgemeinverbindlichkeit beim BMAS. Die neue Regelung sieht folgende Mindestlöhne vor: ab 31. Januar 2014: West 8,25 €; Ost 7,50 €
ab 01. Oktober 2014: West 8,50 €; Ost 8,00 €
ab 01. Juli 2016: West 8,75 €; Ost 8,75 €
Der Mindestlohn gilt nicht nur für alle Wäschereibetriebe, sondern auch für beauftragte Subunternehmer und Beschäftigte aus dem Ausland, die in Deutschland eingesetzt werden…“
Pressemitteilung der IG Metall vom 31.01.2014 externer Link

8. Branchen » Lebens- und Genussmittelindustrie » Dossier: Kündigungswelle bei der Brauerei Beck’s an der Weser

Petition: Kein Stellenabbau bei Beck’s in Bremen

Seit 140 Jahren wird Beck’s mit großem Erfolg in Bremen gebraut und abgefüllt. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr kündigt der Brauereikonzern AB InBev dass von rund 800 gewerblichen Arbeitsplätzen in Bremen jetzt 151 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Gleichzeitig vermeldet der Konzern, dass der Gewinn allein im dritten Quartal 2013 um 30 Prozent auf 2,37 Milliarden Dollar gestiegen ist. Die Dividende an die Aktionäre wurde alleine 2012 um 41 Prozent erhöht.
Der Konzern begründet die Stellenstreichungen damit, dass die Tariferhöhungen der letzten Jahre zu hoch gewesen seien. Wir wollen dies nicht hinnehmen. Wir fordern die Rücknahme der Planungen zum Arbeitsplatzabbau und sichere Arbeitsplätze statt Profitgier bei AB InBev!
Petition an den Geschäftsführer bei change externer Link

Siehe dazu auch:

9. Internationales » Indien » Arbeitskämpfe » Maruti-Suzuki » Protestmarsch von Kaithal nach Delhi

Der Solidaritätsmarsch: 2.000 kamen zu Fuß nach Delhi

Der Fußmarsch vom Bundesstaat Haryana in die Hauptstadt, in Solidarität mit den seit Juli 2012 inhaftierten 147 Suzuki-Arbeitern und für die Wiedereinstellung der 2.300 entlassenen Zeitarbeiter fand am 31. Januar seinen Abschluss mit einer Kundgebung, an der neben den Arbeitern und ihren Familien auch andere Gewerkschaften und soziale Organisationen teilnahmen. Der kurze Bericht India – 2000 protestors march to free jailed Maruti Suzuki workers externer Link am 03. Februar 2014 bei IndustriAll

Siehe dazu auch:

10. Internationales » Indien » Arbeitskämpfe » 15 Jahre Zeitvertrag: 50 Tage Streik bei Alfa Laval

Zeitarbeiterstreik bei Alfa Laval – nun schon 4 Monate lang

„Seit dem 1. Oktober sind 402 Leiharbeiter des schwedischen Multis Alfa Laval im Streik. Alfa Laval stellt Heizsysteme für große Hochhäuser, Pipelines und für die industrielle Kühlung und Aufbewahrung von Lebensmitteln und Pharmaprodukten her. Von den 28 größten Produktionsstandorten des Konzerns befinden sich 15 in Europa und 8 in Asien. Der Standort im Industriezentrum Pune hat 310 feste Angestellte, bis Dezember 2012 wurde mit 800 Leiharbeitern gearbeitet. Diese wurden bis zum Sommer 2013 auf 402 reduziert, da die Firma plant, die Produktion bis 2015 an einen anderen Standort zu verlegen, der etwa 150 Kilometer entfernt ist. In neu erschlossenen Industriegebieten erhalten Firmen in Indien häufig Subventionen, das Land ist sehr billig und in ,strukturschwachen` Regionen können die Löhne noch stärker gedrückt werden. Die Festangestellten in Pune verdienen 30-40.000 Rupies (360 bis 480 Euro) und die Leiharbeiter zwischen 8 und 10.000 Rupies (100 bis 120 Euro) im Monat“ – so beginnt der neue Bericht Alfa Laval, Pune, Indien – 400 Leiharbeiter seit 4 Monaten im Streik von JN vom 02. Februar2014 pdf

11. Internationales » Chile » Arbeitskämpfe » Dossier: Streikwelle der Hafenarbeiter in Chile

Eine Bilanz des Hafenarbeiterstreiks

„Am 25. Januar wurde vereinbart, daß die Streikenden umgerechnet 2000 Euro Bezahlung für die Streiktage bekommen. Außerdem werden alle, die während des Streiks entlassen wurden, wieder eingestellt. »Wir sind sehr glücklich«, sagte Sergio Vargas, Vorsitzender der Gewerkschaft am Hafen von San Antonio, »denn es ist ein großer Sieg für die Einheit der Arbeiter.« – Trotz einiger Zugeständnisse bleibt das Problem der befristeten Arbeitsverhältnisse nach der Einigung bestehen. Am Hafen San Antonio haben nur 20 Prozent der Beschäftigten einen unbefristeten Vertrag – alle anderen müssen zu Beginn jeder Schicht einen neuen Tagesvertrag unterschreiben“ – das sind zwei Eckpunkte des Bilanzartikels Teilsieg für Hafenarbeiter externer Link von Wladek Flakin am 04. Februar 2014 in der jungen welt

12. Internationales » Griechenland » Politik » Faschismus und Rassismus

Faschistendemo trotz Verbot – mit Hilfe des Polizeiknüppels

„Das vergangene Wochenende stand für die Antifa-Gruppen in Athen ganz im Zeichen von “Drei Tage gegen den Faschismus”. Es gab gleich mehrere Aufhänger für die Demonstrationsaufrufe. Der vielleicht wichtigste davon war die am 1. Februar von der Goldenen Morgenröte inszenierte Fackelfeier zum Imia-Tag. Trotz Umzugsverbot marschierten die Rechten durch Athens Zentrum. Ein genehmigtes Treffen der antifaschistischen Gruppen am Syntagmaplatz endete dagegen im Chaos. Die Einsatzpolizei schlug die Versammlung ohne Grund zusammen und jagte die Teilnehmer durch die gesamte Stadt. Es gab Verletzte“ – so beginnt der Bericht Freie Fahrt für die Goldene Morgenröte externer Link von Wassilis Aswestopoulos am 03. Februar 2014 bei telepolis

Siehe dazu auch:

  • Polizeigewalt gegen Aktivist/innen verurteilen externer Link – Presseerklärung des Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko vom 31. Januar 2014 zur Repression des Protests gegen den erneuten Tod von Flüchtlingen, die so beginnt: „ „Ich verurteile den gewaltsamen Angriff der Polizeieinheit DELTA auf friedlich protestierende Demonstrantinnen und Demonstranten“, so Andrej Hunko, Mitglied des Bundestages und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Der Protest vor dem Büro des griechischen Marineministers Miltiadis Varvitsiotis in Athen war eine Antwort auf die Tragödie von „Farmakonisi“. Aufgrund unterlassener Hilfeleistung der Küstenwache ertranken 12 Migrant/innen in den Gewässern nahe der Insel“ – es hat nicht jede Demonstration die Sympathie der Polizei

13. Internationales » Tunesien » Gewerkschaften

Ein Blick auf die UGTT

Seit dem Sturz des Regimes Ben Ali sprechen Mitglieder der Führungselite der UGTT häufig davon, die Gewerkschaft müsse ihrer „historischen Rolle“ gerecht werden, indem sie Verantwortung nicht nur für Arbeitnehmer, sondern für alle Tunesier übernimmt. Doch ihr politisches Engagement kaschiert ein Dilemma. Das politische System muss stabilisiert werden, damit sich das Land wirtschaftlich erholen kann. Doch die Revolution wurde nicht in erster Linie von Forderungen nach einem politischen Pluralismus oder freien Wahlen, sondern nach Arbeit, sozialer Gerechtigkeit, Würde und Meinungsfreiheit getrieben“ – aus dem Artikel Gewerkschaften in Tunesien: Wegbereiter des Wandels externer Link von Johanne Kübler in der Ausgabe Februar 2014 des Magazins Welt-Sichten

14. Internationales » Großbritannien » Arbeitskämpfe

U-Bahn-Personal im Streik: Chaos im Londoner Berufsverkehr

„Ein Streik des Personals der Londoner U-Bahn sorgt für Chaos im Nahverkehr der britischen Hauptstadt. Hunderttausende Berufspendler mussten auf alternative Verkehrsmittel ausweichen. Das Chaos wurde noch erhöht, weil die von der Nahverkehrsgesellschaft Transport for London (TfL) herausgegebene Liste geschlossener Stationen nicht auf dem aktuellen Stand gehalten wurde. So wurde etwa der wichtige Innenstadt-Bahnhof Oxford Circus nur für elf Minuten geöffnet, ehe er wieder geschlossen und die Reisenden zum Verlassen der Station aufgefordert wurden, wie eine BBC-Reporterin berichtete…Meldung auf Tageschau vom 05.02.2014 externer Link

15. Politik » Europäische Union » EU-Krise » Allgemeines zur EU-Krise

Die “herumziehende” Krise immer dem Gelde nach – Nichts neues in der Euro-Krise: Seifenblasen mit Worten – und Blockierung mit politischen Taten. Das Europa der Regierungen

