[Solidaritätspetition] Lesezirkel sind gefährlich – auch in China: Sie stören die öffentliche Kapitalsordnung

Solipetition mit den am 15.11.2017 festgenommen in China - wegen bücherlesen...Eine Lesegruppe von sechs Leuten ist für die VR China gefährlich. Zumindest wurde ihr Treffen an der Technischen Universität Guangdong am 15. November 2017 von der Polizei überfallen und die TeilnehmerInnen festgenommen – vier von ihnen sind eben bis heute in Haft in Panyu, darunter ein „linker Maoist“ (die Preisfrage dazu wäre, wie denn ein rechter Maoist aussehen müsste…). Strafe wegen Lesens kannte man bisher beispielsweise aus der Familienrepublik Angola. In dem Artikel „Locked Up for Reading Books: Voices from the November 15th Incident“ am 18. Januar 2018 bei Chuang externer Link werden die Briefe von Zweien der Inhaftierten in englischer Übersetzung dokumentiert (und die Übersetzung eines Dritten angekündigt) und kommentiert. Eine Petition für eben den „linken Maoisten“ Zhang Yunfan wurde von mehreren Hundert Personen aus China trotz aller Zensur unterzeichnet – zu einem Zeitpunkt, da die genaue Zahl der Festgenommenen noch unklar gewesen war. Nach seiner Freilassung auf Kaution schrieb er seinen Brief, wie es auch Sun Tingting tat, die in ihrem Brief über ihre Erfahrungen während der 5 Wochen im Gefängnis berichtete. Zhang weist in seinem Brief darauf hin, dass solche Verfolgungen in China Tradition haben: In jenen Teilen des Landes, die vor der Revolution von der Kuomintang regiert worden waren, waren Polizeiüberfälle alltäglich… Siehe dazu auch eine Solidaritätspetition des Hongkonger Gewerkschaftsbundes HKCTU:

  • Die Solidarität mit den Inhaftierten eines chinesischen Lesezirkels wächst international New
    Von einem Lesekreis zum anderen – wird Solidarität geübt: Die englische  „The Marxism Reading Group in the Centre for the Study of Social and Global Justice (CSSGJ) at the University of Nottingham“ erklärt sich mit den TeilnehmerInnen der Lesegruppe der Guangdong University of Technology in China solidarisch, die am 15. November 2017 festgenommen worden waren. Dabei verweisen die LeserInnen in England auch auf die übersetzten Briefe der Betroffenen (siehe den Verweis auf unseren ersten Bericht am Ende dieses Beitrags). In ihrem Aufruf „For the right to read“ am 04. Februar 2018 bei Progress in Political Economy externer Link begründen die TeilnehmerInnen dieser gruppe, warum sie sich sowohl selbst solidarisch erklären, als auch per Unterschriftensammlung andere dazu aufrufen, eben solche Solidarität zu zeigen – zumal die Lesegruppe in China ein ausgesprochen linkes Projekt war und ist.
  • „In Support of Chinese Leftwing Activists Detained for Organising a Reading Group“ seit Januar 2018 beim HKCTU externer Link ist die ausführliche politische Begründung für die Solidaritätspetition (auf die in dem Beitrag verlinkt ist) mit der linken Lesegruppe, die der Verband mit den Verstößen der Polizeiaktion gegen chinesische Gesetze begründet – und mit dem Recht, sich selbst zu organisieren, auch wenn dies auf politischen Grundlagen geschehe, die der Verband selbst kritisch sehe. Die fünf Forderungen des Verbandes in der Resolution vertreten die sofortige Freilassung der TeilnehmerInnen der Lesegruppe und aller politischen Gefangenen in China, sowie das Recht auf Selbstorganisation unter anderem auch für gewerkschaftliche Zielsetzungen.