Der Mietenwiderstand wächst auch in Kiel

Der Mietenwiderstand wächst auch in KielNur rund 200 Protestler versammelten sich nach Angaben der Polizei zu der Demonstration unter dem Motto „Kommunale Wohnungen statt Vonovia & Co“. Das war die Mindestzahl, mit der die Organisatoren vom Kieler Bündnis für bezahlbaren Wohnraum gerechnet hatten. Auf ihrem zweistündigen Marsch durch den Stadtteil ließen die Demonstranten ihrer Wut zumindest verbal freien Lauf: „Attacke, Attacke! Vonovia ist Kacke!“ Und: „Ganz Kiel hasst Vonovia“, brüllten sie, was angesichts des relativ kurzen Demonstrationszugs nicht sehr überzeugend klang. (…) „Wir gehen hier heute auf die Straße, weil immer mehr Menschen in dieser Stadt in Wohnungsnot geraten und bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist“, ließ der Sprecher des Bündnisses für bezahlbaren Wohnraum Andreas Meyer über das Mikrofon wissen. Er sprach von einer verfehlten Wohnungsmarktpolitik: „Von ehemals 13700 Sozialwohnungen sind in Kiel nur noch 1500 übrig. Immer mehr Wohnungen fallen aus der Sozialbindung – allein 2018 waren das 4000.“ (…) Gerrit (45) aus dem Bergenring sagte: „Ich demonstriere, damit sie mich nicht aus der Wohnung werfen.“ Rainer, ein 62-jähriger Vonovia-Mieter aus Elmschenhagen, der ebenfalls nicht mit vollem Namen genannt werden möchte, hielt ein Transparent hoch, auf dem er die entschädigungslose Enteignung von Vonovia fordert…“ – aus dem Artikel „Kleiner Aufruhr gegen Vonovia“ von Karen Schwenke am 27. April 2019 in den Kieler Nachrichten externer Link – dessen Wortwahl („brüllen“ beispielsweise) zwar bereits klar macht, wo die Sympathien der Autorin liegen (jedenfalls nicht bei protestierenden Mietern), der aber dennoch Hinweis auf den sich ausbreitenden und organisierten Mietenprotest auch in Kiel ist. Siehe dazu auch Verweise auf Webseiten, die zur Organisierung dieses Protestes dienen, inklusive Videoberichten von der Demonstration:

  • „Mieten-Demo in Kiel-Mettenhof 27.04.19“ bei Bezahlbar wohnen externer Link am selben Tag ist ein kurzer Hinweis auf die Demonstration samt Videobericht dazu, der folgendermaßen vorgestellt wird: „Am 27.04.19 fand in Kiel unsere Demo zum Thema: Kommunale Wohnungen statt Vonovia & Co statt. Unsere beiden Bündnissprecher/innen klären auf über die aktuelle Wohnungsnot und die Geschäftspraktiken der Vonovia, aber auch über die Möglichkeiten welche die Stadt Kiel hat dem entgegenzuwirken.“
  • „Instandhaltung als Modernisierung abgerechnet“ am 03. April 2019 beim Mieter Netzwerk externer Link ist einer der – vielen – Berichte (nicht nur aus Kiel), die deutlich machen, warum immer mehr Menschen genug von den Wohnungskonzernen haben, beispielsweise so: „In der Koloniestraße in Kiel musste der Heizkessel ausgetauscht werden. Vonovia hat das natürlich als Modernisierung abgerechnet. Auch hier beschweren sich die Mieter über auswuchernde Betriebskosten und Leistungen die gar nicht erbracht worden sind. Es fallen die Hausmeisterleistungen, Sach- und Haftpflichtversicherungen und die Pflege der Außenanlagen besonders auf. Ein Hausmeister, der entweder gar nicht zu erreichen ist oder für nichts zuständig ist und sinnlose Prüfungen durchführt. Die Versicherungen lagen bereit nach der Übernahme des Hauses durch Vonovia 2 1/2 mal so hoch wie beim Voreigentümer und sind mit der letzten Abrechnung noch einmal um 20 % gestiegen. Bei den schon immer nicht marktgerechten Grünpflegearbeiten waren vorher alle Gartenarbeiten im Preis inbegriffen. Jetzt werden die Kosten für die Baumpflegearbeiten zusätzlich berechnet…“
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=148190
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