Kommentierte Presseschau von Volker Bahl vom 4.2.2014

16. Politik » Gewerkschaften » Gewerkschaften in Deutschland » Dossier: Bewertung der Koalitionsvereinbarung

Konflikt um die Weichenstellungen

Gewerkschaftliche Politik zwischen kleinen Korrekturen und großen Strukturreformen. Artikel von Hans-Jürgen Urban und Christoph Ehlscheid in Sozialismus 2/2014 bei Hans-Jürgen Urban externer Link pdf Aus dem Text:
“… Für die Gewerkschaften ergibt sich daraus die Aufgabe, für die Umsetzung der positiven Inhalte des Koalitionsvertrages mobilisieren zu müssen. Doch damit nicht genug: Zugleich wird es darum gehen, auf weitergehende Reformschritte zu drängen. Auch in der kommenden Legislaturperiode wird der soziale Fortschritt auf konfliktbereite und mobilisierungsfähige Gewerkschaften angewiesen sein! Dabei werden sie auch stärker als bisher über den nationalstaatlichen Tellerrand hinausschauen müssen. (…) Mehr noch: Derzeit wird in Europa eine institutionelle Struktur errichtet, die den neoliberalen Sparkurs zementiert und Tarifsysteme und Sozialstandards unterminiert. Wenn in den Krisenländern Gewerkschaftsrechte abgebaut, der Arbeitsmarkt dereguliert und Renten gekürzt werden, dann bleibt das über kurz- oder lang nicht ohne Folgen für die hiesige Debatte. Die Gewerkschaften stehen damit kurzfristig vor der Aufgabe, den Widerstand gegen eine ökonomisch und sozial desaströse Krisenpolitik europaweit zu organisieren. Mittelfristig bedarf es einer europapolitischen Neuorientierung der Gewerkschaften. Notwendig sind eine effizientere Koordinierung der nationalen Verteilungs- und Arbeitsmarktpolitiken und zugleich der Ausbau der Interessenvertretungsstrukturen in europäischen Konzernen…”

17. Politik » Wirtschaftspolitik » Finanzmärkte und Finanzpolitik » Bankwesen und Banksterben » Wer Rettet Wen? Wie wir die Risiken des Finanzmarkts tragen

Erneuter Aufruf zur Unterstützung des Filmprojektes

Nun haben bereits knapp 2.000 engagierte BürgerInnen aus sieben Ländern 117.000 Euro für das Filmprojekt zusammengetragen. Das sind mehr als doppelt so viele Menschen wie bei Water Makes Money. Allerdings haben Organisationen (Gewerkschaften, NGOS etc.) bei „Wer rettet wen?“ bisher nicht einmal ein Zehntel so viel beigetragen wie bei letzten Projekt. Auch kein TV-Sender hat bisher den Mut gefunden, sich zu beteiligen. Deshalb müssen viele Mitglieder des Wer Rettet Wen?-Teams bislang noch teilweise ehrenamtlich arbeiten. Es ist eigentlich nicht akzeptabel, dass gerade Engagierte oft auf angemessene Honorare verzichten müssen.

So viel fehlt jetzt ja nicht mehr. Aber die 130.000 sollten mindestens geschafft werden!
Wer ab 20 Euro spendet, erhält eine DVD des Films, mit dem Recht, ihn (nicht kommerziell) aufzuführen. Dasselbe praktiziert bei Water Makes Money zeigt, was so erreicht werden kann
….” Aus der Zuschrift des Kampagnenteams an die Redaktion vom 4.2.2014. Siehe dazu:

  • Wer rettet wen? – Entwarnung trügt!
    Die Dreharbeiten für den Film „Wer Rettet Wen?“ schreiten voran, während man jetzt überall hört: Spaniens Industrie ist im Aufschwung, auch Griechenlands Wirtschaft wachse wieder, Irland und Spanien verlassen den Rettungsschirm, und im Koalitionsvertrag der neuen deutschen Regierung ist die Finanzkrise kein Thema. Ruhe und Aufschwung, wir sollen beruhigt sein…” Rundbrief vom Januar 2014 externer Link auf der Homepage zum Filmprojekt

Mit liebem Gruss, Mag, Ralf und Helmut
 


NEU BEI LABOURNET.TV


Amazon Streik 2013

Dezember 2013, Streik bei Amazon in Bad Hersfeld. – Die Beschäftigen fordern nach dem Tarifvertrag für Einzel- und Versandhandel bezahlt zu werden, sowie die entsprechenden Sicherheiten, was Weihnachts- und Urlaubsgeld, Kündigungsschutz etc. angeht. Amazon will keinen Tarifvertrag abschießen. Das Unternehmen orientiert sich an dem, was in der Region in der Logistikbranche gezahlt wird. (deutsch | 34 min | 2014) http://de.labournet.tv/video/6650/amazon-streik-2013 externer Link


http://labournet.tv externer Link


LabourNet Germany: http://www.labournet.de/ Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi