[23. Juni 2018 in Hamburg] Wenn der Kapitalismus sich im Hafen selbst feiert – kommen auch ungebetene Gäste…

Harbour Games am 23. Juni 2018 in HamburgKohleumschlag, Agrarindustrie, Rüstungsschmieden, Atomtransporte, neokoloniale Dumpingexporte – dies sind nur einige der vielen verheerenden Facetten kapitalistischen Welthandels im Brennpunkt Hamburger Hafen. Der mit Abstand größte deutsche Überseehafen steht sinnbildlich für das global herrschende, zutiefst ungerechte System von Ausbeutung, Ausschluss, Enteignung und Zerstörung. (…) Die internationalen Häfen sind allerdings nicht nur Knotenpunkte des globalen Kapitalismus, sondern können auch als verbindendes Element sozialer Kämpfe weltweit gesehen werden. Denn überall kämpfen Menschen für ein grundlegend anderes gesellschaftliches System, in dem Solidarität und Gerechtigkeit im Mittelpunkt stehen und nicht die Profitinteressen von Unternehmen und Konzernen. (…) Wir, ein Bündnis von Hamburger Gruppen aus verschiedenen sozialen Bewegungen, wollen im Juni 2018 mit den Harbour Games Hamburg dorthin gehen, wo die herrschenden Zustände sich verdichten, wo Konzerne und weitere Akteur*innen an fortgesetzter Defacto-Kolonialisierung und Plünderung des globalen Südens, an desaströser Energiegewinnung durch Atom und Kohle, an Kriegen oder der Ausbeutung von Tieren und der Zerstörung der Natur verdienen. Wir werden den Ablauf der kapitalistischen Verwertungsmaschinerie stören und ein Zeichen setzen: so, wie es ist, bleibt es nicht. (…) Am Samstag, den 23. Juni wird es eine Aktionsrallye mit mehreren Kundgebungen und Aktionen im gesamten Hafengebiet geben. Wir bewegen uns auf Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln und werden an verschiedenen Orten für soziale und ökologische Gerechtigkeit demonstrieren und wichtige Akteur*innen im Hamburger Hafen kennenlernen“ – aus dem Aufruf „So wie es ist, bleibt es nicht! Aufruf zu den Harbour Games 2018“ zum Aktionstag, der seit April 2018 externer Link mit dieser Webseite vorbereitet wird. Siehe dazu auch einen Artikel als Hintergrund und Begründung der Aktionen:

  • „Warum Hafen?“ am 19. April 2018 auf der Aktionsseite externer Link gibt – unter vielen anderen – als Grund für die Aktion an: „Der Umschlag dieser Güter in Deutschlands größtem Hafen spielt eine bedeutende Rolle in den Produktionsketten, wodurch Großkonzernen wie Areva/Orano (Atomkraft), Vattenfall (Kohlekraft) oder Cargill (Schlachtung/Agrarproduktion) erst ein lukratives Geschäft ermöglicht wird. Der Hamburger Hafen als bedeutendes Zahnrad macht sich dadurch zum Komplizen dieser zerstörerischen Machenschaften der Unternehmen. Darüber hinaus befindet sich der Hamburger Hafen in einem ewigen Wachstumswettrennen mit anderen internationalen Häfen, dem bereits Teile der lokalen Bevölkerung und Natur weichen mussten. Zum einen betrifft das umliegende Dörfer wie Altenwerder, die für den Hafen platt gemacht und deren Bewohner*Innen zwangsumgesiedelt wurden. Zum anderen betrifft dies den Fluss und Lebensraum Elbe, der als Transportweg bereits acht Mal vertieft wurde, um Platz für noch größere, schwerere Containerschiffe zu machen. Obendrein werden 2018 so viele Kreuzfahrtschiffe im Hamburger Hafen anlegen wie nie zuvor, obwohl sie zu den klimaschädlichsten Transportmitteln zählen. Mit ihrem dreckigen Treibstoff vergiften sie die Luft in Hamburg und anderswo weiter. (…) Der Hamburger Hafen ist nicht nur ein Knotenpunkt der Ausbeutung, sondern auch ein verbindendes Element unterschiedlichster sozialer Kämpfe. Im Sommer 2018 werden viele dieser Kämpfe erstmals am Schauplatz des Hamburger Hafens vereint, um sich gemeinsam mit vielen Mitstreiter*Innen der fortlaufenden globalen Ungerechtigkeit in den Weg zu stellen. Wir wollen gemeinsam die Schattenseiten des Hafens der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Die gesellschaftliche Ordnung ist kein unabwendbares Schicksal. Was ist, muss nicht so bleiben!“.