Soliplakat Black Triangle Leipzig Januar 2019Gut anderthalb Jahre später ist das »schwarze Dreieck« doch wieder in der Verfügungsgewalt der DB. Am Dienstag rückte die Polizei an, versehen mit einem Durchsuchungsbefehl, der auf einem Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruch beruht. Die Besetzer hatten das Areal zuvor verlassen. Widerstand gab es nicht, dafür am Mittwoch eine Demonstration mit 1000 Teilnehmern. Das »Black Triangle« galt als ein wichtiger Treffpunkt der linksalternativen Szene. Die Besetzer, die sich nach dem Namensgeber der angrenzenden Straße »Kulturkollektiv Arno-Nitzsche« nannten, richteten auf dem von Gleisbögen begrenzten, lange verwahrlosten Areal Konzerte aus; es gab einen Umsonstladen, eine Volksküche, Sauna, Sporträume. Besucher des Geländes, auf dem ein großer Backsteinbau dominiert, wurden von einer mit Graffiti versehenen Barrikade aus Schrottautos begrüßt sowie einer Tafel mit dem Motto: »Besetzt bleibt besetzt«. (…) Nagel bedauert, dass mit dem »Black Triangle« ein Freiraum in der Stadt verschwunden ist. Mitschuld gibt man in der Szene aber auch dem »Kulturkollektiv«. In einem auf Indymedia veröffentlichten Text von »Solidarischen Kiezbewohner*innen« heißt es, vom emanzipatorischen Anspruch sei am Ende nicht mehr viel übrig gewesen, Kritiker seien verdrängt worden; auch von Sexismus und gewalttätigem Verhalten ist die Rede. Die jetzt erfolgte Räumung sei »auch ein Versagen der solidarischen linken Strukturen«…“ – aus dem Beitrag „Das »schwarze Dreieck« ist doch geräumt“ von Hendrik Lasch am 17. Januar 2019 in neues deutschland externer Link über die Aktion von Bahn und Polizei. Siehe dazu auch einen Beitrag über die Perspektiven für Freiräume in Leipzig:

  • „Black Triangle: Soli-Demo und wie geht es weiter“ am 17. Januar 2019 bei de.indymedia externer Link zu den Perspektiven des Rechts auf Stadt in Leipzig und den auch negativen Erfahrungen im Zentrum unter anderem: „Ähnliche Orientierungslosigkeit gab es auch in den folgenden Stunden, war es überhaupt sinnvoll den Demo Nachruf zu folgen, der Freiraum wurde doch kaum noch genutzt. Auf Indymedia meldete sich einige „solidarische Kiezbewohner*innen“ und forderten auf zur Demo zu kommen, um sich diesen Freiraum zurück zu holen und dann „tatsächlich basisdemokratisch und emanzipatorisch“ zu gestalten. Den Aufruf folgten einige und so fanden sich ca. 500 Menschen am Wiedebachplatz ein. Dort ging es mit der Orientierungslosigkeit weiter, es gab keinen Anmelder, es gab keinen Plan. Die Bullen suchten immer wieder einen Anmelder, bis sich eine größere Menge auf den Weg Richtung Innenstadt machte. Dieser wurde relativ schnell gestoppt, vor allem weil sich auch in der Zeit ein Anmelder gefunden hatte, der sich mit den Bullen auf eine Route Richtung Wilhelm-Leuschner-Platz und zurück zum Südplatz einigen konnte. Die Demo war kämpferisch und relativ laut und es war schön zu sehen, wie viele Menschen doch linke Freiräume was bedeuten. Es  gab vereinzelte Pyrotechnik, Flaschen- und Steinwürfe, welche aber nicht ernsthaft Schaden verursachten. Stattdessen ließ man sich von den Bullen in einen Kessel im Höhe des Leuschners treiben. Dieser wurde damit begründet, dass es voran gegangene Straftaten gab. Sich aus diesen zu befreien war nicht möglich, aufgrund des großen und martialischen Bullenaufgebotes, wo man sich auf Seite der Demoteilnehmer deutlich in der Unterzahl befand. Die Demonstration wurde daraufhin beendet, ob das richtig war ist eine andere Sache, man kann auch davon ausgehen, dass der Anmelder keine große Erfahrung in Sachen Versammlungsanmeldung hatte. Das Resultat war Bullengewalt im und am Kessel und nach Bullenangaben 182 ID-Maßnahmen. (…) Jetzt fragen sich natürlich wie es weiter gehen soll? Von einer friedlichen Lösung hat man sich laut Bahninformationen erstmal verabschiedet. Weitere Demonstrationen erachten sich nicht weiter sinnvoll, da es sehr wahrscheinlich ähnlich laufen würde. Zu begrüßen wären viele militante, dezentrale und gut durchdachte Aktionen, diese lassen sich durch die Bullen nur schwer verhindern und schwer aufklären. So kann man Druck auf die Bahn und die Stadt ausüben, dass man sich die Freiräume nicht widerstandlos nehmen lässt und es sie mehr kostet, das Gelände verfallen zu lassen und mit unseren Aktionen klar zu kommen, als wenn man das Black Triangle als kulturelles Zentrum bestehen lässt…“