Newsletter am Dienstag, 17. September 2013

Doch: Neuer Tarifvertrag für die Leiharbeitsbranche!!!

Nachdem sich immer mehr der Eindruck verfestigt, dass der DGB mit den mit am Tisch sitzenden Einzelgewerkschaften noch vor der Bundestagswahl einen Tarifabschluss erreichen will, haben KollegInnen einen weiteren (untenstehenden) Brief verfasst, mit dem noch einmal der Versuch unternommen werden soll, dies zu verhindern. Doch ohne Erfolg: Heute, am 17.9. vermeldet die iGZ den gestrigen Abschluss eines neuen Tarifvertrags. Ihr wichtigstes Signal kurz vor der Wahl: “… Es ist nun absolut notwendig, dass die Politik diese Anstrengungen der Branche auch anerkennt und von weiteren Regulierungen der Branche absieht.“…” Siehe neu in unserem Dossier “In aller Stille. Tarifverhandlungen zur Leiharbeit”:

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a) 8,50 Euro Mindestlohn (West) in der Zeitarbeitsbranche. DGB-Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände verabschieden neuen Tarifvertrag

Die neu tarifierten Entgelterhöhungen – basierend auf den Entgelten der BAP- und iGZ-Tarifwerke mit der DGB-Tarifgemeinschaft – liegen zum 01.01.2014 im Westen Deutschlands bei 3,8 Prozent (8,50 Euro in der EG 1) und im Osten bei 4,8 Prozent (7,80 Euro in der EG 1)…” Meldung vom 17.09.2013 beim iGZ externer Link Aus dem Text:
“… „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist noch vor der Bundestagswahl ein tragfähiges Verhandlungsergebnis zu erzielen“, so Holger Piening, stellvertretender VGZ-Verhandlungsführer. „Das Signal an die Politik lautet: ‚Die Zeitarbeit ist bei den Tarifvertragsparteien in besten Händen!‘ Wir haben mit diesen Entgelterhöhungen auch noch einmal deutlich gemacht, dass Zeitarbeit eine wichtige und qualifizierte Dienstleistung ist, die gute Entlohnungsperspektiven für die Menschen bietet. Zwar führt uns dieses Ergebnis, insbesondere im Osten, an die Grenzen dessen, was wir wirtschaftlich darstellen können. Allerdings gibt uns dieser Tarifvertrag eine Planungssicherheit bis Ende 2016. Es ist nun absolut notwendig, dass die Politik diese Anstrengungen der Branche auch anerkennt und von weiteren Regulierungen der Branche absieht.“…”

Siehe den Tarifabschluss im iGZ-Mitgliederinfo 38/2013 vom 17.09.2013 externer Link

b) Tarifverhandlungen in der Zeitarbeit – Quo Vadis?

Seit März 2013 wird verhandelt, um Rahmenbedingungen für die Branche zu überarbeiten, einen neuen Mindestlohntarifvertrag abzuschließen und über Lohnerhöhungen zu sprechen. Bisher ohne absehbares Ergebnis. Was ist so schwierig? Erstmalig seit 2003 wird ein Paket aus Mantel-, Entgeltrahmen- und Entgelt-Tarif zusammen verhandelt. Einzelne Teile sind nicht heraus zu lösen. Darüber hinaus gibt es keine „Drohkulisse CGZP“ mehr und auf der Gewerkschaftsseite handeln andere Personen. Diese „Gemengelage“ ist wohl von der Arbeitgeberseite nicht richtig strategisch eingeordnet worden. (…) Welche Themen sind strittig? Im Entgeltrahmen geht es um eine klarere Abgrenzung zwischen den Lohngruppen EG1/EG2 und EG3/EG4, etwa so wie es im tarifplus+ Zeitarbeitstarifvertrag geregelt ist. Hier will die Arbeitgeberseite nicht drüber verhandeln.
Im Manteltarifvertrag geht es neben dem Thema Einsatz bei Streik um die Themen Ausschlussfrist (Anpassung an die gesetzliche Dreimonatsfrist) und die Klarstellung der Bezahlungen bei Krankheit, Feiertag und Urlaub. (…) Weiterhin soll im Manteltarifvertrag das Thema Zeitkonto – Höhe, Zufluss, Abfluss – klar geregelt werden. (…) Auch die Ost-West-Angleichung der Löhne ist ein strittiges Thema
…” Artikel von Norbert Fuhrmann vom 13.9.2013 erschienen bei I.Q.Z. externer Link, Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit GmbH

c) Tarifverhandlungen Leiharbeit

Die Powerpoint-Präsentation der IG Metall (Vorstand, FB Tarifpolitik) zur aktuellen Tarifrunde in der Leiharbeit pdf Aus dem Text (letzte Seite):
Weitere Planungen: Die DGB-Gewerkschaften haben sich darauf verständigt, dass es keinen Entgeltabschluss ohne eine gleichzeitige Lösung bei den nicht materiellen Themen gibt. Nächster Verhandlungstermin: 16. September 2013. Sollte ein Tarifergebnis erzielt werden, werden die Beschäftigten darüber informiert – das Ergebnis wird mitgliederwirksam genutzt. Wenn am 16. September kein Ergebnis vorliegt, ist es notwendig, betrieblich und öffentlich Druck auf die Arbeitgeber zu machen um die Forderungen durchzusetzen.”

Sklavenhandel in die Schmuddelecke!

Mit liebem Gruß, Mag
 


NEU BEI LABOURNET.TV


Tödliche Arbeitsunfälle in der Türkei

Täglich kommen in der Türkei 5 bis 8 Arbeiter_innen an ihrem Arbeitsplatz ums Leben. Deshalb versammeln sich deren Familienangehörige an jedem ersten Sonntag im Monat. Sie kämpfen dafür, dass die Verantwortlichen verurteilt werden, dass menschlichere und sichere Arbeitsbedingungen zur Pflicht für Arbeitgeber_innen werden. Darum, dass das Problem der tödlichen Arbeitsunfälle öffentlich diskutiert wird.

http://de.labournet.tv/video/6582/toedliche-arbeitsunfaelle-der-tuerkei externer Link


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LabourNet Germany: http://www.labournet.de/
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontre de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi