Wachsende Solidarität mit den inhaftierten Bauarbeitern des Istanbuler Flughafens

Polizeiüberfall auf Soliaktion mit streikenden Bauarbeitern in Istanbul am 15.9.2018Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat die mangelhaften Arbeitsbedingungen beim Bau des dritten Flughafens in Istanbul scharf kritisiert. „Es hat bereits tödliche Arbeitsunfälle gegeben, weil der Arbeitsschutz nicht eingehalten wird. Außerdem berichten die Beschäftigten von geprellten Löhnen und einer unmenschlichen Unterbringung. Das sind unhaltbare Zustände, gegen die die Bauarbeiter zu Recht in den Streik getreten sind“, sagte IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger. Die Gewerkschaft verurteilt insbesondere die Festnahme von mehreren Hundert Beschäftigten, die sich für bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt haben. „Der Arbeitsschutz auf der Flughafen-Baustelle muss dringend verbessert werden, um Arbeitsunfälle zu vermeiden“, so IG BAU-Vize Dietmar Schäfers, der auch Präsident der Europäischen Föderation der Bau- und Holzarbeiter (EFBH) ist. Zudem müssten alle Beschäftigten freigelassen werden, die allein deshalb in Haft seien, weil sie sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen gewehrt hätten, so Schäfers…“ – aus der Pressemitteilung „IG BAU verurteilt Verhaftungen von Bauarbeitern am Istanbuler Flughafen“ am 20. September 2018 bei der IG BAU externer Link, worin auch noch auf die Stellungnahme des Internationalen Gewerkschaftsbundes verwiesen wird, nach dessen Zählung bisher 42 Bauarbeiter das Großprojekt mit ihrem Leben bezahlen mussten… Siehe dazu auch zwei weitere aktuelle Beiträge über Proteste gegen Verhaftungen und Verfahren, sowie den Hinweis auf den bisher letzten unserer Beiträge:

  • „Untersuchungshaft wegen Streik auf Erdogans Lieblingsbaustelle“ von Jan Keetman am 20. September 2018 bei Radio Dreyeckland externer Link ist ein Gespräch mit Kamber Saygili, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft Limter Is (Häfen und Schiffsbau), in dessen Begleittext es unter anderem heißt: „Am Mittwoch hat ein Gericht in Isanbul gegen 24 Arbeiter, darunter der Vorsitzende der Baugewerkschaft Insaat Is, Yunus Özgür Untersuchungshaft verhängt. Gegen 19 weitere soll ebenfalls Anklage erhoen werden. Ihnen wird Widerstand gegen Vollzugsbeamte, das Rufen von Parolen, die Organisation von Märschen etc. vorgeworfen. Offensichtlich geht es darum, jeden Streik auf der Baustelle zu verhindern. Ohnehin hat die Regierung in der Vergangenheit viele Streiks verboten oder mit ihrer Parlamentsmehrheit Gesetze beschlossen, die ganze Berufsgruppen aus Gründen der nationalen Sicherheit vom Streikrecht ausnimmt. Dass Arbeiter nach einem Streik in Untersuchungshaft kommen, ist aber auch für die Türkei neu. Die besondere Härte mag ein Exempel sein, um zu verhindern, dass angesichts der hohen Inflation sozialer Protest auf die Straße kommt“.