Keine Profite mit der Miete: Bundesweite Aktionswoche gegen steigende Mieten und VerdrängungVerbraucherschützer und Insolvenzrechtsexperten beobachten die insbesondere in Ballungsräumen steigenden Mieten mit Sorge. „Die Belastung durch Mietkosten stellt ein wachsendes Überschuldungsrisiko dar“, warnte Christoph Zerhusen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Miete sollte eigentlich nicht mehr als ein Drittel des Nettoeinkommens betragen. „Wir sehen aber immer häufiger, dass sie 50 Prozent und teilweise sogar mehr ausmacht. Das ist sehr bedenklich.“ Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Montag hatten im vergangenen Jahr zwei von zehn überschuldeten Verbrauchern in Deutschland, die bei einer Schuldnerberatungsstelle Hilfe suchten, Mietschulden. Der Anteil ist seit 2015 weitgehend konstant. Doch gerade in Ballungsräumen könnten mehr Verbraucher in Zahlungsschwierigkeiten geraten…“ – aus dem Bericht „Gefahr der Überschuldung durch steigende Mieten wächst“ am 03. Juni 2019 im Tagesspiegel online externer Link – wozu man daran erinnern könnte, dass es einmal eine Zeit gab, als die Hausbesitzergilde meinte, sie wolle sich als Erhöhungs-Ziel setzen, dass die Menschen künftig ein Drittel ihres Einkommens für die Miete bezahlen müssten. Was damals auf viel Kritik stieß… Siehe dazu einen weiteren Beitrag – und eine Alternative:

  • „Überschuldung durch hohe Mieten“ am 04. Juni 2019 in der jungen welt externer Link fasst diese Entwicklung so zusammen: „… Verbraucherschützer und Insolvenzrechtsexperten sind angesichts der steigenden Mieten insbesondere in Ballungsräumen alarmiert. »Die Belastung durch Mietkosten stellt ein wachsendes Überschuldungsrisiko dar«, warnte Christoph Zerhusen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Miete sollte eigentlich nicht mehr als ein Drittel des Nettoeinkommens betragen. »Wir sehen aber immer häufiger, dass sie 50 Prozent und teilweise sogar mehr ausmacht. Das ist sehr bedenklich.« Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Montag konnten im vergangenen Jahr zwei von zehn Überschuldeten in der BRD, die bei einer Schuldnerberatungsstelle Hilfe suchten, ihre Miete nicht mehr zahlen. In großen Städten sei aktuell kein Ende des Mietpreisanstiegs zu erkennen, sagte Zerhusen. Er appellierte an Betroffene, bei Mietschulden möglichst früh eine der zahlreichen Beratungsmöglichkeiten zu nutzen. »Wohnen ist existentiell.« Auch Christoph Niering, Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter, beobachtet, »dass in Ballungsräumen Mietschulden eine zunehmend größere Rolle spielen«. Bei anhaltenden Preissteigerungen dürfte sich das Problem verschärfen. Sollte zudem die Konjunktur abflauen und die Erwerbslosigkeit steigen, werde die Lage für die Betroffenen noch schwieriger. »Wenn der Mietmarkt überhaupt auf eine Konjunkturabschwächung nennenswert reagiert, dann nur mit zeitlichen Verzögerungen«, erläuterte Niering…“
  • „Der Wahnsinn ist die Miete selbst“ von der Imaginären Kommunistischen Partei externer Link war ein Flugblatt zur großen Mietendemonstration in Berlin, das hier beim (Ex-) Magazin dokumentiert wird, worin es einleitend heißt: „Wir sehen es gar nicht ein, dass wir überhaupt Geld bezahlen sollen, damit wir in Wohnungen leben dürfen. Wir atmen ja auch die Luft, ohne dafür zu zahlen und so wollen wir auch wohnen. Uns geht es dabei nicht um den Kauf der Wohnungen und Häuser – die meisten derjenigen, die wir ansprechen wollen, haben dafür nicht das nötige Kleingeld. Es geht uns um die prinzipielle Abschaffung des Wohneigentums, die Abschaffung der Miete. Die Häuser sollen allen und niemandem gehören, so wie der Boden, auf dem sie stehen. »Aber die Häuser sind doch nicht einfach so da wie die Luft, die müssen doch gebaut werden! Und irgendwer muss die Wohnungen instand halten! Alles geht ja dann und wann kaputt und wenigstens die Fassade soll doch manchmal gestrichen werden.«  Wir haben diesen Einwand lange diskutiert und kamen zu dem Schluss, dass es organisierte Bauarbeiter- und Handwerkerbrigaden braucht, die die Häuser bauen und sich um die Reparatur kümmern. Diese Brigaden werden eine Keimzelle der universellen Menschheitsverschwisterung sein. Was man heute Deutsche, Rumänen, Marokkaner, Afghanen, Nigerianer oder Chilenen nennt, ist in solchen Brigaden eins. Auch werden viele Frauen Gefallen an dieser ehemaligen Männerarbeit finden und selbst die Kinder werden helfen wollen. Die Jugend bekommt dann eine Perspektive. Genährt werden diese Leute von der Allgemeinheit!  »Und was ist, wenn viele neue Bewohner nach Berlin ziehen wollen? Gerade wenn man dafür nichts zahlen muss, wäre das wie ein Magnet!«  Mehr Menschen brauchen mehr Wohnungen und die kann man bauen. Stichwort: Bauarbeiterbrigaden! (Natürlich muß man sich auch um die dafür notwendigen Maschinen und Rohstoffe kümmern.) Außerdem wird die Abschaffung der Miete sofort ausstrahlen. Vielleicht wird man in Schwaben nicht so weit gehen wollen, aber sonst wahrscheinlich überall…“